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Black & White, Überraschung am Silvesterabend

OneshotAllgemein / P16 / Gen
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
30.12.2020
30.12.2020
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Hallo meine Lieben, kurz vor Jahresende lasse ich Euch noch einen kleinen Oneshot da. Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2021. Wir wollen hoffen, dass dieses Jahr besser wird als 2020, denn das konnte man ja in die Tonne kloppen.
Alles Liebe
Eure Indianer 1

*********
„Wie weit bist Du, Tobi?“ fragte Boris, während er nervös zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her eilte.
„Mensch Schatz, mach doch nicht so eine Hektik, es ist doch nur ein Silvesterabend mit unseren Nachbarn. Was machst Du denn für einen Aufriss?“ Tobi schüttelte den Kopf.
„Ja, aber es ist unser erstes Silvester hier in Hamburg und da sollte doch alles perfekt sein, oder nicht?“
„Mein kleiner Perfektionist,“ grinste Tobi und nahm Boris fest in den Arm. Er streichelte ihm beruhigend über den Rücken. „Komm doch wieder runter, Lieber. Du hast alles bis auf den letzten Punkt organisiert. Die Salate stehen im Kühlschrank und auch die Getränke sind gekühlt. Die Würstchen und die Steaks bringen unsere Nachbarn mit. Was soll jetzt noch schiefgehen?“
Boris holte tief Luft und lehnte sich an seinen Mann. „Wenn ich Dich nicht hätte, mein geliebter Tobi. Du hast ja recht, wir haben noch ein paar Stunden Zeit. Aber ich möchte mich heute Abend vor unseren Nachbarn nicht blamieren. Wir können froh sein, dass sie uns so akzeptieren wie wir sind, und das ist auch in Hamburg nicht selbstverständlich.“
Tobias zog Boris neben sich auf die Couch.
„Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, wie wir die paar Stunden so angenehm wie möglich verbringen könnten.“
Nach einem heißen Liebesspiel und einer noch heißeren gemeinsamen Dusche standen die beiden Männer erwartungsvoll an der Tür als es läutete.
„Hallo,“ freudig begrüßten sie ihre Nachbarn Biggi und Jan und Marie und Sven. Im letzten Jahr hatten sie eine gute Freundschaft zu den beiden Paaren aufgebaut.
Es wurde ein sehr schöner Abend und die drei Paare amüsierten sich sehr. Um elf Uhr holte Tobi die Utensilien für das Bleigießen heraus. Da alle sechs nicht mehr ganz nüchtern waren, wurde das eine lustige Angelegenheit.
„Du meine Güte Schatz, was hast Du da für ein komisches Gebilde?“ lachte Boris, „das sieht ja aus wie ein kleines Schweinchen.“
„Ich glaube, Du hast einen Knick in der Optik, mein Lieber. Das ist einwandfrei eine Katze, das sieht doch jeder.“
„Tobi hat recht, Boris, das sieht aus wie unsere Maunz,“ grinste Jan. Er und Biggi waren stolze Besitzer einer wunderschönen Perserkatze, die von beiden ganz schön verwöhnt wurde.
Das Gelächter wurde immer größer, als Boris eine genau gleiche Katzenfigur produzierte. „Süß, jetzt habt Ihr auch Katzen,“ Marie kriegte sich fast nicht mehr ein vor Lachen, aber das lag auch an dem Alkohol, den sie schon konsumiert hatte.
„Also wenn schon, dann doch Kater,“ sagte Tobi ganz entrüstet, „was sollen wir beide mit zwei „weiblichen Geschöpfen“ anfangen?“
„Da hast Du recht mein Schatz,“ erwiderte Boris, „aber habt Ihr schon mal auf die Uhr geschaut? Es ist kurz vor 12. Schnappt Euch Eure Jacken und lasst uns runter in den Hof gehen. Von dort kann man das Feuerwerk am besten sehen.“
Gesagt, getan und die ganze Gesellschaft begab sich mit Sektgläsern in den Hinterhof. Sven schwenkte die Magnumflasche Champagner, die Boris zur Feier des Tages bzw. Abends spendiert hatte.
Punkt 12Uhr prosteten sich die Freunde zu und Boris und Tobias begrüßten das neue Jahr mit einem tiefen innigen Kuss.
Als das Feuerwerk so langsam aufhörte, wollten sie wieder hoch in die Wohnung gehen, als Tobi plötzlich innehielt. „Was ist los, Schatz?“ fragte Boris erstaunt.
„Hast Du das nicht gehört, Boris? Da kommen doch so komische Geräusche aus dem großen Müllcontainer.“
„Liebling, ich glaube, Du trinkst jetzt besser nichts mehr, Du hast schon Halluzinationen,“ lachte Boris, nahm seinen Schatz in den Arm und wollte mit ihm ins Haus gehen.
Aber Tobi wehrte sich vehement. „Nein, Boris, da kommen wirklich ganz seltsame Geräusche aus dem Container. Komm, lass uns mal nachsehen.“
Tobi ließ sich nicht beirren, obwohl Boris und die anderen den Kopf schüttelten. Er ging zu dem Müllcontainer und öffnete ihn.
„Das darf doch wohl nicht wahr sein,“ rief er aus und griff mit beiden Händen in den Container, „schaut Euch das mal an.“
Jetzt merkten auch Boris und die anderen Freunde, dass da was nicht stimmte. Sie kamen näher und sahen, dass Tobi was in seinen Händen hielt.
Es waren zwei kleine Kätzchen, eines weiß und eines schwarz. „Du meine Güte,“ rief Jan, „die sind ja noch ganz winzig. Sag bloß, die hat jemand wie Müll entsorgt.“ Er war so entsetzt, dass er nichts mehr sagen konnte. Auch die anderen waren ganz sprachlos.
„Kommt mit hoch, hier ist es zu kalt für die Kleinen, die sind eh schon ganz durchgefroren,“ sagte Tobi, zog seine Jacke aus und wickelte die beiden Tierchen darin ein.
Oben angekommen, legte er die Kätzchen mitsamt der Jacke auf den Wohnzimmertisch. „Oh man, sagte Biggi, „die sind ja noch ganz jung. Um Himmelswillen, wer macht denn sowas? Die Kleinen brauchen doch noch ihre Mutter.“
„Ja, die sind höchstens ein paar Tage alt,“ erwiderte Tobias, „aber da sie die Augen schon offen haben, mindestens sieben bis zehn Tage.“
„Meint Ihr, der Mutter ist was passiert? Wenn nicht, rennt sie bestimmt draußen herum und sucht ihre Kleinen,“ Marie war ganz erschüttert, „da müssen wir in den nächsten Tagen die Augen offen halten, vielleicht sehen wir sie. Die Kleinen brauchen doch ihre Milch.“
„Vor allem brauchen sie jetzt was zu trinken,“ sagte Tobias, machte in einer Schüssel etwas Milch warm, die er mit Wasser verdünnte. Dann nahm er eins der Stofftaschentücher, die Boris so liebte und tauchte einen Zipfel in die Milch. Den hielt er dem weißen Kätzchen vor das Mäulchen.
Begeistert sahen alle, wie das Kleine eifrig an dem Zipfel saugte. Das gleiche wiederholte er mit dem schwarzen Kerlchen.
Boris wollte zuerst protestieren, da er sehr eigen mit seinen Stofftaschentüchern war, aber als er sah, wie gierig die Kleinen daran saugten, war er ganz still. Er war ganz überrascht, wie gefühlvoll sein Tobi mit den Kätzchen umging, so kannte er ihn gar nicht. Als Bauernsohn kannte er natürlich nur Nutzvieh wie Kühe und Schweine. Ein Hund war zum Bewachen des Hofes zuständig und die Katzen waren dazu da, um Mäuse zu fangen.
Als Boris die beiden Tierchen so betrachtete, fing er plötzlich an zu lächeln. „Wißt Ihr eigentlich,“ sagte er zu seinen Freunden, „dass das Motto unserer Hochzeit „black and white“ war, und jetzt haben wir ein schwarzes und ein weißes Kätzchen gefunden. Ich finde, das ist doch irgendwie Schicksal, irgendwie magisch, oder?“
„Lasst uns doch erst mal nachsehen, ob es Kätzinnen oder Kater sind,“ sagte Jan und nahm die Kätzchen nacheinander hoch um das zu überprüfen.
Dann fing er laut an zu lachen. „Na klar,“ giggelte er, „es konnte ja gar nicht anders sein. Das sind zwei Katerchen. Was anderes würde ja gar nicht zu Euch passen.“
Biggi stieß ihrem Mann in die Seite. „Du mit Deinem vorlauten Mundwerk, Jan. Aber Du hast ja recht, Kater passen viel besser zu Tobi und Boris.“
Die Tierchen hatten inzwischen eifrig die Milch geschleckert und schliefen nun müde und erschöpft in Tobis Jacke.
Mit vielen guten Ratschlägen verabschiedeten sich die Freunde und ließen Tobi und Boris etwas ratlos zurück.
„Was machen wir nun?“ fragte Boris, „wir können sie doch nicht hier auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen.“
„Ganz einfach,“ erwiderte Tobias und lächelte seinen Ehemann verschmitzt an, „wir nehmen sie mit ins Bett. Die Kleinen brauchen jetzt viel Wärme und Körperkontakt, sonst packen sie es nicht.“
„Ins Bett?“ Boris war ganz entsetzt, „ also in unserem Bett kann ich mir was Schöneres vorstellen, als diese zwei haarigen Monster.“
„Mensch Schatz, stell Dich doch nicht so an,“ lachte Tobias, „ich nehme sie mit auf meine Seite, Du wirst gar nichts von ihnen mitkriegen. Man merkt schon, dass Du noch nie Kontakt mit Katzen gehabt hast.“
„Wir haben nie irgendwelche Tiere haben dürfen, obwohl ich mir immer einen Hund gewünscht habe, aber da waren meine Eltern strikt dagegen. Gut, Viktor hatte seine Pferde, aber vor diesen großen Tieren war es mir immer etwas unheimlich.“
„Und da brauchst Du doch erst recht vor diesen süßen kleinen Kerlchen keine Angst haben,“ grinste Tobias.
„Du Spinner, das habe ich ja auch nicht, aber im Bett möchte ich sie eben nicht haben.“
„Brauchst Du ja auch nicht, mein Schatz, ich nehme sie ja auf meine Seite, dann kommst Du mit den kleinen „haarigen Monstern“ nicht in Berührung.“
Gesagt, getan. Tobi nahm die flauschige Wolldecke von der Couch und machte den Katerchen ein gemütliches Nest auf seiner Bettseite.
Er schlief sehr schlecht in dieser Nacht, denn er lauschte alle paar Augenblicke, ob die Kleinen noch atmeten.
Als Boris am Neujahrsmorgen aufwachte und zu seinem Mann hinübersah, musste er doch sehr schmunzeln. Die kleinen Katerchen waren aus ihrer flauschigen Decke herausgekrochen und hatten sich ganz fest an Tobias geschmiegt wo sie friedlich schlummerten.
Leise, um die Drei nicht zu wecken, stieg er aus dem Bett, duschte kurz und begann das Frühstück vorzubereiten.
Dann kam er wieder zurück ins Schlafzimmer, setzte sich auf die Bettkante und streichelte seinem Tobi zärtlich über den üppigen braunen Haarschopf. „Hey aufwachen, Du Katzenflüsterer,“ sagte er leise.
Als Tobias aufwachte und die beiden kleinen Kerlchen sah, die so vertrauensvoll an ihn geschmiegt dalagen, hatte er plötzlich einen Kloß im Hals.
„Hoffentlich bringen wir die beiden durch,“ sagt er leise zu Boris, „am besten wäre es, wenn wir ihre Mutter finden würden, denn Muttermilch ist noch immer das Beste.“
„Biggi, Jan, Marie und Sven haben versprochen, dass sie die Augen aufhalten und auch ich werde nach dem Frühstück mal runtergehen und die Umgebung absuchen. Kümmere Du Dich inzwischen um Black und White.“
„Oh, Du hast ihnen schon Namen gegeben,“ sagte Tobis gerührt, „aber das passt ganz genau zu diesen beiden Kerlchen. Außerdem erinnert mich das an unsere Hochzeit und das war für mich der glücklichste Tag in meinem Leben. Deswegen hoffe ich von ganzem Herzen, dass wir die Kleinen durchbringen.“
Sie waren gerade beim Frühstück, als es plötzlich an ihrer Tür Sturm klingelte. Als Boris öffnete, kamen ihm Jan und Biggi ganz aufgeregt entgegen.
„Boris, da unten läuft eine Katze rum und stößt klagende Laute aus, als ob sie jemanden rufen würde. Das könnte doch die Mutter Eurer Findelkätzchen sein,“ rief Biggi atemlos, „wir haben versucht, sie einzufangen, aber sie ist sehr scheu. Habt Ihr noch was von den Steaks übrig, die wir gestern abend hatten? Vielleicht können wir sie damit anlocken, denn sie sieht ganz abgemagert aus.“
„Ich habe eine viel bessere Idee,“ sagte Tobias, nahm die Decke auf der die Katerchen geschlafen hatten und wickelte die beiden Kerlchen darin ein. „Ja, das könnte klappen,“ überlegte Jan, „wenn sie die Kleinen hört, lässt sie sich vielleicht einfangen.“
„Es wäre ein Versuch wert,“ gab Boris zu, „kommt lasst uns runtergehen.“
„Aber wir können nicht alle Vier zusammen aufschlagen,“ überlegte Tobias, „ich werde zuerst mal alleine versuchen, die Katze anzulocken. Und Ihr haltet Euch im Hintergrund.“
Sie gingen alle in den Hinterhof. Während Boris, Jan und Biggi sich etwas abseits hielten, ging Tobi mit den Kätzchen auf dem Arm langsam vor.
Er sah auch sofort eine Katze, die zwischen den Müllcontainern herumschlich und klagende Laute ausstieß. Sie sah sehr dünn aus, aber man konnte sehen, dass sie eine richtige Schönheit war. Ihr Fell war weiß mit Farbtupfern in rot, schwarz und braun. 'Oh eine sogenannte Glückskatze,“ dachte Tobias.
Er ging vorsichtig auf die Katze zu. Black und White in seinem Arm maunzten leise vor sich hin. Tobi sah, dass die Katze plötzlich die Ohren aufstellte und dann fiepende Laute ausstieß.
Sie kam langsam auf Tobi zu und schaute zu ihm hoch. Ihr Fiepen wurde immer lauter und drängender. Und jetzt fingen auch die beiden Katerchen ganz laut an zu schreien.
'Gott sei Dank, wir haben die Mama von Black und White gefunden,' dachte Tobi. Er ging mit den Kätzchen auf dem Arm langsam zur Hinterhoftür. Die Katzenmutter folgte ihm und schrie dabei unaufhörlich nach ihren Kindern.
Als sie an der Tür angekommen waren, schnappte sich Jan blitzschnell die Katze und dann gingen sie rasch in die Wohnung zurück.
Dort angekommen legte Tobi die Kuscheldecke mit den Katerchen auf das Sofa. Sofort wand sich die Katzenmama aus Jans Armen und hüpfte auf das Sofa zu ihren Kindern. Zuerst beschnüffelte sie sie, dann leckte sie ihnen über die Köpfchen. Dann legte sie sich bequem auf die Kuscheldecke und die Kleinen dockten ganz schnell an ihren Zitzen an und tranken eifrig.
Es war so ein wunderschönes Bild, dass sogar Boris, der sonst nichts für Katzen übrig hatte, fast die Tränen kamen.
Er ging in die Küche und schnippelte eines der übrig gebliebenen Steaks klein. Dann stellte er die Schüssel mit dem Fleisch zu der Katzenmutter auf das Sofa. Die Kleinen hatten inzwischen genug getrunken und schliefen satt und müde am Bauch ihrer Mutter.
Erst jetzt, als ihre Kleinen versorgt waren, machte sich die Katze über das Fleisch her. „Mann, hat die einen Hunger,“ sagte Jan, „die muss ja tagelang nichts mehr gefressen haben. Komm Biggi, geh hoch und hole ein paar Dosen Katzenfutter von unserer Maunz.“
„Er wandte sich an Tobi und Boris. „Morgen könnt Ihr dann ja alles besorgen, was die Kleinen und ihre Mama brauchen. Futter, Spielzeug und vor allen Dingen ein Katzenklo, das ist sehr wichtig.“
Boris verzog etwas das Gesicht. „Aber das Katzenklo machst Du sauber, Schatz,“ wandte er sich an Tobi. „Ist doch klar, dass sich unser verwöhntes Millionärssöhnchen nicht die Finger schmutzig machen wird,“ frozelte Tobi und bekam von seinem Liebsten einen kleinen Stups in die Seite, „aber ich verspreche Dir, dass ich Dir diese Arbeit abnehmen werde. Meinst Du, dass wir die Drei behalten können?“
„Na ja, ich werde mich schon daran gewöhnen und die Kleinen sind mir schon irgendwie ans Herz gewachsen.“
Tobi nahm seinen Mann ganz fest in den Arm und drückte ihm einen herzhaften Kuss auf die schönen Lippen. „Danke mein Liebster,“ flüsterte er und sah Boris zärtlich an.
„Schon gut,“ brummte Boris um seine Rührung zu verbergen, „aber mal was ganz anderes Tobi, wie nennen wir die Katzenmama. Da sie ja so viele verschiedene Farben hat, schlage ich Rainbow vor, das würde doch gut passen, oder?“
„Regenbogen, warum nicht? Das passt doch sehr gut zu uns Beiden.“
Arm in Arm standen sie vor den Tierchen und sahen ihnen zu, wie sie satt und zufrieden auf der weichen Kuscheldecke schliefen.
„Jetzt sind wir irgendwie komplett,“ flüsterte Tobi und die beiden Männer versanken in einem zärtlichen Kuss.
So schön hätten sie sich den Jahresanfang nicht vorgestellt.
 
 
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