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My black rose

von Feanor98
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Legolas OC (Own Character) Oropher Thranduil
29.12.2020
23.01.2021
9
25.209
8
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29.12.2020 1.792
 
Anmerkung:
Da sich so unglaublich viele Leser diese Geschichte als Thrandolas Story gewünscht haben, bin ich nur zu gerne den Wünschen nachgekommen und hab sie diesbezüglich geändert. Ich hoffe sehr, dass sie Euch gefallen wird.
Liebe Grüße,
Feanor


Nicht mehr lange und die Situation würde eskalieren.
Heftig.
Vernichtend.
Tödlich.
Fuck, als ob er nicht schon genug Probleme gehabt hätte.
In Thranduils Gang herrschte Chaos und Anspannung. Die ersten Feiglinge waren abgehauen und desertiert, doch das störte ihn nicht. In seinen Augen war es natürliche Selektion. Fressen oder gefressen werden.
Nur die Starken überlebten.
Was Thranduil störte, war die Tatsache, dass der fragile Waffenstillstand, der zwischen den Black Roses, den Wölfen und den Black Viceroys herrschte, nicht mehr lange halten würde.
Die Anzeichen waren nicht zu übersehen.
Bald würde in Harlem, ihren Viertel in New York, tatsächlich die Hölle losbrechen.
In diesem Viertel brodelte es immer, doch jetzt standen sie kurz davor, dass die Gewalt überkochte.
Und das müsste Thranduil um jeden Preis verhindern.
Er würde es nicht zulassen, alles zu verlieren, was er sich über die Jahre aufgebaut hatte. Niemals.
„Also, du hast wirklich keine Ahnung, was mit dem Kokain passiert ist?“, fragte er Elrond ernst. „Nein, Thranduil! Ich schwöre es dir bei meinen Söhnen.“
Elrond strich sich die langen schwarzen Haare zurück und tigerte nervös durch den Raum.
„Mein Freund, du weißt, ich produziere keine Scheiße sondern nur Top Qualität.“
„Okay“.
Mehr sagte Thranduil nicht.
Mehr musste er auch gar nicht sagen.
Elrond war einer seiner engsten Vertrauten und über die Jahre hinweg hatte er zweifelsfrei nur erstklassiges Kokain hergestellt. Für ihn hätte der blonde Mann eine Hand ins Feuer gelegt.
Er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme auf dem teuren Mahagoni Tisch.
In diesem Raum gab es nur vertrauenswürdige Männer. Rechts neben ihn saß Glorfindel.
Vor diesem lag eine Liste von Abrechnungen die besprochen werden müssten.
Er kümmerte sich um die Finanzen und hatte die besten Kontakte zu Banken und Investoren.
Neben Glorfindel saß der beste Waffenspezialist den er kannte.
Feanor, ein ehemaliger Eilte-Polizist mit langen schwarzen Haaren und stechend grünen Augen. Nichts entstellte das hübsche Gesicht, bis auf eine Narbe am Hals und die Alpträume die ihn nicht mehr loslassen wollten.
Bei den Roses hatte er eine neue Aufgabe gefunden.
Thranduil neigte den Kopf.
Auf der anderen Seite des Tisches saß Feren, der die Clubs des blonden Gottes verwaltete und immer wieder Kontakte zu anderen Clans und Geschäftsleuten auftat.
Und dann gab es noch Thorin, der lässig neben ihn an der Hand lehnte und sich mit einem Klappmesser die Fingernägel säuberte.
Scheiße, Thorin war von Anfang an zu Thranduil gestanden wie kein anderer.
Er war für ihn wie ein Bruder geworden.
Vor allem dann, als sein Vater ihn verraten hatte. Gemeinsam hatten sie die Black Roses zu dem gemacht, was sie heute waren.
„Ich werde persönlich mit den Black Viceroys sprechen“, sagte das Oberhaupt der Roses und sah zu Feren.
„Geht klar.“ Feren nickte.
Dann wandte sich der blonde Mann zu Elrond.
„Besorg mir fünfzig Kilo, die ich den Black Viceroys dann als Geschenk mitbringe. Wir müssen die Wogen glätten damit uns das Ding nicht heute Abend um die Ohren fliegt.“
„Mein Freund, ich kümmere mich sofort darum“, antwortete Elrond so souverän,
als würden sie über das Wetter sprechen und nicht über Drogen die Menschenleben zerstörten.
„Gut.“
Zufrieden lehnte sich der Mafiaboss zurück und schloss die eisblauen Augen.
Wenn der Waffenstillstand mit den Viceroys kippte, wäre auch der Waffenstillstand mit den Wölfen zu Ende.
Sowohl die Schotten, als auch die Asiaten waren hier seit Jahren ansässig, hatte ihre Beziehungen aufgebaut.
Obwohl Thranduil den Bossen in nichts nachstand, wusste er, dass ein Krieg der Untergang für alle Clans sein würde. So weit durfte und konnte er es nicht kommen lassen.
Er war für jeden einzelnen der Roses verantwortlich.
„Thorin, du findest mit Feanor zusammen heraus, was mit dem schwarzen Gold passiert ist. Vor allem will ich wissen wer dafür verantwortlich ist!“
Ein leichtes grinsen schlich sich auf sein Gesicht.
Kein Mensch der Welt konnte einem Verhör von Feanor und Thorin standhalten.
Niemand.
Der blonde Gott glaubte, nicht einmal er könnte es, wenn die beiden genug Zeit dafür hätten. Feren ergriff das Wort und räusperte sich laut.
„Ich werde mich ebenfalls etwas umhören. Wie es aussieht, gibt es Spannungen zwischen den Schotten und den Asiaten.“
„Großartig“, zischte Thranduil zynisch.
Feren nickte beiläufig, enthielt sich aber der Stimme.
„Kannst du laut sagen. Aber keine Sorge, wir räumen das Chaos auf, das Oropher verursacht ha“, antwortete Thorin.
Ein wütender Blick von Thranduil genügte und Thorin war ruhig.
Jetzt war kein guter Zeitpunkt, über seinen Vater zu sprechen, mit dem ihn nichts mehr verband, als das Blut und seine Mutter, an deren Gesicht er sich schon lange nicht mehr erinnern konnte. Eigentlich gab es überhaupt keinen Zeitpunkt, um über seinen Vater zu sprechen.
„Gibt es sonst etwas, was ich wissen müsste?“, fragte er.
Alle schwiegen und die Stimmung im Raum war gedrückt.
„Keine Neuigkeiten von Gandalf?“, fragte er jetzt direkter.
Alle schüttelten den Kopf.
Gandalf war eher eine Art Legende, als ein echter Mensch, aber er hatte verdammt viel Macht und er wollte unbedingt mit ihm ins Geschäft kommen. Nur was das schwierig, denn Eintrittskarten für sein Casino waren unglaublich schwer zu bekommen.
„Seine Leute wissen, dass sie uns jederzeit ein Ticket zur Villa bringen können“, sagte Glorfindel leise und klappte die rote Mappe zu.
Thranduils Hauptquartier war eine Mischung aus Schauplatz und Luxusvilla.
Teure Möbel aus Mahagoni, Böden aus Alabaster und teure Ölgemälde von nackten Frauen, inmitten von zugenagelten Fenstern, abgedeckten Schränken und Wänden die von Kugeln nur so durchlöchert waren. Es war fast schon ironisch, dass das Chaos um ihn herum sein Innererstes und gleichermaßen Harlems Äußeres widerspiegelte.
Ja, wer hier landete war eine verlorene Seele.
„Was soll´s, ich werde mich später am Bus-Terminal noch mit jemanden treffen“, wechselte er das Thema.
„Hah, hast du endlich jemanden gefunden, der dir einen schwarzen Fuchs besorgt hat?“
Das Bus-Terminal war so etwas wie der Hauptumschlagsplatz für gestohlene oder illegale Autos aller Art.
Ein nicht unerheblicher Teil seiner Einnahmen kamen von dort.
Manchmal fühlte sich Thranduil wie Robin Hood. Zumindest ein Teil der Geschichte stimmte.
Er stahl von den Reichen.
Nur dass er teure Sportwagen und Luxuskarossen nicht unter den Armen verteilte, sondern verkaufte.
Er war eben ein selbstsüchtiger Robin Hood.
„Vielleicht. Ich weiß nicht so genau, ob wir dem Kerl trauen können. Angeblich gehört er zu den Wölfen.“
„Aber?“, fragte Thorin.
Thranduil seufzte.
„Ich weiß nicht. Ich traue diesem Kerl einfach nicht. Das Angebot ist fast schon zu gut. Neben dem schwarzen Fuchs hat er noch duzende weitere Wagen genannt, die bei unseren Kunden mehr als nur gerne gesehen sind. Und normalerweise kaufen die Schotten unsere Wagen, um sie an ihre eigenen Kontakte weiterzuschieben.“
„Thranduil?“, mischte sich Elrond wieder ein.
„Du traust niemanden.“
„Und du weißt, dass das einen verdammt guten Grund hat“, knurrte er.
Elrond nickte abwesend.
Feren, der das ganze Gespräch über seinem Blackberry mit Tastatur herumgetippt hatte, räusperte sich erneut.
„Heute um einundzwanzig Uhr ist ein Treffen im Dark Room möglich.“
Der Dark Room war ein Club am Rande von Harlem und ein neutraler Fleck auf dem regelmäßig verhandelt wurde.
Als die schwarzen Rosen nur aus Thranduil, seinen Vater und Thorin bestanden hatten, verbrachte er das erste halbe Jahr täglich im Dark Room, um Beziehungen zu knüpfen.
Verdammt, er hatte es geschafft, was dem New Yorker Untergrund noch nie gelungen war.
Er hatte tatsächlich zwei Clans auf seine Seite gezogen. Sie arbeiteten nun Hand in Hand.
So lange bis sein Vater…, nein, schlechtes Thema.
Es war vergangen und es war jetzt nicht mehr zu ändern. Der blonde Gott sah auf die Uhr und runzelte die Stirn.
Es war noch eine halbe Stunde Zeit, bevor er sich auf dem Weg zum Dark Room machen müsste. Genug Zeit, um die Besprechung in Ruhe zu Ende zu bringen.
„Haben sie auch gesagt, wer kommen wird?“, fragte er nach.
„Tauriel.“
Thranduil drehte die Augen himmelwärts. Verdammt, konnte dieser verfluchte Tag nicht endlich enden?
„Heute gibt es aber auch gar keine guten Neuigkeiten, oder?“
„Wieso stellst du dich so an? Du kommst doch blendend mit ihr aus. Gute Beziehungen mit der Tochter des Anführers sind eine gute Sache“, sagte Glorfindel schulterzuckend.
„Das ist ja das verdammte Problem“, fluchte er. „Tauriel ist eine verdammte Naturgewalt, eine Mischung aus stahlhartem Körper und wunderschönen Lächeln. Mit Sicherheit fickt sie leidenschaftlich, wie der Teufel höchstpersönlich.“
Der blonde Gott schüttelte leicht den Kopf.
Tauriel war kaltherzig und so unberechenbar, dass selbst er nicht mit ihr mithalten konnte.
„Macht euch jetzt an die Arbeit“, befahl er und seine engsten Vertrauten standen auf und verließen den Raum.
Alle bis auf Thorin.
„Langer Tag, was?“, fragte der Dunkelhaarige gelassen.
„Ja“, seufzte Thranduil.
Schwungvoll stieß er sich aus seinem Sessel und ging zielstrebig auf die Bar zu.
Er griff nach einer halbvollen Flasche Bourbon , öffnete den Verschluss und goss den Alkohol in den Tumbler.
„Wir sollten vorbereitet sein, wenn der große Knall kommt.“
„So weit wird es nicht kommen.“
Thranduil trank das Glas mit einem Schluck leer.
„Dafür habe ich zu lange für all das gearbeitet. Wir alle haben dafür gekämpft! Das können wir nicht einfach so hinwerfen.“
Ein weiteres Mal goss er den Alkohol nach, dessen letzte Tropfen noch immer in seiner Kehle brannten.
„Aber wenn doch, Oropher ist immer noch…“
„NEIN!“, unterbrach er Thorin brüllend. „Ich kümmere mich darum, verstanden?“
„Verstanden“, antwortete der Dunkelhaarige leise. Sein Blick ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht überzeug war. Trotzdem schwieg er.
Dieses Mal machte sich Thranduil nicht die Mühe, den Bourbon in ein Glas zu schütten, er trank direkt aus der Flasche, um sich abzukühlen.
Dabei wusste er doch was passierte, wenn man Alkohol ins Feuer goss.
„Ich werde die schwarzen Rosen nicht aufgeben, ebenso wenig wie den Frieden. Scheiße, noch nie war es so ruhig in Harlem und das nur wegen uns. Aber du musst mir vertrauen, dass ich das Richtige tue. Du bist mein engster Vertrauter, enttäusche mich nicht.“
„Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.“
Thranduil prostete Thorin mit der Flasche zu.
„Auf uns.“
Danach drückte er die Flasche gegen die Brust seines Freundes der sie nahm.
Dieser trank ebenfalls einen Schluck und stellte sie zurück auf die Bar.
„Gut, ich muss los, habe im Club mit Feren noch etwas zu regeln. Bestell Tauriel meine Grüße, ja?“
Thorin grinste. Er wusste genau, das Thranduil Tauriels Verhalten hasste.
Trotzdem empfand der blonde Gott für ihre Geschäftsstrategien und Ideen großen Respekt.
„Fick dich“, rief er seinen besten Freund hinterher. Dann nahm er die Schlüssel seines Maseratis und Beretta vom Tisch.
Er öffnete das Magazin und überprüfte die Patronen auf ihre Vollständigkeit.
Nicht, dass er die Waffe benutzen wollte, aber in Harlem war Vorsicht besser als Nachsicht.
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