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Das Perfekte Geschenk

Kurzbeschreibung
OneshotHumor, Freundschaft / P12 / Gen
24.12.2020
24.12.2020
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Hey Friends. Da es sich gewünscht wurde und ich auch selbst überlegt habe eines zu machen, kommt tatsächlich noch ein Seawalkers Weihnachtsspecial. Ich hatte ehrlich gesagt viel mit meinem Adventskalender und meinem Miraculous Weihnachtsspecial zu tun und stehe deshalb etwas unter Zeitdruck. Deshalb erwartet bitte kein Meisterwerk von mir. Jetzt aber viel Spaß mit dem Special.











"Aufstehen du lahmer Delfin. Guck doch mal nach draußen. Überall liegt Schnee."

Müde schlug ich die Augen auf und blinzelte in die Richtung, aus der Sharis Stimme kam. Wenn es nach mir ginge, hätte ich am liebsten einfach die Augen wieder zu gemacht und weitergeschlafen, doch da ich meine beste Freundin kannte wusste ich, dass das nicht ging. Also versuchte ich mich aus dem Bett zu hieven und dabei nicht einfach auf dem Boden liegen zu bleiben.

Irgendwie schaffte ich es tatsächlich aufzustehen und mich zu ihr ans Fenster zu stellen. Und tatsächlich, draußen schlugen dicke, weiße Flocken gegen unser Fenster und auf den Boden. Zum Glück war es zu dieser Zeit des Jahres kalt genug, damit die Schneeflocken liegen bleiben konnten. Und das bedeutete, dass unsere Gruppe nachher wohl die Gunst der Stunde nutzen und Schneeballschlachten veranstalten, Schneemänner bauen und Schlitten fahren würde.

"Ist das nicht toll? Zum ersten mal können wir den Schnee richtig nutzen. Nicht nur als Delfine, sondern als richtige Menschen. Wir können all die coolen Sachen machen die die Menschen mit dem Schnee tun. Und das einzige worauf wir aufpassen mussten, ist nicht den gelben Schnee zu nehmen."

Ich musste bei ihren Worten lachen. Shari war so begeistert gewesen, als Noah, Jasper und Tiago uns zum ersten mal von Schnee erzählt hatten, dass Tiago ihr sofort den Hinweis gab, dass Hunde den Schnee markieren und sie deshalb vor gelben Schnee aufpassen soll.

Tiago.

Alleine wenn ich an ihn dachte oder seinen Namen hörte schlug mein Herz schneller. Wohl oder übel konnte ich sagen, dass ich Hals über Kopf in ihn verliebt bin. Dabei ist er ein Tigerhai und eigentlich mein natürlicher Feind. Doch er ist einfach so süß und mutig und hilft den anderen immer.

"Blue. Jetzt komm raus. Ich will endlich mal den Schnee spüren. Mit meinen richtigen Händen und nicht nur mit meiner Delfinhaut."

Ich schreckte hoch und sah zu meiner besten Freundin. Sie hatte sich warme Klamotten angezogen und winkte mich eilig zu sich.

"Darf ich mich wenigstens fertigmachen?", fragte ich lachend.

"Nagut, aber beeile dich.", entgegnete sie mir missmutig.

"Nur mit der Ruhe. Es dauert eh noch eine Weile bis der Schnee liegen bleibt. Und in der Zeit kann ich mich auch noch in Ruhe fertigmachen." Damit ging ich zu meinem Schrank, schnappte meine Klamotten und machte mich auf ins Bad.

Nach knapp zwanzig Minuten kam ich zurück in unser Zimmer. Shari war nicht mehr dort. Vermutlich ist sie schon rausgegangen, da ihr zu warm wurde. Schmunzelnd holte ich mir auch ein paar dicke Winterklamotten aus meinem Schrank und zog sie mir an. Dann machte ich mich auf und folgte meiner besten Freundin aus unserer Hütte.

Draußen knallte ich dann jedoch direkt gegen jemanden und fiel hin. Also nicht so richtig, da ich vorher noch aufgefangen wurde. Ich blickte überrascht nach oben und wurde rot.

Es war Tiago.

Er war es, gegen den ich geprallt bin und er war es auch, der mich gerade aufgefangen hatte. Ich rappelte mich schnell wieder auf und versuchte ihn nicht anzusehen. Mein Gesicht hatte er jedoch bestimmt schon gesehen.

Wie peinlich.

"Hey, so stürmisch musst du mich auch nicht begrüßen.", lachte Tiago.

"Was kann ich dafür, dass du hier genau vor der Tür stehst?", fragte ich ärgerlich.

"Oh, ich hatte gerade geklopft. Hast du mich nicht gehört?"

Ich schüttelte den Kopf. "Ich habe gerade meine Winterklamotten angezogen. Vermutlich lag es daran."

Tiago nickte. "Achso. Na dann."

"Warum solltest du eigentlich so dringend zu mir?" Ich sah ihn neugierig an.

"Ach, es geht um Shari."

War ja klar. Ich wusste, dass ich nicht mit ihr mithalten konnte. Nicht bei Tiago. Doch ich war nicht eifersüchtig auf sie. Sie war meine beste Freundin und ich gönnte ihr alles auf der Welt. Und sie konnte ja nichts für Tiagos oder meine Gefühle. Von mir aus konnte sie ihn haben, solange beide zusammen glücklich werden. Doch solange sie kein Paar waren konnte ich es ja versuchen. Oder zumindest konnte ich davon träumen Tiagos Freundin zu sein, da ich für mehr wohl nie imstande sein werde.

"Was ist mit ihr?", fragte ich beiläufig.

"Sie rennt gerade ohne ihre Winterklamotten am Strand rum. Ich habe ihr glaube ich fünf Minuten lang zu sagen versucht, dass sie sich so nur eine Erkältung einholen wird, doch sie wollte nicht hören. Dann bin ich zu dir, da ich wollte, dass du mit ihr noch einmal redest. Ich glaube auf dich wird sie eher hören."

"Denkst du das wirklich?", fragte ich spöttisch. "Du kennst Shari gut genug um zu wissen, dass niemand sie in so einer Situation umstimmen kann."

"Einen Versuch ist es Wert." Er sah mich flehend an.

Ich seufzte. "Na schön. Ich versuch mein Glück. Aber wenn ich es nicht schaffe, dann wundere dich nicht drüber."

Er strahlte mich an und trotz des Schnees der gerade unsere Kleidung bedeckte wurde mir warm.



Zusammen gingen wir zum Strand und ich sah sofort was Tiago meinte. Dort war Shari und rannte in ihrem T-Shirt und kurzen Shorts durch den Sand. Dabei versuchte sie Schneeflocken zu fangen und beobachtete, wie sie sich auf ihren Armen niederließen. Zu allem Überfluss war sie auch noch bis zu den Knien nass.

Ich ging zu meiner Freundin hin. "Sag mal, ist dir nicht kalt?"

Shari sah mich an und lächelte breit. "Da bist du ja endlich. Zieh die dicken Fummel aus und komm ins Wasser. Der Schnee ist so toll. Guck mal. Wenn er auf meinen Arm fällt schmilzt er ganz langsam. Das sieht so cool aus."

Ich holte tief Luft. "Shari. Komm bitte aus dem Wasser. Und zieh deine Wintersachen wieder an. Es ist kalt draußen und wenn du weiter so rumläufst wirst du noch krank."

"Ach wo. So schlimm ist es nicht. Wenn du dich ein wenig bewegst wird dir ganz warm und du spürst die Kälte nicht mehr."

Ich musste schmunzeln, bei der Sturheit meiner Delfinfreundin. "Shari Seaborn, komm jetzt sofort aus dem Wasser und zieh deine Klamotten wieder an. Es ist zu kalt draußen und den Schnee kannst du auch betrachten, wenn du eine Jacke an hast. Zudem kannst du krank werden und das willst du ja nicht. Ansonsten liegst du zu Weihnachten in unserem Zimmer und kannst nicht zur Weihnachtsfeier mitkommen."

Das wirkte. Ich sah Sharis Gesichtszüge entgleisten und ihre Augen sich panisch weiten. Sie machte den Mund auf und schloss ihn wieder. Eine Weile sah sie mich nur an und schien zu überlegen, wie wahrscheinlich das war. Dann kam sie wohl zu dem Entschluss, dass ich Recht hätte und ging an mir vorbei. Sie schnappte sich das Handtuch, das Tiago ihr reichte und machte sich die Beine trocken. Dann zog sie ihre Jacke und die Winterhose wieder an.

"Zufrieden?" Sie sah Tiago und mich böse an.

"Bestens.", antworteten wir beide im Chor.

"Wir wollen nur nicht, das du krank wirst. Und da muss dann auch mal jemand ein Machtwort sprechen."

Shari sah Tiago missmutig an. "Aber es hat so viel Spaß gemacht."

"Und das wird es auch noch.", sagte ich. "Warte bis der Schnee liegen bleibt. Und du kannst dir ja auch jetzt den Schnee ansehen."

Shari blickte um sich. Der Strand war inzwischen weiß verfärbt und auch die Umgebung strahlte eine deutliche Helligkeit aus. Shari sah uns lächelnd an.

"Okay, lasst uns etwas essen gehen. Und wenn der Schnee nachher liegen geblieben ist nutzen wir das aus, einverstanden?"

Wir nickten und liefen zusammen mit ihr in Richtung der Cafeteria.

"Habt ihr eigentlich schon alle Geschenke für Weihnachten?", fragte Tiago plötzlich unvermittelt.

Wir sahen ihn beide überrascht an. "Wieso fragst du?"

"Naja, ansonsten dürfte es jetzt ziemlich knapp werden. Und ich wollte bloß fragen, ob ihr vielleicht noch Hilfe mit den Geschenken braucht. Ich könnte euch ja noch helfen."

"Danke, aber ich habe schon alles zusammen. Und keine Sorge, ich werde keinem von euch verraten was er bekommt." Shari sah uns herausfordernd an, so als ob sie wollte das wir sie fragen was sie uns schenkt.

"Ich brauche auch keine Hilfe. Ich habe schon alles beisammen."

"Okay, wenn das so ist. Ich wollte nur einmal fragen."

Tiago öffnete uns die Tür und wir traten in die Cafeteria.



Tatsächlich blieb der Schnee draußen liegen, jedoch konnten wir erst am Nachmittag die Zeit für eine Schneeballschlacht nutzen. Da wir vorher Unterricht hatten waren alle umso erfreuter, als der Schnee tatsächlich liegen blieb. So versammelten sich schnell Gruppen, die zusammen in eine Richtung zogen um den Schnee zu nutzen.

Unsere kleine Gruppe, bestehend aus Tiago, Shari, Noah, Jasper und mir ging zusammen zum Strand. Wir hatten auch Noemie, Chris und Finny gefragt ob sie mitkommen wollen, doch Noemi mochte den Schnee nicht so ganz und die beiden anderen waren nicht aufzufinden. Noah meinte scherzhaft, die beiden knutschen wohl irgendwo heimlich. Wir mussten alle lachen, doch stellten das nicht infrage.

Für uns alle war es nicht verwunderlich gewesen, als wir die beiden erwischt haben, wie sie heimlich in einem leeren Klassenraum zusammen geknutscht haben. Jeder von uns hat bemerkt, wie sich die beiden angesehen haben. Wir gönnten ihnen ihr Glück. Nur schade, dass ich dieses Glück nicht auch teilen konnte. Noch nicht.

So waren es nur wir fünf die sich nun am Strand eingefunden haben und uns gerade eine Schneeballschlacht lieferten. Wir beiden Mädchen bauten uns einen Schutzwall, während wir auch immer wieder die Jungs mit Schneebällen bewarfen.

So verging die Zeit bis es Abend wurde wie in Fluge. Leider. Ich hätte gerne noch weiter draußen mit den anderen gespielt, doch alles schöne war mal zuende. Stattdessen freuten wir uns jetzt zusammen lachend und scherzend auf das Abendessen und die heiße Schokolade, die uns drinnen erwartete. Nicht einmal Ella konnte uns die Freude verderben.

"Ich hoffe, dass wir auch an Weihnachten noch Schnee liegen haben. Eine weiße Weihnacht wäre echt schön.", meinte Noah träumerisch.

"Ja, das wäre echt Meerig. Warum kann nicht öfter Schnee liegen? Warum nur im Winter?" Shari sah uns fragend an.

"Das liegt am Abstand den die Erde zur Sonne hat. Im Winter ist er viel größer und deshalb ist es kälter als im Sommer. Deshalb gibt es diesen Jahreszeitenwechsel überhaupt.", entgegnete Tiago.

"Im Sommer ist es doch auch schön. Es ist so warm und man kann die ganze Zeit schwimmen gehen. Und wir dürfen Eis essen so viel wie wollen. Im Winter bei Schnee macht das irgendwie keinen Spaß." Ich sah meine Freundin aufmunternd an.

"Hast ja Recht. Ich finde es trotzdem schade. Ich hätte gerne öfter Schnee als nur im Winter."

"Dafür gibt es spezielle Hallen. Und Skigebiete. Dort gibt es das ganze Jahr über Schnee.", sagte Jasper.

"Oh, wie toll. Vielleicht sollten wir dann dort mal hingehen. Lasst es uns doch vorschlagen bei Mister Clearwater." Shari war sofort wieder begeistert.

"Warte doch erst einmal ab bis Sommer ist. Jetzt haben wir noch genug zu tun mit Weihnachten und Silvester und so. Und ich möchte erst einmal wissen wie das alles abläuft, anstatt schon an den nächsten Sommer zu denken." Ich sah Shari belustigt an.

"Ich dachte du weißt wie das abläuft?", fragte Noah. "Hast du es schon wieder vergessen?"

"Das nicht, aber das ist alles so kompliziert. Also: An Weihnachten gibt es Geschenke, die man an seine Freunde und Familie gibt. Und wir gehen am 24. in eine Kirche und tauschen am 25. unsere Geschenke aus. Am 31. dürfen wir dann die ganze Nacht wach bleiben und um Mitternacht Raketen in die Luft schießen. Richtig so?"

"Besser kann man es nicht zusammenfassen.", meinte Jasper. "Außer dass es noch ein besonderes essen geben wird. Natürlich auf jeden von uns zugerichtet."

Ich nickte verstehend. "Ich hoffe ich merke mir das. Nicht dass ich jemanden die Geschenke zu früh gebe oder an Weihnachten schon irgendetwas in die Luft schieße."

"Das machen wir eh nicht. Silvesterraketen sind nicht gut, für Wandler erst Recht nicht. Wir sehen uns das Feuerwerk nur auf dem Fernseher und von weitem an. Also eine Sorge weniger."

Tiago lächelte mich an und ich könnte dahin schmelzen.

"Okay. Und zur Not helft ihr mir einfach, wenn ich etwas falsch mache."

Alle lachten und versprachen mir hoch und heilig, mir zu helfen. Ein Glück hatte ich solch gute Freunde. Ich wusste nicht was ich ohne sie machen sollte.



Die Tage vergingen wie im Fluge. Unsere kleine Gruppe verbrachte fast die ganze Zeit draußen im Schnee oder in der Cafeteria um uns von unseren Ausflügen aufzuwärmen. Zu unser aller Freude fiel in den Tagen immer frischer neuer Schnee und so gab es keine Ausrede, den nicht zu nutzen. Von morgens bis abends spielten wir draußen, indem wir Schneemänner bauten, Schneeballschlachten machten und all das andere Zeug was wir mit Schnee machen konnten.

So kam der 24. Dezember und es war inzwischen schon Abend. Shari und ich hatten uns bereits bettfertig gemacht und wollten gerade schlafen gehen. Der Tag heute war echt Meerig gewesen und nun freuten wir uns bereits auf die Geschenke, die wir am nächsten Morgen bekommen würden. Denn auch wenn der Besuch in der Menschenkirche echt interessant war und das Festmahl zum Abend, bestehend aus prächtigen Fischen und allerlei anderen leckeren Sachen, so köstlich war wie sonst nichts was ich bisher gegessen habe, so waren die Geschenke das Highlight an Weihnachten, wie meine Freunde mir versicherten.

"Und? Schon aufgeregt was du alles bekommen wirst? Ich kann gar nicht mehr warten. Ich wünschte echt, die Nacht wäre schon um. Wie hältst du das bloß aus?"

Ich musste lachen und sah zu Sharis Bett hinüber. "Du bist ja schlimmer als Holly. Nicht einmal die ist so zappelig wie du."

"Aber ich bin so aufgeregt. Bist du gar nicht neugierig?"

"Doch, schon, aber die Zeit vergeht auch nicht schneller wenn du hier nur in deinem Bett zappelst und mich irgendwelche sinnlosen Sachen fragst."

Sie wollte etwas erwidern, schloss dann jedoch wieder den Mund.

"Schlaf doch einfach. Du wirst sehen, wenn du schläfst wird die Zeit viel schneller vergehen."

"Aber wie soll ich schlafen? Morgen gibt es Geschenke und ich bin so aufgeregt."

Ich lachte erneut und drehte mich auf die Seite. "Nacht Shari."

Und es dauerte nicht lange bis ich einschlief.



Ich wachte auf und blickte blinzelnd Richtung Fenster. Unsere Jalousien waren noch runter gezogen, doch ein paar schwache Sonnenstrahlen fielen durch diese. Ich stand langsam auf, streckte mich und machte sie hoch. Draußen ging gerade die Sonne auf und so schnappte ich mir meine Klamotten und verschwand ins Bad.

Nachdem ich mich ausgiebig fertig gemacht hatte, ging ich zurück ins Zimmer und erblickte dort eine wild umherlaufende Shari.

Als sie mich sah ging sie sofort zu mir. "Da bist du ja endlich. Wieso hast du mich nicht geweckt? Ich will jetzt Geschenke haben."

Ich lachte und schob sie Richtung Badezimmer. "Mach dich erst einmal fertig. Die anderen schlafen bestimmt noch alle. Und ob du die Geschenke jetzt eine Stunde früher oder später aufmachst ist doch auch egal."

Shari sah mich empört an, sagte jedoch nichts dazu. Sie verschwand im Bad und kam nach knapp zehn Minuten wieder hinaus. Ich musste mir das lachen unterdrücken. Shari machte deutlich, wie sehr sie ihre Geschenke wollte.

Ich hatte in der Zwischenzeit meine Geschenke zusammen geholt und sie in eine Tüte gepackt. Auch Sharis Geschenke lagen bereits in einer und so nahmen wir sie auf und gingen aus unserer Hütte.

Die erste Hütte zu der wir gingen war die von Noah. Barry war nicht sonderlich davon begeistert, als Shari geschlagene fünf Minuten an die Tür hämmerte. Jedoch gab er schnell klein bei und holte Noah. Dieser sah uns noch äußerst verschlafen an und versicherte uns, in einer Viertel Stunde bereit zu sein. So setzten wir uns gegen Sharis Willen hin und warteten. Und nach den knapp 15 Minuten kam Noah auch aus seiner Hütte, mit einem Beutel voller Geschenke.

Zusammen gingen wir zur Hütte der anderen beiden. Dieses mal konnte ich Shari davon überzeugen, nicht gleich die ganze Hütte zusammenzutrommeln. So gingen wir nur zum Fenster der beiden Jungs und Shari klopfte an dieses.

Tiago öffnete uns und sah uns eine Weile bloß verwirrt an. Schließlich hielt Shari ihre Tüte hoch und meinte bloß: "Geschenke?" Bei Tiago schien es Klick zu machen und er ging zurück in die Hütte, vermutlich um Jasper zu wecken.

So saßen wir eine halbe Stunde später zusammen am Palmhain. Wir hatten einen großen Tisch aufgestellt und gaben gerade den anderen unsere Geschenke. Nachdem das erledigt war begannen wir mit dem Auspacken. Sharis "Jetzt mach schon" und "Pack schon aus" Rufe halfen zwar nicht gerade dabei, doch ihre Begeisterung schlug auch auf uns über.

"Danke Noah. Diese CD von den Twenty One Pilots wollte ich schon ewig haben." Tiago hielt diese hoch und sah Noah dankbar an.

"Gerne Kumpel. Ich weiß ja wie gerne du die hörst. Und danke Blue. Dieses Buch über 'Tiere der amerikanischen Wälder' sieht echt cool aus. Ich glaube Holly dürfte das echt gut gefallen."

"Genau deshalb habe ich das geholt.", lachte ich. "Und Jasper, diese Blumen sind echt... schön." Ich sah die rote Blume etwas irritiert an.

"Das ist ein Weihnachtsstern. Ich dachte er wäre ganz passend. Und du magst Blumen ja so gerne."

Das stimmte tatsächlich. Doch von einem Weihnachtsstern hatte ich noch nie gehört. Trotzdem war ich ihm dankbar.

"Ich habe sogar extra etwas von meiner Erde in diesen Topf gefüllt.", meinte Jasper.

"Oh, dann musst du diesen Topf ehren wie Tangaroa persönlich. Wenn Jasper etwas von seiner kostbaren Erde abgibt, dann muss es etwas besonderes sein."

Wir lachten alle. Jasper sah kurz beleidigt drein, ehe auch er in unser lachen mit einstimmte.

Ich öffnete mein nächstes Geschenk. Es war das meiner besten Freundin.

"Oh Shari, du hast es nicht vergessen." Glücklich sah ich auf das Buch. Es hieß 'Ruf der Tiefe' und wir hatten es im Oktober in einem Buchladen gesehen. Ich wollte es mir damals unbedingt kaufen, doch mein Geld hatte nicht mehr gereicht.

"Ich habe es gekauft, als du schon aus den Laden gegangen bist. Ich musste bloß hoffen, dass du es dir in der Zwischenzeit nicht kaufst. Und das hast du nicht. Da habe ich dann wohl alles richtig gemacht.", lachte sie.

Ich umarmte sie und blickte schüchtern zu Tiago. Er hatte mein Geschenk gerade in seinen Händen und öffnete es gerade. Ich blickte gespannt zu ihm hin und verfolgte, wie er das Papier der kleinen Schachtel abriss und diese dann öffnete.

"Blue." Ungläubig sah Tiago auf die Kette hinab. "Das ist... Ich..."

"Gefällt sie dir nicht?", fragte ich ängstlich.

"Sie... Sie ist wunderschön. Perfekt." Er holte sie aus der Schachtel und band sie sich um den Hals.

Noah sah sie erstaunt an. "Du hast ihm eine Delfinkette geschenkt?"

Ich merkte wie ich rot wurde und nickte. "Er gehört ja jetzt zu unserer Gruppe dazu. Auch wenn er kein Delfin ist."

"Ich habe auch eine bekommen. Von Shari." Jasper hielt seine Kette hoch.

"Wir haben die ja auch zusammen gemacht. Blue wollte die für Tiago machen, dann blieb für mich nur noch die für Jasper übrig.", entgegnete Shari.

Noah sah mich mit einem erstauntem und musternden Blick an. "Warum wolltest du gerade die Kette für Tiago machen?"

Ich spürte wie mein Gesicht warm wurde und sah zu Boden. Zum Glück beachteten es die anderen nicht weiter. Nur Tiago sah mich nachdenklich an, ehe wir unsere weiteren Geschenke auspackten.



Inzwischen waren wir fertig mit dem auspacken unserer Geschenke und wollten nun frühstücken gehen. Jedoch hielt mich im Gang jemand auf.

"Blue? Können wir kurz reden?"

Überrascht sah ich zu Tiago. Er hatte mir auf die Schulter getippt und sah mich nun fragend an.

"Ähm, klar:", meinte ich verwirrt. "Geh schon einmal vor.", fügte ich dann noch an Shari gewandt hinzu, die stehen geblieben war und uns ansah. Sie nickte und eilte den anderen hinterher.

"A,lso was gibt es?", fragte ich sobald die anderen außer hörweite waren.

Er holte tief Luft. "Warum hast gerade du mir die Kette geschenkt? Warum nicht Shari?" Ich sah ihn erstaunt an. "Ist es... weil du mir immer noch nicht vertraust? Wolltest du nicht, dass Shari mir die Kette gibt, da du mir misstraust und es bei dir nichts bedeutet?"

Ich war erstaunt und erschrocken zugleich. Wie konnte er das denken? "Nein, es... das ist es nicht."

"Was dann?" er sah mich interessiert an.

Ich schluckte. Sollte ich es ihm sagen? Was war mir wichtiger, das er mir vertrauen kann, oder dass er nichts von meinen Gefühlen wusste?

Ich entschied mich für ersteres. Irgendwann musste er es erfahren.

Ich schluckte noch einmal und holte tief Luft. "Es... gibt etwas wichtiges was ich dir sagen muss. Aber bitte denke nicht falsch von mir. Ich weiß, dass es nie wahr werden wird." Er sah mich etwas irritiert an und ich fuhr fort. "Ich mag dich echt Tiago. Sogar mehr als das. Du bist ein toller Freund. Und ich habe... mich etwas in dich... verliebt. Ich liebe dich Tiago"

Nach meinem Geständnis schwieg ich und Tiago sah mich nur erstaunt an. Dann nach gefühlten Ewigkeiten stotterte er: "Du... Du liebst... mich?"

Ich nickte und sah zu Boden. "Ich weiß, das mit uns wird nicht klappen. Du liebst Shari und ich bin bloß ihre kleine, schüchterne, feige Freundin. Also vergess es bitte einfach und lass uns Freunde bleiben. Ich wollte bloß, dass du das weißt."

Er sah mich immer noch verwirrt an. "Du liebst mich?"

Oh man, war dieser Tigerhaiwandler schwer vom Begriff? "Ja, wie oft noch?"

"Ich wusste nicht..."

"Das ist mir klar. Also, bitte vergiss es."

"Aber das kann ich nicht." Ich sah ihn traurig an. War ja klar gewesen. "Jetzt wo ich es weiß, ist alles anders."

Ich seufzte. "Ich weiß. Aber bitte ignoriere..."

Er unterbrach mich. "Alles ist einfacher."

Nun war ich verwirrt. "Was meinst du mit einfacher?"

Er trat verlegen von einen Fuß auf den anderen. "Ich... Blue, ich habe in den letzten Wochen etwas gemerkt. Ich habe mir über meine wahren Gefühle Gedanken gemacht. Ich habe gemerkt, Shari ist doch nur eine Freundin für mich. Stattdessen habe ich etwas, jemanden bemerkt. Jemand, den ich wirklich gerne habe. Und ich bin so froh, dass sie mir gerade auch ihre Gefühle gestanden hat."

Ich sah ihn an, zu perplex um etwas zu sagen. Nach ein paar Minuten fing ich mich jedoch wieder. "Du... du liebst mich? Aber... warum?"

Er lachte. "Seit wann kann man sagen, warum man sich in wen verliebt ist? Du bist einfach süß, klug und ich habe einfach ein unglaublich tolles Gefühl bei dir. Deshalb."

Ich konnte nichts sagen. Stattdessen spürte ich, wie ich rot wurde.

"Guck mal. Ein Mistelzweig." Er deutete nach oben.

Ich sah dorthin und war verwirrt. "Was ist das für ein Brauch bei euch Menschen? Davon weiß ich gar nichts."

Er lächelte mich an. "Unter einem Mistelzweig küssen sich im Normalfall zwei Menschen."

Erschrocken blickte ich ihn an. "Ist das ein Scherz?"

Er schüttelte den Kopf. "Aber wir müssen nicht, wenn du nicht willst."

Ich sah ihn an. In seinen Augen las ich die stumme bitte, dass er mich küssen wollte. Da erst wurde es mir bewusst.

Tiago liebte mich. Er erwiderte meine Gefühle. Und er wollte das ich ihn küsse.

Da war mir alles egal. Das uns wer sehen konnte, dass Shari oder sonst wer ihn liebte, dass er mein Feind sein sollte. Ich liebte ihn und er mich und nur das zählte.

Ich warf mich ihm um den Hals und presste meine Lippen auf die seine. Glücklich ewiderte er den Kuss. Das Gefühl unserer Lippen, die sich im Einklang bewegten war alles, was ich jemals wollte, was ich jemals brauchen werde.

Wir lösten uns erst, als uns beiden die Luft wegblieb. Ich sah ihn glücklich an. "Das ist definitiv das beste erste Weihnachten aller Zeiten." Er lächelte mich ebenso glücklich an. Hand in Hand gingen wir Richtung Cafeteria.











Das war es mit dem Special. Ich hoffe es hat euch gefallen. Ich weiß nicht warum, aber ich mag Blue einfach mega. Wahrscheinlich kann ich mich einfach super mit ihr identifizieren. Aber jetzt stelle ich euch mal die Frage: Könnt ihr euch Blue und Tiago zusammen vorstellen? Ich kann es mir sehr gut denken. Ehrlich gesagt hoffe ich natürlich auf Tiari, aber wenn das nicht zustande kommen sollte bin ich für das Pairing von Blue und Tiago. Aber wie seht ihr das? Was glaubt ihr wer mit wem zusammen kommt?

Zudem habe ich noch eine Ankündigung: Ich habe mir Gedanken über ein neues Projekt gemacht. In diesem möchte ich das komplette nächste Jahr jeden Tag einen Songfic hochladen. Dabei wären natürlich auch welche über Wood- und Seawalkers. Wie klingt die Idee für euch? Was sagt ihr dazu? Vermutlich schaffe ich es eh nicht, aber würdet ihr euch über so ein Projekt freuen?

Ansonsten frohe Weihnachten. Ich sage tschaui und LG Freiheitsträumer.
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