Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zwischen den Welten

von 080692
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Gen
Hijiri Shikaido Noyn Claude OC (Own Character)
31.12.2020
11.08.2022
10
15.022
2
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.01.2021 1.411
 
Noyns Perspektive:

Kiyoshi Kurayami spukte mir nicht erst seit dem heutigen Unterricht im Kopf herum, sondern seit ich sie am Samstag in der Stadt getroffen hatte. Ich war die Blicke schwärmender Mädchen ja gewöhnt, gab es doch in der Schule davon mehr als genug, aber Kiyoshi hatte etwas an sich, was mich nachdenklich machte. Ihre Art war so ganz anders, als ich es von den anderen Mädchen kannte. Sie war wissbegierig und klug, was ihre Antworten im Unterricht bewiesen. Und von Gott hielt sie nicht das Geringste. Da ich selbst ein Dämon war, störte mich das keineswegs. Sie war hübsch – auf eine ganz andere Art als Marron. Marron wirkte unschuldig und auch mal naiv. Kiyoshi hingegen wirkte reifer, aber auch den meisten Menschen gegenüber distanzierter und kalt. Soweit ich es bisher beobachten konnte, war ich der Einzige, den sie mit Interesse musterte und sie schien sehr daran interessiert, mir Reaktionen zu entlocken.

Was sollte ich wegen dem Mädchen machen? Ich liebte Marron, wusste aber, dass sie nichts für mich empfand, was über eine milde Freundschaft hinausging. Kiyoshi hingegen war eindeutig an mir interessiert und weckte gleichwohl mein Interesse. Aber selbst wenn ich mich für sie interessieren könnte, wäre sie immer noch meine Schülerin. Warum machte ich mir eigentlich so viele Gedanken um sie? Sie mochte hübsch und klug sein, aber sie war nicht Marron. Sie war ihr nicht einmal ähnlich. Und sie war auch Jeanne nicht ähnlich, also warum beschäftigte ich mich mit ihr? Ich verstand mich selber nicht.

Am nächsten Tag sammelte ich die Hausaufgaben meiner Klasse ein. Kiyoshis Aufsatz war mit großem Abstand der längste der gesamten Klasse. Wo die anderen maximal zwei Seiten geschrieben hatten, hatte sie einen Aufsatz mit mehr als 30 Seiten zuzüglich Literaturangaben abgegeben. Schon beim Überfliegen zeigte sich ihre persönliche, durchweg kritische Meinung von Jeanne. Doch selbst wenn mich ihre Haltung etwas störte, konnte ich sie doch nicht bemängeln, da sie jede Aussage mit Zitaten belegen konnte. Außerdem konnte ich ihr keine schlechte Note geben, nur weil sie eine persönliche Meinung hatte, die ich nicht teilte.

Im weiteren Unterricht war Kiyoshi sehr bemüht, auch wenn sie durchweg vom Unterricht gelangweilt schien. Aber ich konnte den Unterricht auch nicht schneller durchziehen, da die anderen Schüler nicht mit ihrem Tempo mithalten konnten. Ich hielt gerade einen Vortrag über einzelne wichtige Ereignisse des Hundertjährigen Krieges, da sah ich, wie Kiyoshi unruhig in ihrer Tasche wühlte. Sie versuchte zwar nicht aufzufallen, aber da ich sie sowieso die meiste Zeit beobachtete, fiel es mir natürlich auf. Was auch immer in ihrer Tasche war, machte sie nervös. Es war jetzt die letzte Stunde des Tages. Hatte sie vielleicht direkt nach der Schule etwas vor? Irgendwie war ich neugierig.



Kiyoshis Perspektive:

Der Unterricht war langweilig. Heute hatte ich meinen Aufsatz über Jeanne abgegeben und ich war sehr gespannt, was Hijiri Shikaido wohl dazu sagen würde. Ich lauschte gerade seinem Vortrag über den Hundertjährigen Krieg, da bemerkte ich in meiner Tasche ein schwaches Leuchten. Möglichst unauffällig kramte ich in meiner Tasche. Mein Rosenkranz machte auf sich aufmerksam und instinktiv verstand ich, dass Satan wohl etwas von mir wollte. Aber ich konnte ihm jetzt nicht antworten. Unruhig glitt mein Blick immer wieder zur Uhr. Konnte die Zeit nicht schneller umgehen? Es waren nur noch wenige Minuten bis zum Unterrichtsschluss, aber die Zeit zog sich dahin und schien nicht vergehen zu wollen. Nervös trommelte ich mit meinen Fingern auf der Tischplatte, bis mich Shikaido-sensei deswegen ermahnte. Ertappt zuckte ich zusammen und versuchte mich dann zusammenzureißen.

Kaum war der Unterricht beendet, eilte ich mit meiner Tasche nach draußen und zog mich in eine ruhige Ecke zurück. „Es tut mir leid, ich saß bis gerade im Unterricht.“, entschuldigte ich mich sofort bei Satan. „Ein neuer Dämon wartet. Er ist ein wenig von der Schule entfernt. Ich werde dich hinführen.“


Noyns Perspektive:

Nach dem Unterricht eilte Kiyoshi überhastet aus dem Raum. Ich machte mir ein wenig Sorgen wegen ihres ungewöhnlichen Verhaltens, weshalb ich beschloss ihr unauffällig zu folgen. Sie lief in eine Nische und holte etwas aus ihrer Tasche. Mit wachsender Verblüffung sah ich einen Rosenkranz. Hatte sie nicht deutlich gemacht für Gott nichts übrig zu haben? Und warum sagte sie ihrem Rosenkranz, dass sie bis gerade im Unterricht war? Sie verwirrte mich, aber dann hörte ich eine nur zu bekannte Stimme. „Ein neuer Dämon wartet. Er ist ein wenig von der Schule entfernt. Ich werde dich hinführen.“ Die Stimme hatte ich sofort erkannt. Das war Satans Stimme. Sie war eine Dienerin Satans? Ich war von dieser Information mehr als überrascht. Marron und Chiaki hatten mir zwar mitgeteilt, dass neue Dämonen aufgetaucht waren, aber nicht, dass ein weiterer Kaito auf der Bildfläche erschienen war. Und auch in den Medien war nichts erschienen.

