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5 Jahre Anni und Katrin

OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Andrea "Anni" Brehme Katrin Flemming-Gerner
26.12.2020
26.12.2020
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3.199
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5 Jahre sind weg, vorbei. Als ob sie nie stattgefunden haben, als ob ich sie von jemand anderem gehört habe, diese Geschichte. Die Geschichte zwischen zwei Menschen. Zwei Frauen. Das Dumme daran ist, dass ich das nicht nur im Vorbeigehen flüchtig aufgespürt habe, paar Wortfetzen sozusagen, und weil mich die Story nicht interessiert hat, einfach weiter gegangen bin. Nein, wenn es so wäre, wäre es um einiges leichter in meinem Leben. Nein, ich kann nicht wegrennen,
vor dieser Geschichte, eher wohl wieder zu ihr hin rennen. Denn diese eine Frau bin ich, Anni. Und ich denke vor 5 Jahren habe ich eine Entscheidung getroffen, die so falsch sein konnte, wie es nur möglich war.

In meinem Leben habe ich schon viele Entscheidungen getroffen. Es gibt die schlechten Entscheidungen, mit denen ich jedoch klarkomme. Denn ich hatte ja im Großen und Ganzen in meinem Sinne gehandelt. Paar Abstriche, sind im Leben nötig. Perfektion, die 100 %, erreiche ich in meiner Illusion. Ich bin dabei mich damit zu arrangieren. Und dann gibt es die falschen Entscheidungen, die ich treffen kann. Und diese eine falsche, greift mein Herz an, Verstand sowieso.
Dieser Seelenschmerz ist hartnäckig. Ich dachte mit den Jahren wird er zumindest erträglicher, ganz weggehen, damit habe ich abgeschlossen, geht er nicht.
Ich wäre dankbar gewesen, wenn er sich im Hintergrund gehalten hätte. Permanent dezent. Doch ich habe mich, meine Gefühle total unterschätzt. Und das ärgert mich, es lief nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Diese Frau, ging mir doch mehr in mein Herz, als ich es mir und ihr zugestanden habe. Nun gut, Katrin weiß eh davon nichts. Sie ist bestimmt der Meinung, ich bändele schon mit der 20. Frau an. Und wenn ich ein Mann wäre, 15x verheiratet +20 Kinder von 17 Frauen. Ein nicht schmeichelhaftes Bild, dass sie da von mir haben würde. Ich könnte es jedoch verstehen, wenn sie so über mich denken würde.
Es gibt viele Möglichkeiten sich zu schützen, gegenüber die Menschen, die man mehr als mag. Der Mensch hat viele Strategien entwickelt, sich nicht angreifbar, verletzlich zu machen. Meine Strategie ist der Humor. Spaß zu machen, es nicht so eng sehen, wenn es eine Frau in mein Herz geschafft hat. Die eigenen Gefühle ins Oberflächliche zu stellen. Kein Angriffsziel für die potenzielle Partnerin geben. Sie könnte mich schließlich verletzen, und das gilt es für mich zu vermeiden. Lieber widme ich mich meinen One-Night-Stands. Diese zielen einfach der Bedürfnisbefriedigung. Und bevor ich auch nur ein Auge öffne, weiß ich, dass die Frau meine Wohnung verlassen hat. Ich kläre dass im Voraus. Erspart mir so manche unansehnliche Peinlichkeit auf beiden Seiten. Der Irrglaube ist doch, dass ich denke, dass die Gegenseite mich schlimm verletzt. Dabei bin ich es, die mir das selbst antut. Warum? Schlichtweg gesagt, es ist die Angst. Ich habe Angst, eine Beziehung, die Liebe nicht umgesetzt zu bekommen. Ich habe einen sehr ausgeprägten Fluchtinstinkt. Bei Jasmin, war er besonders zu sehen. Und bei Katrin? Nun, ich wollte ruhiger werden, ehrlicher, was meine Gefühle zu Katrin betreffen.
Bei ihr habe ich wahrscheinlich zum ersten Mal gespürt, dass ich durch meine Strategie, wenn ich sie weiter so durchziehe, mich sehr bald sehr unglücklich machen würde. Und trotzdem bin ich geflüchtet. Es war auch meine Unsicherheit, was Katrin betrifft, nicht zu wissen, ob sie mich auch Liebt. Ja, jetzt, nach 5 Jahren kann ich das Wort ´Liebe´ aussprechen. Ich bin in Sicherheit, Katrin bekommt davon nichts mit. Dafür mein Herz. Leider viel zu viel. Dabei, bedarf es nur paar Sachen zu regeln, um in Berlin wieder zu sein. Aber Angst, Unsicherheit, Panik, heben schon sofort den Finger, um mich zum hier bleiben zu nötigen. Es gibt so
viele unsichere Komponenten, wenn ich wieder aufkreuzen würde bei ihr.
Zu Katrin überhaupt, oder nur Berlin? Ich weiß schließlich nichts, über ihr Leben, ihre Umstände. Es wird schon so viel passiert sein. Vielleicht, wäre Jasmin wieder da.
Der Supergau, das ich nicht miterleben möchte. Geschweige denn auslösen.
Ich weiß es nicht, ob ich jemals so viel Mut aufbringen werde, um Katrin wieder unter die Augen zu treten. Wohl eher die Verzweiflung führt mich zurück.
Denn dort war ich glücklich. In Katrins Armen war ich angekommen.
Wenn wir doch bloß beide irgendwie mutiger gewesen, so Wort- und Redegewand, wie wir beide doch sind. In dieser Zeit, war für uns die Angst, das größte Hindernis, dass verhinderte, uns gegenseitig zu sagen, dass wir uns Lieben.


Chancen sind doch da, um genutzt zu werden. Oder?


''Hallo, ich bin es, Anni''.
Steht eines Tages geschrieben auf Katrins Handy. Einfach geschriebener Satz,
der das wichtigste enthält an Informationen. Die jedoch nicht vernichtender sein können, in einem Leben, dass gerade vor einiger Zeit gelernt hat, wieder auf eine stabile lebenswerte Basis zu kommen. Dementsprechend reagiert auch Katrin. Körperlich, so dass sie sich gerade noch auf den Stuhl fallen lassen kann.
Der Mund offen, Augen aufgerissen. Quasi in einer Schockstarre. Sie wurde mit dieser Nachricht umgehauen. Egal wann diese Nachricht angezeigt wird.
Sie hat das Potenzial, Katrins Leben endgültig zu vernichten, oder endgültig sie zu einer glücklichen Frau zu machen. Wäre da nicht diese unheimliche verletzte geballte Wut in ihr, die im ersten Moment hochkommt, und für ein Happy End Entscheidend hinderlich wäre. Es sind bestimmt jetzt schon 10 Minuten vergangen, und Katrin schaut immer noch auf diese SMS. Eine ganze Palette an Gefühlen ist in ihrem Gesicht abzulesen. Der stärkste Ausdruck ist Ungläubigkeit. Ja das ist es.

Der Unglaube daran, nach so langer Zeit, ein Lebenszeichen von Anni zu erhalten. Egal in welcher Form. Ehrlich? Nach 3 Jahren hat es Katrin aufgegeben nach einer Heimkehr von Anni, zu ihr, zu hoffen. Sie hat abgeschlossen damit.
Dass das nicht der Fall war, zeigt jetzt ihre Reaktion darauf. Es war, es ist mitnichten vorbei. Eher gut verdrängt, oder sich das gut eingeredet, dass man damit klarkommt. Und nun, wie geht es weiter? Nachricht löschen? Eine Nacht darüber schlafen? Antworten, um sie schriftlich niederzumachen? Ihr zurück schreiben, dass sie fertig mit ihr ist, und dabei einen heftigen Weinanfall zu bekommen? Anni würde es schließlich nicht mitbekommen. Ja, das wäre eine Option, Anni wäre dann auch sofort sicher, das sie der richtigen Nummer, mit dem richtigen Empfänger geschrieben hat. Ein hinterhältiges Grinsen zeigt sich auf Katrins Gesicht.
Für dann ein paar Minuten würde sie sich mächtig fühlen, erhaben gegenüber Anni. Ein kleiner Racheakt sie auch zu verletzen. Ihr somit zu signalisieren ´ ich bin fertig mit dir. Und glücklich noch dazu´. Dummerweise, entspricht das nicht der Wahrheit, und sich selbst zu belügen, diese Zeit liegt schon lange in der Vergangenheit. Ihre Gesundheit, nein, eher ihre schwere Krankheit, hat ihr diese Lektion erteilt. Katrin ist mittlerweile so vernünftig und unterlässt ihre Spielchen mit ihrem Körper. Dieser eine Krankenhaustaufhalt hatte ihr gereicht. Sie war vieles, dumm gehörte nicht dazu.

´´Schön für Dich´´.
Steht zwei Tage später auf Annis Handy. Nun, was hatte sie erwartet? Mehr Text? Mehr Sympathie? Wäre vielleicht zu viel verlangt, schließlich ist eine lange Zeit vergangen. Und da lässt es nicht mehr Text zu. Anni ist überhaupt froh, das etwas zurückkommt. Es könnte ein Einfang sein, oder es ist der Abschluss, und Katrin hat es nur nicht so direkt formuliert. Ach, ein bisschen mehr Text, dadurch mehr Informationen, wäre Anni schon zu wünschen gewesen, damit sie irgendeine Ahnung davon hat, in welche Richtung das läuft. Jetzt den Rückzug einleiten, weil einem die Antwort verunsichert? Es als Fehler darstellen, die Kontaktaufnahme überhaupt in die Wege geleitet zu haben? Wieder dem Fluchtinstinkt das Feld überlassen. Ich weiß nicht wie viel Versuche Anni hat. Wenn Anni ehrlich mit sich selbst ist, dann weiß sie, dass es das ganze Wert ist. Katrin ist die Mühe, die verunsicherten Gefühle wert. Das sagt ihr das Herz. Der Verstand, braucht noch mehr Überzeugung für diese Erkenntnis.


Mut. Hoffnung. Liebe. Ausdauer.
Mit diesen Eingenschaften dürfte sie Katrins Herz erobern, oder?



„Wie geht es Dir?“
Immerhin eine vernünftige Frage denkt sich Katrin. Ob sie sie auch ehrlich beantwortet? Katrin ist am Zweifeln, vielleicht ist es zu schwer, zu riskant im Moment für diese an sich harmlose Frage.


„Zu viel diese Frage? Ist es dir lieber, wenn ich dich erst einmal nach dem Wetter frage?“
Huch, das sind ja neue Töne von Anni. Solch eine Behutsamkeit gestellte Frage kennt Katrin von ihr nicht. Skeptisch schaut sie sich die Nachricht an.

Vielleicht hat sie das gar nicht geschrieben. Es passt nicht zu Anni.
Katrin hatte sie ganz anders erlebt.

„Ja bitte. Das Wetter ist schön bei uns.“
Anni muss bei dieser Antwort lächeln. Nun gut, dann über Umwege das Herz dieser Frau zurückgewinnen.

„Gerne. Bei uns auch. Die Sonne scheint den ganzen Tag.“
Katrin ist ihr in diesem Moment so dankbar, dass Anni sich darauf einlässt, und es nicht ins Lächerliche zieht.


„Hast du einen Cocktail in deiner Hand und liegst in der Sonne?“
Anni fängt an zu lachen. Als ob sie die Möglichkeit jetzt dazu hätte. Im Gegenteil. Immer noch lachend schüttelt sie ihren Kopf.

„Nein, wenn dann mit Bier und meiner Gitarre in der Hängematte.“ *grins*
Ein feines Lächeln zeichnet sich auf Katrins Gesicht ab. Anni war schon immer unkonventionell, und konnte bei einem 5-Gänge-Menü in einem Luxus Restaurant bei einem Geschäftsessen, Bier aus der Flasche trinken. Es hatte Anni nicht gekümmert. Und irgendwann beim 3. oder 4. mal Katrin auch nicht mehr. Es kann auch daran liegen, dass sie es schlichtweg aufgegeben hat, Anni etwas passenderes schmackhaft zu machen. Wenn sie da an die Diskussionen zurückdenkt, wie sich Anni leidenschaftlich für ihr Bier in jeder Lebenslage eingesetzt hat, muss sie immer noch darüber schmunzeln. Ja das war Anni. Wenn für sie etwas wichtig war, dann setzte sie sich mit voller Energie dafür ein. Ein trauriger Schatten fällt über Katrins Gesicht. Sie fragt sich, ob sie Anni nicht wichtig war, oder genug wichtig, um Katrin zu kämpfen. Wehmütig denkt sie an die Vergangenheit.


Katrin hatte es ihr auch nicht leicht gemacht. Das Anni es Ernst mit ihr meinte, hatte sie eines Tages in Katrins Büro klargestellt. Nun, wir können uns alle noch in Erinnerung rufen, wie es geendet hat. Anni war weg. Und Katrin traurig. Das aber erst später, zuerst war da die Wut, dass Anni einfach gegangen ist.

Hast du Urlaub?“
Na Frau Flemming wenn du wüsstest, denkt sich Anni. Anni hat in diesem Sinn mehr Urlaub gehabt, als sie sich ursprünglich vorgestellt hatte. Manche würden jetzt sagen, selbst schuld, wenn du übereilt abhaust. Recht hätten sie mit ihrer Aussage. Doch in dieser Situation vor 5 Jahren, war es die einzige Option, bevor sie zusammengebrochen wäre. Lieber zwischen paar Länder entfernt, als dass es direkt vor Katrin passiert.

„Nein, schon länger nicht mehr gehabt. Bei dir? Kommt dieses Wort mittlerweile in deinem Vokabular vor, kennst du diese Bedeutung inzwischen?“
Ach, Anni, wenn du wüsstest, denkt sich Katrin. Ja, das Wort Urlaub hat sie inzwischen verstanden. Notgedrungen musste sie es. Ihr Leben hing davon ab, es zu lernen, und im schlaf zu buchstabieren. Seit dieser schweren Zeit, ist der Urlaub, oder auch Ruhephasen, ein ständiger und treuer Begleiter in ihrem Leben.
Man muss Katrin auch nicht mehr daran erinnern, dass kann sie schon alleine.
Sie ist ja ein großes Mädchen. Nun gut, das war Katrin auch schon vorher, doch jetzt ist sie ein vernünftiges großes Mädchen.


„Du weißt doch, der Mensch lernt immer etwas Neues dazu.“ *grins*
Anni kann es nicht fassen, was sie da liest. Da ist in dieser Zeit eine Menge anders gelaufen.

„Oh Gott, bist du dafür bestochen worden, dieses Wort auch umzusetzen?“
Schön wäre es gewesen. Es war ganz alleine meine Krankheit, die mich dazu gebracht hat. Ob sie das Anni erzählen soll? Kann?

„Es wäre mir lieber, wenn es so gewesen wäre.“
…..
„Ich war Krank.“

Nun jetzt ist es ausgesprochen, und die ebene des Oberflächlichen wird verlassen.

„Darf ich dich weiter dazu fragen, oder ist es dir unangenehm mit mir darüber zu sprechen?“
Am liebsten würde Katrin im ersten Moment ihr Handy gegen die Wand werfen, und es bereuen überhaupt so weit ihr geantwortet zu haben. Sie fühlt sich unsicher, solch eine intime Information mit Anni geteilt zu haben.

„Anni, können wir morgen weiter schreiben. Mir ist das gerade zu viel.“
2 Sekunden später
„Natürlich Katrin. Nimm dir so viel Zeit die du brauchst.“

„Danke Anni.“
„Wenn du bereit dafür bist mir wieder zu schreiben, dann tu es. Ich würde mich freuen. Ich bin erleichtert und froh, dass du mir zurückgeschrieben hast.“


2 Tage sind mittlerweile vergangen. Katrin hat sich bis jetzt nicht bei Anni gemeldet. Nicht weil sie nicht will, sie kann es nicht. Sie fühlt sich nicht stark genug, Anni ihre verletzliche Seite zu zeigen. Es wird alles wieder aufwühlen, die Geschehnisse von dieser Zeit, die sie am liebsten Vergessen würde, die jedoch so lehrend wertvoll für Katrin waren. Wenn es diese Lektion nicht gegeben hätte, dann würde das Gespräch mit Anni ganz anders verlaufen. Es würde einfach nicht stattfinden.

In diesen zwei Tagen schwankt Anni zwischen Panik, Hoffnung, Zusammenbruch.
Es macht sie schier wahnsinnig nicht zu wissen, was damals mit Katrin passiert ist, und jetzt, ob sie sich wieder meldet. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie der Grund dafür war, dass Katrin krank wurde. Doch um das zu wissen, müsste sich Katrin erst mal bei ihr melden. Anni hat Angst, das diese zarte Annäherung vor zwei Tagen, das letzte ist, was sie beide am Ende verbindet. Ihr kommen die Tränen. Noch so eine Eigenschaft, an die sie sich gewöhnen muss. Sie lässt ihre Gefühle zu, ist jetzt reifer mit sich. Gibt ihren Gefühlen Raum. Und die werden mit so vielem gefüllt, weil sie keine Informationen zu Katrins Gemütszustand bekommt.


Am 3. Tag hatte sich Katrin schließlich bei ihr gemeldet. Anni hätte ihr um den Hals fallen können, so froh war sie darüber. Katrin hatte sich mutig genug gefühlt ihr von Tag 1 nach dem Gehen von Anni bis zu den letzten Tagen jetzt, zu erzählen. Anni hatte Geduldig zugehört, und sie an der einen oder anderen Stelle unterbrochen, um nachzufragen. Danach war sie geschockt und überrascht. Katrin war zu einem anderen Menschen geworden. Familiärer, ruhiger, sanfter, ehrlicher. Anni hat so viel verpasst. Doch vielleicht bekäme sie jetzt die Möglichkeit, Katrin auf einer neuen Basis kennenzulernen, und ganz wichtig zu lieben. Denn dieses Thema haben sich noch ausgeklammert in deren Gesprächen. Na ja Schritt für Schritt. Und irgendwann ist man am Ziel.

Anni erzählte schließlich von ihren 5 Jahren, die sie in Portugal verbracht hat. Mehr schlecht als recht. Dass sie in einer Band anfangen wollte, doch wegen ihrer Herzschmerz zerreißenden Songs, die sie den Mitgliedern vorgesungen hat, nicht angenommen wurde. Eine Begründung blieben sie ihr schuldig, doch Anni denkt, das es was mit den feuchten Augen der Bandmitglieder zu tun hatte.


Und dann kam der Tag. Der alles entscheiden sollte...in die richtige Richtung
Es war der Tag, an dem sie über sich und ihre Gefühle füreinander sprachen.

„In den ganzen 5 Jahren verging kein Tag, an dem ich dich nicht vermisst habe, Katrin.“

„Ging mir auch so. Bereust du es, dass du nach Portugal geflüchtet bist?“

„Ach Katrin, Flucht ist ein so großes Wort.“


„Das aber ausgesprochen gut zu deinem Weggang passt. Findest du nicht auch?“

„Da ich ja seit einiger Zeit zu einem Gefühlsmensch verkommen bin, muss ich dir
leider recht geben.“ *schiefgrins*

„Warum sollst nur du was aus dieser Zeit lernen?“ *zwinker*

„Das macht mich ja richtig neugierig Katrin. Was hast du denn so alles gelernt?“

„Das habe ich dir in den vergangenen Telefongesprächen alles mitgeteilt. Ich bin, dir gegenüber so offen, wie bei keinem zuvor.“

„Bereust du es, deine Offenheit mir gegenüber?“

„Keine einzige Sekunde!“

„Unser Leben wäre einfacher verlaufen, wenn wir von Anfang an so miteinander geredet hätten, wie wir es jetzt tun.“

„Anni, damals waren wir noch nicht reif für uns.“

„Und was bedeutet das?“

„Ich hoffe doch das gleiche, wie für mich.“

„Ich will dich sehen Anni. Mir reicht es nicht, mit dir zu schreiben und zu telefonieren. Ich brauche mehr von dir!“

„Wie dringend brauchst du mich?“

„SOFORT.“

„Nun, das lässt sich einrichten Katrin.“ *schelmischgrinsend*

„????.“

„!!!!!.“
„Ich bin ziemlich in deiner Nähe Katrin.“

„Definiere ziemlich!“

„Ich kann in 10 Minuten an deiner Tür stehen und klingeln.“


„Anni. Bist du betrunken, nimmst du Drogen?“

„Hm, ja. Liebestrunken und High davon.“

„BITTE komm!“

…..

10 Minuten später klingelt es an Katrins Tür. Katrin reißt förmlich die Tür aus den Angeln. Es könnte sich doch glatt um Freude handeln. Mit großen sehnsüchtigen Augen blicken sie sich an. Freude, Glück, Sehnsucht, Ungläubigkeit.


Du bist tatsächlich hier.“, haucht Katrin in der Tür.
„Live und in Farbe. Ja.“ schmunzelt Anni.
„Lässt du mich hinein?“ fragt Anni schüchtern
„Gleich, ich muss mir das Bild von dir genau einprägen, damit ich es auch glauben kann.“ kommt es ehrfürchtig von Katrin.
„Du weißt aber schon das Winter ist, so lange halte ich es draußen nicht aus.“ sagt Anni lächelnd.
Katrin macht daraufhin eine einladende Handbewegung, dass sie hineinkommen soll. Kaum die Tür geschlossen fallen sie sich in die Armen. Die ein oder andere Träne ist bei beiden auch zu sehen. Sie halten, und halten sich, und lassen sich nicht mehr los. Sie haben viel nachzuholen. Voller Liebe sehen sie sich in die Augen.

Doch ausgesprochen wurde dieser Blick noch nicht. Es wird aber langsam Zeit. Langsam nähern sich ihre Gesichter. Hände kommen dazu. Sich gegenseitig berühren, mit dem Zeigefinger über das Gesicht des jeweils anderen sanft streichen. Stirn, Wange, Mund. Sich vorsichtig annähern. Hektische Bewegungen würden den Moment zerstören. Wäre unangebracht. Beide wissen das. Wissen jetzt diesen sanften Moment zu würdigen, zu schätzen. Keine Sekunde werden die Augen geschlossen. Schließlich darf man nichts verpassen in diesem Moment. Doch dann werden die überwältigenden Gefühle zu viel, und man schließt doch die Augen, begleitet mit einem sanften, erleichterten Stöhnen. Es ist Realität. Es ist tatsächlich wahr. Anni steht Katrin gegenüber. In ihrer Wohnung. Verrückt. Wer hätte das voraussehen können? Niemand. Am allerwenigsten die beiden.

„Darf ich dich küssen Katrin?“kommt es sanft hoffend von Anni
Katrin nickt mit einem sanften Lächeln.

Und schließlich geschieht es, was beide schon seit 5 Jahren wollten. Obwohl, das gewisse Wort ist immer noch nicht beiden über die Lippen gekommen. Haben Sie es vergessen, als nicht mehr wichtig erachtet. Die Entschuldigung gilt, dass sie anderes im Sinn haben. Sich gegenseitig mit den Augen den jeweils anderen Körper mit Blicken berühren. Wahrscheinlich auch ausziehen.


Der Kuss, ist von so einer Sanftheit geprägt, die sie noch nie in ihrem Leben gespürt haben. Es ist ein neues Gefühl. Für beide. Es liegt wohl daran, dass beide noch nie so innig sich mit einem anderen Menschen verbunden gefühlt haben.

Der Kuss wechselt jetzt in die Leidenschaft. Zunge ist im Spiel. Hände gehen vorsichtig auf Wanderschaft. Schließlich kennt man den Körper des anderen nicht mehr nach so langer Zeit. Es beginnt ein Vortasten, Hauptsache die Haut des anderen spürt man wieder unter seinen Fingern. Langsam zieht man sich gegenseitig aus, immer begleitet mit sehnsüchtigen Blicken. Man flüstert sich Zuneigung, Gefühle gegenseitig ins Ohr. Erregung kommt dazu. So vieles hat den beiden, so lange gefehlt.

Am Ende liegen beide nackt im Bett, ineinander verknotet, nicht mehr loslassend. Nie mehr.
„Ich liebe dich Anni.“
„Ich liebe dich Katrin.“

kommt es gleichzeitig

The End

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