Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

White Darling

von Escanora
GeschichteHumor, Erotik / P18 / MaleSlash
25.12.2020
16.05.2021
22
42.889
36
Alle Kapitel
100 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
03.05.2021 1.715
 
PASCAL

Chris ist tot... Chris ist tot... Chris ist tot...

Die ganze Zeit schoss mir nichts anderes durch den Kopf, außer diesem Satz. Was sollte ich auch anderes denken, wenn der Polizeichef mir sagte, dort sei Blut gewesen. Sie wollten nun noch heraus finden, ob es wirklich zu ihm gehörte. Die Blutspurensicherung hatte ein wenig des Blutes mitgenommen, damit sie es untersuchen konnten. Offenbar waren dort auch noch alte Blutreste zu finden und es würde mich nicht wundern, wenn diese zu Henry gehörten, der wahrscheinlich auch tot verscharrt irgendwo lag. Carina legte mir einen Arm um die Schulter und ich zuckte zusammen. Sie betrachtete das Treiben auf dem Revier. Wir wurden dorthin bestellt, weil wir hier die nahesten Verwandten und ich sein Freund waren. Sie wollten noch Informationen wann wir ihn wo zuletzt gesehen hatten. Bei mir war das zu Hause und bei Carina in der Firma. Anscheinend war er da, bevor er Leandra besuchte. Danach hätten wir wieder gehen können, aber ich bestand drauf zu bleiben, bis ich das Ergebnis des Bluttestes hatte.

Doch die Zeit ging nicht um. Wir saßen gefühlt schon Stunden hier. Irgendwann hatte uns einer der netten Polizisten uns in einen Raum gebracht, wo es Sofas gab, dass wir uns etwas bequemer setzten konnten. Carina war auch irgendwann eingeschlafen. Doch ich konnte nicht. Ich wollte wissen, wem das Blut gehörte. Wie ein Tiger lief ich in dem Raum auf und ab, setzte ich, ging ans Fenster, auf's Klo und lief wieder hin und her. Es war schon mitten in der Nacht. Irgendwann musste ich auch eingeschlafen sein, denn als ich wach wurde, war es bereits wieder taghell. Ich schoss vom Sofa hoch. Carina saß auf dem Sofa und las in irgendeiner Zeitung.

"Oh, Hey.", lächelte sie mich an.

"Wissen die schon was?", fragte ich.

"Gleich ja, der Chef war zwischendurch hier um nach uns zu sehen."

Genau da ging die Türe auf. Der Polizeichef kam mit einem Typen rein, der vermutete ich mal, von der Blutspurensicherung war. Carina und ich standen gleichzeitig auf.

"Ich habe das Ergebnis, der Blutspuren die wir gefunden haben.", sagte der Kerl, ohne sich vorzustellen.

Er sah auch so an sich nicht besonders freundlich aus, doch ich ignorierte das. Meine Hände wurden schwitzig und mein Herz fing an zu rasen.

"Das frische Blut stammt eindeutig von Christian White."

Mir wurde direkt schwindelig und schlecht. Ohne weiter darüber nachzudenken, dass hier noch Leute im Raum waren, erbrach ich mich volle Kanne auf den Fußboden. Carina kam sofort zu mir, um mir Halt zu geben und der Polizeichef diktierte uns ein wenig von der Stelle weg, an der ich gekotzt hatte. Er machte per Funkspruch eine Durchsage für eine Reinigungskraft und brachte mich und Carina aus dem Raum raus, in einen anderen der auch mit einigen Sofas plaziert war. Der Kerl folgte uns.

"Wem gehörte das alte Blut?", fragte Carina nervös.

"Henry Klinton.", sagte der Kerl monoton. "Sir, ich überlasse ihn alles weitere."

"Danke."

Der Typ zog von dannen und ich fing an zu heulen. Carina zitterte ebenfalls neben mir.

"Heißt das nun... müssen wir nun davon ausgehen... dass Christian... tot ist?", fragte sie.

"Nein, müssen wir nicht. Er hat eine Menge Blut verloren. Entweder ist er abgehauen oder sie hat ihn noch woanders hingeschleppt, wo ich eher von ausgehe. Die Hütte war ja durch die Aufzeichnungen von Mister Klinton bekannt und es wäre für sie nicht von Vorteil gewesen, die beiden Männer dort zu behalten, da sie wahrscheinlich daran dachte, dass wir irgendwann auftauchen würden. Es gibt noch eine interessante Sache."

Mein flaues Gefühl im Magen sänftigte sich langsam. Ich setzte mich hin, denn ich befürchtete wenn ich stehen blieb, dass ich dann wieder kotzen musste. Carina setzte sich zu mir und hielt mich fest. Der Chef blieb uns gegenüber stehen.

"Wir haben heraus gefunden, dass das Haus das wir durchsucht haben gar nicht der jungen Frau gehört. Es gehörte einer älteren Dame, die gestern von ihrem Urlaub wieder kam und ziemlich entsetzt war, als die Polizisten in ihrem Haus waren. Wir haben zur Vorsicht eine erneute Durchsuchung durchgezogen."

"Und die Katze?"

"Die gehörte niemanden, sie ist durch ein offen gelassenes Fenster in das Haus rein, denn die alte Dame bestätigte uns, dass sie keine habe."

Die Katze war mir sowas von egal. Mein Freund war wahrscheinlich tot! Wen interessierte da eine dumme Katze! Ich hätte hundert Katzen eingetauscht, wenn ich nur wüsste wo er ist! Ich raufte mir die Haare.

"Stimmt der Name von ihr wenigstens?", mischte ich mich dann ein.

"Der stimmt auch nicht. Ihr richtiger Name ist Mary Sanchez. Diese Dame hat sich vor ein paar Jahren in die USA einreisen lassen und ihr Visum ist aber seit einigen Jahren abgelaufen. Das haben wir nun durch die Ermittlungen heraus gefunden. Sie sucht sich immer reiche Leute, um an ihr Geld oder eine Heirat zu kommen. Wir nehmen an, dass Henry ihr letztes Opfer dies nicht mitmachen wollte und sie es nun bei Mister White versuchen wollte. Sie hat desöfteren unter falschem Namen gehandelt, deswegen kam diese Sache bisher nicht raus. Wir gehen also davon aus, dass diese Dame auch keinen richtigen Wohnsitz hat."

"Wie konnten Sie das denn heraus finden?", bohrte Carina nach.

"Wir haben unter anderem noch andere Fingerabdrücke in der Hütte gefunden und diese durch unser DNA Gerät gejagt. Das kam dabei heraus. Im Grunde müssen wir nur noch heraus finden, wo sie sich aufhält. Wir vermuten mal in einer Wohnwagengegend oder sowas."

In mir flammte wieder ein wenig Hoffnung auf.

"Also suchen Sie nun die Wohnwagengegenden hier ab?", fragte ich.

"Natürlich. Meine Männer sind schon auf dem Weg. Es gibt hier im Umkreis nur eine von denen. Das ist auch so eine herunterkommende Gegend. Wenn wir ganz viel Glück haben, finden wir ihn heute noch."

An seinem Blick konnte ich erkennen, dass er tot oder lebendig meinte. Er klopfte mir auf die Schulter und gab Carina die Hand.

"Ich möchte, dass Sie Beide nach Hause fahren."

"Nein, bitte. Ich halte das nicht aus, zu Hause nun wieder rum zu sitzen.", flehte ich. "Nehmen Sie uns mit, bitte..."

Er sah uns einen Moment zögernd an und stimmte dann zu.

"Nun, gut aber nur wenn Sie im Auto bleiben! Ich weiß nicht, wie gefährlich diese Dame wirklich ist! Und das ist keine Bitte! Wenn wir mehr wissen, dass es sicher ist werde ich Ihnen das sagen!", kommandierte er.

Ich nickte hektisch. Ich war mit allem einverstanden, solange ich nicht wieder zu Hause warten musste. Er führte uns zum Polizeiauto und wir fuhren los. Ohne Blaulicht. Falls diese Mary wirklich in dieser Gegend da sein sollte, sollte sie ja nicht schon vorher wissen, dass wir kamen. Es dauerte nicht lange bis wir ankamen. Die anderen Polizisten waren schon auf der Suche. Aber die meisten der Wohnwägen schienen leer zu sein.

"Sie bleiben hier!", sagte er noch einmal und stieg aus.

Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, als erst ein Schrei und dann ein Schuss fiel. Carina sah mich an.

"Ob sie das war?"

"Ich hab keine Ahnung."

Kurz darauf kamen zwei Polizisten zu einem der Autos, dabei eine Frau die ich eindeutig als eben diese jene ausmachen konnte. Ich stieg aus dem Auto und als sie mich sah, funkelte sie mich unendlich böse an. Mir war es egal, dass ich noch kein Zeichen von dem Chef bekommen hatte. Ich wollte dahin. Carina rief noch nach mir aber ich rannte in die Richtung aus der Mary mit den Polizisten gekommen war und stellte fest, dass ihr Wohnwagen wohl der einzige war, der überhaupt bewohnt war. Was natürlich somit perfekt für ein Verbrechen war, weil es niemand mitbekam.

"Ich hatte Ihnen doch gesagt, Sie sollen warten!", fluchte mich der Polizeichef an.

"Sorry, aber diese Dame kam uns entgegen und deswegen dachte ich es sei sicher."

"Sieht so aus. Meine Männer durchsuchen gerade den... Moment... Da!"

Einige der Polizisten kamen mit jemanden im Schlepptau an. Es dauerte nur einen Bruchteil der Sekunde bis ich erkannte, dass es Chris war. Völlig verschandelt und Blutverschmiert.

"Sonst ist niemand drin, Chef!"

"CHRIS, CHRIS!", schrie ich und rannte dorthin.

Die Bullen legten ihn sanft auf dem Boden ab.

"Er braucht sofort einen Krankenwagen. Sein Zustand ist lebensbedrohlich."

Einer der Jungs rief sofort einen und ich kniete mich neben meinen Liebling. Aber er war bewusstlos. Ich fragte mich gerade, wie eine Frau es schaffen konnte, einen solchen Kerl wie Chris umzunieten. Geschweige denn wegzuschleppen. Aber meine Frage wurde beantwortet, als einer der Typen meinte, hinter dem Wohnwagen sei ein Van. Von Henry gab es hier keine Spur und vermutlich war er wirklich tot. Der Krankenwagen kam schnell. Ich bettelte darum mitfahren zu dürfen und der Polizeichef sorgte dafür, dass ich dies auch durfte. Carina würde er zum Krankenhaus fahren. Die wussten dort schon Bescheid, dass jemand mit lebensbedrohlichen Zustand bald eintreffen würde. Der eine Sani knallte die Türen zu, nachdem Chris eingeladen war und ich neben ihm saß und dann fuhren wir in Windeseile los. Während der Fahrt wurde er weitestgehend schon versorgt und ich hielt seine Hand.

"Chris...", flüsterte ich immer wieder.

Am Krankenhaus riss man die Türe von außen schon auf und einige Pfleger und Schwestern brachten Chris ins Krankenhaus in den OP Bereich. Ich durfte dort natürlich nicht mit rein. Carina kam kurz nach mir an und wir setzten uns, mal wieder, in den Ruhebereich und konnten nur noch warten. Am liebsten hätte ich dieser Schlampe eine gescheuert, bis ihr hören und sehen verging!

"Ganz ruhig...", meinte Carina, als ich ihre Hand etwas zu feste drückte. "Er schafft das, er schafft immer alles."

"Ich weiß. Aber ihn so zu sehen... und es tut mir um Henry so leid, falls er wirklich..."

"Mir auch..."

Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter an und ich tat es ihr gleich. Und dann warteten wir darauf, dass Chris dem Tod hoffentlich entweichen konnte...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast