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Die Gewitterwolken

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Fantasy / P16 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter Lucius Malfoy OC (Own Character) Severus Snape
27.12.2020
17.10.2021
7
8.534
11
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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14.02.2021 1.328
 
Kapitel 2.

Als Harry seine Augen wieder öffnete - lag auf einer sehr weichen, bequeme Matratze, über ihm baumelte ein Drachen-Mobile mit Sternen und durch die offenbar geschlossene Zimmertür konnte er die gedämpften Stimme von Lucius und Severus hören. Verdammt - er war immer noch in diesem seltsamen Traum gefangen und offenbar nach dem erholsamen Schlaf auch nicht wieder gealtert. Vielleicht hatte das lange Andauern dieses Traums auch etwas mit dem Gewitter während des Quidditchspiels zu tun? Oder er hatte sich während des Sturzes einfach nur den Kopf angeschlagen - der Schmerz dort war zwar etwas weniger geworden, aber dennoch sehr intensiv. Frustriert wollte Harry seine Augen wieder schließen - vielleicht würde er beim nächsten mal dort aufwachen, wo er auch hingehörte und dieser irren Traumwelt entfliehen können? Doch das Mobile über ihm schien etwas faszinierendes an sich zu haben.

Neben den Sternen waren verschiedene Drachenarten abgebildet. Sie bewegten sich durch Zauberei ganz alleine und schienen kleine Manöver zu fliegen. Harry war durch die sich bewegenden Plüschtiere an dem Mobile so abgelenkt, dass er gar nicht bemerkt hatte, wie er eine ganze Weile damit verbracht hatte, die Flugmanöver und die strahlenden Sterne über ihm zu bewundern.

Erst als das Licht im Zimmer anging und schwere Schritte auf die Matratze zukamen, schaffte Harry es seine Aufmerksamkeit von dem Mobile fortlenken zu können und blickte direkt in Severus Gesicht. Doch was war das? Entgegen Harrys Erwartung in den düsteren Augen des Professors Hass, Abneigung oder Ungeduld zu lesen, zeichneten sich in Snapes Gesicht Sorge aus. Warum das? Es war nur ein verdammter Traum und der echte Snape würde ihn niemals so ansehen.

"Da ist jemand genau zur richtigen Zeit wachgeworden. Dobby hat das Abendessen fertig. Deine Geschwister warten schon auf dich - na komm her Harry" - Severus beugte sich über Harry und nahm ihn auf den Arm. Etwas das Harry nur deutlicher signalisierte, dass es ein Traum sein musste - er wollte nicht auf den Arm genommen werden er wollte....viel lieber das Mobile weiter betrachten. Seine kleine Hand streckte sich zu einer Plüschversion des Norwegischen Stachelbuckels aus und versuchten das Plüschtier in seinem eleganten Flugmanöver festzuhalten. Es misslang Harry und nun versuchte er beide Hände nach dem Tierchen auszustrecken, während Severus mit ihm auf dem Arm langsam in Richtung Ausgang des Zimmers schritt.

"Keine Sorge Harry, du wirst die Drachen später wiedersehen. Aber bestimmt hast du Hunger nicht wahr? Diese abfälligen Muggel müssen dir und Cordelia so lange nichts zu Essen gegeben haben", sprach Severus ruhig und das letzte was Harry von dem Mobile sah, war wie die Drachen in ihrer Bewegung einfroren - sobald er das Zimmer verlassen hatte.

***


Draco beäugte das Essen, welches Dobby der Hauself auf dem Tisch im Esszimmer auftischte skeptisch. Seit einigen Tagen war der junge Zauberer nun schon in dieser...Traumwelt. Madam Pomfrey hatte ihm zwar von einem Sturz während des letzten Trainings der Slytherin Hausmannschaft berichtet und das seine Verletzungen am heilen waren - aber etwas hier war seltsam - anders - und chaotisch. Darunter zählte unter anderem die Tatsache dass sein Vater eine Beziehung mit Severus Snape zu führen schien und das Harry Potter sein kleiner Bruder war. Abgesehen davon, dass seine eigene kleine Schwester das gleiche Kleinkindalter wie Potter hatte - passte es nicht. Es ergab in Malfoys Augen keinen Sinn. Wenn Cordelia auch in diese Traumwelt verfrachtet worden war, warum war der Altersunterschied zwischen den Geschwistern so groß?
In Hogwarts hatte sie nur zwei Schuljahre voneinander getrennt. Er war der große Bruder gewesen - der sich mit der schlecht spielenden kleinen Schwester herumschlagen durfte. Warum also waren die allgemeinen Umstände so....verwirrend? Oh und Dobby gehörten noch seinem Vater.

Draco war sich ziemlich sicher, dass Potter seinen Vater vor 2 Jahren um seinen Diener gebracht hatte. Durch eine List die einem Slytherin würdig gewesen wäre. Draco erinnerte sich gut daran, wie wütend und voller Zorn Lucius Malfoy in den Sommerferien gewesen war. Dobby war über Generationen im Besitz der Familie gewesen und Potter hatte nicht das geringste Recht ihnen diese Tradition zu nehmen. Dass er hier in der Traumwelt nun erneut zu den Malfoys gehörte, stellte den Schüler vor so viele Rätzel, deren Bedeutung Draco vergebens versucht hatte zu entschlüsseln.

"Dobby hat Master Dracos Lieblingsgemüse zubereitet. Ist Master Draco nicht glücklich darüber?", piepste der Hauself erschrocken und Draco blickte von all den Schüsseln fort - die großen Augen der schlaksigen Kreatur schaute zu ihm hinauf. Sein Lieblingsgemüse? Was zur Hölle sollte das sein? Und warum sollte er glücklich darüber sein?

"Oh Dobby - Draco ist nur betrübt darüber, dass er immer noch nicht Quidditch spielen kann. Aber Madam Pomfrey hat sich deutlich ausgedrückt. Auch wenn er der einzige 11. Jährige in seinem Jahrgang ist, der es in die Slytherin Quidditch Mannschaft geschafft hat - so muss er erst zur Nachuntersuchung. Mein kleiner übermütiger Drache" - sprach Lucius amüsiert und Draco hörte den neckenden Tonfall in seiner Stimme - während er Cordelia in ihren Hochstuhl setzte.

Ja er hatte sich auf seltsame Art und Weise auch...verändert. Draco war wieder 11.Jahre alt und hatte seine Einschulung in Hogwarts hinter sich. Doch als sein Vater ihm seine Aufmerksamkeit schenkte, richtete Draco seine Haltung und setzte sich gerade hin. Wie sehr das Familienoberhaupt der Malfoys es gehasst hatte, wenn man nicht gerade auf seinem Platz saß. Vor allem beim Abendessen.

"Mein Lieblingsgemüse sind Aubergine?" - sprach Draco skeptisch , als Dobby das gekochte Gemüse zu den anderen Schüsseln und Platten stellte. Er konnte sich nicht daran erinnern diese Gemüse zu mögen....oder schon mal gegessen zu haben.

"Master Draco hat seit jungen Jahren eine Vorliebe für Auberginen - immer wenn er einen Wunsch äußern durfte, hat Dobby dieses Gemüse zubereitet", piepste Dobby und ging anschließend in die Küche um die restlichen Schüsseln ins Esszimmer zu bringen. Auberginen? Wirklich? Das klang schon so - komisch und anders.

"Ich mache dir keine Vorwürfe, dass du etwas durcheinander bist Draco. Die letzten Tagen waren für uns alle - chaotisch. Wie Petunia und Vernon Dursley es geschafft haben Harry und Cordelia zu entführen und nach Surrey zu bringen - ist uns ein Rätzel. Aber jetzt sind wir alle wieder zusammen - es wird alles gut werden", sprach Lucius ruhig und beschäftigte sich anschließend damit, der quengelnden-unruhigen Cordelia ein Lätzchen umzubinden.

Draco konnte das Unwohlsein seiner kleinen Schwester nachvollziehen. Damals in Malfoy Manor waren die Abende, wo die Familie zu Tisch gegessen hat und es immer ein großes Festmahl gegeben hat - strukturiert gewesen. Narzissa und Lucius hatten sich Elfenwein genehmigt und von den Kindern war vom kleinsten Alter an gutes Benehmen und Tischmanieren gefordert worden. War dies nicht passiert folgten Bestrafungen. Die Erwartungen die ihre Eltern an ihren Nachwuchs setzten waren hoch - Draco traute diesem....Bild nicht. Er wusste nicht wie lange die Traumwelt anhalten würde und ob es nicht doch alles ein Zauber oder ein Test war.

"Nein Lia du lässt das Lätzchen um. Du weist dass dein Papa und ich verhindern möchten, dass du nach dem Abendessen ein Bad nehmen musst. Schau Lia, da kommen Papa und Harry auch schon", sprach Lucius ruhig und die Ankunft von Severus und Harry am Esstisch hielten Cordelia davon ab, weitere Versuche zu unternehmen, das Lätzchen hinunter zu reißen.

Die Blicke der beiden Malfoy Geschwister trafen sich und Draco erkannte in den Augen seiner kleinen Schwester den wahren Grund, warum sie versuchte dieses lästige Teil loszuwerden.
Die grauen Augen des Mädchens sendeten einen stummen Hilfeschrei aus - sie wollte, so wusste Draco es nur zu gut nicht länger in der Aufmerksamkeitsspanne von Lucius sein - denn jedes damalige Abendessen, wo man sich in unmittelbarer Nähe des Familienoberhauptes aufhalten musste war unangenehm gewesen. Draco seufzte leise und richtete seinen Fokus das erste mal auf Harry, der in Severus Arm hin und her gerissen zu sein schien, ob er gegen den Griff ankämpfen sollte - oder losweinen müsste.
Die Blicke der beiden Erzfeinde trafen sich und Draco erkannte die Verwirrung in den Augen des Kleinkindes.
Eine Verwirrung die den Slytherin selbst seit Tagen ein stetiger Begleiter war.
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