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Der Silvesterpunsch

GedichtHumor / P12 / Gen
30.12.2020
30.12.2020
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Der Silvesterpunsch


Zu Silvester braucht man was?
Für das Prost in seinem Glas?
Aber etwas das verträgt,
und nicht auf den Magen schlägt.


Darum kocht man so nach Wunsch,
kurzerhand: Silvesterpunsch.
Dazu braucht man – nehmt´s nicht übel,
einen feuerfesten Kübel.


Denn der Flamme heiße Kraft
muss erhitzen unsren Saft.
Weiter braucht man gute Sachen,
die der Gurgel Freude machen.


Dies nicht wenig sondern viel,
sonst erreicht man nicht sein Ziel.
Und zum nächsten, wir in Kürze,
brauch man vielerlei Gewürze.


Hat man alles schön beisammen,
kommt der Kübel auf die Flammen.
Heiß muss erst der Boden sein,
dies zu Probe – spuckt man rein.


Wenn die Spucke mächtig spritzt,
ist der Boden gut erhitzt.
Nun erfolgt der Zauberspruch,
durch ein dünnes, schwarzes Tuch:


„Alle Geister dieser Nacht,
kommt herbei und habet acht,
dass der Trank uns wohl gelingt
und durch Mark und Seele dringt.
Seid ihr gnädig und nicht schlapp,
kriegt ihr davon auch was ab.
Ich erwähne dies nur am Rande,
auch verspricht´s die ganze Bande,
die schon giert wie böse Wölfe,
kommt herbei es ist bald Zwölfe.“


Und nach herkömmlicher Weise,
dreht der Zauberstab drei Kreise,
einen vierten über'm Kopfe,
dass ja nichts daneben tropfe.


Wenn dies alles ist gestaltet,
wird das Licht ganz ausgeschaltet.
Dieses ist der Geister Wunsch,
denn nur so gerät der Punsch.


Ganz zuerst kommt in den Kübel:
eine angefaulte Zwiebel.
Diese wird stark angedünstet,
dass man hinterher nicht brünstet.


Etwas Salz und etwas Zucker,
für genießerische Schlucker.
Etwas Senf und Paprika,
denn das schmeckt dem Großpapa.


Für die Oma wäre es schade,
fehle Joghurt, Marmelade.
Und die gute, brave Mutter
liebt besonders: Punsch mit Butter.


Für den Fixer ihren Sohn:
Opium vom roten Mohn.
Und der Tochter Wille sei:
Gut verrührtes Hühnerei.


Pfeffer eine Messerspitze,
zubereitet ist die Schwitze.
Wenn dieselbe kräftig düftet,
wird der Flaschenkork gelüftet.


Tropfenweise kommt hinein:
Erst einmal ne Flasche Wein.
Von dem Jahrgang dreiunddreißig,
denn der macht den Faulen fleißig.


Weiter geht´s mit Knoblauchtropfen,
urig Bier mit reichlich Hopfen,
Selterswasser, Limonade,
Rizinus und Ohrenfade.


Coca Cola, Leichtbenzin,
etwas Jod mit Sacharin,
flüssig Wachs der Weihnachtskerzen,
gut vermengt mit Blut vom Herzen.


Eine Träne aus dem Auge,
dazu frische Wäschelauge,
wenig Sekt und wenig Rum,
reichlich doch Petroleum.


Saure Sahne, Kakao,
Kaffee nur, vom Eduscho.
Nashornspitze fein zerrieben,
ist für jenen die sich lieben.


Glyzerin und Lebertran,
heizen toll die Stimmung an.
Nach dem allerletzten Schrei,
muss noch etwas Ketchup bei.


Wenn dies alles gut vermengt,
öfter hin und her geschwenkt,
wird es, dass es besser schmeckt,
zwei Sekunden zugedeckt.


Gleich darauf kommt für die Geister,
aufgelöst in Jägermeister,
feiner Staub vom Elfenbein,
vor dem Kochen schnell hinein.


Doch die Geister wollen mehr,
darum muss noch Pulver her,
etwas nukleare Kraft,
erst die rechte Stimmung schafft.


Wenn dies alles stark erhitzt,
das es brodelt, das es schwitzt,
regt noch Zimt und Majoran
die Verdauung richtig an.


Weil die Sache nun zu heiß,
wird gekühlt mit Speiseeis.
Magiewürz und Katzendreck
eignen sich zum gleichem Zweck.


Noch ein Tropfen bittre Galle,
eignet sich zum Wohl - für alle.


Damit fertig ist der Trank,
bleibt zu sagen: Gott sei Dank!
Eines jeden Neujahrswunsch,
schwimmt in dem Silvesterpunsch.

Slàinte!
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