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Rakastunut pomo - Verliebt in den Chef

von hexe994
GeschichteRomance / P18 / Gen
OC (Own Character) Samu Haber
26.12.2020
10.06.2021
21
58.189
16
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.04.2021 1.973
 
Kahdestoista osa pääsiäiskokko – Zwölfter Teil Osterfeuer

Das Mökki war wirklich ziemlich abgelegen, aber genauso sollte es sein. Hier sollte man dem stressigen Alltag entfliehen können und an nichts mehr denken. Alles was im modernen Leben Mangelware ist: Zeit, Stille und Raum, fand man hier. Aber entgegen der Tradition, dass ein Mökki ganz einfach gehalten sein soll, ohne Strom- und Wasseranschluss, stand hier ein richtiges Ferienhaus. Vor dem Haus parkten schon 2 Autos. Die Vorliebe zu deutschen Modellen schien in der Familie zu liegen. „Wissen sie, dass du mich mitbringst?“, fragte Rika unsicher.
„Nur meine Mutter. Ich habe sie gefragt, ob sie etwas gegen Besuch einzuwenden hat. Daraufhin hat sie dich eingeladen. Meine Schwester und ihre Familie weiß nichts.“, antwortete Samu und streichelte ihr Bein. „Komm jetzt.“, stieg er aus und wartete auf sie.
Im Haus angekommen kam eine ältere sympathisch aussehende Frau auf beide zu. „Hei rakas.* Wie geht es dir?“, umarmte sie Samu ganz fest.
„Hei Äiti**. Mir geht’s gut. Darf ich dir Rika vorstellen?“
„Hallo, freut mich Sie kennenzulernen. Vielen Dank für die Einladung.“
„Hallo, ich bin Eve. Die Freude ist ganz meinerseits. Kommt doch erstmal richtig rein.“, wuselte sie wieder davon.
Beide folgten ihr und trafen in der Küche auf Samus Schwester und seinen Schwager. „Hei iso veli***. Wen hast du denn da mitgebracht?“
„Hallo Sanna. Das ist Rika, meine Freundin.“
„Hallo Rika, freut mich dich kennenzulernen. Samu du erzählst mir auch gar nichts mehr.“, stemmte sie die Hände in die Hüften.
„Wieso? Da gibt es doch nichts weiter zu erzählen.“
„Männer, die sind aber auch alle gleich.“, beschwerte sie sich.
Rika lächelte sie an: „Stimmt.“.
„Endlich jemand, der meiner Meinung ist.“, grinste Sanna triumphierend.
Nachdem Samu ihr Mikka vorgestellt hatte, fehlten nur noch seine Nichten. Die spielten draußen. „Siehst du, niemand hat dir den Kopf abgerissen. Und glaub mir, wenn sie dich nicht mögen würden, dann hättest du das gespürt.“, flüsterte Samu ihr zu.
„Setä Samu****, da bist du ja endlich.“, kamen zwei Mädchen auf ihn zu gerannt und umarmten ihn.
„Hei, ihr beiden. Wie geht’s euch?“
„Bis grade eben war uns voll langweilig, aber jetzt kannst du ja mitspielen. Und wer bist du?“, fragte die Kleinere.
„Hallo, ich bin Rika. Und wer bist du?“
„Ich bin Fanni und das ist meine große Schwester Kaisa. Woher kennst du meinen Onkel?“ „Wir sind zusammen. Kennengelernt haben wir uns bei seiner Arbeit.“
„Aha, dann liebt ihr euch?“, schaute Fanni neugierig.
„Fanni, so etwas fragt man nicht einfach so.“ unterbrach Kaisa, ihre Schwester.
„Das kann man so sagen. Und jetzt müssen wir etwas gegen eure Langeweile machen.“, grinste Samu und schon rannten die Mädchen los und Samu hinterher. Man hörte die drei quietschen und lachen. Rika schaute lächelnd zu, wie Samu richtig darin aufging mit den beiden zu toben.
Nach kurzer Zeit stellten sich Eve und Sanna zu ihr. „Die beiden scheinen ihn richtig vermisst zu haben.“, begann Rika ein Gespräch.
„Ohja. Sie vermissen ihren Onkel immer, wenn er lange weg ist. Er vermisst sie aber auch. Wenn er Zeit hat, dann versucht er sie oft zu sehen.“, antwortete Sanna.
„Außerdem sehnt er sich selbst nach einer eigenen kleinen Familie. Auch wenn er das nicht zugeben will.“, meinte Eve. Rika wusste genau was jetzt folgen würde. Aber es war ganz klar, dass sie nun ausgefragt wurde. Samu würde es bei ihren Eltern nicht anders gehen. „Wie habt ihr euch kennengelernt?“
„Ich absolviere mein Praxissemester bei „Universal Finland“ und Jukka hat mich sozusagen an sein Management verliehen. Die letzten 4 Wochen hab ich mit der Sunrise Avenue Crew zusammengearbeitet.“
„Du studierst? Was denn?“, fragte Eve.
„Ich machen diesen Sommer meinen Master in Media and Communication Management. Für meinen Master bin ich extra hergekommen.“
„Schau an. Wo kommst du denn eigentlich her?“, war Eve beeindruckt.
„Ich komme aus Deutschland, genauer aus der Nähe von Berlin.“
„Willst du in Finnland bleiben? Denn Samu kriegst du hier nicht weg.“, fragte Sanna.
„Ja sehr gerne sogar. Es hing nur davon ab, ob ich hier Arbeit bekomme. Natürlich wird Deutschland immer meine Heimat bleiben, aber in den letzten drei Jahren, habe ich in Helsinki meine dritte Heimat gefunden.“, lächelte Rika.
„Okay, also weißt du schon, dass du Arbeit bekommst? Dritte Heimat?“, war Eve neugierig. „Naja als wir in Berlin ein Meeting bei Universal hatten, hat einer von denen versucht mich anzuwerben. Dann hat Mikko mich gefragt, ob ich bei Comusic anfangen möchte. Das Angebot konnte ich nicht ausschlagen. Und ich habe bisher drei Orte, an denen ich mich zuhause gefühlt habe. Meine Heimat aus Kindheitstagen, dann Berlin, dort habe ich meinen Bachelor gemacht und jetzt Helsinki.“, erklärte Rika.
„Comusic, dann sollst du kleinere Bands hier in Finnland betreuen? Dann seht ihr euch aber nicht viel. Kommst du damit klar, dass Samu solange und oft weg sein wird?“, hakte Sanna nach.
„Naja, eigentlich soll ich in nächster Zeit Sunrise Avenue übernehmen, weil Mikko sich zurückziehen will. Er möchte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Das würde eher das Gegenteil bedeuten, dass wir uns teilweise 24/7 sehen werden. Aber Arbeit und Privates muss getrennt werden.“
„Okay, krass. Das ist mal was Neues. Mikko gibt seine Schäfchen ab. Eins rate ich dir. Samu ist manchmal kein einfacher Charakter, vor allem wenn ihm etwas gegen den Strich geht, aber da musst du drüberstehen und entgegenhalten. Nur solltest du diese Beziehung nicht als Zeitvertreib ansehen, wenn Samu jemanden sein Herz öffnet, dann meint er es ernst.“, riet ihr Sanna mit ernstem Blick.
„Ich möchte meinen Sohn nicht noch einmal so traurig sehen, wie in letzter Zeit. Heute ist er das erste Mal wieder richtig entspannt.“, mischte auch Eve sich wieder ein.
Rika nickte und sagte: „Fast das gleiche hat Riku schon zu mir gesagt. Und ich kann nur sagen, dass ich mein Herz auch nicht jedem schenke. Samu weiß es auch. Wir hatten schon die ein oder andere tiefgründige Unterhaltung. Auch wenn wir uns noch nicht so lange kennen.“
„Ich gönne es euch.“, tätschelte Eve ihr die Schulter und ging wieder ins Haus.
„Ich war erst einmal richtig verliebt und jetzt bin ich auf dem besten Weg mich das zweite Mal zu verlieben.“
„Du scheinst dir deinen Gefühlen klar zu sein. Mikka und ich waren auch nicht gleich bis über beide Ohren ineinander verknallt, aber wir haben gespürt, dass wir zueinander gehören. Liebe wächst in der Beziehung. Komm mit rein, dass Abendessen muss vorbereitet werden.“, zog Sanna sie mit zum Haus.
In der Küche bekam jeder eine Aufgabe. Rika fühlte sich richtig wohl. Fast als wenn sie zuhause mit ihrer Mutter kochte. „Hast du auch Geschwister?“, fragte Sanna.
„Nein, leider nicht. Auch wenn ich mir immer welche gewünscht habe.“, grinste Rika. „Schade, aber du bist gar nicht eingebildet. Das sagt man Einzelkindern gerne mal nach.“ „Danke für das Kompliment. Wenn ich irgendwann Kinder habe, dann sollen sie aber nicht allein bleiben.“, fügte Rika an.
„Du möchtest Kinder?“, fragte Sanna nach.
„Ja auf jeden Fall. Natürlich erst meine Karriere aufbauen, aber irgendwann möchte ich schon welche.“, Rika sah nicht wie die beiden Frauen einen Blick austauschten.
Nach einer Weile kamen die Männer und die beiden Mädchen rein. Samu schlang seine Arme von hinten um Rika und legte seine kalte Wange an ihre. „Na pikkuinen. Hast du die Fragerei überstanden?“, fragte er leise auf Deutsch.
„Es war ganz erträglich. Ist es nicht unhöflich, wenn du jetzt Deutsch sprichst?“
„Nein, außerdem verstehen die Damen mehr, als sie vorgeben, nicht wahr Schwesterchen.“, grinste er. Sana streckte ihm die Zunge raus. „Siehst du und jetzt nicht mal zugeben.“, klaute er sich einen Kuss.
Beim Abendessen erzählten alle was sie in letzter Zeit so erlebt hatten. Samu musste von der Tour erzählen, denn Kaisa wollte alles ganz genau wissen.
Fanni wandte sich an Rika: „Kannst du auch ein Instrument spielen?“.
„Ja, ich spiele Klavier und ein bisschen Akkordeon, aber das nicht so gut. Und du?“
„Nein, leider nicht. Onkel Samu wollte mir Gitarre beibringen, aber das macht mir kein Spaß. Klavierspielen macht bestimmt richtig Spaß.“
„Ich habe auch schon ziemlich früh angefangen zu spielen. Ich war in der 2. Klasse. Jeder der das möchte, kann das lernen. Frag doch deine Mama oder deinen Papa, ob du darfst?“ „Hab ich schon, aber sie meinen, ich soll es doch erstmal in der Schule probieren, bevor sie mich für Unterricht anmelden. Aber das dauert noch sooo lange bis wir im Musikunterricht Instrumente spielen.“, erklärte Fanni. Rika lächelte, sie hatte eine Idee. Aber zuerst müsste sie mit Fannis Eltern sprechen.
„Vielleicht zeigen dir die Lehrer ja mal was, außerhalb des Unterrichts. Sie freuen sich bestimmt, wenn du Interesse zeigst.“
Nachdem jeder satt war, gingen sie nach draußen. Mikka und Samu machten das Feuer an. Rundherum lagen Holzstämme, dass man sich setzen konnte. Samu setzte sich neben Rika und legt ihr eine Hand auf den Oberschenkel. „Fühlst du dich wohl?“.
„Ja vielen Dank, dass du mich mitgenommen hast. Ein bisschen vermisse ich grade meine Familie.“
„Glaub ich dir. Wann hast du sie denn das letzte Mal gesehen?“
„Zu Weihnachten. In den Semesterferien hatte ich keine Zeit nach Hause zu fahren. Da habe ich in einem Buchladen gejobbt.“
„Früher oder später findest du jetzt die Zeit sie wiederzusehen und bis dahin sind wir für dich deine zweite Familie.“, nahm er sie in den Arm und küsste sie zärtlich.
„Danke.“, ihre Augen glitzerten leicht. „Da fällt mir ein, Fanni hat mir vorhin erzählt, dass sie gerne Klavierspielen lernen würde. Aber Sanna und Mikka wollen sie nirgends anmelden, bevor sie es noch nie ausprobiert hat. Ich hatte die Idee, dass ich ihr ja ein bisschen zeigen könnte und dann kann sie ja immer noch entscheiden, ob sie möchte oder nicht. Aber ich wollte erst mit den Beiden reden, bevor ich Fanni etwas sage.“
„Das hat Fanni mir auch schon erzählt. Wenn du das machen würdest, würde sie sich bestimmt riesig freuen. Aber natürlich nur wenn du Zeit dafür hast. Dein Studium steht momentan im Vordergrund.“, antwortete Samu.
„Etwas Ablenkung würde mir ganz guttun und wenn ich damit jemand glücklich machen kann.“, fand Rika es niedlich, dass Samu sich Sorgen um ihre Freizeit machte.
„Mikka, komm doch mal kurz her.“, rief er seinen Schwager zu sich.
„Na, was ist los.“, setzte dieser sich zu ihnen. Samu schaute Rika auffordernd an. Sie schilderte Mikka ihre Idee. Dieser war ganz begeistert, wusste er doch wie gerne seine Tochter ein Instrument lernen würde. „Gibt es hier in Finnland so etwas wie ein Osternest, dass die Kinder Ostersonntag suchen?“, fragte Rika.
„Nein, für gewöhnlich nicht. Hier gehen die Kinder an Palmsonntag von Haus zu Haus und bekommen kleine Gaben.“, erzählte Mikka.
„Okay, schade. Dann hätte ich nämlich gewusst, wie ich ihr die Klavierstunden schenke.“ Mikka riet ihr, dass Fanni erst in der Schule mit den Lehrern sprechen sollte, dass müsse sie schließlich auch lernen.
Zu fortgeschrittener Stunde tranken alle ein Gläschen Wein. Kaisa und Fanni waren schon im Bett.  Die Erwachsenen genossen die Ruhe im Wald und lauschten nur dem Knacken des Feuers. Irgendwann gähnte Sanna. „Entschuldigung. Wir sollten langsam los. Sehen wir uns morgen?“, wandte sie sich an Samu und Rika.
„Klar, mittags bei Mama.“, meinte Samu.
„Na dann, bis morgen.“, verabschiedeten sich beide und fuhren los.
Ihre Kinder wollten bei Oma bleiben. Eve, Samu und Rika blieben noch sitzen. „Genau das mag ich an euch Finnen. Man kann mit euch so schön schweigen.“, meinte Rika irgendwann auf Deutsch. Eve begann zu lachen.
„Vielen Dank für das Kompliment. Ist das in Deutschland anders?“
‚„Naja, manchmal zwingt man sich zum Small-Talk. Aber das finde ich ziemlich anstrengend. Wenn ich nichts zu sagen habe, dann schweige ich lieber.“, grinste Rika.
„Dort drin schlägt wohl schon ein kleines finnisches Herz?“, tippte Samu ihr auf die Brust. „Vielleicht.“, lächelte Rika und küsste ihn. Als das Feuer runtergebrannt war verabschiedeten auch sie sich.

*Hei rakas: Hallo Schatz
** Hei Äiti: Hallo Mama
*** Hei iso veli: Hallo großer Bruder
**** Setä Samu: Onkel Samu
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