Ich beschloss Kiyoshi in meiner wahren Gestalt als Noyn Claude zu dem Dämon zu folgen. Soweit ich wusste, hatten weder Marron noch Chiaki heute eine Warnung geschickt. Also wussten sie vermutlich nichts von diesem Dämon. Kiyoshi ließ sich von Satan führen. In einer leeren Gasse rief sie plötzlich: „Ich bitte dich, Satan, gib mir die Kraft!“ und fing an sich zu verwandeln. Scharf zog ich meinen Atem ein, als ich ihr Aussehen näher betrachtete. Sie sah aus wie Jeanne, nur mit einer anderen Haar- und Augenfarbe. Und ihre Kleidung war deutlich dunkler als die von Jeanne. Wie konnte sie ihr so ähnlich sehen, wenn sie sich verwandelte? War das Satans Werk?

Vermutlich. Immerhin hatte er auch eine Kopie von Jeanne erstellen können, als sie sich im letzten Gefecht gegenüberstanden. Satan war immer noch unglaublich mächtig. Ich beobachtete Kiyoshi aus einiger Entfernung. Es schien ihr kaum Mühe zu bereiten den Dämon zu bannen, aber es gab auch keine Polizei, die sie abzuhalten versuchte. Sollte ich mich ihr zeigen? Ich überlegte, entschloss mich dann aber dafür. Sie musste ja nicht wissen, dass Noyn Claude und Hijiri Shikaido ein und dieselbe Person waren.

Kiyoshi hatte gerade den Dämon gebannt, da erschien ich auf der Fensterbank. „Gute Arbeit…“, sagte ich lächelnd und sie zuckte zusammen, ehe sie sich zu mir umdrehte. Sie schien im ersten Moment erschrocken, dann entspannte sie sich. „Ich dachte schon es wären Jeanne oder Sindbad. Oder jemand von der Polizei“, schmunzelte sie. „Keine Angst, dass ich dich verrate? Oder die Polizei rufe?“, fragte ich sie mit einem Grinsen. Sie legte den Kopf schief. „Warum sollte ich? Du bist selbst ein Dämon, also warum solltest du mich verraten?“ Mit diesen Worten kam sie näher auf mich zu und schenkte mir ein geradezu verführerisches Lächeln.

„Du weißt also, dass ich ein Dämon bin-.“, fing ich an, doch ich wurde von ihr unterbrochen. „Das ist doch wohl offensichtlich. Außerdem diene ich Satan. Ich habe also nicht grundsätzlich etwas gegen Dämonen. Mein Name ist übrigens Kaito Megumi.“ Sie lächelte. „Ich bin der Dämonenritter Noyn Claude.“, erwies ich ihr die Ehre und stellte mich vor. „Ich freue mich, dich kennenzulernen, Noyn“, hauchte sie lächelnd und stand nun direkt vor mir. „Ich fürche, ich muss mich nun entschuldigen… Ich sollte jetzt gehen. Mein Auftrag hier ist beendet.“, fügte sie hinzu. Verdammt, sie sah aus wie Jeanne und flirtete eindeutig mit mir. Wie sollte ich da meine Beherrschung behalten.

Gerade als sie aus dem Fenster verschwinden wollte, packte ich ihr Handgelenk und zog sie zu mir in die Arme. „Und wenn ich dich nicht so einfach gehen lassen möchte?“, raunte ich ihr mit dunkler Stimme zu. Sofort röteten sich ihre Wangen und sie wich meinem Blick aus. Sie war mir eindeutig nicht abgeneigt. Sie knabberte an ihrer Unterlippe, dann schien sie den Mut zu finden etwas zu erwidern. „Dann sollten wir gemeinsam zumindest dieses Haus verlassen, bevor man uns entdeckt.“, schlug sie vor und ich stimmte ihr zu. Hier zu bleiben würde die Gefahr entdeckt zu werden unnötig erhöhen. Mit ihr in meinen Armen verschwand ich auf dämonische Weise in eines meiner Häuser. Obwohl ich als Hijiri Shikaido ein Haus hatte in dem ich mich hauptsächlich aufhielt, besaß ich auch ein Haus, welches ich ausnahmslos für meine Identität als Noyn Claude nutzte. Ich brauchte das Haus nicht oft, aber jetzt war es von Vorteil es zu besitzen.

„Wo sind wir?“, entfuhr es ihr überrascht, Sie war also doch nicht so abgebrüht, wie sie manchmal tat. „In meinem Haus.“ Noch immer hielt ich ihr Handgelenk fest. Sie war mir so nah, dass ich beinahe ihren Atem spüren konnte. Nun hielt mich nichts mehr ab. Ich presste meine Lippen hart auf ihre und sofort erwiderte sie den Kuss mit der gleichen Leidenschaft.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast