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Feindbild mal anders

von Motoshai
GedichtAllgemein / P12 / Gen
31.12.2020
31.12.2020
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Der alte Feind hieß Kommunismus,
mit dem war eines Tags gewiß Schluß.
Schon bald auf unsren Feindeslisten
erschienen böse Terroristen.
Das Volk zu knechten war nicht schwer,
denn alles dient der Terrorwehr.
Doch auch ein Feind kommt in die Jahre
und Anschläge sind Massenware.
Da murrt das Volk, will nicht parieren,
die Leibgefahr will’s nicht kapieren.
Die Feindeslandschaft macht das öde,
doch unsre Medien sind nicht blöde.
Die Lösung fällt zum Glück nicht schwer:
Es muß ein neues Feindbild her!

Bisher, da hörten wir fast nie
von der Verschwörungstheorie.
Doch eines Tags schlägt ihre Stunde,
fortan ist sie in aller Munde.
Wenn Menschen, die sich bös’ verschwören,
ins Reich der Phantasie gehören,
dann fürcht’ ich, ich verstehe nicht
dies’ gnadenlose Halsgericht.
Da frage ich mich doch, warum –
glaubt ihr denn echt, ich bin so dumm?

Wer hat ein Hirn, der schalt es ein,
das kann doch nicht so schwierig sein.
Man mache nur die Augen auf
beim Ärztegang, beim Warenkauf:
Das Leben ist so einfach nicht,
wie in der Medien rosa Licht
die Dinge werden dargestellt –
so läuft sie nicht, die echte Welt.
Das heißt ja nicht – ich will’s gesteh’n –
daß, was wir tun, wohin wir geh’n,
bis in das allerkleinst’ Detail
von irgendwem gesteuert sei.
Bei acht Milliarden wär’ das sicher
viel Müh’ und kein Grund für Gekicher.

Dann kamen aus den Hirnlos-Massen
bald die, die Demonstranten hassen –
die andre Meinungsäußrer ächten,
weil sie sie halten für die „Rechten“.
Und das sind die, die mir voll stinken:
die eklen, selbstgerechten Linken!
In Wahrheit sind die Brandgefahr
Faschisten von der Antifa:
Die Nazis glauben, ich sei blind
und sähe nicht, wie links sie sind.
Von Meinungsfreiheit tun sie lügen,
um freie Menschen zu betrügen:
Denn „Meinung“ nehmen sie nur an,
wenn man sie links vertreten kann.
Sobald ein Mensch ’ne andre hat,
find’ augenblicklich Hetze statt
wie Adolf es nicht besser konnte,
als er sich in dem Wahne sonnte
und manche Strategie ersann,
die man auch heut’ gut nutzen kann.
Nein, das System ist nicht veraltet:
Die Medien bleiben gleichgeschaltet
und predigen voll Haß und Groll,
woran das Volk blind glauben soll.
Die Propaganda klettert weiter
auf linker Leut’ Karriereleiter,
ist vielgehört in jedem Fall
in unsrer Medien Redeschwall.

Für fiese Tricks voll das Gespür:
Verbote durch die Hintertür!
„Das Feuerwerk wird nicht verboten“ –
auf diese Worte kann man koten!
Verboten ward nun der Verkauf,
mein lieber Mann, da komm mal drauf.
„Ihr dürft ja böllern, wenn ihr mögt!“
die tumbe Presse dämlich blökt.
„Nur müßt ihr dazu erst mal finden
das Feuerwerk, das ihr wollt zünden!“
Das Jahr war tot, tot auch Silvester,
und dieser Coup war euer bester.
Der zeigt uns an, wie’s weitergeht
und wie es ums Vertrauen steht:
„Wir sagen doch, die Impfenpflicht,
ganz sicher, nein, die gibt es nicht!“
Doch manchen Nachteil soll’n wir leiden,
wenn wir uns nicht dafür entscheiden.
„Ach, Deutsche!“, hört man Goebbels schrei’n.
„Nun kauft doch nicht bei Juden ein!“
„Kapiert es doch!“, hört Spahn man schimpfen.
„Laßt euch gefälligst alle impfen!“
Ach, Deutsche, laßt euch nicht verkohlen,
Geschichte tut sich wiederholen.
Der Zweck verschieden, Mittel gleich,
so ist das hier im Fünften Reich!
 
 
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