Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Dreaming

Kurzbeschreibung
OneshotAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Brian O'Conner Dominic "Dom" Toretto Han Lue Leticia "Letty" Ortiz Mia Toretto Takashi "DK" Kamata
27.12.2020
27.12.2020
1
3.092
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
27.12.2020 3.092
 
Note:
Das hatte ich mal im Jahr 2014 angefangen und sollte eigentlich eine komplette FF werden
Ich habe sie immer mal wieder aufgegriffen und alles umgestellt, aber da ich nicht sehe, dass es als FF mal fertig wird stelle ich das hier mal als OS und als eine Art Traum eines Charas  rein^^



Neugierig stieg Brian aus seinem blauen Nissan Skyline und sah sich auf dem stillgelegten Industriegelände um, so still wie es eigentlich sein sollte war es gar nicht. Laute Musik dröhnte aus den Boxen und man konnte den Bass direkt im Körper spüren, zum Glück der  Anwesenden waren in der näheren Umgebung keine Häuser, sonst hätten die Anwohner den Lärm bemerkt und vielleicht auch die Polizei alarmiert.
Alte, zerfallene Gebäude, die ein kleines Labyrinth bildeten, Haufen von Schrott, meist Autoteile und eine Menge Menschen mit ihren Wagen. Keiner dieser Sportwagen sah so aus als käme er direkt aus dem Verkauf. Angepasste Karosserien, ausgebaute Sitze, hier und da ein NOS Tank und die blitzenden Motoren waren definitiv keine Standardausstattung.
Sein Onkel hatte also doch Recht gehabt, es gab diese Autorennen und er musste es nur noch in die Szene hineinschaffen. Er hatte schon in seiner ersten Woche auf der Schule so seine Vermutung gehabt als er seinen alten Kumpel Roman in der Clique Rund um Toretto gesehen hatte. Roman mit seiner großen Klappe zog Ärger normalerweise magisch an, Ärger sowie schnelle Autos und illegale Rennen. Sie hatten sich mal kurz unterhalten, aber sein ehemaliger Kumpel war noch immer nicht ganz so gut auf ihn zu sprechen, aber er hatte nicht ganz abgeblockt, vielleicht könnte er ja sein Freifahrtschien in die Gruppe sein.

Hübsche Mädchen bewegten sich zu den Beats der Musik, momentan Hipp Hopp, und wiegten sich hin und her. Kurze Röcke, knappe Tops, ganz anders als im Internat, in dem die Ladys schon fast gesteinigt wurden, wenn der Rock nicht übers Knie ging oder man die Knöpfe einer Bluse zu weit offen ließ. Nackte Haut schien hier definitiv kein Problem zu sein, also waren doch nicht alle Engländer so prüde, oder es waren einfach keine Einheimischen.
Lächelnd bahnte er sich einen Weg durch die Menge und erkannte ein paar Gesichter. Dominic, Roman, Han und die beiden Ladys Letty und Mia.
Sie waren am St. James Internat eine regelrechte Berühmtheit mit ihrer Gang die sich um Dom, wie er genannt wurde zusammengesammelt hatte.
Sein Wagen parkte in sicherer Entfernung, heute war er nur als Gast bei dem illegalen Rennen, nur ein Besucher um zu sehen wie es ablief um zu sehen ob er mithalten könnte, auch wenn der Schüler stark bezweifelte, dass sein Können nicht ausreichend war, er war schließlich einer der Besten. Kein Drift war ihm zu schwer, keine Kurve zu eng und ein Tempo Limit kannte er nicht.  Es juckte ihn in den Fingern, zu gerne würde er seinen blauen Nissan an die Startlinie navigieren, das Gefühl des brummenden Motors spüren und das Gefühl durch die Ziellinie zu fahren, natürlich als erster.

Auch wenn sein Onkel ihm gesagt hatte dass er den männlichen Toretto überwachen sollte, klebte sein Blick nicht an Dom, sondern an dem weiblichen Part der Familie Toretto: Mia. Mia, die Brünette mit dem schönsten Lächeln und den wundervollsten Augen. Schon beim ersten Augenkontakt, der ersten Begegnung auf dem Schulgelände war es um ihn geschehen. Sie war einfach wunderhübsch, aber so unerreichbar, da es Dom nicht gerne sah wenn jemand mit seiner Schwester Flirtete, er hatte auch schon Gerüchte gehört, dass einige Jungs, die es gewagt hatten verschwunden waren, aber es waren nur Gerüchte.

Etwas abseits, jedoch noch immer im Getümmel der Menge ließ sich Brian auf einem  leeren Bierkasten nieder, der beim Setzen etwas klirrte, und beobachtete das Geschehen, viel Geld schien den Besitzer zu wechseln und ein Kerl ging mit einem abgefrackten Hut umher, nahm wohl Wetten an. Auch zu ihm kam der zwielichtige Typ in seiner Fakelederjacke, bei welcher die Bedruckung schon abblätterte, und nachgemachten Dock Martens.
"Willst du setzen Kumpel? James, Mary oder doch Gregor?" fragte der Kerl mich und entblößte zusätzlich zu seinem schäbigen Auftreten auch noch ein lückenhaftes Gebiss mit goldenen Verzierungen.
Brian dachte sich im Stillen, dass der Kerl schon öfters eine kassiert hatte damit er so eine Raffel spazieren führte. Der Blonde schüttelte nur den Kopf, welcher mittlerweile um ein paar Informationen reicher war. Er hatte von seinem Onkel die Information erhalten, dass Toretto irgendwelche Rennen fuhr und krumme Dinger drehte, aber gegen wen er fuhr das konnten sie ihm nicht sagen. Die Polizei tappte schon seit Monaten im dunklen, konnte seit Monaten kein Licht auf die Taten von Toretto werfen. Und genau aus diesem Grund war Brian im Internat, sein Onkel ermittelte in dem Fall und hatte ihn eingeschleust um an mehr Informationen zu kommen, denn die Gruppe war gerissen.

James, Mary und Gregor waren drei Schulen, drei englische Internate und diese fuhren wohl gegeneinander Rennen. Das war interessant, denn in den letzten Wochen, die er an der St James verbracht hatte konnte er nicht viel herausfinden, außer den Aufenthaltsort des Rennens und wer alles zu Dominics Gang gehörte. Eigentlich hatte er vermutet, dass es sich einfach nur um simple kindische Rennen handelte und an der Geschichte seines Onkels nichts dran war, aber davon, dass verschiedene Schulen gegeneinander Rennen fuhren hatte er auch nichts gehört, nicht einmal im Film.
Auf der Leinwand fuhren immer nur zwei Kerle um ein Mädchen zu beeindrucken, meist waren die Autos noch nicht einmal richtig getunt und die Szenen einfach komplett abgehoben, sodass er eher lachend auf dem Boden vor dem Sofa lag als noch darauf zu sitzen.

Dominic Toretto war weder blond noch blöd und  hatte schon in der Shcule gemerkt, dass ihm jemand folgte. Er hatte nur nicht gewusst um wen es sich handelte, schließlich waren er uns seine Clique berühmt und berüchtigt und schon des Öfteren hatte jemand versucht sich ihnen anzuschließen und war natürlich kläglich gescheitert.
Bisher hatte es auch keiner bis hierher geschafft. Doch erst seit heute wusste er wer sein neuester Verfolger war: Brian O`Conner, Neuzugang und offensichtlich auch in der Straßenszene wenn er ihnen folgen konnte. Einen fahrbaren Untersatz konnte er nicht erspähen, doch irgendwie musste der neue Schüler hier angekommen sein. Doch heute Abend würde er das fürs erste ignorieren, er hatte ein Rennen zu gewinnen und der Frischling sollte machen was er wollte.
Der Muskelbepackte lehnte lässig an seinem Charger auf dem sich seine On und Off Freundin Letty rekelte und lasziv ein Bier trank um ihn ein wenig aus dem Konzept zu bringen. Doms Schwester lehnte an ihrem Wagen, doch Dom verbot es ihr Rennen zu fahren, sie war seine kleine Schwester und das war zu gefährlich für sie. Selbst ich hohem Alter würde er sie wohl noch mit Gehstock und Rollator beschützen.
Dom verdiente mit den illegalen Straßenrennen und weiteren Gaunereien das Geld für das teure Internat auf welches ihre Verwandten Mia geschickt hatten und als großer Bruder war er ihr von Amerika nach England gefolgt, auch wenn er das englische Wetter nicht wirklich mochte, es war zu kalt und regnete zu viel, auch wenn nasse Klamotten an Letty wirklich sexy aussahen.
Han, sein Kumpel, der ihm aus Langeweile aus Amerika gefolgt war saß wie immer gelangweilt auf seiner Motorhaube, in einer Hand den Glimmstängel, die andere um den Körper einer hübschen Lady geschlungen, die er hier aufgegabelt hatte, trotz einer Freundin im Internat. Tief inhalierte er den Rauch und blies ihn dann in Ringen wieder aus, was die Lady neben ihm zum Kichern brachte, sie hatte schon einiges gebechert und ihr Verstand schien ziemlich hinüber zu sein, aber für Turnen ab 18 brauchte man nur wenig Gehirnzellen.

Roman zuckte derweil auf der improvisierten Tanzfläche aus Betonplatten herum als hätte er an einen Elektro-Zaun gefasst, doch zwischen den anderen Körperkläusen fiel das nicht so wirklich auf. Wäre er auf der Waldorfschule müsste er jedoch aufpassen, da er seinen Namen wahrscheinlich falsch getanzt hätte. Vielleicht würde man ihn dann Eduardo oder Karl-Otto nennen.
Auf einmal verstummte jedoch die Musik und eine Stimme war über den ganzen Platz zu hören. "James, Mary, Gregor an die Startlinie, das Rennen beginnt in wenigen Minuten!" Nach dieser Ankündigung war aufgeregtes Stimmengewirr zu hören und die tanzende Meute wich zur Seite um den Fahrern Platz zu machen, das war der Teil des Tages auf den sie alle gewartet hatten, jetzt würden sie sehen wer die Nase vorne hatte.
Dom grinste nur lässig und gab Letty sein Bier bevor er sie sanft von der Motorhaube zog, sie war zwar eine hübsche Gallionsfigur, doch sie würde dort vorne nur stören. Die freche Lady ergaunerte sich noch einen Kuss bevor sie sich zu Mia gesellte und nun die Motorhaube der Minitoretto in Beschlag nahm.
Der schwarze Charger war eingekesselt von einer grünen Nissan Fairlady und einem violetten Skyline, keine Konkurrenz für Dom, da er die Fahrer schon einmal gesehen hatte und ihren luschigen Fahrstil kannte. Grinsend ließ er den Motor des Chargers dröhnen, wie ein Löwe, der brüllte um seine Feinde einzuschüchtern. Das heutige Rennen war nur ein ¼ Meilerennen, nichts anspruchsvolles für Dom, das könnte der Amerikaner auch im Schlaf. Er bevorzugte es eigentlich sich zwischen den Gebäuden hin durchzuschlängeln, aber er brauchte das Geld, also würde es dieses kurze Rennen auch tun und er würde es eh gewinnen.

Eine junge Frau bekleidet mit goldenem Glitzertop und engen Hotpants trat auf eine Holzkiste, die Fahne zum Start in der Hand. "Ready, Set, GO!" schrie sie mit ihrem dünnen Stimmchen und wedelte mit der Fahne beim letzten Wort so enthusiastisch, das ihre Airbags zusätzlich mitwippten.
Die drei Wagen preschten nach vorne.
Dom beherrschte das Spiel mit dem Gas perfekt und man konnte schon nach dem Start erkennen, wer das Rennen gewinnen würde. Die beiden Kerle von Mary und Gregor waren keine Herausforderung für ihn gewesen. Er musste nicht einmal den versteckten NOS Knopf aktivieren, einfach nur Gas durchtreten, Lenkrad in gerader Position halten und er war durch die Ziellinie geschossen.
Um seinen ‚Nicht-Konkurrenten' noch den Rest zu geben, zog er die Handbremse an und lenkte gegen um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Das Kreischen der Meute war enorm, wurde jedoch nach und nach von der Musik, die man wieder aufgedreht hatte verschluckt.

Brian O` Connor hatte eigentlich genug gesehen, er wusste nun was er zu erwarten hatte und wie er es anstellen konnte die Crew um Dominic Toretto zu unterwandern. Ihm war auch nicht unbemerkt geblieben, dass der Glatzköpfige ihn seinerseits bemerkt hatte, das war gut so, er wollte schließlich entdeckt werden.  Das war alles Teil seines Plans, der sich von Tag zu Tag weiterentwickelte.
Gerade als  er sich von seiner behelfsmäßigen Sitzgelegenheit erhoben hatte ertönte erneut das Dröhnen von Motoren, Motoren in der Mehrzahl  nacheinander rauschten weitere sportlich getunte Wagen auf das Gelände als würden sie schon immer dazugehören.
Ab jetzt wurde es interessant, denn der Reaktion von Dom und seiner Truppe nach waren diese Autos wohl nicht bekannt. Die verwirrten Blicke von Han und Co bestätigten ihm dies. Zeitgleich mit Dom stieg ein Asiate aus der schwarzen Fairlady Z, während ihm zwei weiter in Abstand folgten. ‚Davon hatte mein Onkel definitiv nichts erwähnt.‘, dachte sich Brian nur und machte sich im Kopf eine Notiz, dass dies wohl ein neues Puzzlestück für seinen Onkel wäre.

Der muskulösere Asiate war wohl der Anführer der drei, die andere beiden gingen immer ein paar Schritte hinter ihm, einfach da eine Hierarchie festzustellen.
Während man den anderen aus Doms Crew die Verwirrtheit ansehen konnte lehnte sich der Toretto einfach nur gegen seinen Wagen und verschränkte die Arme, er würde die Neuankömmlinge zu sich kommen lassen. Das war sein Revier und wenn jemand was von ihm wollte, dann sollte er auch gefälligst zu ihm kommen und nicht erwarten, dass man ihn mit offenen Armen und Handschlag empfing
„Bist du Torreto?“ sprach ihn dann auch sogleich der asiatische Anführer an und verschränkte ebenfalls die Arme, auch er wollte sich wohl keine Blöße geben. Nach einem Nicken des Haarlosen sprach er auch schon weiter. „Es ist Zeit deinen Thron abzugeben. Mary und Gregor sind Waschlappen aber wir von St Catherine sind aus anderem Holt geschnitzt. Wir wollen dabei sein!“ Das hatte selbst Dominic Toretto nicht erwartet, er hatte mit einer Drohung oder einer direkten Herausforderung gerechnet, aber nicht, dass die drei Schüler waren. Natürlich kannte er das Internat, daher wusste er auch, dass es dort niemanden gab, der es mit ihnen aufnehmen konnte, aber das schien sich wohl geändert zu haben. Wahrscheinlich Austauschschüler, der japanische Dialekt war nämlich recht stark.
Er war etwas skeptisch, gab dem Organisator des Rennens jedoch ein Zeichen, dass er herkommen sollte. Der Typ sollte überprüfen ob die drei wirklich zu dieser Schule gehörten und vor allem ob es diese überhaupt gab. Nachdem alle Einzelheiten geklärt waren verabschiedete sich der Asiate mit den Worten: „Wir sehen uns wieder und dann wischen wir den Boden mit euch auf. Meinen Namen solltest du dir übrigens merken. Ich bin Takashi und bei uns als DK bekannt – der Drift King!“ Und so schnell wie die drei mit ihren Fahrzeugen angerauscht waren, so schnell waren sie auch schon wieder in ihre Sportwagen gestiegen und verschwunden.

Während die Crew noch eine Weile über die Neuankömmlinge diskutierte  und sich noch ein paar Bier genehmigten war Brian schon längst wieder in seinem Auto und fuhr in Richtung der Schule.
Es dauerte jedoch nicht lange und die restlichen Schüler des St. James Internats machten sich dann doch irgendwann auf den Rückweg, schließlich war am nächsten Tag wieder Schule.
Damit sie ihre Wagen unbemerkt parken konnten hatte die Crew aus den Gewinnen der Rennen eine alte Autowerkstadt angemietet. Darüber lag sogar eine kleine Wohnung, in welcher man es sich nach ein wenig Reparaturen sogar einigermaßen gemütlich machen konnte. Platz war nicht nur für die Autos, sondern auch für ein paar Partys, die bei den Schulkids schon legendär waren.
Mia war etwas müde, da sie den Nachmittag über für den Mathematiktest am nächsten Tag gelernt hatte und lehnte sich bei der Rückfahrt gegen das Fenster.
Letty und Roman hingegen waren noch putzmunter und der Dunkelhäutige ließ es sich nicht nehmen während der Fahrt in der klapprigen Familienkutsche noch irgendwelche Witze zu reißen. Dom saß derweil vollkommen deplatziert auf dem Fahrersitz der kleinen Familienkutsche und trommelte mit den Fingern auf dem Lenkrad herum, die Klapperkiste hatte definitiv zu wenig PS unter der Haube.


Mit einem Schlüssel, den sie hatten nachmachen lassen schlichen sie sich auf das Gelände, darauf bedacht nicht von der Nachtwachte erwischt zu werden. Sie schlichen von Baum zu Baum, Busch zu Busch und hielten sich von den Laternen fern, die den Weg beleuchten sollten. An einer Weggabelung trennten sich die Wege der Jungs und Mädchen, da sie in zwei verschiedene Wohnheime mussten. Dom und Co gingen nach rechts, während sich Letty und Mia nach links wandten.
Ein Problem bei dem Betreten des Gebäudes war, dass man nachts von draußen nicht mehr nach drinnen kam, die Tür öffnete sich nur mit einem bestimmten Schlüssel, den sie auch mit viel Planung und Anstrengungen noch nicht erbeuten hatten können, doch Letty hatte wie immer einen Plan. Sie zückte ihr Smartphone und suchte sich durch ihre Kontaktliste bis sie bei Rapunzel stehen blieb und den grünen Hörer mit dem Zeigefinger berührte.

