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Inheritance I: Undercover

GeschichteKrimi, Romance / P18 / Gen
B.A.P Big Bang Block B OC (Own Character) Super Junior
26.12.2020
21.02.2021
3
16.967
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26.12.2020 6.194
 
Vorwort: Hello-chen, meine Lieben. Diese Geschichte ist uralt und war bereits 2012 online, damals hatte ich allerdings einen anderen Namen.
Nun überarbeite ich diese Geschichte und ja, lade sie erneut hoch, während ich an den Fortsetzungen arbeite.
Ich würde mich freuen, wenn sich hier alteingesessene und neue Kpop-Fans antreffen lassen, die die Geschichte vielleicht ganz amüsant finden. Über meine alten Leser würde ich mich natürlich auch freuen, aber abwarten. Band I ist komplett fertig und wie gesagt, ich sitze noch immer an den Fortsetzungen, die um einiges düsterer werden. Bezüglich der Gastauftritte: Es gibt alle möglichen Kpop und KHiphop-Artists, die hier ihren Auftritt haben, also es sind viel mehr, als ich auflisten könnte. ☺ Trotzdem viel Spaß. Ach so und keine Sorge, Zico ist volljährig. ;) ♥


Tropics: secret relationship • mrs robinson • a match made in stockholm • the only one allowed to defeat you • in love with the gangster's girl • mafia princess • interracial relationship • first love • ladykiller in love • battle couple • love triangle • mysterious past • three is company • girl next door • furious attraction • slap slap kiss • love at first punch • boy meets girl • harem seeker • new old flame • millionaire playboy • alpha bitch • subordinate excuse • lovable rogue • yandere • bad Boy • bad girl

Geschichte | Trilogie | Kpop | Block B & others | Oc x Zico | Romance | Action | Comedy | Crime | P18 | Trigger: Smut | Brutality | Characterdeath

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INHERITANCE I
UNDERCOVER
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Der Trailer

Prologue & Chapter I: Inkognito
November 2017 in Seoul, Süd-Korea.


Es war 02:43 Uhr und Marie Jackson besah sich die neuesten Vermisstenmeldungen.
Im Polizeirevier war trotz der Uhrzeit viel los. Es schien, als wäre wieder eine Prügelei zwischen mehreren Gangs, während einer Übergabe, ausgebrochen und einige konnten dingfest gemacht werden.
In letzter Zeit gab es vermehrt Mitglieder der verschiedensten kriminellen Gruppierungen, welche aneinander gerieten. Diese Woche hatte die junge Frau Nachtschicht und es kam schon das dritte Mal zu Ausartungen und es war gerade einmal Donnerstag.
Sie nippte an ihrem Kaffee, während sie die Akten beiseite legte. Marie Jackson würde die Augen offen halten, aber ansonsten waren andere für die Vermissten-Fälle verantwortlich. Ihr Bereich waren eher Dealereien - seien es Waffen, Drogen oder Menschen. Alles, was man auf dem Schwarzmarkt vertickte, war ihr Bereich.
Gerade als Marie zu ihrem Schreibtisch und ihre Kaffeetasse abstellen wollte, öffnete sich die Eingangstür und ein paar Polizisten brachten einen großen, rothaarigen jungen Mann herein.
„Du schon wieder", schnaufte die junge Frau genervt und bedachte den Jungen in Handschellen und den Polizisten mit einem strengen Blick. Er sagte nichts, sondern schaute gereizt zur Seite.
„Habe ihn bei einer Übergabe erwischt", klärte sie Han Gil, ihr Kollege, der den Jungen im Griff hatte, auf.
„Man, ich hab' nichts gemacht. War nur durch Zufall da", ließ der Rothaarige verlauten. Man bemerkte deutlich, dass er log und Marie lachte: „Tue nicht so. Es ist ja nicht so, als sei es das erste Mal."
Der Rothaarige schmollte, aber hielt den Mund.
„Ich nehme ihn dir ab", erklärte sie lächelnd an Han Gil gewandt und griff nach den Handschellen, mit denen sie den Jungen gegen seinen Willen mit sich zog.
„EY, DAS TUT WEH!"
„Awww, hat der Junge jetzt Schmerzen? Heul' wen anders zu!", motzte die Polizistin und zog ihn noch grober mit sich, bevor sie ihn schließlich mit einem Ruck auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch verfrachtete. Sie befestigte seine Handschellen an ihrem Tisch und setze sich selbst auf ihren Stuhl.
„So, willst du es heute auf die harte Tour oder bist du sofort zur Kooperation bereit?", fragte die dunkelblonde Frau mit der Dienstmarke und fischte seine Akte aus einem Berg zu ihrer rechten hervor.
„Also?", fragte sie erneut, als sie noch immer keine Antwort erhalten hatte.
„Du weißt, ich kann nichts verraten, ohne andere in den Dreck zu ziehen und wenn meine Handelsmänner herauskriegen, dass ich dir etwas erzähle, dann machen die meine Leute und mich um einen Kopf kürzer", erklärte er ernst und fixierte anschließend das Mahagoni-Holz ihres Schreibtisches mit seinem Blick.
„Es sei denn, du verrätst mir die Namen und ich greife nicht sofort durch. Wir schinden Zeit, sodass der Verdacht bei der Festnahme nicht auf dich fällt. Ich denke, es würde im Endeffekt sowieso auf verdeckte Ermittlungen hinauslaufen", schlug Marie vor. Sie wusste einfach, wie dieser Junge tickte und im Grunde genommen war er kein schlechter Kerl. Er war schlichtweg unter den falschen Umständen, zur falschen Zeit, im falschen Viertel geboren und aufgewachsen.
Er überlegte und ließ sich die Worte durch den Kopf gehen, bis er schließlich antwortete: „Tut mir leid, das Risiko ist mir zu groß. Ich nehme lieber die Strafe in Kauf."
Er war so stur.
„So soll es sein", sagte sie, schloss die Akte und löste die Schellen.
„Was zum...?!"
„Du darfst gehen. Vorerst." Marie Jackson verschränkte ihre Arme ineinander und schaute ihn streng an: „Schau nicht so. Geh! Bevor ich es mir anders überlege", meckerte sie und beobachtete diesen Jungen, wie er schnellen Schrittes das Revier verließ.
Ein letzter Blick, ein letztes "Danke" und schon war er weg.
Marie hatte keineswegs den Plan ihn einfach so gehen zu lassen und so schritt sie sofort zu ihrem Vorgesetzten und wollte seine Erlaubnis für die Umsetzung ihres Plans.
„Sir?"
„Ah, Ms. Jackson, was kann ich für Sie tun?", grinste der ältere Mann vor ihr.
„Ich möchte die Befugnis für eine verdeckte Ermittlung, welche die illegalen Geschäfte in Guro aufdecken soll. Ich würde mich an den jungen Bang Yong Guk ranheften und sehen, mit wem er so zu tun hat. Er scheint auf jeden Fall in engen Kontakt zu den Dealern zu stehen."
Ihr Boss drehte sich um und überlegte. Dabei legte er sich eine Hand ans Kinn und schaute auf den Boden.
Welch Denkerpose, schoss es ihr durch den Kopf.
„Ms. Jackson ich denke, es ist eine interessante Idee. Aber hören Sie, wenn wir das tun, dann gleich richtig. Ich werde Ihnen einige Kollegen zur Seite stellen und wir werden Sie auf die Schule dieser Gangs als Schülerin anmelden. Nicht böse gemeint, aber Sie sind sehr unscheinbar. Dies könnte von Vorteil sein. Sie werden mir alle zwei Tage Bericht erstatten und es gilt die äußerste Priorität, dass Sie inkognito bleiben. Bestechen Sie den Jungen, dass er Sie nicht verrät. Sie bekommen eine neue Identität und werden bei vermeintlichen Eltern leben. Alles Weitere besprechen wir Morgen früh. Ach und bitte, schicken Sie mir die beiden Mr. Kim's und Mr. Sim herein."
Marie Jackson verließ das Büro und beendete ihre Arbeit. Im Laufe des Dienstes hatten ihr Kim Han Gil, Kim Gi Seok und Sim Jong Su, von allen aber Sims genannt, mitgeteilt, dass sie ebenfalls in diese Ermittlung involviert sein würden. Und so ging sie beruhigt aus der Nachtschicht in der Erwartung eines erholsamen Schlafes.
Um 17 Uhr würden sie sich alle zur genaueren Erläuterung der Details treffen und am Montag würde es dann beginnen. Marie konnte gar nicht abwarten zu sehen, wie Yong Guk die Augen aus dem Kopf fallen würden.

꧁ ⚜ ♕ ⚜ ꧂


Die Lärchen trällerten vergnügt vor dem kleinen Häuschen, welches Marie den Tag zuvor mit ihren Fake-Eltern bezogen hatte. Haus um Haus wurde erhellt vom Sonnenlicht und obgleich die Nervosität sie heimsuchte, war sie mehr darauf erpicht sich in der doch recht unangenehmen Schuluniform im Spiegel zu betrachten, ehe sie gequält das Haus verließ.
Es überraschte sie mehr als nur dezent, dass ihr Boss tatsächlich Wort hielt und diese Ermittlung mit solch einer Professionalität anging. So sah sie bereits vor sich viele Schüler, die sich immer wieder leicht verstört zu ihr umdrehten, was ihr nur bestätigte, dass sie so überhaupt nicht ins Bild passte.
Beinahe jedes Mädchen trug Overknee-Socken und hatte ihren Rock gekürzt. Hohe Schuhe ließen die sonst kleineren Asiatinnen von oben auf sie hinab blicken und gefärbte Haare, sowie Kontaktlinsen sorgten für Individualität.
Nicht unweit von ihr liefen ihre Kollegen Han Gil und Sims, die jetzt Jay und Sung Ji hießen und ließen Kommentare verlauten. „Damn, an diesen Anblick könnte ich mich gewöhnen." „Krasse Scheiße, zu meiner Schulzeit liefen die Mädchen noch nicht so rum." Die Mädchenschar, die vor den Kerlen lief, drehte sich amüsiert um und begutachtete das neue Frischfleisch, ehe sie brav den Schulhof passierten.
Marie hatte ihre Schuluniform so belassen, wie sie war, Schwarz und mit roter Schleife an der Bluse. Sie trug eine dicke, schwarze Wollstrumpfhose, da es um diese Jahreszeit schon recht kalt war und verkühlte sich beinahe beim Anblick der anderen Mädchen die Blase. Selbst ihre Schuhe hoben sich vom Rest der Menge ab. Sie trug keine Highheels wie die anderen, sondern schlichte Lackschuhe, die ihr angemessen und adrett vorgekommen waren; zumal sie sowieso ein paar Zentimeter größer war als die Koreanerinnen.
Deren Immunsystem muss echt abgehärtet sein, dachte sie bei sich und ignorierte die Blicke der Schülerschar.
Da ihre Kollegen Koreaner waren, blieben sie verschont und waren einfach nur neue Schüler. Für Europäerinnen sah es da anders aus. Trotz der immer mehr wachsenden Einwandereranzahl, war es noch immer eine Rarität Ausländer auf so manchen Schulen zu haben und das merkte sie an Kommentaren wie: „Guck mal, die ist so weiß." „Meinst du, die färbt ihre Haare?" „Ich habe gehört weiße Frauen haben eine rosa Vagina" „Ich wette, die kann gar kein Koreanisch", und weiteren unangebrachten Sätzen.

Im braun-weißen Schulgebäude angekommen, fragte sie das nächstbeste Mädchen, wo denn das Sekretariat sei und bekam eine schnelle Antwort: „Geradezu, kannst du nicht lesen?!"
Marie zog eine genervte Miene und beließ es dabei.
„Freundlichkeit ist eine Tugend, wie es mir scheint", flüsterte sie leise vor sich hin und ging auch gleich ins Sekretariat.
Die Sekretärin mit dem strengen Dutt und der übergroßen schwarzen Brille fackelte auch nicht lang und sobald Marie sich mit ihrer neuen Identität namens Katharina Wood angemeldet hatte, stellte sie ihr auch gleich alle Schulbücher zur Verfügung, sowie einen Jungen namens Taeil, der sie mit zum Unterricht nehmen sollte.
Kaum betraten sie den Gang, wandte sich der doch recht kleine Junge an sie: „Du kommst nicht von hier oder?!"
„Nicht direkt, bin vor einigen Jahren hergezogen", antwortete die Undercover-Polizistin ein wenig angespannt, woraufhin Taeil es dabei beließ. Er ging einfach voraus und sobald sie den Klassenraum betraten, überließ Taeil sie auch gleich dem Lehrer, der sie von oben bis unten musterte.
„Und Sie sind also die Neue? Katharina, oder?! Schön Sie kennenzulernen, mein Name ist Choi Seung Hyun", merkte er lächelnd an und schob sich seine Brille zurecht.
„So ist es."
„Nun gut", sprach er und drehte sich auch so gleich zu seinen Schülern, die bereits aufgeregt schnatterten und Marie von oben bis unten inspizierten.
In der hintersten Reihe konnte sie bereits den roten Schopf von Yong Guk ausfindig machen, der übereifrig auf seinem Handy herumtippte und schließlich von einem blonden Jungen beworfen wurde.
„Man, WAS SOLL DAS DU KANALRATTTE?!", brüllte dieser den Blonden an und schmiss auch sofort mit der Federtasche seines Sitznachbars nach dem Blonden.
„Ey! Yo Zico, keinen Quatsch am Morgen bitte", merkte der Lehrer freundlich kumpelhaft, jedoch bestimmend an und besah den Blonden mahnend.
„Sorry, der Spaßti saß so präsentativ da, da konnte ich nicht anders", lachte sich Zico einen ab und Yong Guk sprang von seinem Platz auf. „WAS HAST DU GESAGT?!"
„Du hast mich schon verstanden, Bimbo", witzelte Zico noch immer und schaute ihn herausfordernd an.
„Beruhige dich, Alter", lächelte ein Junge mit braungefärbten Haaren, die er zu einem Zopf gebunden hatte und der in derselben Reihe saß. Er neckte: „Wir wollen doch nicht, dass sein Blutdruck steigt!"
„Mein was?! Sag' mal, hast du noch alle Latten am Zaun, du Schwuchtel", steigerte sich Yong Guk auch sofort hinein und wurde gerade noch von einem Jungen mit blonden Locken festgehalten. Dieser war anscheinend ein Freund von Yong Guk und sprach ihm irgendwas zu, woraufhin sich Yong Guk beruhigte und umdrehte.
„So ist's richtig. Wir wollen doch nicht die Dame warten lassen", lächelte der Brünette mit dem Zopf aus der letzten Reihe und zwinkerte Marie zu, die darauf lediglich die rechte Augenbraue anhob.
Yong Guk fielen fast die Augen aus dem Kopf, als er Marie entdeckte und einige Sekunden stand er wie paralysiert im Raum, bevor der Lehrer sprach: „Ich möchte euch allen, trotz dieser Aufregung hier, einen wunderschönen guten Morgen wünschen. Wie ihr seht haben wir einen Neuzugang. Sie heißt Katharina Wood und ist in eurem Alter. Bitte seid nett. Katharina, du kannst dich auf den freien Platz dort hinten setzen." Mr. Choi zeigte auf den leeren Platz zwischen diesem Zico und dem Jungen mit dem Zopf, während er sprach und sofort bewegte sie sich, unter den wachsamen Augen der Anwesenden, auf den Platz zu.
Yong Guk stand noch immer im Raum und starrte Marie an. Man konnte ihm seinen Schock deutlich anmerken und Marie hoffte, dass der Idiot nicht sofort herausposaunte, um wen es sich bei ihr handelte. Zico neben ihr unterbrach sein Gestarre schlussendlich mit einem dummen Kommentar: „Guck mal, Gukkie hat sich verliebt!"
Manche Schüler lachten los, andere wussten nicht recht, was sie tun sollten.
Wie es Marie schien, hatten einige Schüler einen ziemlichen Respekt vor Yong Guk. Das merkte man an ihren ehrfürchtigen Blicken, wobei Zico auch nicht ohne zu sein schien, denn als der Junge vor ihm nicht lachte, trat dieser ihn: „YAH! Das war lustig. LACH!" Und sofort fing der Junge an unbehaglich zu glucksen, was wohl ein Lachen sein sollte.
„Ist jetzt gut, bitte. Mr Bang setzen Sie sich. Sagen Sie mir, wo waren wir letztes Mal stehen geblieben?", fragte der Lehrer eine Schülerin zu seiner Linken, welche ihm sofort antwortete.
Marie hörte schon nach der Hälfte nicht mehr zu. Soweit sie es mitbekommen hatte, hatte sie gerade Geschichtsunterricht und den brauchte sie nun wirklich nicht. Sie lehnte sich entspannt zurück und beobachtete lieber. Sie hatte sehr wohl bemerkt, dass die Jungs neben ihr immer wieder Blicke auf sie warfen und zueinander.
„Saaaggg mal, woher kommst'n du?!"
Marie schaute zögerlich zu diesem Zico. „Von hier."
„Wo von hier?"
„Na, von hier."
„Hmpf", gab Zico von sich und schien zu überlegen, bevor er seinen Kumpel Jaehyo anschaute und die Augenbraue hochzog. Er empfand dieses Mädchen als total unhöflich und das sagte er ihr auch gleich: „Du bist unhöflich."
Marie war sich nicht sicher, ob sie gerade richtig gehört hatte und so ließ sie sich Zeit mit ihrer Antwort: „Ich denke, der Einzige, der hier unhöflich ist, bist du."
„Bist du bescheuert? Ich bin voll nett und du kommst mir so", meinte Zico zickig und schaute sie böse an.
„Bitte? Du hast dich nicht mal vorgestellt und fragst mich sofort, wo ich herkomme. Wie kommst du zu der Annahme, dass ich Ausländerin bin?!"
„Na, weil du so aussiehst!"
Dieser brünette Junge mit Zopf neben ihr fing an zu kichern und lehnte sich auch sogleich zu den beiden: „Ich glaube, sie ist empfindlich."
„BITTE?!", entkam es Marie einige Oktaven zu hoch und sie setze nach: „Manieren und Empfindlichkeit haben nichts gemein. Wenn du noch einmal so einen Unfug erzählst, zeig' ich dir wie empfindlich Männer sein können!"
Zico und Jaehyo bekamen beide große Augen, bevor sie lachend in die Hände klatschten. Marie wurde erst jetzt bewusst, dass ihre eigentlich, nicht sehr männerfreundliche, Penis verstümmelnde Drohung, ein wenig pervers aufgefasst werden konnte und wurde jetzt ein wenig rot um die Nase.
„Meine Herren. Ich finde es ja wirklich reizend, dass Sie bereits am Morgen so eine gute Laune haben, aber ich möchte Sie bitten, diese außerhalb der Unterrichtszeiten zu genießen."
„Sorry", winkte Zico noch immer lachend ab und es kehrte wieder Ruhe ein. Kurz darauf lehnte sich Jaehyo von Links und Zico von Rechts zu ihr.
Zico meinte: „Und ich finde, dass es unangebracht ist, dass du bereits jetzt Stelldicheins anbietest, ohne den Namen deines Freiers zu kennen."
„Meines Freiers? Ich hätte eher gedacht von meinem Opfer. Diese Aussage war nicht im entferntesten als Stelldichein geplant, eher als Ich-tranchiere-deinen-Penis-gleich-mit-einem-Küchenmesser!"
Kurz daraufhin verstummten beide. Der Junge vor ihnen drehte sich allerdings daraufhin um: „Ich glaube, ihr habt das völlig falsch angepackt. Machen wir's so. Ich bin Kyung, das ist Jaehyo und das ist Zico. Du heißt Katharina, oder? Ich denke, Zico nahm an, dass du aufgrund deines Namens nicht von hier kommst. Der ist hier nicht so weit verbreitet."
Der rothaarige, lächelnde Lockenkopf hielt ihr freundlich die Hand hin und schaute danach vorsichtig zu den Jungs neben Marie.
„Freut mich", begrüßte ihn Katharina mit einem Lächeln.
„Schau mal, das Kätzchen ist ja doch handzahm", grinste ein Junge neben Kyung und wandte sich ebenfalls um: „Ich bin P.O."
Der Junge, der vorhin getreten wurde, drehte sich interessiert mit um, was Kyungs und P.O.s Aufmerksamkeit erregte: "Pabo! Da vorne spielt die Musik. Wir wollen ungestört sein." Der Junge kuschte und Marie merkte schnell: Kyung und P.O. waren nicht anders als die zwei neben ihr. Sie waren ungezogene Bengel, denen jedes Gefühl für Manieren und Feinfühligkeit fehlte.
Jaehyo machte auch sofort auf sich aufmerksam: „Jetzt, wo wir die Namen der anderen kennen, könnten wir uns doch anderweitig bekannt machen." Als Untermalung seiner Aussage wackelte er mehrmals mit seinen perfekt gezupften Augenbrauen, bevor ihn ein Buch traf.
Marie drehte sich nach vorne und direkt vor ihnen stand Mr. Choi: „Was immer Sie derzeitig besprechen... ich denke, dies hat nichts mit unserem Geschichtsunterricht gemein."
„Nun doch, eigentlich schon.", merkte Zico an und alle blickten zu ihm.
„Wir haben gerade über Erkundigungen gesprochen, die man unbedingt tätigen müsste."
„Welcher Art von Erkundigung denn?", merkte der Lehrer genervt und zeitgleich interessiert an, wobei er sich angestrengt die Nasenwurzel hielt.
„Erkundigungen des anderen Geschlechts. Der Vereinigung von Mann und Frau und...", ehe er fertig gesprochen hatte, schlug der Lehrer Zico sein Geschichtsbuch auf den Kopf.
„Also NICHTS Produktives."
„Nun ja, da kann man schon was produzieren...", merkte Jaehyo mit einem Schmollmund an und legte den Kopf schief.
„Das reicht! Ich möchte von Ihnen eintausend sinnvolle Wörter, die erklären, warum man nicht den Unterricht stören soll und was der Unterschied zwischen Sexualkunde und Geschichte ist. Bis morgen."
"Eigentlich kann man das gut verbinden. Die Geschichte ist doch erfüllt von der Sexualität verschiedener Völker."
"Sie ebenfalls Mr. Park", sprach Mr. Choi zu Kyung und widmete sich wieder seinem Unterricht.
„Ich gestehe, ich bin erstaunt, dass ihr so wortgewandt seid. Bis dahin hatte, ich gedacht ihr seid Trottel", gab Marie erstaunt preis und wurde gleich von P.O. angegrinst. „Erhoffe dir nicht zu viel."
„Psscht, P.O.", machte Taeil ein paar Plätze weiter und Zico fragte Marie: „Mit welchen Augen siehst du uns denn jetzt?!"
„Wir sind so charmant, gutaussehend, hinreißend, wortgewandt, gut im Bett, gut gebaut, sportlich, geschickt, gutaussehend...", schmachtete Jaehyo sich selbst an und Kyung merkte leise an: „Alter, du wiederholst dich!"
„Also, zuerst dachte ich, ihr seid Trottel. Jetzt denke ich, ihr seid Volltrottel", grinste sie und verließ den Unterricht, da er beendet war.


꧁ ⚜ ♕ ⚜ ꧂



In der zehn Minuten Pause hatte Marie schnell die Toilette aufgesucht, wenn auch mit einem kleinen Orientierungsproblem und so kam es ihr recht gelegen, dass Yong Guk sie gleich vor der Toilette abpasste und zur Rede stellte: „Was suchst du hier?!"
Marie vergewisserte sich, dass sich niemand in unmittelbarer Nähe befand und erklärte ruhig: „Ermittlungen!"
„Ermittlungen?! Sag' mal, was soll der Scheiß?! Wenn du Ärger machst, dann..."
„Was dann? Willst du ernsthaft einer Polizistin drohen? Hör' zu Yong Guk, du hättest einfach reden sollen. Hast du aber nicht, und jetzt ist es zu spät. Dies ist eine verdeckte Ermittlung und du solltest mir nicht in die Quere kommen. Im Gegenteil, hilf mir und ich sehe zu, dass du und deine Jungs, so lange es das Strafmaß erlaubt, ungeschoren davon kommen. Wenn nicht, dann nicht, aber behindere die Ermittlungen nicht und erzähle niemandem, wer ich oder einer meiner Kollegen eigentlich ist."
Yong Guk zögerte und schnalzte genervt mit der Zunge: „Tue doch was du willst!"
Damit hatte Marie gerechnet, aber damit konnte sie auch leben. Und so schlenderte Marie hinter ihm gemütlich in den Klassenraum zurück.
Vor dem Raum standen bereits dieser Zico und seine Jungs. Kaum kam Marie in deren Blickfeld, wendete sich auch schon Jaehyo zu zwei Jungs um, die nicht in Maries Klasse waren, aber allem Anschein nach zu deren Freundeskreis gehörten: „Das ist sie."
„Die?", erwiderte ein rothaariger Junge mit einem Tunnel im Ohr und ein wenig Kajalstift um die Augen. „Sie sieht so harmlos aus."
Jaehyo grinste auch sofort in die Runde und kam anschließend zu Marie und legte ihr einen Arm um: „Na, Katharina. Hast du dich schön erleichtert?"
„Sorry, mein guter, aber bevor ich mir Frauengespräche mit dir antue und mir womöglich noch von dir die Nägel lackieren lassen, schmiere ich mich lieber mit Blut ein und lege mich willig vor einen Löwen. Aber guter Versuch, du Armageddon des menschlichen Verstandes", grinste diese und bog auch sofort in den Raum.
Jaehyo ließ ab, grinste und drehte sich zu seinen Freunden: „Ich sag's dir doch, Ukwon, sie ist betäubend und ein echtes Miststück."
„In anderen Worten, du magst sie", lachte Kyung und Ukwon fügte hinzu: „Vielleicht ist er auch einfach ein Masochist und sucht den nächsten Kick?!"
Zico hatte sich kaum an der Unterhaltung beteiligt und beobachtete eher durch die Schiebefenster des Klassenraums zum Gang hinaus, wie Yong Guk dem Mädchen immer wieder Blicke zuwarf. Er hatte sehr wohl bemerkt, dass Yong Guk dem Mädchen hinterher gegangen war und nur wenige Augenblicke vor ihr wiederkam. Ein Gefühl der Beklommenheit und der Verdacht, dass etwas im Busch war, machten ihn Neugierig, was es denn damit auf sich hatte und so stellte er die Frage: „Wieso hat'n der Wichser Bang sie vorhin eigentlich so angesehen?"
„Sie ist hübsch", merkte Kyung an und grinste: „Bist du eifersüchtig?"
„Quatsch."
„Ich hab's auch bemerkt, war seltsam", gab Taeil skeptisch von sich und tippte verschwörerisch auf seinem Mobiltelefon herum.
„Wir sollten langsam wieder rein. Die Stunde fängt gleich an." Die Gruppe löste sich auf und jeder ging gemächlich in seinen Klassenraum.

Kaum hatte der Unterricht begonnen, wurde Marie auch schon von Zico angesprochen: „Also die Sache mit dem Trottel..."
„Du meinst Volltrottel!"
„Man, ja. Also, die Sache mit dem Volltrottel, musst du unbedingt noch einmal überdenken, Liebchen."
„Wieso?"
„Das würde sonst sehr ungemütlich werden in unserer kleinen Runde", erklärte Jaehyo.
„Mhh", machte Marie und verfiel in dieselbe Denkerpose, wie es sonst nur ihr Boss tat: „Ich denke, damit kann ich leben... oder aber, ihr überzeugt mich vom Gegenteil, wobei es schwer wird, nachdem ihr mir gerade gedroht habt."
„Uff, das war keine Drohung, eher eine Art Stellungnahme", korrigierte Jaehyo.
„Stellungnahme? Interessante Definition."
„Worauf wir eigentlich hinaus wollen, Schneckchen", setzte Zico an und Marie unterbrach: „Nenne mich bitte nicht Schnecken, sonst nenne ich dich Würmchen."
Zico rollte die Augen und sprach genervt weiter: „Worauf wir eigentlich hinaus wollten, PRINZESSCHEN, ist, dass..."
„Nenne mich nicht Prinzesschen! Ich bin vieles, aber bestimmt nicht verwöhnt."
Zico knallte mehrere Male mit seinem Kopf auf die Tischplatte, sodass Mr. Choi angespannt fragte: „Zico, ist alles in Ordnung mit Ihnen?"
Zico erhob die Hand und Marie sprach für ihn: „Ich denke, er wollte lediglich seine Synapsen ein wenig wachrütteln."
Mr. Choi zog eine Augenbraue in die Höhe.
„Ja, ja, ich wollte lediglich meine Strapse vorführen", nuschelte Zico und die Klasse brach in tosendem Gelächter aus.
„Ist ja gut, Mensch", mahnte Mr. Choi und fügte hinzu: „Zico, fühlen Sie sich frei alles zu tun, nur bitte seien Sie leise."
Zicos Kopf lag auf dem Tisch, als er seinen Kopf in Maries Richtung drehte: „Mädchen, du bereitest mir Kopfschmerzen."
„Danke, Schatz. Das höre ich öfter. Nicht jeder hat halt die Ausdauer", konterte Marie mit einem Luftkuss und Jaehyo und Zico verfielen schon wieder in ihr einstimmiges Lachen. Typisch, sobald sich ein Gespräch in Richtung Sex entwickelte, war jeder Kerl auf einmal wieder genesen und voller Eifer dabei.
Die zwei quatschten unermüdlich weiter, jedoch achtete Marie schon gar nicht mehr darauf. Etwas anderes hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Anscheinend war Yong Guk immer wieder an seinem Handy am Rumsimsen und der blondlockige Junge vor ihm fragte immer wieder, ob er's denn geklärt hätte. Andere Gesprächsfetzen konnte Marie leider nicht aufschnappen und so visierte sie Yong Guk an. Dieser war mehr als genervt und murmelte immer wieder vor sich hin und antwortete dem Jungen, der fragte, nur bruchstückhaft. Marie hatte die starke Annahme, dass er irgendeinen Deal plante und so fixierte sie den blonden Jungen mit den Locken.
„Du", sprach Marie Jaehyo neben sich an. „Wer ist denn der Junge vor Yong Guk?"
Jaehyo schenkte dem Jungen und dann Marie einen halbherzigen Blick: „Das ist Zelo. Wieso willst du das wissen?"
„Nur so. Er kommt mir bekannt vor", log sie und versuchte somit ihre seltsame Frage zu rechtfertigen.
„Ach, echt? Woher denn?"
„Keine Ahnung, deshalb frag ich ja..."
Jaehyo schwieg und schaute das Mädchen abschätzig an: „Ich glaube, Zelo-lein verkehrt in ganz anderen Kreisen als du."
Für ihn war diese Unterhaltung anscheinend beendet, jedoch nicht für Marie: „Wieso? So schlimm kann's doch nicht sein." Sie grinste und erhoffte sich durch diese Verharmlosung eine präzise Aussage.
„Haha, Schätzchen. Ich glaube..." Jaehyo stockte, da Zico sich geräuspert hatte und ihn nun mahnend anschaute, woraufhin Jaehyo meinte: „Glaub mir einfach."
„Hmm", gab sie von sich und befasste sich die restliche Stunde mit der Verunstaltung ihres Schreibblocks.
Weitere drei Stunden vergingen und es wunderte Marie, wie still ihre Sitznachbarn doch sein konnten. Zico war irgendwann eingeschlafen und sein Kopf hing nun nach hinten über seiner Stuhllehne gelehnt.
Das Mädchen kicherte, als sie sah, wie ihm ein leichter Sabber aus dem Mund lief und war zugleich verwundert, dass sich niemand über sein Schnarchen beschwerte.
Jaehyo neben ihr war die ganze Zeit am Handy und als Marie fragte, was er denn tat, erklärte er: „Muss schon einmal die Woche planen. Nicht, dass das Dienstagsmädchen mit dem Donnerstagmädchen vertauscht wird. Könnte sonst heikel werden."
Marie war zwar leicht verstört, was ihn zum Lachen brachte, aber beließ es dabei.
Kyung und P.O. bewarfen immer wieder den Schüler neben sich, während Zelo halbwegs zuhörte und Yong Guk überlegend aus dem Fenster schaute. Marie fragte mich insgeheim, ob jemals einer von ihnen einen Schulabschluss bekommen würde!

꧁ ⚜ ♕ ⚜ ꧂


In der Mittagspause hatte es Marie nicht schwer den Weg zur Kantine zu finden, denn man musste einfach nur den Schülermassen folgen. In der Kantine selbst fiel es ihr schwer den Überblick zu behalten. Sie konnte zwar zwei ihrer Kollegen sehen, welche sie auch sahen, jedoch konnte sie sich nicht zu ihnen setzen, ohne auffällig zu wirken. So stellte sie sich einfach in die Essensschlange, griff sich alles, was vegetarisch war und schaute umher, wo denn ein freier Tisch war.
Recht mittig fand Marie dann einen einzelnen Tisch und nahm ihn auch sofort in Beschlag. Es ließ nicht lange auf sich warten und ihr Kollege Gi Seok setzte sich zu ihr. Als Marie verwirrt schaute, erklärte er: „Was? Die anderen zwei sitzen doch auch zusammen. Tun wir halt einfach so, als freunden wir uns an."
„Okay, Wong Ju", sprach sie ihn an, woraufhin er genervt guckte.
„Die hätten sich echt 'nen besseren Namen ausdenken können."
„Allerdings. Und wie ist's bisher?"
„Ganz okay. Siehst du die Kerle da?" Er deutete mit seinem Kopf nach rechts zu ein paar Kumpels von Yong Guk und Zelo.
„Jo", sprach sie und hatte ihr gucken mit einem Kratzen am Hinterkopf getarnt, sodass es nicht auffiel.
„Sind bisher die einzigen, die mir verdächtig erscheinen."
„Bei mir ist's ähnlich", sagte Marie und inspizierte Gi Seoks Ohrring, in welchem sich eine Kamera befand.
Jeder von ihnen war zu Beginn dieser Operation verkabelt worden, sodass ein Kollege namens Namekawa Yasuo alles in einem Van, nicht unweit von der Schule entfernt, im Blick haben konnte und mit ihnen auch über ein Zahnimplantat kommunizieren konnte. Bisher hatte er sich nicht zu Wort gemeldet, aber das würde er, sobald etwas Auffälliges um sie herum geschah. Sie waren sozusagen immer im Blickfang.
„Hey, Katharina."
Marie drehte sich zu Taeil, der sie angesprochen hatte: „Ja?"
„Mr. Choi möchte dich gerne noch einmal sprechen nach der Schule", lächelte er und verschwand auch schon wieder.
„Geht bestimmt um die AGs", mutmaßte Gi Seok und verfiel wieder in Schweigen.
„Achso."
Gi Seok war ein seltsamer Zeitgenosse. Er war wirklich nett und überall beliebt, jedoch hatte er manchmal seltsame Züge an sich. Zum Beispiel hatte er die seltsame Angewohnheit einfach mir nichts dir nichts loszulachen. Wenn man ihn fragte warum, kam meist nur die Antwort: „Hab mich grad an was Lustiges erinnert." Mehr als einmal geschah dies sogar in den seltsamsten Situationen, sodass viele ihn nicht ernst nahmen.


꧁ ⚜ ♕ ⚜ ꧂


Die letzten zwei Stunden waren Sport.
„Und das direkt nach dem Essen", grummelte Marie vor sich hin und folgte den Schülern gemächlich zu den Sport Umkleiden.
Da die Polizistin bis zum Morgen noch nicht wusste, was für Unterricht sie denn haben würde, hatte sie kein Sportzeug dabei. Die Lehrerin wies sie somit an, für heute auf den Tribünen vom Sportplatz zu sitzen und erst ab nächster Woche aktiv mitzuwirken.
So hatte sie ihre Ruhe und beobachtete ihre Klassenkameraden. Marie hatte selten so viele Mädchen auf einem Haufen gesehen, die beinahe nackt Sport machten. Alle hatten nur ein paar knappe Sporttops und Hotpants an, sodass sich Marie bereits beim Zuschauen sexuell belästigt vorkam. Wenn das die Zukunft Südkoreas war, würde ein dramaturgischer Wandel stattfinden.
Der Sportunterricht fand für die Klassen A, B, und C zeitgleich statt und zwischen Jungs und Mädchen getrennt. Während die Mädchen einfach nur Volleyball spielten, spielten die Jungs ein paar Runden Feldhockey. Innerhalb der Stunde hatten sich ihre Arbeitskollegen zu ihr gesetzt und sie unterhielten sich, damit die zwei Stunden schneller umgingen.
Die Sportlehrer sagten ihnen, dass sie bereits gehen durften, als dann die anderen Schüler noch zum Abschluss fünf Runden laufen mussten.
Da Maries Kollegen in anderen Klassen waren, waren sie von diesem Schultag bereits erlöst, während sie noch zu Mr. Choi gehen musste. Und es kam nicht anders, als es kommen musste, Marie irrte in dem Schulgebäude umher auf der unendlichen Suche nach dem Lehrerzimmer.
Mittlerweile suchte sie bereits zwanzig Minuten und als sie aus dem Fenster blickte, sah Marie, dass die meisten Schüler bereits Schulschluss hatten.
Leider war Marie in einem Teil der Schule, in dem kaum ein Schüler, geschweige denn Lehrer anzutreffen war und so öffnete sie mittlerweile jede Tür in der Hoffnung, dass sie dort einen Menschen entdecken würde.
Besenkammer, ein abgeschlossener Raum, Klassenraum, Klo, noch mal ein abgeschlossener Raum und...
„Ohh, Verzeihung", nuschelte Marie und schaute peinlich berührt zu einem halbnackten blonden Mädchen und Zico, der nicht weniger freizügig dort stand.
„Macht nichts", sagte Zico, obwohl das Mädchen Sachen nach Marie warf und schrie: „RAUS!"
Marie benutzte die Tür als Schutzschild und ignorierte gekonnt Zico, der gerade wieder sein Geschlechtsteil einpackte.
„RAUS, DU DUMME KUH!!! WAS KOMM..."
„Hyuna, sei mal still", sprach Zico und hielt besagtem Mädchen den Mund zu. „Was los?", fragte er sie und zündete sich erst einmal eine Zigarette an.
„Öhm, ich suche das Lehrerzimmer. Könnt ihr mir sagen, wo das ist?"
„Sag' mal spinnst du? Siehst du nicht, dass wir gerade beschäftigt sind?", zeterte das Mädchen auch schon los und hielt sich ihre Bekleidung vor ihren entblößten Körper.
„Ich kann's dir auch zeigen. Wir sind hier eh fertig", meinte Zico und kam Marie entgegen.
„Fertig? Was?" Hyuna schaute Zico überrascht an und fügte hinzu: „Aber unser Deal steht doch noch, oder?"
„Joa, meine Stimme hast du, aber für die der Anderen kann ich nicht garantieren."
„Aber du hast versprochen-"
„Genau, ich habe versprochen. Nicht die anderen. Man sieht sich, Babe." Zico verabschiedete sich von Hyuna mit einem Peace Zeichen. „Kommst du?"
Marie schaute noch einmal zu Hyuna und lächelte, was diese erwiderte und folgte Zico.
„Du erzählst doch nichts, oder?!"
„Nö, Zico-lein. Wieso sollte ich? War ja nichts nennenswertes", lächelte Marie glückselig und Zico schaute sie skeptisch an.
„Nichts... nennenswertes? Passiert dir das öfter oder was?"
„Nööhöö, aber-". Marie schaute auf die Uhr „Ihr habt seit 10 Minuten Schulschluss, dann die 2 Minuten ins Gebäude oder mehr?! Das war kürzer als ein normaler Quickie. Du müsste..."
„WIR WAREN DOCH NOCH NICHT FERTIG! ICH HABE EINE GUTE AUSDAUER! ALSO, KOMM MIR NICHT SO!!!", stoppte Zico den Redefluss des Mädchens.
„Ja ja", lächelt diese. „Das ist nichts wofür du dich schämen müsstest. Solange du lieb zu mir bist, verrate ich nichts."
„EY! ICH BIN IMMER LIEB UND DAS WAR NOCH LANGE NICHT ALLES!" Kaum hatte er zu Ende geschrien, schubste er Marie gegen die Wand und drückte sich eng an sie. Als Nächstes merkte Marie nur noch, wie er an ihren Haaren zog und sie somit dazu zwang ihren Kopf in seine Richtung zu neigen. Er küsste Marie fordernd und legte seine Hand um ihre Taille, welche sie auch gleich ergriff und fixierte, um sich vor weiteren Bewegungen seinerseits zu schützen. Sein Knie presste er ihr zwischen die Beine und an ihren Ohren drang seine tiefe Stimme: „Ich zeig dir, wie nennenswert der Sex mit mir ist."
Marie keuchte auf und biss ihm fest in die Unterlippe, was ihn überrascht zusammenzucken ließ. Davon war er so überrumpelt, dass sie ihm bestimmend in den Schritt fasste und zudrückte: „Wenn du noch einmal versuchst, mich zu küssen oder dich mir anderweitig näherst, werde ich deiner Anatomie mithilfe von scharfen Gegenständen auf den Grund gehen. HAST DU DAS VERSTANDEN?!"
Er keuchte vor Schmerz auf: „Okay! Okay! Hab's verstanden."
Marie ließ los und er hielt sich schmerzerfüllt sein Glied.
„Ich nehme an, du möchtest mich nicht mehr begleiten... von daher frag ich am besten gleich. Wo muss ich lang?"
„Uff, argh! Da... lang", zeigte Zico mit einem immer noch leicht nachwirkendem Schmerz in den Lenden.
„Dankeschön." Ein letzter Luftkuss und Marie ließ Zico mit sich und seinem Genital allein.

꧁ ⚜ ♕ ⚜ ꧂


„Sie wollten mich sprechen?" Marie wurde von Mr. Choi im Lehrerzimmer empfangen, welcher gerade eine Zigarette in einem Aschenbecher ausdrückte und erfreut aufblickte.
„Ja, Miss Wood. Setzen Sie sich." Mr. Choi zeigte auf den Mahagoni-Tisch mit Polsterstühlen, welcher sich in der Mitte des mintfarbenen Raumes befand und den Lehrkräften als Pausenaufenthalt diente.
„Wie lief der erste Tag?"
„Sehr gut, obwohl ich ein paar Orientierungsschwierigkeiten hatte. Deshalb auch meine Verspätung."
„Oh, das habe ich mir schon gedacht. Ich werde mich darum bemühen, dass Ihnen morgen jemand die Schule zeigt."
„Dankeschön."
„Gerne. Weswegen ich Sie eigentlich kommen ließ sind zwei Punkte. Einmal wollte ich Sie fragen, wie es mit Ihrem Wissensstand ist? Man teilte mir leider nicht mit, welche Themen an Ihrer alten Schule bei Ihrem Verlassen durchgenommen wurden."
„Ich denke, es geht. Zu einigen Fächer kann ich noch nichts sagen, aber bei den heutigen gab es kein Problem." Dass ihr das Lügen so einfach fiel, erschreckte sie fast schon gar nicht mehr. Immerhin war jede Lüge mit einer Halbwahrheit ausgeschmückt.
„Schön, ich würde Sie gerne noch einmal am Ende dieser Woche sehen, dann können Sie mir mitteilen, wie es mit den anderen Fächern steht. Sollten Sie Probleme haben, würde ich Ihnen dann ein wenig Nachhilfe geben."
„Dankeschön, sehr gerne. Was war Ihr anderes Anliegen?"
„Also an unserer Schule muss jeder Schüler einer AG beitreten. Wir haben eine sehr große Auswahl. Ich gebe Ihnen am besten einen Plan, dann können Sie sehen, was wir anbieten. Moment, ich hole ihn schnell." Und schon stand Mr. Choi auf und kramte einen Plan aus einem Regal hervor. Marie besah ihn sich. Die Auswahl war wirklich groß. Man konnte zwischen Kunst, Kochen, Töpfern, Cheerleadern, Volleyball, Football, Basketball, Fußball, Musik, Chemie, Schülerzeitung, Schach und vielen anderen AGs auswählen.
„Ich würde Sie bitten, sich bis Ende dieser Woche durch den Kopf gehen zu lassen, welche AG etwas für Sie wäre und mir dann Bescheid zu geben. Sie können sich natürlich die AG-Angebote auch ansehen. Das war's auch schon."
„Okay, geht klar. Dankeschön."
Marie und Mr. Choi verabschiedeten sich mit einem Händeschütteln und endlich war Maries erster Schultag vorbei.
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