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Jobcenter May Cry

von GhostData
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P16 / Gen
Dante Kyrie Lady Nero Trish Vergil
30.12.2020
30.12.2020
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829
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30.12.2020 829
 
Part 1: Nico




Nico saß auf einem der mehr als unbequemen, schlichten, grauen Stühle und starrte auf die gegenüberliegende Wand, welche genauso eintönig gestaltet war, wie dieses ganze Gebäude. Wie sie überhaupt an einem Ort wie diesem gelandet war?
Keine Ahnung.

*


Alles, was sie noch wusste, beschränkte sich darauf, dass Nero wieder eines ihrer Kunstwerke zerschossen hatte – direkt neben ihrem Van; und dann hatten sich die Ereignisse überschlagen. Ein blaues Licht war aufgeflammt, vielleicht war es auch Vergils Schuld, dieser war immerhin mit Nero nach draußen gegangen – sie wusste es nicht und wollte es wohl auch gar nicht wissen – und dann fing auch schon das Hupen an. Irgendein Idiot schien Headbangen falsch zu interpretieren und dieses auf seiner verdammten Hupe durchzuführen. Wenn Nico ehrlich sein sollte, wollte sie sich schon aus dem Fenster lehnen und diesem augenscheinlich Gestörten die Leviten lesen als sie realisierte, dass alles anders aussah; nicht so kaputt, wie sie es aus Redgrave City und dessen Umgebung gewohnt war. An diesem Ort befanden sich noch verdächtig viele Menschen und dafür, dass – nach ihrem letzten Wissensstand – sich in jenem Moment eigentlich eine Dämonenplage ausbreitete, die Dante und Vergil, sowie Nero, Lady und Trish noch immer bekämpften, sahen diese Leute verdächtig… Gleichgültig aus. Nur, dass ein paar zu ihr herüberstarrten als wäre sie die Hauptattraktion auf einem Rummelplatz – das fiel auf.

Das war der erste Augenblick, in welchem sie überhaupt erst einmal realisierte, warum man sie die ganze Zeit mit diesem nervtötenden Geräusch nervte. So konnte man doch nicht denken; allerdings konnte man das mindestens genauso wenig, während man inmitten einer Kreuzung stand und Löcher in die Luft starrte. Sie lehnte sich also kurz aus dem Fenster, wank einmal kurz mit dem Arm, ein paar flüchtige Worte folgten und dann setzte sie erst einmal zu einem scharfen Wendemanöver an, was einige der Autofahrer – neben ihrer Ignoranz der roten Ampel gegenüber – doch zum tiefen Durchatmen drängte. Nico wollte in diesem Moment jedoch nur noch eins; irgendwo zwischen diesen komischen Straßen einen Parkplatz finden und währenddessen – dank der merkwürdigen Straßenbeschilderung – niemanden über den Haufen fahren. Wenigstens ging das jedoch schon einmal recht schnell, bevor der Van auch schon wieder zum Stehen kam und Nico als erstes nach dem Telefonhörer griff. Bei Nero brauchte sie es nicht versuchen, dieser erreichte sie, wenn er sie brauchte – oder besser gesagt, einen neuen Verstärker für seinen mysteriösen neuen Arm – Dante rief ohnehin nicht an, Lady war eigentlich bei ihr, Trish machte ihr eigenes Ding und Vergil… War Vergil. Ihn kannte sie immerhin nicht lang genug, selbst wenn das – allein durch V – vielleicht auch die falsche Beschreibung dafür war.

Nein, in diesem Moment versuchte sie Kyrie zu erreichen; das war am sinnvollsten. Auch wenn dieser Plan schnell scheiterte als Nico zwar das Freizeichen vernahm, aber niemand antwortete und das allein war bereits komisch genug. Kyrie nahm immer Anrufe an; ausnahmslos. Selbst mitten in der Nacht, dann dauerte es zwar länger, aber sie meldete sich – nicht wie in diesem Fall, in welchem keine Reaktion folgte.
Mehr als nur fragwürdig.
Aber noch lang nicht so fragwürdig wie diese ganzen Menschen, die starrten als hätten sie nebenbei noch ein Passfoto verlangen wollten. Vielleicht hätte sie Geld dafür verlangen sollen, Sprit bezahlte sich immerhin auch nicht von selbst. Dabei allerdings wäre sie wohl direkt mit dem nächsten Problem kollidiert – diese Menschen schienen ihre Sprache nicht zu verstehen. Möglicherweise war es auch nicht die beste Idee, ein paar Halbstarke nach dem nächsten Parkplatz zu fragen, welche schlimmer rochen als ihr Van, würde sie eine Woche lang ketterauchen und nicht lüften, doch das änderte auch nicht viel an der Tatsache das diese beiden erst sich ansahen, dann wieder zu ihr blickten und einfach nur mit den Schultern zuckten. Dann musste sie sich wohl allein durchbeißen; wie auch immer es war immerhin nicht das erste Mal und eine Lösung würde sich schon finden lassen.

*


In Nicos Hand befanden sich Zettel – mehr als genug, um die langweiligen Wände damit zu bekleben, welche sich vor ihr erstreckten. Ganz ehrlich, sie hatte die ganzen Zettel nicht einmal gelesen. Die Hälfte vielleicht; irgendwas mit irgendwelchen Punkten und Beratung für… Keine Ahnung. Die Übersetzungsapp auf ihrem Handy war immerhin auch nicht allmächtig. Aber immerhin hatte sie schon einmal das Prinzip in diesem Gebäude verstanden. Eine der Frauen am Empfang war sogar so nett, ihr das alles auf Englisch zu erklären. Sie musste also nur warten bis die Nummer aufgerufen wurde und dann musste sie in das angezeigte Zimmer gehen. Das klang soweit einfach, würde es nicht Jahre dauern und wenn sie in der Zwischenzeit sogar bereits darüber nachgedacht hatte, dass sie in einer solchen Situation nicht einmal etwas gegen Griffons Gequatsche einzuwenden hätte, musste Not am Mann sein.
„War das nicht eine Einladung? Wo ist die Party? Ich sehe hier nur einen Totentanz.“
Da musste sie Griffon ausnahmsweise zustimmen, nickte beinahe schon geistesabwesend.
Moment.
Griffon.
Ja, das Warten hatte mit Sicherheit zu lang gedauert und dann wurde sie auch noch wahnsinnig. Das fing wunderbar an.
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