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It's just another war - We might win or lose

von JiJiKeks
GeschichteDrama, Horror / P18 / Gen
27.12.2020
27.12.2020
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2.389
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27.12.2020 2.389
 
Hey ihr lieben Leser,
schön, dass ihr euch hierher verirrt habt.
Dies ist die erste Partnergeschichte von Schokokeksfee und JiJi-Cat.
Stürzt euch mit in die Geschichte rund um Nora und Evie, die sich ihren Weg durch London während der Zombieapokalypse bahnen müssen.
Die Kapitel werden immer in wechselnder Sicht von Evie (geschrieben von JiJi-Cat) und Nora (geschrieben von Schokokeksfee) erzählt.
Wir wissen selber noch nicht zu 100%, wo uns die Geschichte hinführen wird, aber einige Pläne haben wir durchaus schon.

Und nun viel Spaß beim lesen des ersten Kapitels.


Kapitel 1 - Evie
Freitag 18. September

Schüsse. Überall um sie herum waren Schüsse zu hören und hallten in ihrem Ohren wieder. Die absolute Dunkelheit wurde nur von den Blitzen des Mündungsfeuers um sie herum erhellt. Hektisch drehte sie sich hin und her, versuchte verzweifelt die Position des Feindes auszumachen. Bei jeder Bewegung schien sich die Dunkelheit um sie herum zu verdichten, wurde immer erdrückender. Irgendwann waren nicht mal mehr die Mündungsfeuer zu sehen und vollkommene Schwärze umgab sie. Obwohl sie nichts sehen konnte, begann sich die Welt um sie herum immer schneller zu drehen. Weder oben von unten, noch links von rechts konnte sie mehr voneinander unterscheiden. Mit einem Mal wurde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie fiel. Wie in Zeitlupe fiel sie immer weiter ins Unbekannte. Außer dem Gefühl des Fallens nahm sie nichts mehr wahr. Die Schüsse waren nun auch vollständig verstummt. Nach einer Weile drang durch die absolute Stille ein neues Geräusch an ihre Ohren
„Pipipipip Pipipipip“

Mit einen Ruck schnellte sie hoch, schwer atmend und schweißgebadet.
Ihr Puls hämmerte in ihren Ohren. „Pipipipip Pipipipip“ wieder ertönte das penetrante Piepen ihres Weckers. Ohne hinzusehen, schlug sie kraftvoll auf die Schlummertaste. Sofort verstummte das Gerät. Grelles Licht schien ihr durchs Fenster direkt ins Gesicht, sodass sie einige Male Blinzeln musste, bis ihre Augen sich daran gewöhnt hatten. Im selben Moment vergrub sie ihr Gesicht in den Händen. „Schon wieder einer dieser Träume...Fuck!“ murmelte sie zu sich selbst, während sie die Zähne zusammen biss und versuchte wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Die Anspannung und das erdrückende Gefühl aus ihrem Traum waren immer noch präsent. Diese erdrückende Dunkelheit und das Echo der Schüsse waren immer noch in ihrem Kopf. Wenn sie sich nicht langsam beruhigte, würde dieses Gefühl bald in Panik umschwingen. Möglichst gefasst ließ sie ihre Hände sinken, bis sie einfach nur noch in ihrem Schoß lagen. Sie schloss die Augen und atmete bewusst ruhig durch die Nase ein, während sie in Gedanken bis vier zählte. Beim ausatmen zählte sie ebenfalls bis vier und wiederholte diesen Vorgang mehrere Male, bis sie spüren konnte, wie sich ihr rasender Puls langsam beruhigte. Ein letztes Mal atmete sie so kontrolliert aus, bis sie sich schließlich einen Ruck gab und die Beine aus dem Bett gleiten ließ. Ein Blick auf den Wecker verriet ihr, dass es gerade einmal 8 Uhr morgens war. Betrunken, wie sie gestern Nacht gewesen war, als sie endlich zu Hause ankam, hatte sie natürlich nicht mehr daran gedacht, den Wecker umzustellen. Heute würde ihre Schicht erst um 16 Uhr beginnen. Seufzend erhob sie sich und tapste auf nackten Füßen ins angrenzende Badezimmer. Als sie klickend den Lichtschalter betätigte und das grelle Licht der über dem Spiegel montierten Neonröhre sie blendete, machte sich auch der Kater bemerkbar. Kein Wunder, bei dem, was sie sich gestern alles hinter die Binde gekippt hatte. Kurzerhand entledigte sie sich ihrer Schlafsachen und stieg unter die Dusche. Kaltes Wasser begann auf sie nieder zu prasseln und erzeugte augenblicklich eine angenehme Gänsehaut.

Nachdem sie mit dem Duschen und Zähneputzen fertig war, ging sie zielstrebig in die Küche, um bei einer großen Tasse Kaffee und Zigarette richtig wach zu werden. Die kalte Dusche hatte zwar gut getan und das Zähneputzen hatte ihr den ekeligen Geschmack aus dem Mund vertrieben, doch ohne Koffein und Nikotin wollte und konnte sie nicht in diesen Tag starten. Mit einer dampfenden Tasse in der Hand ging Evie zum Fenster, öffnete dieses und setzte sich auf die Fensterbank. Die Tasse stelle sie nach dem ersten Schluck neben sich ab und griff nach der Schachtel Zigaretten. Der Rauch füllte ihre Lungen und ließ sie genießerisch ausatmen. Es gab zwei Dinge, die das Militär am Laufen hielten: Koffein und Nikotin. Bei dem Gedanken musste sie schmunzeln. Es gibt wohl Dinge, die sich niemals ändern werden. Bis sie sich auf den Weg zur Arbeit machen musste, blieb ihr noch viel Zeit. So beschloss sie den Tag ruhig angehen zu lassen. Mit einer weiteren Tasse Kaffee ging sie aus der offenen Küche hinüber zum kleinen Sofa. Nachdem sie es sich bequem gemacht hatte, griff sie nach der Fernbedienung und ließ sich einige Zeit vom Fernsehprogramm beschallen.

Gegen Mittag raffte sie sich endlich auf und zog sich für ihren täglichen Trainingslauf an. Vor der Tür setzte sie sich die Kopfhörer auf und startete die Musik, ehe sie los lief. Nach einigen Momenten hatte sie ihren Takt gefunden und verfiel in einen gleichmäßigen Rhythmus.
Verschwitzt und außer Atem kam sie eine knappe Stunde später wieder zu Hause an. Der Lauf hatte ihr gut getan. Der Restalkohol schien nun vollständig aus ihrem Körper raus zu sein, denn der Kater und die damit verbundene Mattheit waren verschwunden. Zum zweiten Mal an diesem Tag stieg sie unter die Dusche, um sich danach allmählich für die Arbeit fertig zu machen.
Um zwanzig vor vier verließ sie schließlich ihre Wohnung und machte sich auf den Weg zur Arbeit. Der Weg war nicht weit. Sie lebte in einer kleinen Wohnung in der Westwick Gardens in Hammersmith, London. Ihr Arbeitsplatz war nur einen Katzensprung entfernt in der Sheperds Bush Road, Ecke Netherwood Road. Sie genoss den kurzen Fußweg und beobachtete nebenbei das Treiben der Menschen um sich herum. Viele Büroangestellte kamen gerade von ihrer Arbeit nach Hause, Mütter gingen mit ihren Kindern durch die Straßen und wieder andere kamen mit schwer aussehenden Tüten vom Einkaufen.
Nach wenigen Minuten kam sie auch schon bei dem Pub „The Richmond“ an und kaum, dass sie die Tür geöffnet hatte, drang das Gewirr vieler Stimmen an ihre Ohren. Schnellen Schrittes durchquerte sie das Lokal und nickte ihren Kollegen im Vorbeigehen zu. Im hinteren Bereich öffnete sie die Tür zum Mitarbeiterraum, welcher eher einer kleinen aber doch zweckmäßigen Abstellkammer glich. Nachdem sie ihre Tasche sowie ihre Jacke in einem Regal verstaut hatte,band sie sich ihre Schürze um die Hüfte. Kaum war sie hinter dem Tresen getreten, wurde ihr auch schon die erste Bestellung von ihrem Kollegen Dave gegeben.
„Hay Evie, ich hätte nicht erwartet dich heute hier zu sehen.“ sagte er und grinste sie breit an. „Als ob mich ein bisschen Alkohol so umhauen würde.“ winkte sie ab und schob ihm die Getränke über den Tresen.
Sie mochte ihren Job und ihre Kollegen. Die meisten Schichten arbeitete sie mit Dave zusammen. Er war ein netter Kerl, mit dem sie gut arbeiten konnte und auch gut mal einen trinken konnte. Obwohl sie erst seit einem halben Jahr hier lebte und arbeite, fühlte sie sich hier wohl.

Umso später der Abend wurde, umso voller wurde der Pub. Auch an diesem Abend waren die Leute wieder sehr durstig, sodass Evie kaum mit dem Bierzapfen hinterher kam. Die Stimmung der Leute war fröhlich und ausgelassen, wozu wohl auch die Live Musik beitrug.
Die Tische links und rechts neben dem Eingang waren nahezu alle besetzt. Hinter dem Tresen links ging es weiter zu den Billiardtischen und ein Blick verriet ihr, dass auch dort sich die Leute schon beinahe stapelten. Nur am Tresen waren noch wenige Plätze frei. Zwei junge Männer riefen ihr ihre Bestellungen entgegen, mit einem Lächeln und Nicken griff sie nach zwei Gläsern und zapfte zwei New Castle. Geld wechselte den Besitzer, welches sie sogleich in der Kasse hinter sich tat. Auf einem der leeren Plätze ließ sich eine junge Frau nieder. Ihre schulterlangen, blonden Haare fielen ihr ins Gesicht und verbargen etwas ihren nicht sehr glücklich wirkenden Ausdruck. Auch das war an einem gut besuchenden Freitag Abend nichts ungewöhnliches. Oft kamen Leute allein, um sich aus Frust wegen einer zerbrochenen Beziehung oder irgendetwas anderen zu betrinken. „Hey, was kann ich dir bringen?“ rief Evie ihr durch den Lärm zu. „Ähm. Ich nehm...ein Bier?“ erwiderte sie etwas unsicher. Nach einem Blick auf die Tafel ergänzte sie noch „ein Guinness.“ Erneut griff Evie nach einem Glas und zapfte der Frau das gewünschte Bier und schob es ihr rüber. „£5 bitte.“ Aus der Hülle ihres Handys zog die junge Frau eine £5 Note die sie freundlich nickend annahm um es ebenfalls in die Kasse zu legen. Noch eine ganze Weile ging es an diesem Abend so weiter. ein Bier nach dem anderen wurde über den Tresen geschoben. Die Leute wurden immer betrunkener und heute ließ sich Evie nicht dazu hinreißen mit jedem Gast, der es ihr anbot einen mit zu trinken. Der extreme Alkoholkonsum des vorherigen Abends hatte ihr fürs erste gereicht.
Um kurz vor Elf war es schließlich soweit, dass der Pub sich langsam leerte. Als auch die letzten Gäste endlich gingen, atmete sie erleichtert aus. Der Tag war geschafft. Wie jeden Abend, sobald der Laden leer war, zapfte sie noch zwei Bier, stellte sie auf den Tresen, um schließlich um diesen herum zu gehen und sich auf einen der Barhocker nieder zu lassen.  Dave nahm neben ihr platz und griff unverzüglich nach einem der Gläser.
„Was für ein Abend.“ sagte er, während er das Glas zum Tost erhob. „Du sagst es.“, erwiderte Evie und erhob selbst ihr Glas. Das Klirren der aneinanderstoßenden Gläser war für kurze Zeit das einzige Gräusch, das den Raum erfüllte. Als sie beide nach einem tiefen Zug das Bier absetzten, saßen sie die endlich eingekehrte Stille genießend einfach nur da und tranken stumm ihr Bier. Das war eine Eigenschaft an Dave, die sie sehr zu schätzen wusste. Keiner von beiden hatte Lust auf weitere Unterhaltungen nach einem Abend voller Smalltalk. Stattdessen genossen sie den gemeinsamen Drink und läuteten, beinahe schon wie in Tradition, so den Feierabend ein.
Die leeren Gläser spülte Evie noch schnell ab, ehe sie ihre Sachen holten um sich auf den Weg nach Hause zu machen.
„Dann bis morgen, um 11 beginnt unsere Schicht oder?“ wandte sich Dave zum Abschied an sie. „Genau, bis morgen.“, erwiederte Evie und machte sich auf ihren Weg nach Hause.

Kaum zu Hause angekommen schmiss sie ihre Klamotten in die Wäsche und schlüpfte in ihre Schlafsachen, um sich endlich ins Bett fallen zu lassen. Sie war hundemüde und konnte kaum noch ihre Augen offen halten. Kurz bevor sie einschlief, richtete sie sich nochmals auf, um den Wecker wieder anzuschalten. 'Das wäre was geworden.', dachte sie sich noch kurz, ehe sie sich schließlich in ihr Kissen kuschelte. Fast augenblicklich übermannte sie die Müdigkeit und sie glitt in einen heute hoffentlich zur Abwechslung mal erholsamen Schlaf.

Wie fast jeden Morgen wurde sie von dem Piepen ihres Weckers aus einem ihrer Albträume gerissen. In gewisser Weise hatte sie sich daran gewöhnt, aber wirklich normal würde dies wohl niemals werden. Erneut atmete sie tief ein und zählte in Gedanken „1...2...3...4“ und atmete schließlich genauso konzentriert wieder aus „1...2...3...4“.

Als Evie ihre bereits dritte Tasse Kaffe an diesem Morgen ausgetrunken hatte und in die Spüle stelle, war es viertel vor 11. Wie üblich schnappte sie sich ihre Tasche und verließ das Haus. Sie war kaum ein paar Meter weit gegangen, als ihr auffiel, dass heute ungewöhnlich wenige Menschen auf den Straßen unterwegs waren. Nur vereinzelnd beobachtete sie, wie Leute in ihre Wohnungen liefen. Eine ungewöhnliche Stille für London um diese Uhrzeit hatte sich breit gemacht. Wahrscheinlich wurde in den Nachrichten mal wieder von einer neuen Vogelgrippe oder Ähnlichem berichtet. Die Leute ließen sich auch wirklich von Allem aus der Fassung bringen und in Panik versetzen.
Die Tür des Pubs war bereits offen. Es waren noch keine Kunden zu sehen, wobei es auch erst kurz vor elf war. Grade, als sie sich in Richtung des Mitarbeiterraumes bewegte, drangen schmatzende Geräusche an ihr Ohr. Auf der Höhe des Tresens blieb sie wie versteinert stehen. Auf dem gesamten Boden neben dem Tresen war Blut. Augenblicklich alarmiert schaute sie sich um und entdeckte auch schnell den Grund für dieses Blutbad. Hinter dem Tresen kauerte eine Gestalt über einer anderen. Sie brauchte einen Moment um zu realisieren, was sie dort sah und es ließ sie augenblicklich rückwärts stolpern. Dabei stieß sie gegen einen Stuhl, der dumpf klappernd umfiel. Ruckartig drehte sich der Kopf der Gestalt zu ihr um. Es war Dave. Doch er sah nicht mehr aus, wie der Dave den sie kannte. Seine Augen waren milchig weiß, sein Gesicht war blutverschmiert und an seinem Hals war eine riesige Bisswunde. Nun konnte sie auch erkennen, dass das Schmatzende Geräusch daher gerührt hatte, dass er die andere Person, vermutlich ein Kunde, begonnen hatte anzufressen. Das Gesicht war bereits bis auf die Knochen angenagt. Man hätte nicht mehr mit Sicherheit sagen können, um wen es sich bei diesem Menschen gehandelt hatte. Doch ihr blieb keine Zeit, um die Leiche näher zu betrachten, denn schon stürzte das, was einmal Dave gewesen war, auf sie zu. Im letzten Moment konnte Evie noch ausweichen, indem sie sich zur Seite warf und abrollte. „Dave, was zur Hölle ist los mit dir?“ schrie sie ihn an, doch es kam keine Reaktion. Mit Blut vermischter Speichel rann ihm übers Kinn, während er sich ihr erneut schnell zu nähern versuchte. Sie wich immer weiter zurück, bis sie die Kante des Tresens in ihrem Rücken spürte. Ohne lange zu zögern, griff sie über den Tresen nach einem der längeren Messer, die sie dort sonst zum Aufschneiden von Früchten benutzen. Mit einem krächzenden Kreischen sprang das Ding wieder auf sie zu. Reflexartig riss sie das Messer hoch. Mit einem schmatzenden Geräusch grub sich das Messer durch sein Auge direkt ins Gehirn. Augenblicklich erstarben seine Bewegungen und langsam sackte der Körper vor ihr in sich zusammen. Der Griff des Messers entglitt ihrem Händen und blieb im Kopf von dem Wesen stecken, welches einmal Dave gewesen war. Geschockt verharrte sie an Ort und Stelle, bis ein gurgelndes Geräusch an ihre Ohren drang. Mit vor Schock geweiteten Augen wandte sie sich langsam um und sah, wie sich die Person mit dem abgenagten Gesicht mit ebenso krächzenden Lauten aufrichtete.
Was war hier los? Ist die verdammte Zombie Apokalypse ausgebrochen?
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