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Der Junge in der roten Hose

GeschichteFreundschaft / P12 / MaleSlash
29.12.2020
07.02.2021
3
3.172
 
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2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
29.12.2020 768
 
Hey, diese Geschichte ist ein großes Herzensprojekt von mir, an dem ich schon einige Zeit arbeite. Es beruht größtenteils auf eigenen Erfahrungen und wahren Begebenheiten. Ein Freund von mir hat mich auf die Idee gebracht, dies alles in eine eigene Geschichte zu verfassen. Es werden in verschiedenen Abständen neue Kapitel dazu kommen oder auch mal Änderungen vorgenommen. Zwischenzeitig werden auch mal tagebuchähnliche Abschnitte kommen, die ich früher zu entsprechenden Situationen geschrieben habe.

Ich hoffe sie gefällt euch und ich würde mich sehr über Feedback freuen.

Jetzt erstmal viel Spaß beim lesen!

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In der letzten Woche der Sommerferien genießen normalerweise alle Schüler nochmal die Ruhe in der Sonne bevor die Schule wieder losgeht. Naja, alle, außer wir. Wir sitzen im Container* mit einigen Lehrern und auch dem ein oder anderem Schüler. Darunter ist auch er... der Junge in der roten Hose, welcher mich schon ein paar mal gemustert hat. Eigentlich haben wir nicht viel miteinander zu tun und kennen uns nur durch die Schule und den Container, doch irgendwie mag ich ihn trotzdem. Er ist nicht wirklich ein Freund, mehr ein Bekannter.

Aber gerade habe ich ganz andere Sachen im Kopf. Mein Freund ist der Meinung, er müsste die ganze Zeit mit mir diskutieren, weil ich heute in der Schule sitze und nicht bei ihm bin. Dabei hat er nicht mal vorher gefragt ob ich Zeit für ihn hätte und anstatt vernünftig mit mir zu reden streitet er. Es ist eigentlich ein unnötiger Streit, so wie immer in letzter Zeit. Wir haben uns jetzt seit Wochen nicht gesehen und er streitet nur mit mir. Die Worte die er schreibt treffen mich hart und ich verziehe das Gesicht. Ich rechne nicht damit, dass es irgendwer gesehen hat, aber dann fällt mir der Blick des blonden Jungen wieder auf. Er mustert mich erneut und fragt mich dann was los ist. Diese Frage trifft mich so unvorbereitet, dass ich kurz stottere und nur ein leises „Nichts.“ heraus bekomme. Seine grünen Augen gucken mich durchdringend an. „Du brauchst mich nicht anlügen. Ich sehe, dass etwas mit dir ist. Irgendetwas verletzt dich.“ Ich schaue mich um und prüfe ob uns irgendwer zu hört. Aber alle sind in ihre Gespräche vertieft. Kurz zögere ich, dann halte ich ihm stumm mein Handy hin. Ich weiß, dass ich in diesem Augenblick so verletzlich bin. Er liest den Chat durch und gibt mir dann mein Handy zurück. Auf einmal steht er auf und wendet sich an den Rest: „Ich gehe erstmal kurz in die Turnhalle, wegen der Treppe. Kommst du mit?“ Bei dem letzten Satz wendet er sich an mich. Ich schaue mich um, da ich kurz verwirrt bin und die Blicke der Anderen spüre die zwischen ihm und mir hin und her gehen, dann stehe ich wortlos auf und folge ihm. Im unteren Flur bleibt er auf einmal stehen und sieht mich wieder fordernd an. Mir wird das zu viel! Mir laufen stumme Tränen über das Gesicht! Dabei will ich das gar nicht, doch die ganze Situation überfordert mich. Anstatt irgendetwas zu sagen nimmt er mich einfach in den Arm. Er drückt mich so fest er kann an sich und ich bin ihm in diesem Moment so dankbar. „Wie oft hast du jetzt schon wegen ihm geweint? Ist er das wirklich wert?!“ Zaghaft schüttle ich den Kopf, während er mich weiter festhält. Ich glaube ohne seine Umarmung würde ich jetzt einfach zusammenbrechen. Er umarmt mich noch fester, wenn das überhaupt möglich ist und legt seinen Kopf auf meinen. „Danke.“, flüstere ich mit zittriger Stimme. Zu mehr bin ich gerade nicht in der Lage. Ich spüre wie er mich noch ein letztes Mal an sich drückt, dann lösen wir die Umarmung langsam. Obwohl ich mir im Inneren wünsche, dass er mich noch nicht los lassen würde bleibe ich still. Nachdem ich mir die Tränen weggewischt habe sehe ich ihm endlich in die Augen. Wow! Sie strahlen so schön und sie verleihen mir so viel Sicherheit wie ich sie schon lange nicht mehr gespürt habe. Noch einmal lächelt er mich an und schwingt dann seinen Arm um mich, damit wir zur Turnhalle laufen können. Zusammen bauen wir die Treppe für die Bühne auf und unterhalten uns noch ein wenig über das ein oder andere. Ich weiß nicht wieso ich ihm plötzlich so viel erzähle, aber es fühlt sich so vertraut an und deshalb habe ich in diesem Moment auch keine Zweifel.

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*Container = das Ganze nennt sich eigentlich Schulersatzbau und dort waren an meiner alten Schule zwei Klassen- &  zwei Fachräume untergebracht.

Ich weiß, es ist ein sehr kurzes Kapitel, aber es wird bald ein neues kommen.
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