Als Reaktion darauf klingelte um kurz nach zwei das Handy von Liza, selbige fiel vor Schreck aus dem Bett, fluchte äußerst undamenhaft und sah sich nach dem Übeltäter um. "Grr das hätte ich beinahe vergessen!" seufzte die Engländerin und tastete auf dem Nachttisch nach ihrer Brille, die sie schon bald auf der Nase hatte.
Erst dann schnappte sie sich das bimmelnde und blinkende Smartphone und motzte nachdem sie den Anruf angenommen hatte: "Später ging es nicht was? Irgendwann lass ich dich noch draußen stehen wenn du die Zeit beim Rummachen vergisst!" Die Schwarzhaarige, die ohne Brille oder Kontaktlinsen fast blind wie ein Maulwurf war erhellte das Zimmer durch ihre Nachttischlampe und schlich barfuß durch das Wohnheimzimmer.
Ein Glück war ihre Zimmernachbarin nicht aufgewacht, aber sie konnte eh schlafen wie ein Stein. Seufzend tappte sie barfuß in Richtung Balkontür, ein Luxus, den es nur in den wenigen Internaten gab, und suchte nach einer Kiste, welche Letty dort hinterlassen hatte.

Letty, eigentlich Leticia , aber keiner traute sich wirklich sie so zu nennen, nicht einmal das Lehrpersonal bewohnte das Zimmer neben dem der Schwarzhaarigen und da sich immer zwei Zimmer einen Balkon teilten war das der perfekte Plan um ungesehen ins Wohnheim zu kommen.
Schnell zog die Blauäugige eine Strickleiter aus dem Karton und befestigte sie an dem Geländer während sie das gelachte "Rapunzel, Rapunzel lass dein Haar herunter" durch das Smartphone ignorierte.
Elizabeth wusste eigentlich nicht warum sie sich das überhaupt antat, sie war jetzt einen Monat in diesem Internat und das war schon das dritte Mal in dieser Woche, nun ja technisch gesehen war der die nächste Woche bereits angebrochen, dass Letty sie anrief nur weil sie zu lange mit ihren Freund herumgev- pardon Liebe gemacht hatte, zumindest war das die Ausrede der temperamentvollen Lady, dass sie mit ihrem Freund unterwegs war, was manchmal sogar stimmte.
Nach einer kurzen Prüfung ob die Leiter auch gut fest war schaltete die Schülerin das Telefon aus und begab sich wieder nach drinnen, Letty war schon groß und konnte alleine hochklettern. Wie erwartet schaffte es die autoaffine Lady wie eine Katze nach oben zu klettern und verschwand dann samt Leiter in ihrem Zimmer, welches sie sich mit niemandem teilen musste. Auf dem Internat kursierten mittlerweile die wildesten Gerüchte warum es so war.  Nach wenigen Minuten befand sich auch Mia endlich in ihrem Zimmer, da Letty nach unten geschlichen war und ihr die Tür geöffnet hatte. Eigentlich würde es viel einfacher gehen wenn ihnen Liza die Türe öffnen würde, aber die Schwarzhaarige weigerte sich gegen die Ausgangsperre zu verstoßen, sie war wie Brian erst dieses Schuljahr an die St James gekommen und hielt sich meist penibel an die Regeln.

„Mhh Liza warum brennt denn hier Licht?“ rührte sich doch noch die Mitbewohnerin der Brillenträgerin weshalb diese sich beeilte um wieder in ihr Bett zu kommen und das Licht zu löschen. „Du weißt doch Letty mal wieder. Schlaf ruhig weiter Giselle. Gute Nacht.“

********************************************************************
Gähnend und ein wenig verwirrt öffnete jemand auf einem anderen Kontinent die Augen, das war wirklich ein merkwürdiger Traum gewesen. Merkwürdig, aber auch interessant. Was wohl gewesen wäre wenn sie sich wirklich dort kennengelernt hätten? Aber das würde die Person wohl nie erfahren…



Love? Hate?

Liebe Grüße aus dem Pappkarton
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast