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Janes Geheimnis

von Saphira29
OneshotAbenteuer, Romance / P12 / FemSlash
Jane Rizzoli Maura Isles
25.12.2020
25.12.2020
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Ich kannte Jane nun schon eine Weile und fand ihre ehrliche, offene Art von Anfang an sehr erfrischend. Doch seit ihrer Entführung von Charles Hoyt und seinem Schüler, bei der sie sich aus eigener Kraft retten konnte, war sie seltsam. Nach der Arbeit gingen wir meist joggen, was kurz danach nachgelassen hatte. Auch unsere Treffen abends wurden weniger. Doch immer wenn ich fragte, ob es ihr gut ginge oder sie etwas beschäftigte, lächelte sie nur und meinte, dass alles in Ordnung wäre. Ihr Lächeln schien ehrlich zu sein, dennoch zweifelte ich an ihren Worten. So auch heute.

Rückblick:

„Jane, was hältst du davon, wenn wir uns nachher bei mir einen Film ansehen und uns eine Pizza bestellen?“

„Tut mir leid, Maura. Aber ich kann nicht. Ich habe nachher noch eine Verabredung.“

„Und was war es die anderen Male, wenn ich fragen darf.“

„Da auch.“

„Scheint ja ein sehr interessanter Mann zu sein. Bist du deswegen so distanziert in letzter Zeit?“

„Es ist nicht so, wie du denkst.“

„Wie ist er denn so?“

„Was? Maura, wie kommst du darauf, dass ich mich mit einem Mann treffe?“

„Nur ein Verdacht.“

„Was denn? Du rätst? Kaum zu glauben, dass ich das noch erleben darf“, grinste sie mich an.

„Ausnahmsweise, ja. Also? Wie ist er so?“

„Maura, ich kann dir das nicht erklären. Du würdest mir niemals glauben. Ich würde es selbst nicht, wenn mir jemand davon erzählen würde.“

„Wenn das so ist...“

Ich war verletzt darüber, dass sie mir nichts mehr erzählte und zeigte es ihr auch deutlich, als ich in mein Büro ging.

„Was? Maura,... Was hast du?“, wollte sie wissen, als sie mir folgte.

„Nichts. Viel Spaß nachher mit deiner Verabredung. Mir fällt gerade ein, dass ich noch einen Termin habe. Entschuldige mich bitte.“

Damit verließ ich die Pathologie und ließ eine verwirrte Jane zurück.

Das war nun etwa zwei Stunden her. Natürlich hatte ich keinen Termin und war dementsprechend auch froh, als ich endlich in meinem Auto saß, ohne dass Jane meinen Ausschlag bemerkte. Ich hatte mir fest vorgenommen, eine Grenze in unserer Freundschaft zu überschreiten, in dem ich ihr folgen würde um herauszufinden, was sie mir verschwieg. Als sie Feierabend hatte, fuhr sie erst zum nächsten Metzger und kaufte einen großen Vorrat an Rindfleisch, was mich natürlich verwirrte, bestellte sie meist eher Pizzas oder ähnliches, anstatt sich wirklich an den Herd zu stellen. Sie konnte kochen, keine Frage, doch holte sie sich für gewöhnlich keinen Mann in der Woche in ihre Wohnung. Dieser Typ musste ihr also wirklich den Kopf verdreht haben.

Ich bekam zufällig ein paar Gesprächsfetzen mit, als sie sich mit dem Verkäufer unterhielt...

„Du musst ja ‘nen gewaltigen Hunger haben. Du kaufst uns schon seit Wochen fast den ganzen Laden leer“, lachte er.

Jetzt war ich noch verwirrter.

„Das ist nicht für mich, sondern für meine Freundin. Und glaub mir, die hat einen gewaltigen Hunger.“

„Ich hab von ihr gehört. Du kennst ja deine Mutter. Wie geht es ihr?“

„Super. Sie findet sich in ihrem neuen Umfeld gut zurecht.“

„Freut mich zu hören. Dann wünsche ich dir noch viel Spaß mit ihr. Morgen wieder?“

„Nein, dass ist heute das letzte Mal. Vielen Dank, Dennis.“

Sie verabschiedete sich, ging zum Auto zurück und direkt auf mich zu. Während sie nach ihrem Autoschlüssel suchte, versteckte ich mich hinter einer Hauswand und wartete, bis sie an mir vorbeiging. Danach folgte ich ihr wieder und obwohl inzwischen die Sonne unterging, fuhr sie in ein Naturschutzgebiet. Ich sah, dass sie ein paar Meter später parkte und blieb ebenfalls stehen, wenn auch etwas abseits. Ich stieg aus, näherte mich ihrem Wagen und stellte fest, dass Jane nicht mehr drin war. Ich drehte mich um, sah den Eingang zu einem eingezäunten Bereich und sah, dass es nicht abgeschlossen war. Ich ging hinein, versuchte Jane zu finden und erkannte, dass das schwerer war als gedacht. Von Jane, oder sonst einem Menschen, war weit und breit nichts zu sehen, wodurch ich irgendwann allein auf einer Lichtung stand. In dem Moment in dem ich nach irgendwelchen Spuren suchte, die mich zu ihr führen könnten, näherte ich mich dem Waldrand und hörte ich ein bedrohliches Knurren. Ich hob langsam meinen Kopf und sah in leuchtende große Augen, gefolgt von gefährlichen Reißzähnen.

„Was zur Hölle...?“

Ich ging vorsichtig rückwärts und wurde dabei weiterhin knurrend beobachtet. Ich war komplett überfordert. Nicht nur, dass ich mich wunderte, seit wann wir in Boston solche Tiere hatten, ich fragte mich auch, was Jane geritten hatte, sich einer solchen Gefahr auszusetzen. Oder wusste sie vielleicht nichts davon? Wurde sie womöglich sogar gefressen und ich fand sie deswegen nicht? Die ganze Zeit ließ ich das Tier nicht aus den Augen, wodurch ich die Wurzel, die hinter mir lag, erst bemerkte, als ich über sie stolperte. Gerade als ich fiel, das Tier seine Chance sah und auf mich zu sprang...

„NOVA, HALT!“ Ich hatte schützend meine Arme über meinen Kopf gehalten und wartete auf den schmerzhaften Biss, der jedoch nicht kam. „Bist du völlig verrückt geworden? Warum hast du nicht vor dem Tor gewartet?“, hörte ich Janes vorwurfsvolle Stimme.

Ich nahm langsam meine Hände runter, sah in das Gesicht des Wolfes, der mich misstrauisch betrachtete und anschließend zu Jane, die plötzlich direkt neben ihm stand, eine Hand auf dessen Kopf gelegt hatte und durch sein weißes Fell strich.

„Hättest du nicht so ein Geheimnis daraus gemacht, was du nach der Arbeit treibst, wäre ich nicht hier.“

„Ach, ehrlich? Du hättest dich wirklich mit der Antwort ‘Ich kann nicht mit dir joggen gehen, weil ich meinen Wolf besuche‘, zufrieden gegeben, ohne dich davon zu überzeugen, dass ich die Wahrheit sage?“ Mein Blick verriet ihr, dass ich das nicht geglaubt hätte. „Siehst du? Was hast du dir dabei gedacht, in ein Naturschutzgebiet zu gehen? Hat es nicht gereicht, dass du mir seit dem BPD folgst?“

„Ich konnte ja nicht ahnen, dass du... Was zur Hölle treibst du hier eigentlich? Seit wann lebt hier ein Wolf? Moment... Du hast mich bemerkt?“

„Klar. Im Gegensatz zu dir bin ich Detective... Die Medien hätten Terror gemacht wenn sie wüssten, dass es hier einen separaten Bereich für ihr Rudel gibt. Deswegen haben wir nichts gesagt.“

„Wir?“

„Ich sollte das vielleicht erklären. Ich fand Nova als sie etwa drei Monate alt war. Sie lief durch die Straßen und ich hielt sie erst für einen jungen Schäferhund. Auch dem Tierarzt, der sie durchgecheckt hat, ist nichts ungewöhnliches aufgefallen. In meiner Wohnung hätte ich keinen Platz gehabt, also brachte ich das Tier zu meinen Eltern. Das ist jetzt drei Jahre her und wie du siehst, ist es kein Schäferhund. Meine Eltern dachten erst, dass Nova nur etwas größer war, als andere Schäferhunde, bis ein Nachbar meinte, er würde den Wolf töten lassen, weil er sich bedroht fühlen würde, obwohl sie nie etwas gemacht hat. Das Gebiet hier gehört einem Freund meiner Familie. Nova hat sich in kurzer Zeit den Rang des Leitwolfes angeeignet und seitdem ihr eigenes Rudel. Damit sie die anderen Tiere hier in Ruhe lassen oder nicht versuchen auszubrechen, bringe ich jeden Tag Fleischreste vorbei. Nicht wirklich preiswert, aber das ist es mir wert.“

„Du willst mir also gerade sagen, dass das hier wirklich dein Wolf ist?“

„Naja... Eigentlich nicht mehr. Sie lebt ja jetzt hier. Aber irgendwie hängt sie an mir“, lächelte Jane und sah den Wolf dabei an.

„Habe ich das eigentlich richtig verstanden, dass es hier noch weitere Wölfe gibt?“

„Ja. Fünf um genau zu sein.“

„Ach du... Ich muss hier weg.“

In dem Moment, in dem ich aufstehen wollte, knurrte mich das Tier erneut an.

„Nova, lass das“, wies Jane den Wolf zurecht und hielt mir ihre Hand entgegen.

Ich sah prüfend zu dem Tier, welches mich noch immer misstrauisch aus seinen hellblauen Augen musterte, jedoch den Kopf zur Seite legte. Ich ergriff Janes Hand, ließ mich auf die Beine ziehen und stellte fest, dass das Tier keinen Laut von sich gab.

„Vielen Dank. Wie bist du auf den Namen gekommen?“

„Es war dunkel, als ich sie fand. Lediglich der Mond schien auf ihr weißes Fell. Keine Ahnung, warum, aber in dem Moment hatte ich den Namen im Kopf. Zum Glück hat es vom Geschlecht her gepasst.“

Während Jane mir davon erzählte, fielen mir die leuchtenden Augen der anderen Wölfe im Dickicht auf.

„Äh, Jane? Wird das jetzt zum Problem?“, deutete ich auf das Rudel hinter ihr.

„So lange du ruhig bleibst, ist alles gut. Aber ich glaube, Nova mag dich langsam.“

„Wie kommst du darauf?“

Jane zeigte auf den Wolf und ich sah, dass sie sich vor mir hingesetzt hatte und dezent meinen Geruch aufnahm. Ich hob vorsichtig meine Hand, drehte die Handfläche nach oben und ließ sie daran schnüffeln, während ihr Blick weiterhin auf mir ruhte. Ich war etwas erschrocken als sie mich plötzlich anstupste und ich ihr weiches Fell unter meinen Fingern spürte. Danach drehte sie sich zu Jane, sprang an ihr hoch, warf sie um und leckte ihr quer über das Gesicht.

„Nova, pfui. Lass das. Wer weiß, wo du vorher mit deiner Zunge warst. Ich hab was Besseres mitgebracht.“

Jane hob die Tüte mit dem Fleisch an, wodurch der Wolf von ihr abließ und sich wie ein Hund vor sie setzte, mit der Rute wedelte und sich die Schnauze leckte.

„Ein seltsames Verhalten für einen Wolf.“

„Wie gesagt, sie hat ein Jahr bei uns gelebt. Ich bin ja schon froh, dass sie sich an die Freiheit gewöhnt und ein Rudel gegründet hat. Das war eigentlich schon völlig undenkbar, weil sie an Menschen gewöhnt war.“ Jane öffnete die Tüte, holte ein großes Stück Fleisch heraus und hielt es Nova vor die Nase, die davon natürlich nicht abgeneigt war. Dann drehte Jane sich zu den anderen um und holte ein weiteres Stück Fleisch heraus. „Denk dran, Maura, ruhig bleiben. Diese Wölfe sind Menschen nicht gewöhnt. Sie könnten gefährlich werden, wenn sie sich bedroht fühlen.“

„Ist gut.“

Ich wusste eigentlich, wie man sich bei Wölfen verhalten sollte, warum war ich nur so unsicher? Jane stand so selbstbewusst neben dem Tier, dass es mir scheinbar den Verstand
raubte. Sie verteilte die restlichen Brocken Rindfleisch und stellte sich neben mich.
Obwohl wir von den Tieren umzingelt wurden, schienen sie uns nicht angreifen zu wollen. Nova lag neben uns, kaute an ihrem Fleisch herum und ließ die anderen Wölfe nicht aus den Augen. Selbst als sie sich ein Stück geschnappt hatten und ein wenig entfernt von uns fraßen, beobachtete sie ihr Rudel weiter. Scheinbar schien mir die Frage, warum keiner der Wölfe uns, anstelle des Rindfleisches fressen wollte, auf der Stirn zu stehen.

„Nova und ich haben eine besondere Beziehung. Sie würde nie zulassen, dass die anderen Wölfe mich angreifen. Zu schade, dass wir uns heute das letzte Mal sehen.“

„Warum? Was passiert mit ihr?“

„Sie werden morgen früh in eine Gegend gebracht, wo sie sich frei bewegen können. Wo sie ihr Futter selbst jagen und durch die Wälder streifen können, ohne dass der Mensch ihnen in den Weg kommt“, lächelte sie und streichelte dabei ihrem Wolf durch das Fell.

„Meinst du wirklich, dass sie das schafft? Sie ist den Menschen doch gewöhnt.“

„Sie ist etwas besonderes. Sie nur mir und meiner Familie. Andere Menschen lässt sie nicht an sich heran. Du hattest Glück, dass ich schneller war als sie. Sie wäre bereit gewesen, dich zu töten.“

„Sehr... beruhigend“, brachte ich stockend hervor als ich wieder an die Reißzähne dachte.

Wir verbrachten noch einige Zeit bei den Tieren, doch mir war noch immer nicht klar, warum ein so junger Wolf, der unter Menschen aufwuchs, ein Rudel übernehmen konnte. Das ergab keinen Sinn.

„Was geht dir gerade durch den Kopf?“, wollte Jane plötzlich wissen.

Dass sie mich beobachtet hatte, war mir bis dahin nicht aufgefallen.

„Ich stelle mir nur die ganze Zeit die Frage, wie Nova es schaffen konnte, der Leitwolf zu werden, obwohl sie so jung ist.“

„Das könnte daran liegen, dass sie trotzdem die ältere ist.“

„Das verstehe ich nicht.“

Jane lachte, änderte ihre Sitzposition und sah wieder auf das Rudel vor uns.

„Die anderen Wölfe sind hier, weil sie als Welpen von ihrem Rudel getrennt wurden. Sie sind ein paar Jahre jünger als Nova und nicht so dominant. Sie hatte es also relativ leicht, würde ich sagen.“

„So betrachtet...“

„Es bricht mir fast das Herz, sie nicht mehr sehen zu können. Aber sie ist ein Raubtier und sollte nicht mit Menschen zusammen sein. Sie sollte sich ihr eigenes Futter jagen dürfen, sich frei bewegen können ohne einen Zaun, der sie in so einem kleinen Revier festhält.“

Sie sagte es etwas wehmütig und ich hatte den Verdacht, dass sie nicht nur von Nova sprach. Als alle Wölfe relativ friedlich ihr Fleisch gefressen hatten, kam Nova näher zu Jane und ließ sich noch ordentlich den Bauch streicheln, während die anderen Wölfe ein paar Meter Abstand hielten. Als würde sie wissen, dass das ihr letzter gemeinsamer Moment war. Ich machte unauffällig ein Foto von Jane und den Wölfen. Auch, als die Wölfin aufstand und ihr wieder quer über das Gesicht leckte, nutzte ich die Gelegenheit für ein weiteres Foto. Zum Glück wurde es langsam hell, wodurch ich keinen Blitz brauchte. Das wir allerdings schon so lange an diesem Ort waren, hatten wir vermutlich beide nicht bemerkt.

„Hey, Jane!“

Wir sahen in die Richtung, aus der die Stimme kam. Ein Mann mit grauen Haaren und Vollbart kam aus dem Wald auf uns zu. Er hatte eine relativ große Reisetasche bei sich, worüber ich mich erst wunderte.

„Hallo, Jerry. Was machst du denn hier?“

„Es ist sechs Uhr morgens. Die Transporter sind da um die Wölfe abzuholen. Ich hatte dich doch darüber informiert oder hab ich das vergessen?“

„Nein... Ich hatte mich nur gewundert. Das es schon hell geworden ist, ist mir nicht aufgefallen.“

„Seit wann seit ihr denn schon hier?“

„Ich glaube, es war gegen zweiundzwanzig Uhr...“

Man konnte in Janes Stimme erkennen, dass sie nicht wirklich zusehen wollte, wie die Wölfe für immer aus ihrem Leben verschwanden. Es brach mir das Herz, den verzweifelten Ausdruck in ihren Augen zu sehen.

„Dann seid ihr ja die ganze Nacht hier gewesen. Lass mich raten, du hast sie wieder total verhätschelt“, grinste er Jane an.

„Ich konnte doch nicht mit leeren Händen herkommen. Nova wäre beleidigt gewesen“, lachte sie, wuschelte der weißen Wölfin durch ihr dichtes Fell und kraulte sie anschließend hinter dem rechten Ohr.

Nova drehte ihren Kopf dabei leicht zur Seite und schien die Aufmerksamkeit grinsend zu genießen, wodurch ich erneut ein Foto machte.

„Du weißt doch, dass sie dich liebt. Ihr reicht es schon, wenn du sie besuchst.“

„Tja... Die Zeiten sind nun vorbei...“

„Nicht wirklich. Ich hab da etwas, was dir vielleicht ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.“ Er stellte die Tasche auf den Boden, öffnete sie und holte ein breites GPS-Halsband heraus. „Es trifft sich übrigens gut, dass du hier bist. Mich würde sie nicht an sich ran lassen. Du hast da leichtes Spiel. Dir vertraut sie.“

Jane nahm das Halsband entgegen und betrachtete es argwöhnisch.

„Inwiefern soll mich das zum Lächeln bringen?“

Noch bevor er antworten konnte, tat ich es.

„Damit weißt du, wo Nova sich gerade aufhält. Du kannst also sehen wie es ihr geht.“

„Wenn das so ist. Ich würde sie zwar lieber richtig sehen, aber es ist wenigstens zu ihrem Besten. Danke, Jerry.“

„Die Daten schicke ich dir nachher auf dein Handy. Aber erst sollten wir es ihr anlegen.“

Nachdem Jane dem Tier das Halsband unter Anleitung angelegt hatte, gingen wir zu dem Tor, an dem die Transporter standen, deren Fenster alle so weit geöffnet waren, dass die Tiere genug Luft in ihren Boxen bekommen würden. Die fünf Wölfe, die das Rudel von Nova bildeten, waren die ersten, die in Boxen und dann auf die Fahrzeuge verfrachtet wurden, was natürlich nicht so einfach war, wie es sich vielleicht anhörte. Nova war die letzte, damit Jane sich noch in Ruhe von ihr verabschieden konnte. Keine von beiden wollte sich von der anderen trennen, wodurch das Tier, als es dann ebenfalls in einer Box war, Jane lange traurig ansah, als die Transporter ihr Ziel antraten. In dem Moment, als Novas Transporter um eine Ecke fuhr und nicht mehr zu sehen war, konnte man sie heulen hören. So als würde sie Jane zum Abschied noch einmal zurufen und ihr danken.

An diesem Tag nahmen wir uns von der Arbeit frei, lediglich ein paar Akten hatten wir mitgenommen. So saßen wir nun, zehn Uhr morgens auf meiner Couch, tranken ein Glas Rotwein und ließen die Ereignisse Revue passieren. Noch immer hatte ich das Heulen der Wölfin im Ohr und auch Jane schien es nicht anders zu gehen.

„Hast du schon die Daten von Novas Halsband bekommen?“

„Mhm.“ Sie nippte an ihrem Wein und stellte das Glas anschließend auf den Tisch, bevor sie ihr Handy zur Hand nahm. „Die Nachricht kam, als wir im BPD waren, aber ich hab mich damit noch nicht auseinandergesetzt.“

„Darf ich?“

„Ja, sicher.“

Sie sah mich etwas verwirrt an bevor sie mir ihr Smartphone gab. Ich öffnete die Nachricht, richtete ihr die App ein und gab es ihr dann zurück. Sie wusste natürlich sofort, was sie auf dem Display sah und hatte wieder dieses wundervolle Lächeln auf den Lippen.

„Jetzt kannst du sicher sein, dass sie gut angekommen ist.“

„Vielen Dank. Ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich wusste, was mit den Daten anzufangen ist.“

„Dafür hast du ja mich“, grinste ich.

Kurz darauf stand ich auf und ging mit meinem Handy in mein Arbeitszimmer, was Jane natürlich nicht verstand.

„Ist alles in Ordnung?“

„Ich muss nur kurz was erledigen. Bin gleich wieder bei dir.“

Als ich sicher war, dass Jane im Wohnzimmer blieb, schloss ich mein Handy an meinem Laptop an, legte Fotopapier in meinem Drucker ein und suchte einen großen Bilderrahmen in meinem Schrank. Einer der Vorteile, wenn man gern vorsorgt. Die drei Bilder, die zum Glück beim ersten Versuch perfekt gelungen waren und nun von meinem Drucker aufs Papier gebracht wurden. schnitt zurecht, ordnete sie in dem Bilderrahmen an, schrieb das Datum in die untere rechte Ecke und ging dann damit zu Jane zurück.

„Du warst ja ziemlich lang da drin. Was war denn so wichtig, dass du wie von der Tarantel gestochen von der Couch springst und dich in dein Arbeitszimmer flüchtest?“

„Ich bin nicht geflohen.“

„Gut, dann bist du eben nur schnell gelaufen“, lachte sie mich beinahe aus.

„Okay, wenn du mich lieber ärgerst, behalte ich es eben für mich.“

„Was meinst du?“

„Das wirst du jetzt nicht mehr erfahren.“

„Maura, komm schon.“

„Nein.“

„Moment. Was hast du da hinter deinem Rücken?“

„Das gehört jetzt mir. Ich muss nur einen geeigneten Platz dafür finden.“

„Maura...“

Sie hatte diesen Blick bei dem jeder andere Angst bekommen würde.

„Gut. Aber nur, damit du endlich Ruhe gibst“, neckte ich sie und holte vorsichtig den Bilderrahmen vor.

Als Jane die Fotos sah...

„Wann hast du die gemacht?“

„Das war der Vorteil daran, dass es da schon heller wurde. Gefallen sie dir?“

„Maura, die sind...“ Schneller als sie vermutlich wollte und vielleicht auch eher aus Reflex, küsste sie mich direkt auf den Mund, was mich erst erschrocken innehalten ließ. „Vielen Dank. Solche Bilder hab ich bisher noch nicht. Du bist wirklich...“ In dem Moment realisierte sie, was sie getan hatte. „Oh mein Gott. Maura, es tut mir so leid. Ich... ich... Vielleicht sollte ich gehen.“

Als sie sich umdrehte und zur Tür ging, erwachte ich aus meiner Starre und griff nach ihrem Handgelenk.

„War das wirklich nur ein Versehen?“

„Ist das wirklich wichtig?“

„Jane...“

„Eigentlich war es ein Versehen, aber wenn ich ehrlich sein soll...“

Ich ließ sie den Satz nicht beenden, zog sie stattdessen zu mir und küsste sie ebenfalls. Es dauerte etwas, aber als Jane spürte, dass ich es ernst meinte, lächelte sie.

*****

(Ein Jahr später)

„Frankie, dass muss noch etwas weiter nach links.“

„Wie weit denn noch?“

„Moment... Stop! Genau so. Danke, kleiner Bruder“, lächelte Jane und gab Frankie einen Kuss auf die Wange.

„Kaum zu glauben, dass die Fotos echt sind. Jane die mit dem Wolf tanzt“, grinste Frankie.

„Wir haben nicht getanzt. Nova war einfach... etwas besonderes.“

„Das muss sie wohl sein, wenn man bedenkt, dass du ohne Nova vermutlich noch immer nicht mit Maura zusammen wärst.“

„Als ob du nur darauf gewartet hättest.“

„Alle haben darauf gewartet. Was glaubst du, warum Tommy und ich dir gesagt haben, dass wir sie heiß finden? Du solltest eifersüchtig werden und in die Gänge kommen, aber soweit hat dein Spürsinn dann wohl nicht gereicht.“ Jane nahm eines der Sofakissen und warf damit nach ihm. „Hey, was soll das?“

„Ganz einfach, du bist mir zu...“

Ich brachte Jane zum Schweigen indem ich von hinten meine Arme um ihre Taille legte, mich auf die Zehenspitzen stellte und ihr den Nacken küsste.

„Bist du dir sicher, dass du es nicht eigentlich schon lange wusstest, Schatz?“

„Fall du mir nicht auch noch in den Rücken.“

„Das würdest du merken. Aber wenn du fertig damit bist, deinen Bruder zu töten... Da sind noch Kartons von dir, die ausgepackt werden wollen, bevor es ins Bett geht“, grinste ich

„Okay... Bevor es hier gleich peinlich wird... Macht es euch noch gemütlich und denkt daran, die Tür abzuschließen wenn ihr... Ihr wisst schon... Ma hat ein wunderbares Timing.“

Kaum war Frankie zur Tür hinaus, mussten wir lachen. Die Fotos von Jane und Nova sahen wirklich gut über dem Kamin aus und auch heute noch sah Jane mindestens dreimal am Tag nach, ob ihre Freundin sich bewegte. So auch in dem Moment, als wir mit allem fertig waren und auf dem Sofa entspannen wollten. Während sie auf ihr Handy sah und lächelte, hielt ich ihr einen Briefumschlag entgegen.

„Was ist das?“

„Mach es auf.“

Sie tat, was ich verlangte und sah mich ungläubig an.

„Wozu willst du mit mir in einen Helikopter steigen?“

„Ich dachte, du möchtest sie vielleicht sehen.“

„Was? Wirklich?“ Ich nickte und lächelte. „Du bist fantastisch, Maura.“

„Wir sollten jetzt schlafen gehen. Morgen früh geht es los.“

Kaum gesagt, war Jane auch schon im Badezimmer verschwunden um sich fürs Bett fertig zu machen. Am nächsten Tag standen wir früh auf, frühstückten und waren etwa eine Stunde später auf dem Weg zu dem Ort, wo Nova lebte. Die Fahrt zum Helikopter dauerte etwa drei Stunden und schon kurz vor dem Ziel war Jane mehr als aufgeregt. Am Reservat stiegen wir aus, begaben uns zu dem Piloten, erhielten Anweisungen und befanden uns kurz darauf in der Luft.

„Wo genau befindet sich denn das Tier?“, wollte der Pilot wissen.

Jane nahm ihr Handy, öffnete die App und gab ihm die Koordinaten. Keine zehn Minuten später konnten wir das Rudel sehen.

„Können Sie uns in der Nähe runter bringen?“

„Sie wollen nicht wirklich dort hin, oder?“

„Doch, will sie. Und ich gebe Ihnen den Rat, es nicht zu ignorieren. Sie würde es fertig bringen aus dem Helikopter zu springen, um zu dem Rudel zu kommen.“

„Das muss ich vorher absprechen. Es war nur von einem Erkundungsflug die Rede.“

Jane nahm erneut ihr Handy, rief ihre Kontaktliste auf und gab dem Piloten das Telefon.

„Wollen Sie ihn fragen oder soll ich das machen? Das Rudel kennt mich.“

Der Mann haderte mit sich, gab dann jedoch nach.

„Auf Ihre Verantwortung.“

Ein paar Zentimeter über dem Boden, sprang Jane schon aus dem Helikopter und ging vorsichtig auf die Gruppe zu. Ich wartete bis der Helikopter auf dem Boden stand bevor ich ihr mit einem sicheren Abstand folgte. Etwa zehn Meter vor dem Rudel blieb Jane stehen und wurde prüfend von Nova beobachtet. Im nächsten Moment geschah etwas, dass mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Das Tier knurrte und rannte dann auf Jane zu. Ich rechnete mit dem Schlimmsten, sah aus Reflex weg und wartete auf ihren Schrei. Stattdessen hörte ich sie wenige Sekunden später lachen und war mir nicht sicher, ob ich meinen Ohren trauen konnte. Ich drehte mich langsam um und sah, wie Jane auf dem Boden lag, die Wölfin über ihr stand und wild über Janes Gesicht leckte.

„Ich hab dich auch vermisst, Süße. Aber jetzt hör auf, sonst wird Maura eifersüchtig.“

„Halt mich da raus. Solange du dir nachher das Gesicht wäschst, musst du damit klar kommen.“ Kaum hatte ich das gesagt, sah mich die Wölfin das erste Mal an, ließ von Jane ab und rannte zu mir. „Oh, nein. Ich schmecke bestimmt nicht so gut, wie Jane“, meinte ich zu dem Tier und ging dabei rückwärts. Natürlich war es sinnlos einem Wolf aus dem Weg gehen zu wollen, der sich schon auf seine ‘Beute‘ stürzte. So kam es, wie es kommen musste, denn nun lag auch ich auf dem Boden und wurde freudig begrüßt. „Pfui. Jane, sag ihr, dass sie damit aufhören soll.“

„Nova.“

Als Jane sie rief, ging sie von mir runter und stellte sich neben sie, während diese mir ihre Hand entgegen hielt um mir wieder auf die Beine zu helfen.

„Das nenne ich mal eine nette Begrüßung“, lachte ich und klopfte mir den Staub von meiner Kleidung.

„Aber wenigstens weiß sie noch, dass sie dich nicht fressen soll“, scherzte Jane.

Es dauerte nicht lange bis einer der Parkranger zu uns kam und erst nicht begeistert über unsere Anwesenheit zu sein schien. Als er dann jedoch sah, dass sich Nova bei uns ihre Streicheleinheiten abholte, schien er zu ahnen, wer wir waren.

„Ich gehe davon aus, dass Sie sich vorher um unsere launische Wölfin gekümmert haben, so vertraut wie sie mit Ihnen zu sein scheint.“

Er sah Nova an, welche sich neben Jane setzte und ihm einen warnenden Blick zuwarf, der natürlich auch meiner Freundin nicht entging.

„Nova! Sei lieb, sonst gibt es heute keine Streicheleinheiten mehr“, warnte sie nur mit hochgezogener Augenbraue und bekam ein verächtliches Schnaufen als Antwort. „Jane Rizzoli, freut mich sehr. Und das ist meine Freundin, Dr. Maura Isles“, gab sie ihm lächelnd die Hand und stellte uns gleichzeitig vor.

„Justin Mattheo. Die Freude ist ganz meinerseits. Kaum zu glauben, dass es wirklich jemanden gibt, der so nah an sie herankommt“, lachte er, nachdem er auch mir die Hand gegeben hatte.

„Das liegt vielleicht daran, dass sie Jane nicht ganz unähnlich ist. Sie sind beide ziemlich stur und vertrauen nicht jedem.“

„Hey“, meinte Jane nur entsetzt und auch Nova brachte einen undefinierbaren Laut heraus, der sich ein wenig nach Empörung anhörte.

„Sehen Sie was ich meine?“, grinste ich, woraufhin der Mann sich das Lachen verkneifen musste.

Doch bevor er gegen den Drang verlor, wechselte er schnell das Thema und wandte sich an die schneeweiße Wölfin mit den himmelblauen Augen.

„Hast du deinen Gästen schon deinen ganzen Stolz vorgestellt?“

„Sagen Sie bloß, Sie reden auch mit ihr, als könnte sie Ihnen antworten?“, sah ich ihn verwirrt an.

„Natürlich. Nur weil sie unsere Sprache nicht sprechen, sind Tiere nicht dumm. Sie verstehen jedes Wort. Wenn man ihr sagt, dass sie zugelegt hat, bekommt sie schlechte Laune.“

Kaum hatte er den Satz gesagt, knurrte Nova ihn an.

„Sie sieht doch ganz normal aus“, meinte Jane und wurde sofort mit einem zufriedenen Stupser von Novas Nase an ihrer Hand gewürdigt.

„Vor ein paar Monaten sah das noch anders aus. Da sie aber niemanden an sich heran lässt, wussten wir natürlich nicht, warum. Sei nun also bitte so freundlich und kläre deine Gäste auf“, forderte der Parkranger die Wölfin freundlich auf.

Nova sah ihn einen Moment lang an, drehte sich dann zu einem nahegelegenen, kleinen Waldstück und ließ ein lautes Heulen ertönen. Kurz darauf sprangen drei kleine Welpen aus dem Gebüsch, wobei einer auf den anderen Sprang und mit ihm über den Boden rollte, bevor sie aufstanden, sich schüttelten und anschließend mit dem dritten Welpen zu uns gerannt kamen. Einer sah aus wie Nova, allerdings mit einem blauen und einem braunen Auge, ein weiterer war schwarz mit durchdringendem Blick und der letzte war grau, hatte hellbraune Augen und schien eher schüchtern zu sein, so wie er sich hinter der Wölfin versteckte.

„Wie ich sehe, hast du nichts anbrennen lassen“, lachte Jane, kniete sich auf den Boden und ließ die Welpen an ihrer Hand schnüffeln.

Ich tat es ihr gleich doch so sehr die ersten zwei Welpen uns zu akzeptieren schienen, der dritte kam einfach nicht hinter Nova hervor. Anscheinend störte sie das ein wenig, denn irgendwann nahm sie den Welpen vorsichtig im Genick und hielt ihn Jane entgegen, die in vorsichtig auf den Arm nahm.

„Sind Sie sicher, dass Sie nicht für uns arbeiten wollen? Sie wären uns wirklich eine große Hilfe.“

„Tut mir leid, aber ich bin gern Detective.“

„Zu schade. Wir wissen nämlich nicht, welches Geschlecht die Welpen haben, obwohl sie schon zwei Monate alt sind.“

„Wie schwer kann es denn sein, das bei so kleinen Tieren in Erfahrung zu bringen?“, sah Jane ihn skeptisch an.

„Seltsam, dass Sie das fragen müssen, aber ich demonstriere Ihnen gern das Problem daran.“

Er führte seine Hand zu dem Welpen auf Janes Arm wodurch Nova sofort vor sie sprang, den Mann anknurrte und die Zähne fletschte.

„Nova, lass den Blödsinn!“ Sofort setzte sie sich hin, ließ den Mann aber nicht aus den Augen. „Vertrauen Sie mir?“

„Ihnen? Klar. Aber ihr? Ich vertraue darauf, dass sie die kleinste Gelegenheit nutzen würde, um aus mir das Dinner für ihre Welpen zu machen.“

„Ignorieren Sie Nova.“

„Fällt mir schwer.“

„Tun Sie einfach, was ich Ihnen sage. Sehen Sie sie nicht an, egal was sie tut.“

„Okay. Aber wenn sie mich frisst, sind Sie schuld.“

Sie lachte nur und forderte ihn dann auf, seine Arme auszustrecken. Natürlich knurrte Nova sofort, als er es tat, doch hörte irgendwann wieder auf, als weder er, noch Jane darauf reagierten. Als sich die Wölfin wieder setzte, übergab Jane dem Mann den Welpen, wodurch Nova sofort wieder auf den Beinen war und diesmal lauter knurrte. Ich konnte sehen, dass dem Ranger das Herz in die Hose rutschte. Doch Jane interessierte Novas Verhalten nicht. Sie drehte sich um und nahm die anderen beiden Welpen auf den Arm, bevor sie sich wieder zu Justin drehte und ihm einfach die Welpen überreichte. Natürlich war es für ihn schwierig, drei Welpen auf dem Arm zu halten und dabei die Ruhe zu bewahren, weil Nova auch davon nicht begeistert war, aber er tat weiterhin, was Jane zuvor von ihm verlangte.

„Maura, bekomm ich bitte mal das Huhn?“

Ich sah sie erst verwirrt an, bis es mir schließlich wieder einfiel. Wir waren vor unserem Flug hierher noch in einer Zoohandlung und hatten einige Tüten mit getrockneten Fleischstreifen von verschiedenen Tieren geholt, weil wir das leichter transportieren konnten als einige Kilo Fleisch. Ich holte die Tüte mit den Geflügelstreifen und gab sie Jane. Nova wandte ihren Blick sofort von Justin ab, leckte sich die Schnauze und setzte sich Schwanz wedelnd zu sie.

„Sie bestechen einen Wolf?“

„Was das angeht, sind sie wie Hunde. Für die richtige Belohnung machen sie fast alles. Setzen Sie jetzt mal zwei der Welpen auf den Boden und untersuchen Sie den dritten“, meinte Jane, als sie die Tüte öffnete.

Der Mann tat, was sie ihm sagte und wurde direkt wieder angeknurrt. Als Nova sich erneut beruhigt hatte, erhielt sie einen der besagten Streifen und verschlang es so schnell, als würde ihr Leben davon abhängen. Der weiße Welpe war ein kleiner Rüde, kaum war das bekannt, nahm sich Justin den nächsten. Diesmal den mit dem durchdringenden Blick und wieder war die Wölfin nicht begeistert, erhielt jedoch erneut einen Streifen, als sie den Mann ignorierte.

„Hier scheint die dominante Art auf die Weibchen zu fallen, wenn man nach dem Blick geht. Wie die Mutter, so die Tochter“, lachte er und setzte den Welpen wieder auf den Boden.

Zum Schluss blieb nur noch der ängstliche Welpe übrig. Als der Mann seine Hand nach ihm ausstreckte, drehte sich Nova zu ihm um, schien zu überlegen, was sie tun sollte und verdiente sich den nächsten Streifen, als sie sich an Jane wandte und denn Mann komplett ignorierte. Am Ende waren es zwei Rüden und ein Weibchen. Doch damit war das Training nicht vorbei. Jane warf dem Ranger die Tüte zu und erntete einen verwirrten Blick.

„Was ist? Ich denke, Sie wollen ihr Vertrauen. Na los. Fangen Sie an. Sie kann die Grundbefehle von Hunden. Sitz, Platz, Bleib... Den ganzen Kram eben.“

„Nicht sehr natürlich für einen Wolf.“

„Sie sollten froh darüber sein.“

Sie erklärte ihm, was er tun sollte, damit er sie in Zukunft auf eventuelle Verletzungen untersuchen konnte und natürlich ging auch da alles nur über eine Belohnung. Es dauerte eine Weile, bis Nova sich von ihm anfassen ließ. Aber vermutlich half ihr auch Janes Nähe und die Tatsache, dass sie nicht eingriff, wenn der Mann sich ihrer wilden Freundin näherte. Als der Tag sich dem Abend neigte, hatte das Training schon einige Erfolge erzielt, wodurch wir wieder den Heimweg antraten. Auch diesmal trennte sich Jane nur ungern von ihrer Wölfin. Doch zu wissen, dass es ihr gut ging, schien sie dennoch glücklich zu machen.

„Du kannst sie wieder besuchen, wenn du möchtest.“

„Ich denke, dass ich das Angebot gern wieder annehmen werde“, lächelte sie mich an.

Ein paar Wochen später erhielten wir ein Foto auf dem Justin seinen Arm um Novas Schulter gelegt hatte und sowohl die Beiden, als auch die Welpen, zufrieden in die Kamera blickten. Auch dieses Foto fand einen Platz über dem Kamin. Wir besuchten Nova und ihr Rudel etwa einmal im Monat und waren froh über die Fortschritte, die Justin und seine Kollegen mit den Wölfen gemacht hatten.



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Wirklich gut gelungen find ich diesen OS eigentlich nicht, aber großartig verbessern ließ er sich auch nicht :-/ Und obwohl ich total vernarrt in Wölfe bin verhalten sie sich in diesem OS völlig untypisch^^° Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse deswegen ;-) Euch allen noch frohe Weihnachtsfeiertage^^
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