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Erinnerungen

von tasto777
DrabbleLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Albus Dumbledore Gellert Grindelwald
27.12.2020
27.12.2020
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27.12.2020 503
 
Erinnerungen

Er sieht auf den Zettel hinab. Jahre sind vergangen, seit er geschrieben wurde. Viele viele Jahre. Jetzt ist er alt und ihm bleibt nur die jugendliche Handschrift auf Papier und die Erinnerungen an die warmen Sommertage.

Ein Klopfen. Schnell verschwindet der Zettel in einer Schublade. Professor Dumbledore sieht auf.

„Die Kutsche ist bereit.“

Kurz darauf ist er wieder allein, in seinen warmen Umhang gehüllt und in der Kutsche. Er zieht den Zettel wieder hervor. Eine gepresste Kornblume fällt lautlos auf den Boden. Sein Rücken knackt, als er sich danach bückt. So viele Jahre sind vergangen. Er ist alt geworden. Doch noch immer kann er die junge Stimme hören, wenn er die Zeilen liest. Noch immer scheinen sie auf der Wiese zu liegen, in der Gegenwart des Anderen versunken.

Die Kutsche hält, er steigt aus und appariert.

Als er ankommt, zieht er den Umhang etwas enger um sich. Er hatte den Wind weniger schneidend in Erinnerung. Doch das hat er jedes Jahr. Vor ihm ragt eine graue Festung empor. Niemand ist hier außer ihm. Den Kopf gesenkt begibt er sich hinein und geht zügig die vielen Stufen empor. Bevor er oben ankommt, hält er kurz an. Ein kurzer Zauber und ein kleiner Strauß Kornblumen erscheint in seiner Hand. Dann geht er die letzten Schritte hinauf.

„Du bist spät, Albus.“

In der dunklen Zelle regt sich eine Gestalt in der Ecke. Er sieht dorthin und nickt nur.

„Ich hab‘ dir Blumen mitgebracht. Sie sollten bis nächstes Jahr halten.“

Die Person steht auf und geht langsam ans Gitter heran. Als ihn das dumpfe Tageslicht erreicht, bleibt er stehen. Dort stehen sie nun. Abus sieht ihn an. Er hat jedes Jahr Angst vor diesem Tag und gleichzeitig freut er sich schon Wochen zuvor darauf.

„Du wirst alt, Albus.“ Ein Grinsen huscht über Gellerts Gesicht. Kurz sieht er wieder aus wie früher. Albus lächelt ihn an: „Du auch, Gellert.“
Daraufhin reicht er ihm den Blumenstrauß.

„Kornblumen?“, er hält inne, dann kommt die Erinnerung zurück, „wie deine Augen.“

Albus nickt. Dann geht er ans Gitter heran. Gellert tut es ihm gleich. Ihre Lippen berühren sich sanft. Der Kuss dauert nur kurz. Dann lösen sie sich und treten wieder zurück. Albus streckt seine Hand aus, Gellert greift danach. Seine Haut ist kühl und rau und doch füllt die Berührung Albus mit Leben. Nie fühlt er sich lebendiger als hier, in diesem Gefängnis.

Sie setzen sich hin. Der kalte Stein bringt ihm die Realität ein Stückchen näher. Albus erzählt, was im letzten Jahr alles passiert ist. Von einem ehrgeizigen Jungen namens Riddle. Gellert erzählt von früher. Von dem was er ohne Albus erlebt hat, er erzählt nie ganz zu Ende, damit im nächsten Jahr noch etwas übrig bleibt. Sie reden jedoch nicht vom Sommer. Nicht richtig zumindest. Nur von kleinen Momenten, Erinnerungsfetzen.

Irgendwann kommen sie doch darauf zu sprechen. Auf den Unfall. Gellert sieht Albus nur lang an.

„Du weißt, dass ich es nicht war. Ich hätte deinen Tod nicht riskiert.“

Albus steht wortlos auf. Dann verschwindet er.
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