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HeartBEAT

von TenCount
KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Kiba Inuzuka Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
28.12.2020
27.01.2021
15
39.315
9
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
28.12.2020 2.049
 
Info:Die Geschichte spielt nicht im Naruto-Universum. Lediglich die Charaktere wurden übernommen. Diese könnten auch ein wenig OOC sein, auch wenn ich mich bemüht habe. Geschrieben wurde aus der Sicht von Naruto.

*** = Timeskip



Disclaimer: I do not own Naruto.


Grummelnd zog ich ein zerknülltes Stückchen Papier aus meiner Hosentasche und warf es in den Abfalleimer, als ich auf dem Weg zur nächsten Vorlesung war. Gerade noch so konnte man ein paar Zahlen und einen Namen, geschrieben in geschwungener Handschrift, lesen. „Alter, wieso wirfst du eine Handynummer weg? War sie nicht heiß?“, geschockt sah mich mein bester Freund Kiba von der Seite an. „Oh doch, das war sie, glaub mir. Aber wenn ich dort anrufen würde, würde sie sofort wieder auflegen“, antworte ich genervt. Kiba verdrehte die Augen, „musstest du wieder Vermittler für diesen Uchiha spielen?“. „Jep… und wieder hat er abgelehnt, dieses arrogante Arschloch“, entgegnete ich zerknirscht und steckte meine Hände in die Hosentaschen.



Ich arbeitete nun schon seit vier Monaten neben meinem Studium in einem kleinen Coffeeshop namens ‚Chidori‘ in der Nähe der Uni, um mir mein Zimmer in der WG, in der ich mit Kiba und Sakura wohnte, und allgemein meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einer meiner Kollegen war Sasuke Uchiha – der Schönling schlechthin. Ich war mir sicher, dass ein paar der weiblichen, aber auch männlichen Gäste, nur wegen ihm kamen. Die mutigen unter ihnen sprachen ihn direkt an, aber die meisten machten den Umweg über mich und steckten mir ihre Nummer zu mit dem Zusatz „ich solle sie doch dem hübschen Dunkelhaarigen geben“. Aber scheinbar war bis dato noch keine oder keiner gut genug für ihn, denn er erteilte allen eine Abfuhr. Ich fragte ihn auch schon mal, ob er denn vergeben sei, aber er verneinte und meinte nur, er hätte kein Interesse. Tja und so bekam ich, deprimierter Single, ständig Nummern zugesteckt, die trotzdem ungenutzt blieben.

Das Leben ist unfair.



„Ey, wir sind da“, rief Kiba und packte mich bei der Schulter. „Sorry, war in Gedanken“, nuschelte ich nur vor mich hin, trottete ihm allerdings hinterher. „Träumst du jetzt auch schon von Mr. Perfect?“, neckte mich mein bester Freund und als er mich angrinste, entblößte er seine spitzen Eckzähne. Ich knurrte ihm nur ein „Fick dich!“, entgegen und boxte ihm auf den Oberarm, was ihm einen kleinen Schmerzenslaut entlockte. Als wir bereits den Professor im Vorlesungssaal entdeckten, setzten wir uns schnell auf unsere Plätze und ließen die Stunde über uns ergehen.



***



Mein Magen knurrte so laut, als würde er gleich sich selbst essen, wenn er nicht bald gefüttert werden würde. Zu seinem und meinem Missfallen war die Schlange in der Mensa ewig lang. „Gibt’s hier heute was umsonst?“, fragte mich irgendwann Kiba und übertönte so ein weiteres Knurren. „Ich wills mittlerweile hoffen, damit sich das Anstehen wenigstens lohnt. Hätte ich nicht solchen Hunger, würde ich für den Fraß hier nicht bezahlen“, antwortete ich genervt. Er gab ein zustimmendes Nicken von sich und wir kamen endlich bei der Essenausgabe dran. Ich lud mir irgendwas auf, was nach Eintopf aussah, nahm mir noch ein eingepacktes Sandwich und einen Schokoriegel mit und bezahlte. Trotz der überfüllten Mensa konnte ich einen rosa Haarschopf ausmachen und deutete Kiba mit einem Kopfnicken mit, mir zu folgen. „Hey Sakura“, begrüßte ich sie und setzte mich auf den Platz ihr gegenüber. Sie beäugte skeptisch mein Essen, sah uns beide dann aber an und begrüßte uns ebenfalls. „Hey, habt ihr ein Problem damit, wenn wir am Freitag eine kleine Party bei uns in der WG feiern?“, kam es plötzlich und sie lächelte uns unschuldig an. Ich hob eine Augenbraue, „da steckt doch mehr dahinter. Normal regst du dich darüber auf, wenn wir mal eine Party feiern wollen“. „Stimmt“, schmatzte Kiba und schob sich den nächsten Löffel seines Puddings in den Mund. Jetzt wurde sie ein wenig rot und erwiderte kleinlaut, „naja ich hatte doch noch einen Gefallen bei Ino… Ihr wisst schon, die mir in der Sache mit Sai geholfen hat“. Nach ewigem Hin und Her, indem Ino letztendlich ein wenig Amor gespielt hatte, ist sie mittlerweile mit Sai zusammen. Sakura meinte damals, sie schulde ihr was und anscheinend war nun der Zeitpunkt gekommen.

„Na gut, und was hat das mit der Party zu tun?“, erwiderte ich. „Also die Party ist eigentlich zweitrangig, aber ich oder besser gesagt wir dachten es wäre vielleicht eine gute Möglichkeit…“, druckste sie herum und man merkte, dass ihr das Thema unangenehm war.

„Jetzt spuck’s schon aus“, drängte ich sie und auch Kiba sah sie fragend an. „Ino hat Interesse an Sasuke. Und du arbeitest ja mit ihm“, wandte sie sich an mich, „daher könntest du ihn ja fragen, ob er kommt…?“.



Ich starrte sie eine Zeitlang an, bis Kiba plötzlich anfing, schallend zu lachen. „Es tut mir leid“, meinte Sakura leise. Und so wie sie gerade in ihrem Stuhl saß, hätte sie mir auch leidgetan. Mit ihrer roten Schleife im Haar und dem Hundeblick sah sie fast aus wie ein kleines Kind, dem man sein Eis gestohlen hatte. Aber sie wusste um die Beziehung mit mir und den Uchiha. Und, dass er jegliche Art von Einladungen ablehnte. „Okay Köter, du hörst jetzt endlich mal auf zu lachen“, zischte ich Kiba entgegen und warf ihm einen warnenden Blick zu, ehe ich mich wieder Sakura zuwandte, „und wie stellst DU dir das vor? Ich kann erstens den Typen bis aufs Blut nicht ausstehen und zweitens lehnt er jede und damit meine ich auch JEDE Einladung ab. Wieso zur Hölle, sollte er also ausgerechnet bei mir eine Ausnahme machen? Weil ich so hübsche Augen habe, mh?“.  

Sakura war mittlerweile immer kleiner auf ihrem Stuhl geworden und biss auf ihrer Unterlippe herum, „naja du hast ja auch schöne Augen?“. Ich schnaubte und sah zu Kiba, der sich die Hand vor den Mund hielt, um nicht wieder laut loszulachen. „Ihr könnt beide gerade froh sein, dass ich euch so mag. Du“, mit einem Seitenblick auf Kiba, „dass ich dich nicht auf der Stelle umbringe, weil du mich die ganze Zeit auslachst. Und du“, ich blickte wieder zurück zu Sakura, direkt in ihre grünen Augen, „dass ich auf deine dumme Idee eingehe. Ich frage ihn. Und die Party findet statt, egal ob er zusagt oder nicht!“. Sie strahlte mich an und umarmte mich über den Tisch hinweg, was ihre Getränkedose gefährlich ins Wanken brachte. „Danke, danke, danke!“, schrie sie mir ins Ohr und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Jaja, schon gut. Freu dich nicht zu früh“, entgegnete ich nur und drückte auf mein Ohr, da ihr Geschrei ein leises Klingeln hinterlassen hatte.  



***



Nachdem der Professor die letzte Vorlesung beendet hatte, machte ich mich auf den Weg zu meiner Arbeit. Kiba klopfte mir zur Verabschiedung noch aufmunternd auf die Schultern und meinte kichernd „du schaffst das schon“. Ich hob nur die Hand und murmelte ein „Jaja, du hast leicht reden“. Auf was hab‘ ich mich da nur eingelassen? Ich kickte ein paar Steine mit dem Fuß, die meinen Weg kreuzten und versuchte mich auf das kommende Gespräch vorzubereiten. Je mehr ich darüber nachdachte, desto dämlicher kam ich mir vor. Mehr als nein sagen, konnte er ja nicht und ich hätte zumindest mein bestes versucht. Nichtsdestotrotz hatte ich ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Wir standen uns überhaupt nicht nahe und ich musste die Frage so formulieren, dass ICH wollte, dass er kommt und nicht, dass das Ganze nur ein Verkupplungsversuch war. Zuletzt würde er noch auf die Idee kommen, ich würde auf ihn stehen und mich auf Ewigkeiten damit aufziehen… Oh nein, da konnte ich getrost drauf verzichten.



Ich spazierte in den kleinen Coffeeshop, begrüßte meine Chefin Tsunade, die hinter dem Tresen stand mit einem Lächeln und verschwand in dem kleinen Raum für das Personal, um meine Sachen abzulegen und meine Schürze umzubinden. Von Sasuke war Gott sei Dank noch nichts zu sehen. „Hat Sasuke heute gar keine Schicht?“, fragte ich so beiläufig wie möglich, als ich mich zu Tsunade gesellte. Tsunade, eine blonde Frau mittleren Alters, die aber immer noch wie Mitte zwanzig aussah, managte den Laden und kannte daher auch die Schichtpläne. „Doch doch, aber erst in einer Stunde. Er hätte heute wohl länger Uni, meinte er“, antwortete sie mir und wollte vermutlich noch fragen, wieso mich das interessierte, allerdings kam gerade neue Kundschaft. Zwei junge Mädels bestellten sich irgendwas kaffeeähnliches in extrafettarm. Ich machte mich an die Zubereitung und Tsunade kassierte ab. Als ich hörte, wie sie noch etwas wie „schade, dass der hübsche Kerl heute nicht da ist“ flüsterten, verdrehte ich nur die Augen.

Exakt eine Stunde später stand der Uchiha dann auch mit seiner Schürze neben mir hinter dem Tresen. Tsunade hatte sich mit den Worten, sie müsse sich noch um Bürokram kümmern, verabschiedet und so waren wir nur noch zu zweit.  Auch wenn er mich mit seiner überheblichen Art und dem arroganten Grinsen oftmals auf die Palme brachte, waren wir ein eingespieltes Team, wenn es um die Arbeit ging. Von unseren Kollegen wurden wir schon des Öfteren das ‚Traumpaar‘ genannt, wofür sie von mir jedes Mal einen wütenden Blick und von Sasuke ein verächtliches Schnauben geerntet hatten. Heute war mal wieder einer der Tage, an dem besonders viel los war und so verging die Zeit auch schneller, als mir lieb war. Das vermehrte Gästeaufkommen bemerkte auch Sasuke, doch auch an diesem Tag lehnte er jede Nummer ab, ignorierte jeden Flirt und behielt lediglich seinen kühlen, neutralen Gesichtsausdruck bei. Na, das macht Mut.



Als unsere Schicht vorbei war, wir an unsere Kollegen übergaben und in den Personalraum gingen, fingen meine Gedanken wieder das Rasen an. Wie zur Hölle soll ich das denn formulieren?! Wie soll ich mit dem überhaupt ein Gespräch anfangen? „Fuck“, flüsterte ich leise vor mich hin und biss auf meiner Unterlippe herum. Ich sah im Augenwinkel wie er sich mit einem „bis dann“ von mir entfernte und gerade die Türklinke durchdrücken wollte. Scheiße… „Warte!“, rief ich und packte ihn am Arm. Wow, das klang jetzt verzweifelt. „Ja?“, kam es zurück und ich sah in die onyxfarbenen Augen, die mich fragend ansahen. Er hat echt schöne Augen… Ich schüttelte den Kopf.

„Ähm... ja, also“, fing ich an und rieb mir den Hinterkopf, „wir, also meine WG und ich, feiern am Freitag eine kleine Party… und öhm… willst du vielleicht auch kommen?“. Sasuke hob eine seiner - für Männer ungewöhnlich dünnen, wie mir auffiel – Augenbrauen und schmunzelte amüsiert.

„Also erst einmal könntest du mich mal wieder loslassen, außer ich bin so unwiderstehlich für dich, dass du mich die ganze Zeit betatschen willst“, sein Blick richtete sich auf meinen Arm auf seinem Unterarm, den ich sofort zurückzog und rot anlief. „Und zu deiner Einladung: nein“, antwortete er schlicht. „W-was?“, entgegnete ich irritiert zurück. Eigentlich hatte ich mit der Antwort zwar gerechnet, aber es jetzt so ins Gesicht gesagt zu bekommen, war dann doch nochmal was anderes. Jetzt weiß ich zumindest, wieso viele den Umweg über mich nahmen… Eine direkte Abfuhr von Mr. Perfect, wie Kiba es heute Morgen so treffend formuliert hatte, kratzte irgendwie am Ego.

„Ich sagte nein“, wiederholte Sasuke tonlos und sah mich neutral wie immer an. Okay! Für Sakura! „Sasuuuuke, komm schon. Bitte?“, flehte ich und warf ihm meinen besten Hundeblick zu, den ich draufhatte. Die ganze Situation kam mir so absurd vor. Sonst wechselten wir kaum ein Wort außerhalb der Arbeit miteinander und jetzt bettelte ich ihn an, dass er auf diese dumme WG-Party kommt. „Nein“, kam es nochmal knapp zurück und ich wurde nun wirklich verzweifelt.

„Es wär aber wirklich schön, wenn du kommen würdest“, versuchte ich es nochmal und setzte das schönste Lächeln auf, dass ich besaß. DAS klang jetzt wirklich nach einer Dateanfrage. Oooooh Sakura, du schuldest mir was. Keine Ahnung, ob es meine Wortwahl war oder tatsächlich mein Lächeln, aber irgendwas veränderte sich im Gesicht des Uchiha. Er sah irgendwie… verwirrt aus. Allerdings fing er sich schnell wieder und setzte seinen neutral-kühlen Gesichtsausdruck auf.

„Also schön, wenn es dir so wichtig ist“, kam es schließlich von ihm, doch bevor ich was erwidern konnte, verschwand er auch schon aus der Tür. Was war das denn schon wieder?

Seufzend schüttelte ich den Kopf, zog dann endlich meine Schürze aus und packte meine Sachen, bevor auch ich den Raum verließ. Ich verabschiedete mich noch kurz und machte mich dann auf den Weg nach Hause.
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