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AGAPE

von iLoveYoo
GeschichteThriller, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Bang Chan Han / Han Jisung Hwang Hyunjin Kim Seungmin Lee Felix
31.12.2020
02.02.2021
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31.12.2020 894
 
ECCEDENTESIAST

(n.) someone who hides pain behind a smile
 
                             
 
“The moral of this story is, that no matter how      
hard we try, no matter how much we want it…
some stories just don’t have a happy ending.”
                     


Heiße Schauer fuhren über seinen Rücken. Seine Kehle brannte und Übelkeit breitete sich in seinem Magen aus, so stark, dass er davon würgen musste. Doch er unterband es. Er durfte nicht zeigen, mit welchem Ekel ihn die Geste erfüllte, durfte keinen Abstand nehmen. Am liebsten hätte er die Pflanze verbrannt und die Asche verstreut. Dünne Stachel drangen durch die grüne Haut und fast war ihm, als könne er ihr Gift in seinen Adern spüren.
Ein breites Lächeln fand den Weg auf seine Lippen, als die dunklen Augen ihn auffordernd an blickten. Er wusste, sein Gegenüber erwartete eine Reaktion, eine Antwort, irgendetwas, also atmete er tief durch, ehe er aufblickte und in die Augen seines Freundes blickte.

“Vielen Dank, Seungmin. Es ist ein wirklich hübscher Kaktus, den du mir mitgebracht hast.”
Der Angesprochene nickte zufriedenen und ein befriedigter Glanz trat in seine Augen.
“Ich wusste, er würde dir gefallen, Hyunnie. Ich habe mich lange umgehört und beraten lassen, bevor ich mich dafür entschieden habe.”
Eine neue Welle der Übelkeit stieg in ihm auf und er presste seine Faust unerbittlich gegen seinen Magen, während sein Lächeln noch breiter wurde. Seungmin wusste genau, dass Hyunjin sich einmal mit Blumen und deren Bedeutung auseinandergesetzt hatte. Damals waren sie zusammen mit ihren Familien in Japan gewesen, und obwohl der Ältere sich nie dafür interessiert hatte, war ihm Hyunjins kleine Leidenschaft nicht entgangen.
“Ich muss jetzt aber auch wieder, Hyunnie. Wir sehen uns.”
Steif ließ er sich von Seungmin in eine Umarmung ziehen, spürte seine Hände nur zu deutlich über seinen Körper wandern und wagte nicht aufzuatmen, als der Ältere sich von ihm entfernte, ein letztes Mal winkte und das Restaurant verließ.
Seine Mutter lächelte erfreut und legte ihre zierliche Hand auf seinen Arm.
“Das ist doch nett von ihm, nicht wahr? Dass er an deinen Geburtstag gedacht hat, obwohl er doch so beschäftigt ist, der Arme. Was bedeutet der Kaktus denn?”
Er wollte weg. Einfach nur raus, weg aus diesem widerlichen Schnöselschuppen, weg von seiner Mutter und vor allem weg von diesem Geschenk.
“Ich glaube er bedeutet Freundschaft… ich bin mir nicht ganz sicher, es ist schon lange her.”
Natürlich wusste seine Mutter von seiner Leidenschaft. Oft genug hatte er ihr in den letzten Jahren Geschenke gemacht und ihr Blumen geschenkt. Er tat sich manchmal schwer, sich mit Worten auszudrücken, und das war, seiner Meinung nach, eine geeignete Alternative seine Gefühle auszudrücken.
“Du kannst dich wirklich glücklich schätzen ihn als Freund zu haben!”, sprudelte es enthusiastisch aus seiner Mutter. Abrupt stand er auf.
“Das kann ich.”, lächelte er und entschuldigte sich einen Moment. Sobald er das Bad betreten und sichergestellt hatte, allein zu sein, stürzte er in die erste Toilettenkabine und gab seinem Körper nach. mehr als Galle landete nicht in dem strahlend weißen Toilettenbecken, doch zumindest fühlte er sich danach ein wenig besser.
Freundschaft, tze. Kakteen standen keineswegs für solch eine unschuldige Verbundenheit. Vielmehr drückten sie Lust und Leidenschaft aus, etwas, das ihn einfach nur anwiderte. Er hatte einmal eine enge Freundschaft mit Seungmin geführt, das war richtig. Doch seit zwei Jahren hatte sich das geändert. Hyunjin war nicht länger ein kleines Kind. Er war zu einem Mann herangereift. Er war jung, schön, und trug, nachdem er sich geoutet hatte, Selbstbewusstsein nach außen mit sich herum, was ihn in den Augen anderer nur attraktiver machte.
Das hatte Seungmin bemerkt. Seit seinem Siebzehnten Geburtstag war ihre Freundschaft nicht mehr, wie sie einst war. Eigentlich wünschte sich Hyunjin nur seinen besten Freund zurück, doch davon hielt Seungmin nichts. Er ließ selten eine Gelegenheit aus, um ihm nicht auf die Pelle zu rücken, ihn zu berühren, ganz gleich, wie unangenehm das Hyunjin auch war. Am liebsten wollte er einfach losschreien, sich von dem Älteren fernhalten, sich entfernen, doch Seungmin hatte ihn in der Hand. Ihm blieb nichts anderes übrig als das Spiel zu spielen und zu hoffen, dass es Seungmin reichte, ihn mit lüsternen Blicken auszuziehen und es dabei beließ, seinen Arsch zu berühren, wann immer er sich unbeobachtet fühlte.
Deswegen konnte er auch den Kaktus nicht loswerden. Es kam selten vor, dass Seungmin sich bei ihm zu Hause blicken ließ, doch wenn er kommen sollte und nach dem Kaktus fragte, wollte er nicht wissen was geschah, wenn er ihn nicht zeigen konnte.

Verbittert fuhr er sich mit dem Handrücken über seinen Mund und verließ die Kabine. Angeekelt von sich selbst spülte er seinen Mund mit kaltem Wasser aus, und betrachtete sich einen Moment lang im Spiegel. Seine Haut war ungesund blass, seine braunen Haare stumpf und seinen Augen fehlte jeglicher Glanz. Sein Mund war verzogen und sein ganzen Gesicht sprach davon wie verbittert er war. Ein Stich fuhr durch sein Herz, doch er nahm ihm kaum war, zu sehr hatte er sich an den Schmerz gewöhnt.
Mit einem letzten tiefen Seufzer zogen sich seine Mundwinkel wieder nach oben. Der Glanz kehrte zurück in seine Augen und seine schultern zogen sich in eine aufrechte Position.

The Show must go on.
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