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Nur ein wenig Liebe

OneshotDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Emma Norman Ray
25.12.2020
25.12.2020
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(Y/N) = Dein Name

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Schluchzent nehme ich meine kleine Schwester in den Arm und drücke sie noch ein letztes Mal fest an mich. Wie schnell die Zeit doch vergeht, gestern war sie noch ein kleines Baby in meinen Armen und heute muss sie schon wieder gehen.

„Schreib uns bitte, wenn du da bist …und wie deine neue Familie ist.“ Wiederwillig löse ich mich von dem kleinen blonden Mädchen und strich ihr lächelnd über ihre Wange. „Und falls irgendwas sein sollte, dann kannst du uns auch jederzeit darüber schreiben und…“ ich wurde von einem leisen kichern und einer warmen Hand auf meiner Schulter unterbrochen. Fragend Blicke ich in Mutters Augen, welche mich liebevoll anlächeln.

„(Y/N), du klingt schon wie Connys Mutter. Es wird schon alles gut gehen.“ Auch die anderen Kinder um mich herum, mussten sich das Lachen verkneifen. Ich war einfach viel zu fürsorglich und machte mir zu schnell sorgen. „Tschuldigen…“
Betrübt blickte ich auf den Boden, doch ein kleine zarte Hand, welche meine umschlossen, lies mich wieder lächelnd auf blicken.

„Ich werde euch allen schreiben, nicht so wie unsere anderen Geschwister. Ich werde euch nicht vergessen. Und wenn ich selbst einmal Kinder habe, werde ich keins davon weggeben.“ Wir alle mussten über Connys Worte lächeln und ich freute mich schon, auf ihren ersten Brief. „Wir werden alle gespannt darauf warten.“ Ich hätte am liebsten noch mehr Zeit mit meiner kleinen Schwester verbracht, doch die Zeit des Abschieds rückte immer näher und so mussten wir schließlich doch Lebewohl sagen.

„Es wird Zeit, wir wollen ja kein schlechten Eindruck hinterlassen.“ Bei Mamas Worten kamen mir sogleich wieder die Tränen, doch ich versuchte sie für Conny tapfer herunter zu schlucken. Ein letztes Mal schloss ich sie in meine Arme. „Pass auf dich auf.“ Meine kleine Schwester nickte und lächelte uns alle noch ein letztes Mal an…und dann war sie weg.

Keine Sekunde später liefen mir schon die ersten Tränen meine Wange herunter. Doch bevor ich sie hätte weg wischen können, wurde mir auch schon ein Taschentuch gereicht. Überrascht und dankbar zugleich, Blicke ich in Rays monotones Gesicht. „Danke.“
Schnell wischte ich mir die Tränen weg und hoffte, dass die Anderen es nicht mitbekommen hatte.

„Du solltest wirklich mal versuchen nicht so sentimental zu sein, selbst die Kleinen mussten nicht so weinen wie du.“ Schockiert und zugleich schmollend blicke ich in Rays belehrenden Augen. „Ich kann doch nichts dafür, ich zeig eben meine Emotionen…nicht jeder muss so ein Stein wie du sein.“ Letzteres nuschelte ich eher vor mich her, doch natürlich hatte es der Schwarzhaarige gehört und gab mir eine sanfte, doch dennoch schmerzende Kopfnuss. „Aua!“ schmollend rieb ich mir meinen nun schmerzenden Kopf. „So wirst du im Leben nicht weiter kommen.“

Ich wollte gerade protestieren, doch dann nahm er auch schon meine Hand und zog mich mit zu Emma und Norman, welche sich gerade unterhielten. Auch Emma ging die Sache mit Conmys Abschied nahe, doch im Gegensatz zu Ray, tröstete Norman Emma. Ich wäre auch lieber von Norman getröstet worden…er ist einfach…lieber.
Ganz in Gedanken bemerkte ich gar nicht wirklich, wie Ray meine Hand losgelassen hat und weg ging. Ich glaube, er hatte noch etwas wie „Badezimmer" gesagt, doch wirklich mitbekommen hatte ich es nicht.

„Ihr wird es schon gut gehen.“ Lächelnd blickte Norman Emma an, welche nun auch ein kleines Lächeln auf den Lippen hatte. Ich wollte mich auch irgendwie mit einbringen, doch ich wusste nicht wie ich es machen sollte. Eigentlich bin ich nicht schüchtern…nur wenn der Weißhaarige in der Nähe ist.

„G..Genau, sie wird uns schon nicht vergessen, nicht Conny.“ Die zwei blickten nun auch mich an und augenblicklich wurden meine Wangen leicht rot. Vielleicht hätte ich doch nichts sagen sollen, doch schon lagen Emmas Arme um meine Schultern und sie drückte mich fest an sich. „Ihr habt ja recht.“ Auch Norman lächelte mich nun an und stimmte mir lächelnd zu.

Zusammen gingen wir, nachdem wir zu ende geputzt hatten, in Richtung der Schlafzimmer, doch auf einmal blieb Emma schockiert stehen und rannte in das Esszimmer. Fragend Blicke ich in das genauso ratlos Gesicht von Norman, welcher mir mit einem Schulterzucken signalisiert, dass auch er keine Ahnung hat, was mit Emma los war.

„Conny?! Sie hat ihn liegenlassen!“ verwirrt trete ich nun auch in das Esszimmer und gehe auf Emma zu. Sie hielt irgendetwas in den Händen und  ei genauerem hinsehen konnte ich es auch nicht fassen. Auch ich sah jetzt schockiert auf Emmas Hände. „Sie…Sie hat ihn einfach vergessen…“ Emma und ich blickten uns ratlos an.
„Was…Was machen wir jetzt?“ Ich zuckte ratlos mit den Schultern. „Conny ist schon weg...“ „Nicht unbedingt.“ Verwirrt drehten wir uns beide zu Ray um, welcher auf einmal im Türrahmen stand und wohl duschen war.

„Wie meinst du das?“ fragend blickte ich ihn an. „Vorhin hab ich vom Fenster im Duschraum gesehen, dass in der Ferne beim Tor noch Licht brennt. Mama ist auch noch nicht wieder zurück. Mama…“ begeistert Blicke ich ihn an und wende mich schnell an Emma. „Also ist Conny noch nicht aufgebrochen!“ von Ray kam ein zustimmend laut.

„Dann sollten wir ihr Little Bernie bringen.“ Nun mischte sich auch Norman mit ein. „Wahrscheinlich wäre es besser, auf Mama zu warten und sie darum zu bitten, ihr das Kuscheltier später nach zu schicken.“ Ich wollte gerade protestieren, doch dann lächelt er Emma wieder lieb an, was mir ein kleinen Stich ins Herz versetzt.

„Aber Conny wäre bestimmt erleichtert, wenn sie Little Bernie schnell zurückbekommen, oder?" Auch Emma fängt nun wieder zu lächeln an und nickte zustimmend.

Beide machten sich gleich auf den Weg zur Tür, ich wollte ihnen folgen, doch Ray hielt mich am Arm fest und schüttelt sein Kopf. „Du solltest lieber hier bleiben.“ Ich wollte gerade schon protestieren, doch dann fuhr er fort. „Du bist nicht so schnell wie die beiden und außerdem würde dich dein schlechtes Gewissen gegenüber Mama zerfressen.“ Nun musste er leicht lächeln. „Weißt du noch, als wir zum Tor gegangen sind? Du konntest Mama eine Wochenlang nicht in die Augen gucken und wirklich was gegessen hast du auch nicht.“ Nun musste ich auch lächeln. „Stimmt und du hast die ganze Zeit versucht, mich vor Mama zu verstecken, damit es nicht so auffällt, aber damit haben wir uns nur noch verdächtigen gemacht.“ Nun kam mir auch ein kichern über die Lippen.

„Ok, dann warten wir auf die beiden, oder?“ Ray nickte zustimmend und wir beide setzten uns in die Nähe der Treppe. Wir beide redeten nicht, doch es war keine Unangenehme Stille.  Langsam wurde ich jedoch immer müder und konnte meine Augen fast nicht mehr aufhalten. Mein Kopf fühlte sich auch immer schwerer an, bis er schließlich auf Rays Schulter fiel. Doch bevor ich ganz einschlafen konnte, ging die Tür vorsichtig auf und Norman und Emma traten ein.

„Willkommen zurück. Wie ist es gelaufen?“ fragend blickte Ray die beiden an. Müde richte ich nun auch meine Augen auf die beiden, doch vor schock blieb mir die Sprache weg. Beide waren blas und sahen seltsam verstört aus. „Ist…ist alles ok bei euch?“ besorgt Blicke ich meine beiden beste Freunde an.

„Wir kamen zu spät.“ Normans Stimme war seltsam kalt und nicht so liebevoll wie sonnst. Beide gingen einfach an uns vorbei und würdigten uns keines Blickes. Und schon wieder fing mein Herz zu schmerzen an.

Fragend und schockiert Blicke ich zu Ray, doch dieser legte mir nur beruhigend eine Hand auf den Kopf und wuschelte mir durch meine Haare. „Mach dir keine Sorgen, die beiden sind wahrscheinlich nur niedergeschlagen.“ Zwar zweifelte ich an seine Worte, doch ich schätzte seine Geste sehr.

Ich rang mich zu einem kleinen Lächeln ab und brachte ein leises „Danke." heraus. Genau deswegen war er mein aller bester Freund, er wusste immer, was er zu mir sagen musste, damit es mir wieder besser geht.
„Nicht dafür.“ Auch er lächelte mich kurz an und zusammen gingen wir stillschweigend zu unseren Schlafzimmern. Wir beide waren mit dem gerade geschehenden beschäftigt und machten uns wohl beide Sorgen, um unsere Freunde.

An dem Mädchenschlafzimmer angekommen, wünschten wir uns beide eine gute Nacht, doch ich bezweifle, dass wir beide richtig schlafen werden.
Als ich an meinem Bett, welches neben dem von Emma stand, angekommen bin, wollte ich sie fragen was passiert ist…Doch es sah so aus als wäre sie schon eingeschlafen und irgendwie sagte mir mein Gefühl, ich sollte sie lieber in ruhe lassen.

Die Nacht über hatte ich nicht gut geschlafen, doch scheinbar war ich nicht die einzige, auch Emma sah sehr erschöpft am nächsten morgen aus. Und scheinbar schien sie mir aus dem Weg zu gehen, immer wenn wir kurz alleine waren, ging sie sofort, so dass ich sie nicht fragen konnte, was denn nun wirklich gestern am Tor vorgefallen war.

Betrübt folgte ich ihr ins Esszimmer, wo auch schon Norman sie strahlend begrüßt. Das er mich dabei scheinbar komplett übersehen hat, ignoriere ich ausnahmsweise mal. Ich blickte eher besorgt zu Emma, doch als hätte sich ein Schalter umgelegt, blickte sie ihn nun auch lächelnd an und erwiderte den Gruß.

Irgendwas war hier faul…

Ich konnte mich den ganzen Tag über nicht richtig konzentrieren, so konnte ich auch meine Punktzahl von 280 nicht aufrecht erhalten und rutschte auf 275.  Besorgt fragten mich alle, ob alles ok sei, doch ich bejahte nur und gab zu, dass ich nicht gut geschlafen hätte. Den skeptischen Blick von Mama bemerkte ich dabei nicht.

Als wir alle nach draußen gingen, setzte ich mich wie immer neben Ray, doch anstatt wie sonnst sein Buch zu lesen, sah er mich fast schon besorgt an. „Alles ok mit dir?“ seufzend lehnte ich mich an den Baum und blickte zu Norman und Emma, welche sich beide von den anderen Kindern abgekoppelt haben und Richtung Wald gingen. „Ich mache mir Sorgen um die beiden…“

„Meinst du nicht eher, du machst dir Sorgen um Norman.“ Schockiert Blicke ich mein besten Freund an und haue ihn sanft auf die Brust, dennoch wurde ich leicht rot. „Ich machen mir um beide Sorgen. Nicht nur um ihn…Du brauchst mich deswegen ja nicht gleich zu ärgern.“ Natürlich hatte Ray schon gleich herausgefunden, dass ich mich vor zwei Jahren in Norman verliebt habe.

Ray neben mir seufzte und blickte nun auch in die Richtung, in welcher die Beiden verschwunden sind. „Ich glaube es ist etwas schreckliche vorgefallen „ überrascht Blicke ich ihn an, doch sein gesagtes verunsichert mich auch zugleich. „...Was meinst du mit…schrecklich?“ Nun richtete sich Rays Augen wieder auf mich, doch er bleib einige Zeit lang still und überlegte.
„In Bezug auf Conny. Wer weiß, wer wirklich unsere neuen „Eltern" sind. Warum darf keiner die Eltern der Kinder sehen?“ schockiert sehe ich Ray an und dachte über sein gesagtes nach, doch egal zu welchem Schluss ich kam…es machte mir Angst.

„Ray…ich hab irgendwie angst.“ Überrascht blickt mich der Ältere an, doch zwingt sich dann zu einem kleinen beruhigenden Lächeln. „Du brauchst keine Angst zu haben, du hast doch Emma und Norman.“ „Und dich.“ Verwirrt Blicke ich ihn an, doch bevor ich näher darauf eingehen konnte, läutet auch schon die Glocke.

Zusammen mit dem Schwarzhaarigen, gehe ich zu Mama und warte auf die anderen Kinder. Auch Norman und Emma kamen schnell angerannt und kommen gerade noch rechtzeitig so das es nicht unbedingt auffällt. Dennoch frage ich mich, wo die beiden denn waren und warum sie nicht wie sonnst, etwas mit den Anderen gespielt haben.

„Es fehlen noch zwei Kinder…Naila und…“ doch bevor Gilda hätte weiter reden konnte, kam auch schon Mark mit tränenüberströmten Gesicht angerannt. Sofort kümmerte sich Mama um den Jüngeren. „Was ist denn passiert?“ Mark erklärte ihr, dass sie im Wald gespielt hatten und er Naila verloren hat, doch er konnte sie nicht finden. Doch Mama lächelte ihn nur an, blickte auf ihre Taschenuhr und sagte ihm, dass er sich keine Sorgen machen müsste und schon ging sie zielstrebig in Richtung Wald.

Verwirrt und besorgt zugleich blieben wir alle stehen und warteten auf die beiden. Nur wenige Minuten später kam Mama mit Naila zurück.

„Das…ging schnell.“ Ray blickte zu mir herunter. „Das ging viel zu schnell.“ Der Schwarzhaarige blieb stumm, nickte jedoch. Langsam bekam ich echt ein schlechtes Gefühl. Hier lief etwas gewaltig schief. Auch als ich in die Richtung von Norman und Emma blickte, sahen beide schockiert zu Mama. Es muss wirklich irgendwas schreckliches vorgefallen sein.

Am späten Abend bereite ich mit den Anderen Kindern das Essen vor. Lächelnd wende ich mich an Ray, welcher neben mir steht. „Kannst du die Anderen holen?“ schweigend nickt der Schwarzhaarige und geht mit der Glocke in die anderen Räumen.
Kurze Zeit später sitzen wir alle zusammen am Tisch und essen, doch schon wieder wirken Norman und Emma sehr niedergeschlagen.

Fragend Blicke ich zu Ray, doch dieser zuckt nur mit den Schultern und beugt sich kurz zu mir herunter. „Wir werden die beiden morgen zur Rede stellen.“ Ich nickte, sah dennoch besorgt zu den beiden.

Am nächsten Tag ging ich zusammen mit Ray schon früher nach draußen und wir beide setzten uns auf einen Stein und warteten. „Denkst du die beiden werden überhaupt mit uns darüber reden?“ fragend Blicke ich ihn an. „Sie müssen es, wenn sie verbündete haben wollen.“ Wie immer hatte er recht, dennoch bin ich besorgt. „Aber warum haben sie vorher nicht mit uns geredet? Wir sind doch ihre Freunde…oder nicht?“ von Ray war ein seufzen zu hören und schon wieder legte er mir seine Hand auf den Kopf und wuschelte mir durch meine Haare. „Sie wollen uns einfach nicht belasten, weil wir Ihre Freunde sind.“

Ich dachte kurz über Rays Worte nach und nickte, schon wieder hatte er recht. „Ray?“ fragend blickt mich der Angesprochene an. „Du kannst immer mit mir über alles reden, ich will nicht das dich etwas belastet.“ Lächelnd sehe ich ihn an. Mein Gegenüber wirkte kurz geschockt und dachte über etwas nach, doch dann lächelte er mich auch an. „Danke.“ Wir beide blickten uns an, bis wir Geräusche und Stimmen hören.

„Ich werde später mit Ray und (Y/N) alleine sprechen, du kannst schon einmal vorgehen.“ Beide gehen direkt an uns vorbei und scheinen uns nicht bemerkt zu haben. „Warum denn? Rede doch jetzt gleich mit uns.“ Schockiert drehen sich beide zu uns um.

„Sorry, wie sind euch beide gefolgt.“  Entschuldige ich mich. „Aber wir beide wollten endlich wissen, was am Tor passiert ist.“ Wütend nimmt Ray die beide in den Schwitzkasten. Ich musste bei dem Anblick lächeln, auch wenn Ray oft sehr kalt wirkt, so macht er sich auch oft Sorgen um die Anderen. Genau darum hab ich ihn auch so lieb.

Während ich so in Gedanken war und über die drei vor mir lächeln musste, hielt Ray ihnen einen Vortrag darüber, wie auffällig die beiden sich doch verhalten hätten und so weiter.

Nachdem beide sich aus Rays Griff befreit haben, blicken sie uns ernst an. „Werdet ihr uns beide helfen?“ fragend blickt Norman uns an. Doch ohne zu zögern Stimmen Ray und ich zu.
Der Weißhaarige seufzte „Dann erzähle ich euch beiden jetzt alles…Wir müssen alle von hier fliehen.“

Norman erzählte uns alles…auch, dass Conny nun tot ist und…von Monstern gekauft wurde.
Sowohl Ray als auch ich haben uns hingesetzt um beides zu verarbeiten. Doch natürlich kam Ray besser damit zurecht als ich. Schweigend reichte mir der Schwarzhaarige ein Taschentuch, welches ich dankend annehme.

„Ganz schön krass oder?...Ach! Deshalb auch die Gitterfenster.“ Überrascht Blicke ich Ray an. Die ganze Sache hat er meiner Meinung nach zu schnell geschluckt. Irgendwas stimmt da auch nicht.

„Du glaubst uns das so einfach?“ Emma sieht ihn schockiert an. „Na klar. Norman würde sich nie so eine dumme Lüge ausdenken.“ Da musste ich ihm leider zustimmen, dass würde eher zu Emma passen.
So langsam habe ich mich beruhigt und stehe nun auch auf. Fragend blickt Ray mich an. „Alles ok?“ ein letztes Mal wische ich mir meine Tränen weg und versuche ihn anzulächeln. „Ich bin immer noch schockiert und traurig…aber dafür haben wir gerade keine Zeit, wir müssen planen wie wir fliehen, damit das nicht nochmal passiert.“ Zustimmend nickt Ray und wuschelt mir noch einmal kurz über meine Haare. Ich weiß wirklich nicht warum er das ständig macht, aber irgendwie beruhigte es mich.

„Wenn wir fliehen wollen, stellen sich einige Fragen, die frage ist, wie viele Personen man mitnimmt.“ Stimmt, können wir überhaupt alle mitnehmen?

Ich fühlte mich auf einmal schrecklich, denn es war klar, dass die Kinder unter sechs….für so etwas nicht bereit sind und…da draußen leben Monster…ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich es schaffen würde, wie sollen es dann die Jüngeren schaffen?

Als hätte Ray meine Gedanken gehört, spricht er es auch schon aus. „Es ist unmöglich, dass alle Kinder fliehen. Wir müssen uns auf diejenigen beschränken, die eine realistische Chance haben…“ mein schlechtes Gefühl verstärkt sich immer mehr, aber Ray hatte recht. „Moment!“ überrascht Blicke ich zu Emma. „Wir wollen alle mitnehmen! Bitte helft uns dabei.“

Es war still zwischen uns, doch dann mischt sich Ray wieder mit ein. „Das soll wohl ein Witz sein, oder?“ Emma sieht Ray überrascht an, doch bevor sie etwas sagen konnte, mische auch ich mich mit ein. „Emma….ich hasse es zu sagen, aber Ray hat recht. Wir sind 38 Kinder und mehr als die Hälfte davon sind unter sechs. Und…“ mir kamen schon wieder die Tränen. Ich konnte nicht weiter sprechen, alleine der Gedanke daran, ein Teil meiner Geschwister hier zu lassen, zerstörte mich.

„(Y/N) hat recht. Es bleiben auch noch Mama, die Monster und die Sender. Diese Flucht ist kein leichtes Unterfang, aber wenn alle fliehen wollen, wird sie um Tausendfach schwieriger!“ betrübt stimmte ich ihm zu. „Das weiß ich auch! Aber es ist nicht gesagt, dass es unmöglich ist!“ „Doch, es ist unmöglich.“ Beide starrten sich stur an.

Ray seufzte wütend auf. „Du hast es wohl noch nicht bemerkt, Emma, aber….“ Doch nun mischt sich auch Norman mit ein. „Warte, Ray.“ Verwirrt blickten Emma und ich uns an, doch wir beide wussten nicht, was los war. „Ach! So ist das also…Deshalb wolltest du alleine mit uns sprechen.“
Ich verstand immer noch nicht worauf Ray aus ist, doch scheinbar war ich nicht die einzige, denn auch Emma schien ratlos.

„Du wolltest es vor Emma verstecken. Oder du konntest es ihr nicht sagen. Du schonst sie zu sehr.“  Ray ging auf Emma zu und sah sie ernst an. Fragen blickte ich zu Norman, doch dieser wich meinem fragenden Blick aus.
„Emma, es reicht nicht, einfach nur auszubrechen…“ nun fiel auch bei mir der Groschen und traurig blickte ich auf den Boden. „Da draußen sind überall Monster, nicht wahr? Wozu sollte es denn sonnst solche…Bauernhöfe geben.“ Ray drehte sich zu mir um und nickte. „Draußen wartet auf uns eine von Monstern beherrschte Gesellschaft…Im schlimmsten Fall gibt es kein Ort für uns Menschen.“ Die ganze Sache wirkte immer hoffnungsloser und trostlosen. Wie sollen wir überhaupt hier heraus kommen?

„Es ist unmöglich! Wenn wir alle mitnehmen, sterben wir am Ende alle. Wir lassen sie hier, dass ist der beste Weg.“ Mir gefiel das alles hier ganz und gar nicht. Ich wollte meine…“Nein!“ überrascht blickten wir alle zu Emma.
„Ich will nicht das wir alle sterben, noch will ich, dass wir alle hier lassen. Wenn es draußen für uns Menschen kein Ort zum Leben gibt, dann schaffen wir uns selbst so ein Ort. Jetzt habe ich kapiert das es eine Flucht ist, ich lasse mich nicht mehr überreden.“

Noch bevor ich Emma hätte aufhalten können, stürzt sie sich auf Ray. „Also musst du dich überreden lassen!“ Norman fängt an zu lachen und beobachtet belustigt das Geschehen, doch nun war Ray wütend. Er nahm mich an die Hand und faste Norman grob ans Hemd und schliff uns mit sich. „Ihr kommt jetzt beide mal mit!“

Ich sah Ray von der Seite an…so wütend hab ich ihn noch nie gesehen und das Norman noch immer lacht, macht das alles auch nicht besser. „Alles ok mit dir?“ kurz blickte mich der Schwarzhaarige überrascht an, doch er ging einfach weiter. Also war nichts in Ordnung. Naja, bei unserer momentanen Lage ist es auch mehr als verständlich.

Nach einer Weile blieben wir stehen und Ray drehte sich wütend zu Norman um. „Tu was dagegen! Emma ist vollkommen verrückt geworden!“ doch Norman freute sich nur darüber, dass es ihr scheinbar gut ging. Ich konnte ihn nicht verstehen, ich meine, ja es ist schön das es ihr gut geht, aber die Lage ist ernst! Scheinbar sieht auch Ray es so.

„Darum geht es gerade nicht! Stopp sie oder sie bringt uns alle um! Du begreifst das doch selbst besser als jeder andere!“ Nun hörte auch Norman endlich auf zu lachen und wirkte ganz ernst. „Norman…?“ ich sah ihn fragend an. Er seufze und blickte uns beide an. „Ihr habt sie an dem Abend nicht gesehen…Sie hat geweint. Ich dachte zuerst sie hätte Angst, aber sie weinte weil sie Angst um ihre Familie hatte. Das ist wirklich unglaublich, dass sie in einer solchen Situation immer noch an andere denkt.“ Ein kleines Lächeln breitet sich auf sein Gesicht aus und nun verstand ich auch…wieso war ich nur so blind?

Ray versuchte Norman weiter davon zu überzeugen, dass der Plan nicht gehen würde und wurde immer wütender, doch Norman blieb ruhig und verteidigte Emma immer weiter.

„Warum! Das sieht dir nicht ähnlich Norman! Du behältst doch immer einen kühlen Kopf und wählst den besten Weg. Warum?!“ Doch anstatt das Norman für ihn antwortet, übernehme ich es. Sanft legte ich Ray meine Hand auf seine Schulter und lächle ihn beruhigend an. „Weil er sie liebt Ray.“ Schockiert sieht mich der angesprochene an. Mir war klar das er es schon längst wusste wie Norman für Emma fühlt, doch das ich darauf gekommen bin und das so ruhig sagen kann, schockiert ihn wohl am meisten. Er wusste wie meine Gefühle für Norman aussehen.
„Nicht wahr?“  lächelnd blickte ich zu Norman, welcher zustimmend nickte.

Wir besprechen noch einige Sachen, doch zumindest schien Ray sich beruhigt zu haben, doch als wir wieder zu Emma gehen wollten hält er mich auf. Fragend blickten Norman und ich ihn an. „Ich muss noch kurz mit (Y/N) sprechen.“ Norman nickte und ließ uns beide alleine zurück.

Es war still zwischen uns und Ray wusste wohl nicht so recht wie er anfangen soll. „Es geht um die Sache mit Norman oder?“ fragend blickte ich ihn an. „Ja…ich hätte nicht gedacht das du damit so…naja locker umgehst. Eher das du in Tränen ausbricht und wegrennst.“ Mit einem schmunzeln auf den Lippen blicke ich ihn an, ich konnte deutlich sehen, wie unangenehm ihm das Thema ist.

„Wirklich Ray?“ überrascht sieht er mich an. „Wir haben heute beider erfahren das es Monster gibt, unsere Geschwister an diese als Nahrung verkauft werden und das Mama uns verraten hat…und du machst dir Sorgen um meine Gefühle?“ nun schien ihm seine Frage etwas unangenehm zu sein, denn seine Wangen färbten sich leicht rötlich und beschämt blickte er in eine andere Richtung.

„Nun…deine Gefühle sind auch wichtig…“ überrascht sehe ich ihn an und fange an zu lächeln. „Danke, aber mir geht es….den Umständen entsprechend. Am liebsten würde ich mich unter eine Decke verstecken und die nächsten Tage durch weinen….aber das wäre nicht gerade angebracht…“ ich räusperte mich leicht und nun wurden auch meine Wangen leicht warm. „Und das mit Norman…es tut zwar weh, aber weniger als ich gedacht hätte. Zumindest habe ich jetzt Klarheit über seine Gefühle. Außerdem wer könnte Emma nicht lieben, sie ist eine tolle Person.“ Ich redete mal wieder viel zu fiel und zu schnell. Ein, zwei Tränen haben jetzt doch ein weg in meine Augen gefunden. Darum drehte ich mich schnell um.

„Na komm wir sollten lieber zu den anderen Beiden gehen.“ Ich wartete nicht auf Ray, doch seine Stimme ließ mich doch anhalten. „Dich…muss man auch einfach lieben und wer es nicht tut…der ist…bescheuert.“ Überrascht drehe ich mich schnell wieder um, doch Ray blickte immer noch in eine andere Richtung und schien verlegen zu sein.

Ich wusste nicht was ich sagen sollte…also ging ich einfach auf ihn zu und gab ihm ein Kuss auf die Wange. Auch meine Wangen wurden wieder rot, doch dieses Mal störte es mich nicht, immerhin war ich nicht die Einzige. Doch anstatt das wir beide weiterhin still herumstehen und es noch unangenehmer wurde, schnappte ich mir Rays Hand und zog ihn mit mir.

„Danke.“

Wie konnte ich nur so blind sein…







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