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Vom Wünschen und Schenken

OneshotLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Akashi Seijūro Murasakibara Atsushi
24.12.2020
24.12.2020
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Geneigter Leser!
Vielen Dank, dass Du Dich für diese Geschichte entschieden hast. Möge sie Dich unterhalten und zu Fanfictions, Fan-Arts und Tagträumen inspirieren.
Ich begrüße besonders herzlich alle Leser von meiner laufenden Free-Fanfiction „Alles nur für ihn“ und jene, denen meine anderen Geschichten bereits gefallen haben. Vielen Dank für den außerordentlich regen Zuspruch!
Natürlich seien auch alle Neueinsteiger aufs Herzlichste begrüßt!

Hinweis:
Die auftretenden Charaktere gehören nicht mir, sondern Fujimaki Tadatoshi, ich habe sie mir nur ausgeliehen und für meine Zwecke missbraucht. Ich verdiene mit dieser Fanfiction kein Geld.
Ähnlichkeiten zu sonstigen realen sowie fiktiven Personen oder Vorkommnissen sind zufällig. Das Kopieren und Verbreiten dieser Fanfiction ohne Genehmigung des Autors ist untersagt.
Es handelt sich bei dieser Geschichte um reine Fantasie, deshalb sind einige Fakten aus dem Original abgeändert worden. Die Namen der auftretenden Charaktere richten sich nach der japanischen Reihenfolge, beginnend mit dem Familiennamen und gefolgt vom Eigennamen. Teile der Geschichte können auf Anfrage gern weiter verwendet werden.

Meine Anime-Empfehlung:
Ich möchte den Anime „Kabukibu“ empfehlen. Einzuordnen in das Genre Schule handelt dieser Anime auf Grundlage der gleichnamigen Light Novel von dem Oberschüler Kurusu Kurogo, der seit seiner Kindheit ein auffällig starkes Interesse für das Kabuki-Theater nährt und sich nun unerschrocken der Herausforderung stellt, ausreichend Mitglieder für seinen Kabuki-Club einzuwerben und dem Kabuki-Theater wieder zu einem größeren Stellenwert im Bewusstsein seiner Mitschüler zu verhelfen.
Der Anime umfasst 1 Staffel zu 12 Episoden.
Wer sich gern das traditionsreiche Kabuki-Theater auf einfache Weise erklären und von der Leidenschaft des Hauptcharakters dabei anstecken lassen möchte, ist bei „Kabukibu“ genau richtig.


Diese Fanfiction ist für Aice.
Für über 100 Reviews zu meinen Geschichten überrasche ich dich sehr gern! Betrachte es als kleines Geschenk. Ach ja: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!



Vom Wünschen und Schenken


„Atsushi!“
„Hm?“
„In diesem Jahr schenken wir uns nichts zu Weihnachten, klar? Ich will nicht wieder so mit Geschenken überhäuft werden wie letztes Jahr, das war unerträglich!“
Ich richte mich auf und schaue meinen süßen Liebling an. Wir sitzen beide auf dem Sofa. Im Fernsehen läuft einer dieser ewig kitschigen Weihnachtsfilme, die jedes Jahr aus ihren Archiven gekramt werden; einer schlechter als der andere. Unsere Wohnung oder vielmehr unser Haus durfte ich nicht mit Weihnachtsdekoration zukleistern, denn Aka-chin hält nichts von der ach so fröhlichen Weihnachtszeit. Ich verstehe das. Er ist streng und traditionell aufgewachsen und Weihnachten gehört nun einmal nicht in unsere Religion. Es ist aber auch nicht so, als wäre mein Liebling ein überzeugter Buddhist, der andere Religionen und Bräuche einfach nicht anerkennt, das würde sich ja irgendwo widersprechen. Doch ich weiß, dass er diesen Konsum, diesen Einkaufswahnsinn nicht gutheißt, seit er selbst von seinem hohen Gewinner-Ross herabgestiegen ist.
Was mich angeht, so könnte ich mir nichts Besseres als Weihnachten vorstellen, von mir aus das ganze Jahr über. Es gibt die aufregendsten Süßigkeiten (Dinge, die ich noch nie zuvor gegessen habe: gebrannte Mandeln, Lebkuchen und Schokolade in Form von Weihnachtsmännern. Auf was für Ideen Süßwarenhersteller so kommen!) und dieser Duft von Zucker in der Luft... Ja, Weihnachten ist meine liebste Jahreszeit, wie ich gern sagen würde, wenn ich nicht wüsste, wie sehr Aka-chin es verabscheut. Dieses wunderbare Fest der Liebe... Natürlich ist da auch noch der Valentinstag. Aka-chin meint, DAS wäre das Fest oder eher der Tag der Liebe, mehr brauche es doch nicht! Aber dann sollte der White Day auch viel ernster genommen werden und Weihnachten ist quasi noch einmal eine Zusammenfassung der unendlichen Liebe eines Liebespaares!

Aka-chin und ich sind jetzt schon drei Jahre zusammen. Als er mit seinem Team der Rakuzan High im Winter-Cup-Finale gegen Kuro-chins Team verloren hatte, war er endlich wieder er selbst und ich durfte ihn trösten, ihn aufrichten. Nein, er war nicht am Boden zerstört, Aka-chin zeigt schließlich nie seine wahren Gefühle, aber... Naja, ich war schon ziemlich sauer, dass es mal wieder nur Kuro-chins Verdienst war, dass Aka-chin zurückgekehrt ist. Wieder und wieder frage ich mich, warum ICH nicht dazu in der Lage bin, meinen Liebling zu retten. Wieso scheitere ich immer wieder? Etwa, weil ich ihm gehorche? Das tue ich doch nur, weil ich auf sein Urteil vertraue. Er weiß am besten, was gut für ihn ist, und er passt auch auf mich auf. Ich möchte mich bei ihm revanchieren, aber das ist nicht so einfach. Aka-chin behält so gern die Kontrolle über alles, da möchte er sich nicht von mir beschützen lassen. Was er im Grunde nicht nötig hat.
Doch nach seiner Niederlage durfte ich zu ihm, er hat mich zu sich gelassen. Ich war vollkommen überwältigt und nahm ihn sofort mit mir in eine stille Ecke, gleich nach dem Spiel. Ich habe ihn in meinen Armen gehalten und ihn zärtlich an mich gedrückt. Ob er geweint hat, kann ich nicht sagen; Aka-chin wurde nur ganz ruhig und klammerte sehr verhalten an mir. So glücklich ich in dem Moment auch war, es stiegen neuerliche Zweifel in mir auf. War ich nicht gut genug für ihn? Warum verließ er sich nicht hundertprozentig auf mich? Was war es, das mir fehlte, woran es mir mangelte, damit er auf ewig bei mir blieb? Um meine Zweifel und meine langsam kochende Wut einzudämmen, küsste ich Aka-chins rotes, vom Spielen und Schwitzen feuchtes Haar und umfasste ihn fester. Er war ganz warm. Doch das war auch schon alles, was ich bemerken konnte. Wie üblich gewährte er mir keinen Blick in sein ausdrucksloses Gesicht, in dem sich kaum eine Emotion zeigte, und er bewegte sich nicht, sodass ich keine Geste interpretieren konnte. Er machte mich wahnsinnig!
Schließlich, nach ungefähr einer Viertelstunde, schob er meine Brust von sich und ich, ich entließ ihn mit einem unterdrückten enttäuschten Seufzen aus meinen Armen, die ihm Halt und Sicherheit geben sollten. Nun, das wollte Aka-chin offenbar nicht. Er stand hastig auf, wandte mir den Rücken zu und ging wortlos davon. Wieder hatte ich das Nachsehen und ich hätte schreien können vor lauter Verzweiflung. Immer, wenn wir uns nahekamen, flüchtete er vor mir. Dieses Mal aber sagte ich mir, dass es reichte, dass ich anfangen musste, ihn so zu akzeptieren, wie er war. Und wenn er es auf diese Weise haben wollte, sollte er es bekommen. Es war schließlich mein eigenes Problem, was ich mit meinen tiefgreifenden Gefühlen für ihn machen sollte.
Auf dem Weg aus dem Stadion grübelte ich darüber nach, während ich mir ein Pocky-Stäbchen nach dem anderen in den Mund steckte. Wie gern würde ich es mit ihm teilen...
Zunächst gratulierte ich mir dazu, dass mir die „Entwöhnung“ von meinem Liebsten unter den besten Voraussetzungen gegeben wurde: Wir besuchten verschiedene Schulen. Und dann würde ich wohl damit beginnen müssen, sämtliche erinnerungsseligen Gegenstände aus meinem Leben zu entfernen, die mich an Aka-chin erinnerten. So viel zum einfachen Teil. Mein Innerstes, das felsenfest mit Aka-chin verbunden war, ließ sich von einer derartigen Aktion nicht so leicht umkrempeln, doch mit der Zeit heilen alle Wunden, wie es so schön heißt. Seufzend strich ich mir durch meine lila Mähne und bekam sie sogleich ins Gesicht geklatscht, denn draußen auf dem Vorplatz des Stadions herrschte ein rauer Wind. Grimmig schlug ich meinen Jackenkragen hoch und stapfte gegen den Wind an.
Kaum war ich zehn Schritte gegangen, drängte sich etwas Warmes an meinen Rücken. Und ich hätte weinen können vor Freude, als ich sah, wer sich da an mich presste und Schutz vor dem Wind suchte. Aka-chin! Mein geliebter Aka-chin ließ sich von MIR beschützen! Zwar nur als Windbrecher, aber immerhin!
Als ich anhielt, schaute er mit von der Kälte geröteten Wangen zu mir auf. Ich konnte nicht anders, ich musste lächeln. Was für ein Gesicht! Rührselig rückte ich ihm seinen dünnen roten Schal zurecht, der um seine Ohren flatterte, fuhr den Reißverschluss seiner Jacke bis zum Anschlag hoch und zupfte die Ärmel zurecht.
„Ne, Aka-chin, wo soll ich dich hinbringen?“
„... Zu dir nach Hause“, hatte er gesagt und ich konnte nur verdutzt meine Augen aufreißen.
Meinte er das ernst? Offenbar schon, denn er ließ seine linke Hand in meine rechte gleiten und wagte ein zögerliches Lächeln. Das genügte. Ich war Wachs in seinen Händen (wortwörtlich) und hätte einfach alles für ihn getan.
Als wir dann bei mir zu Hause waren, jeder mit einem heißen Kakao in der Tasse und reichlich nah aneinander geschmiegt auf dem winzigen Sofa, für das ich mich schämte, denn Aka-chin war andere Maßstäbe gewohnt, da fragte er mich aus heiterem Himmel:
„Atsushi, willst du mit mir zusammen sein?“
„Eh?“
„Willst... willst du mein Freund sein? Also, mein fester Freund?“, wiederholte er noch einmal merklich verlegen.
„I-ist das... dein Ernst?“, hakte ich nach und stellte meine Tasse weg, bevor ich sie zerdrückte vor lauter Freude. „Du... Wirklich?“
Er nickte – und dann sah er mich an. Ich konnte alles in seinem Gesicht lesen. Ich konnte sehen, was für Gefühle er für mich hegte und wie ernst es ihm mit mir war. Ich konnte sehen, dass er sich für mich abmühte und hoffte, dass es genügte. Es reichte mir, ganz und gar. Er hätte nur verlangen müssen, ich sollte auf ewig in seiner Nähe bleiben, ich hätte es getan. Doch diesmal formulierte er es als Frage, deren Antwort allein meiner Entscheidung oblag. Ich ahnte, was er damit bezweckte, und ich dankte es ihm von ganzem Herzen. Für mich gab es nichts Schöneres, als mich in seine Arme zu werfen und unendlich oft „Ja!“ zu rufen. Beinahe hätte ich seinen Kakao verschüttet, doch ich spürte, wie Aka-chin lächelte...
Wir haben den Valentinstag gefeiert und Aka-chin hat mir sogar etwas zum White Day geschenkt. Er war ein wenig rosa um die Nase geworden, als er mir die riesige Schachtel Pralinen überreicht hatte.
„Wehe, sie schmecken dir nicht!“, hatte er gedroht, obwohl ich keine Ahnung hatte, was er mit dieser Aussage bezwecken wollte.
Aka-chin hatte sich abgewandt, nachdem er mir noch eingetrichtert hatte, die Schokolade ganz allein in meinem Zimmer fernab jeglicher Gesellschaft zu verköstigen. Was soll ich sagen? Mir persönlich hat Aka-chins Geschenk so gut geschmeckt, als hätte ich noch nie so etwas Göttliches gegessen. In die selbstgemachten Pralinen hatte Aka-chin seine ganze Liebe für mich gesteckt; natürlich waren sie das Beste, was meine Zunge je probiert hat!
Dann haben wir uns zu Weihnachten gegenseitig kleine Geschenke gemacht. Ich hatte unheimlich viel Freude dabei, mir etwas für ihn auszudenken und vor ihm geheim zu halten, während Aka-chin offensichtlich gar nicht glücklich war. Er murmelte ständig, dass er mich gar nicht richtig kennen würde, deshalb wüsste er nicht, was er mir schenken sollte. Naja, am Ende hatte er mal wieder meine Lieblingssüßigkeiten besorgt (Wer will sich da beschweren?) und... ähm... und er hat sich mir hingegeben. Körperlich. Ich habe Aka-chin am vierundzwanzigsten und fünfundzwanzigsten Dezember geliebt, habe ihn ins Schwitzen, zum Keuchen und Stöhnen gebracht, ihn in den Himmel geschickt, ihm die besten Orgasmen beschert, die er je erlebt hat! Ich bin so unglaublich glücklich, dass ich ihn so lieben darf und dass es ihm so viel gibt. Jeden Tag wird er immer schöner und ich kann meine Augen einfach nicht von ihm lassen. Ich liebe Aka-chin einfach so sehr!

Nun sitzen wir hier auf dem großen Sofa in unserem Heim und er hält mir tatsächlich einen Vortrag über zu viele Weihnachtsgeschenke! Das habe ich doch im letzten Jahr nur als Anlass genommen, weil er für uns beide dieses schöne Häuschen gekauft hat! Mir fiel einfach nichts ein, wie ich es ihm zurückzahlen konnte, was er für uns beide getan hat! Er hat mir so viel gegeben und ich fühle mich so nutzlos... Mag ja sein, dass ich kein dickes Konto habe und deshalb weder Sonne noch Mond für ihn erstehen kann, aber... ich habe auch meinen Stolz, wenngleich sich mein letzter Versuch, seine Gaben in Form von Geschenken aufzuwiegen, als kläglich erwiesen hat. Zu meinem Ärger hat Aka-chin auch noch böse reagiert. Ich befürchtete schon, dass ich uns damit das wundervolle Weihnachtsfest verdorben hatte, doch Aka-chin rettete mich mal wieder, nachdem er mich ausgeschimpft hatte.
„Hör mir gut zu, Atsushi! Ich habe dieses Haus für uns gekauft, für DICH und MICH. Ich will, dass du bei mir bleibst, für immer, deshalb habe ich dafür gesorgt, dass wir einen Platz haben, an den wir beide immer wieder zurückkehren können“, hatte er erklärt und mein Gesicht mit beiden Händen festgehalten. „Das war mein Geschenk für DICH, weil du mir so viel gibst. Atsushi... Ich glaube, du weißt gar nicht, wie glücklich du mich jeden Tag machst, weil du mich liebst. Liebe kann man nicht zurückzahlen, verstehst du? Man kann sie nur wachsen lassen. Dieses Haus hier soll das Gerüst sein, an dem sie sich emporschlängeln kann. Also, hör bitte auf, mich in irgendeiner Weise bezahlen zu wollen, sonst werde ich sauer.“
Ich musste einsehen, dass ich machtlos gegen ihn bin. Also habe ich folgsam genickt und Aka-chin hat mir mein stilles Versprechen abgekauft und mich schließlich geküsst. Naja, der Abend zog sich dann erfreulich in die Länge...
Dieses Jahr also keine Geschenke. Als ob er sich daran halten würde... Aka-chin lässt es sich doch nicht nehmen, mir eine Freude zu machen! Oder... oder hat er mich am Ende gar satt, dass er so etwas verlangt? Sofort nagen wieder Zweifel an mir. Weihnachten ist in drei Tagen, aber natürlich habe ich noch nichts für meinen Schatz besorgt, denn ich weiß nicht so recht, was ich ihm noch schenken könnte. Aka-chin gehört zu der Sorte Menschen, die irgendwie schon immer alles haben oder sich das holen, was sie wollen. Trotzdem fühle ich mich unwohl, wenn ich am Weihnachtsabend dasitzen soll ohne ein Geschenk für meinen Liebsten...
Dennoch nicke und brumme ich zustimmend und widme mich wieder dem Fernseher, wo gerade ein Mann in einem roten Kuschelanzug Weihnachtsgeschenke verteilt.

*


Ding-Dong, klingeling oder was auch immer man für ein Geräusch erwartet, wenn Santas Schlittenglöckchen bimmeln und die Bescherung einläuten. Es ist der vierundzwanzigste Dezember und Aka-chin und ich sitzen nach einem ausgiebigen Abendessen noch eine Weile in unserem formidablen Esszimmer, das fließend ins Wohnzimmer übergeht, und nippen an unseren Weingläsern. Normalerweise stiefeln die Leute unseres kleinen Landes an diesem Abend vorzugsweise in Paaren durch die grau-trüben Straßen der Stadt und geben ein Vermögen für Dinge aus, die sie eigentlich nie gebraucht hätten. Aka-chin hat diesen heutigen Abend zu einem Wir-bleiben-zu-Hause-und-machen-das-was-wir-sonst-auch-machen-Abend erklärt und ich möchte ihm die Freude machen, damit er sich wohlfühlt. Wenn er es so will, dann soll er es bekommen.
Wir waschen unser Geschirr ab und begeben uns dann ins Wohnzimmer, wo ich ihn in meinen Armen halten möchte. Ja, auch ich habe meine Wünsche und Ansprüche und dazu gehört es heute, meinen Liebling ganz nah bei mir zu halten und zu spüren. Doch Aka-chin hat sich offenbar in Luft aufgelöst. Suchend drehe ich mich nach ihm um, bis er aus unserem Schlafzimmer zurückkehrt und etwas hinter seinem Rücken verbirgt. Ich lege fragend den Kopf schief.
„Atsushi... Ich weiß, du hast es nicht so leicht mit mir, aber immer sorgst du dafür, dass es mir gut geht...“, sagt er und wird leicht rot im Gesicht.
Himmel, er ist so süß! Ich möchte ihn am liebsten küssen...
„Bitte verzeih mir, dass ich kein Weihnachtsmensch bin“, fährt er fort und sieht mich schließlich ernst an. „Hier. Fröhliche Weihnachten, Atsushi.“
Er streckt mir seine Hände entgegen, die einen riesigen Beutel festhalten. Ich bin viel zu schockiert, als dass ich wissen möchte, was darin ist.
Wieso...? Wieso schenkt Aka-chin mir denn jetzt etwas, obwohl wir doch deutlich KEINE Geschenke vereinbart hatten? Ich blicke ihn so lange entsetzt an, bis er anfängt, unbehaglich mit der Tüte zu rascheln. Da kommt Leben in mich.
„Ich nehme das Geschenk nicht an, Aka-chin“, sage ich mit fester Stimme.
Er hebt seine Augenbrauen. Widerworte und Ablehnung gefallen ihm nicht, das weiß ich besser als jeder andere. Doch Vereinbarungen sind dazu da, dass man sie einhält.
„Du wirst es annehmen müssen, Atsushi“, entgegnet er mit einem leise drohenden Unterton.
Ich verschränke rebellisch die Arme vor der Brust.
„Nah, ich muss gar nichts. Denn ich habe kein Geschenk, das ich dir geben könnte.“
„Das war der Sinn der Sache“, erklärt er und scheint ein bisschen böse zu werden.
Ich ringe mit mir. Gibt es denn gar keine Möglichkeit, die Situation jetzt aufzulösen? Irgendeine Idee, die Aka-aaah genau! Ich lasse meine Arme wieder locker und fixiere meinen Liebsten.
„Also gut, Aka-chin, ich nehme dein Geschenk an, aber nur, wenn du dich jetzt vernünftig anziehst und mit mir einkaufen gehst.“
Aka-chin klappt der Mund auf, doch offenbar findet er keine passenden Widerworte, ohne sich wiederholen zu müssen, wie sehr ihm Weihnachten und das damit verbundene Konsumgeschäft missfallen; er weiß, dass ich seine Abneigung kenne. Er grummelt vor sich hin, bis er schließlich die Augen schließt, resigniert seufzt und den Beutel abstellt.
„Schön, wie du willst. Es soll ein Geschenk für dich sein, und wenn du Weihnachten unbedingt auf diese Art feiern willst, dann bitte“, sagt er reichlich überheblich. „Einen Tag im Jahr kann ich wohl dazu aufwenden, dir das zu geben, was du möchtest. Also gehen wir aus.“
Ich jubele innerlich, gehe auf ihn zu und umarme ihn zärtlich.
„Danke, Aka-chin“, wispere ich, streichele sein Haar und küsse ihn sanft.
Er schweigt und wir gehen uns beide umziehen.

Eine Stunde später stehen wir mitten im weihnachtlichen Einkaufstrubel der Innenstadt und halten uns an den Händen. Mein Liebling hat einen beigen Mantel mit großen dunkelbraunen Knöpfen an, eine schwarze Jeans und diese tollen schwarzen Schnürboots. In diesem Moment sieht er für mich wie ein unendlich cooler Engel aus. Goldblonde Locken? Weißes Nachthemd? Schneeweiße Flügel? Alles gelogen! Der wahre Engel ist umwerfend heiß, sodass sein Anblick mich zum Sabbern bringt, hat rote Haare, einen stechenden griesgrämigen Blick und ein atemberaubendes Outfit an seinem sportlichen Körper. Wie sehr wünsche ich mir, ihn unter diesen Klamotten zu erkunden...
Mit eher schlechter Laune, die er versucht nicht zu zeigen, um mir nicht den Spaß zu verderben, stapft er neben mir her und drückt sich eng an mich. Die Menschenmassen sind einfach unglaublich! Für ihn ist es sicherlich noch schwieriger, sich durch die Menge zu schieben, denn er ist unwiderruflich kleiner als ich. Ich schütze ihn, so gut ich kann, und achte auf ihn. Dass er mir zum Weihnachtsabend so ein aufopferungsvolles Geschenk machen will... Ich möchte wenigstens versuchen, ihm die weihnachtliche Atmosphäre ein klein wenig schmackhaft zu machen.
Fürs Erste grasen wir ein paar Läden ab, die direkt an der Straße auf niedrigen Tischen weihnachtliche Artikel anbieten. Meine Augen funkeln wahrscheinlich vor lauter Freude, denn diese bunten Glaskugeln, die niedlichen Figuren und hübschen Kerzen gefallen mir sehr. Wir schnuppern ein wenig an ein paar echten Fichtenzweigen und ich lasse meine Finger über die stacheligen Blätter fahren. Sie sind ganz hart...
Dann sehen wir uns noch die anderen Geschäfte an, die gerade weihnachtliche Rabatte bewerben, doch aus jedem Laden gehen wir heraus, ohne etwas gekauft zu haben. Die Luft in den Kaufhäusern ist stickig und schwül, während auf der Straße ein kalter Wind weht und Aka-chins Näschen allmählich rot färbt. Er sieht nicht sonderlich begeisterter aus als am Anfang, doch er lehnt sich sofort wieder an mich, um meinen Windschatten auszunutzen, und schließt die Augen. Er sieht wunderschön aus... Flugs ziehe ich ihn hinter eine Hauswand, wo wir einen Moment ungestört sind, und küsse ihn zärtlich. Seine Lippen sind warm, da wir gerade erst aus einem Geschäft herausgekommen sind, und gehen willig auf mich ein. Aka-chin streckt sich ein wenig in meine Richtung, während ich ihn fester an mich drücke und mit meiner Zunge über seinen Mund streiche. Er öffnet die Pforten für mich und begrüßt meine Zunge freudig mit der seinen. Seine Finger krallen sich in meine Oberarme, während ich seine Mundhöhle auslote und mit der linken Hand liebevoll sein Gesicht streichle. Ich liebe ihn so sehr.
Wir lösen uns voneinander und im Licht einer etwas entfernt stehenden Straßenlampe sehe ich Aka-chins vor Verlangen glasige Augen, die mich hungrig mustern. Lächelnd schmuse ich mit meinen Lippen über seine und lehne meine Stirn an seinen Kopf.
„Ich liebe dich, Aka-chin, und ich danke dir, dass du mich heute begleitet hast, obwohl es eine solche Herausforderung für dich ist“, sage ich leise.
„Du weißt ja: Egal, welche Herausforderung mir bevorsteht, ich gewinne immer“, sagt er keck. „Und daher habe ich imm-mmmnh!“
Schnell unterbreche ich ihn, denn dieser Satz gefällt mir gar nicht. Er bringt nur düstere Erinnerungen zurück, doch die will ich heute nicht zulassen. Ich verschließe seinen kleinen Mund und nehme ihn dann an der Hand, um mit ihm nach Hause zu gehen. Ich will ihn jetzt spüren...
Auf dem Weg durch das Gewühl hält Aka-chin mich plötzlich zurück. Er hat den Kopf zu einem Modegeschäft gedreht, tauscht kurz einen Blick mit mir und bugsiert uns unfallfrei genau dort hinein. Na so was! Hat er plötzlich doch Lust am Einkaufen bekommen?
An der sich automatisch öffnenden Tür weht uns ein schneidender, warmer Wind aus der Lüftung entgegen und wirbelt Aka-chins dünnen roten Schal, den er sich umgeschlungen hat, flatternd hinter ihm her. Ich beobachte ihn und sehe, wie er sich interessiert umschaut. Sofort entdeckt er die Herrenabteilung und marschiert schnurstracks darauf zu, nachdem er sich mit einem Blick zurück vergewissert hat, dass ich noch immer bei ihm bin. Ich folge ihm gespannt. Wir haben noch nie zusammen Kleidung eingekauft und ich freue mich darüber, dieses Erlebnis nun mit ihm zu teilen. Er betrachtet mit Kennermiene den Tisch mit sorgfältig gefalteten Hosen und scheint nachzudenken.
„Atsushi“, sagt er leise. „Ich denke, ich werde eine neue Jeans kaufen. Und ich brauche noch Oberteile. Kannst du etwas für mich heraussuchen?“
Ich reiße meine Augen überrascht auf. Aka-chin will es tatsächlich mir überlassen, Kleidung für ihn auszuwählen? Aber – wenn es ihm nun nicht gefällt? Besorgt sehe ich ihn an und er erwidert meinen Blick mit einer solchen Zärtlichkeit, dass meine Bedenken ins Hintertreffen geraten.
„Ich vertraue dir, Atsushi“, fügt er hinzu und lächelt.
Mit der allergrößten Mühe muss ich mich zurückhalten, ihm jetzt nicht um den Hals zu fallen und ihm die Zunge in den Mund zu stecken. Diese Worte von ihm hätte ich nie für möglich gehalten! Eifrig nicke ich und mache mich auf die Suche nach ein paar Sachen für meinen geliebten Aka-chin.
Was ich auf den ersten Blick sehe, gefällt mir nicht recht, doch dann entdecke ich einen Kleiderständer, an dem sich verschiedene Arten von schwarzen Stoffjacken mit Kapuzen aufreihen. Schwarz hat meinem Liebling schon immer gut gestanden, also wende ich mich dorthin und schaue mir die Waren genauer an. Der Stoff ist ganz fein und meistens unbedruckt. Dann gibt es welche mit einem karierten Saum und silbernen Reißverschlüssen oder solche mit ein paar künstlerisch aufgebrachten Flicken, die wohl ein bisschen Farbe ins Spiel bringen sollen, oder diese Jacken dort, von deren Schultern über den Ärmel weiße dünne Linien laufen. Wie soll man sich da bitte entscheiden? Kurzerhand nehme ich von jeder Jacke eine mit und kehre zu Aka-chin zurück.
Der hat mittlerweile ein paar Hosen aufgefaltet und sie eingehend untersucht. Er sieht mich nicht an, als ich wieder neben ihm stehe.
„Einen kleinen Moment noch, Atsushi“, sagt er.
Ich nicke nur und weiß, dass er es mitbekommen hat. Selbst wenn er mit geschlossenen Augen oder blind durch die Welt gehen würde, bin ich mir sicher, dass er trotzdem alles in sich aufnehmen könnte, was um ihn herum passiert. Mein Blick ruht auf ihm, bis ich merke, dass ich eine ganz bestimmte Stelle anstarre.
Ich habe mit Aka-chin geschlafen, sogar recht oft, doch noch immer kenne ich nicht alle Stellen an seinem Körper. Mir ist das nur recht, immerhin habe ich es nicht eilig damit, dass wir uns gegenseitig langweilen. Vielmehr freue ich mich darüber, wenn ich wieder eine neue Stelle an ihm ausgiebig erforscht und kultiviert habe, als ich sie zufällig fand. Jetzt, in eben diesem Moment, da wir in einem Modegeschäft stehen und mein Liebster die hautengste Jeans auswählt, die der Laden zu bieten hat, da glotze ich auf die Stelle hinter seinem Ohr, bevor der Hals ansetzt. Sein rotes Haar verdeckt die empfindliche, blasse Haut nur zum Teil und ich kann deutlich sehen, wie sich die ganz feinen Härchen fast wie ein durchsichtiges dünnes Fell darüberlegen. Die Stelle sieht ganz samtig aus und mir beginnt das Maul zu triefen. Mein Herz fängt an kräftiger und ungezügelter zu schlagen, meine Hände, die die schwarzen Kapuzenstrickjacken festhalten, werden feucht vor Aufregung und mein Unterleib zieht sich aufgeregt zusammen, während mein Blick wie hypnotisiert auf dieser Stelle klebt. Dann verabschieden sich meine Gedanken und lassen meine Fantasie frei, die sich sogleich pulsierend zusammen mit einem heißen Begehren in meinem Kopf festsetzt. Wie gern würde ich meine Lippen darauf legen! Ich möchte wissen, wie sich diese Stelle anfühlt. Wie sie sich an meinen Lippen anfühlt. Was für Gefühle es bei Aka-chin auslöst, wenn ich ihn dort berühre. Ich möchte tief den Duft einatmen, der von dieser Stelle ausgeht, möchte zärtlich mit meinen Fingern darüber streichen und meine Zunge folgen lassen. Ich möchte den Geschmack von Aka-chin an dieser Stelle aufnehmen, möchte ihn so lange wie möglich auskosten und mich daran vergehen! Ich möchte die Wärme an dieser Stelle messen, möchte die Geräusche hören, die ich Aka-chin entlocken kann, vielleicht, wenn ich diese Stelle liebkose... Die Stelle zieht mich wie magisch an und ich drifte immer näher...
Abrupt entschwindet die blasse Farbe vor meinen Augen und ich trete ins Leere. Oje, habe ich mich tatsächlich gerade so sehr in meinen Fantasien und Wünschen verhakt, dass ich die Realität ausgeblendet habe? Aka-chin hat sich zur Umkleidekabine gewandt, während ich mehrmals blinzele, um wieder zu klarem Verstand zu kommen. Er dreht sich nach mir um und runzelt die Stirn, als wolle er sagen: „Kommst du?“ Natürlich gehorche ich ihm.

Die Umkleidekabinen für Herren sind eher in spärlicher Anzahl, dafür aber hell ausgeleuchtet in einem kleinen abgetrennten Gang untergebracht. Vier Kabinen mit bodenlangen weißen Vorhängen zum Sichtschutz reihen sich nebeneinander und keine davon ist besetzt. Doch auch hier lässt Aka-chin sich seine Wahl sehr genau durch den Kopf gehen und wendet sich schließlich der dritten zu, was mir egal ist. Ich kann nicht länger warten! Fast grob stoße ich ihn hinein, ziehe gerade noch kräftig genug den Vorhang zu und schon stürme ich Aka-chins Mund, der vor lauter Überraschung keinen Ton hervorbringt. Gewiss, so ein Überfall ist nicht das Klügste, was ich machen kann, doch wenn er mich so unwiderstehlich anzieht... Es ist fast wie mit diesen kleinen Steinen im Universum, die gelegentlich von der Gravitationskraft der Erde angezogen werden und dann wie ein riesiger glühender Feuerball irgendwo einschlagen und einen tiefen Krater zurücklassen. Das ist es, was ich unwiderstehlich nennen würde. Aka-chin ist die fesselnde Kraft, die mich unwiderruflich ans Leben bindet und bei ihm behält. Selbst wenn ich in seiner Nähe verbrenne.
Dieses heiße Verlangen übermannt mich gerade, deshalb der Angriff. Ich kann nicht warten, ich will nicht warten. Sein zuckersüßer Mund erwidert meinen forschen Kuss und öffnet sich für mich. Ich lasse die Jacken fallen und nehme stattdessen meinen geliebten Aka-chin in die Arme, drücke ihn fest an mich, sauge an seiner Zunge. Natürlich habe ich seine Anspannung gespürt. Er war bereit, sich gegen mich zu wehren, aber nun entspannt er sich langsam und hält sich an mir fest. Dann schiebt er mich nachdrücklich von sich weg.
„Nicht... hier, Atsushi“, keucht er.
Ich umfasse sein Gesicht und zwinge ihn, mich anzusehen.
„Doch, Aka-chin, genau hier und jetzt! Ich will dich! Ich kann nicht mehr warten! Ich will wissen, wie sich diese Stelle anfühlt...“, erläutere ich.
Während ich mich hinabbeuge, um mich der rätselhaften neuen Stelle zu widmen, erhasche ich noch einen kurzen verwirrten Blick von meinem Liebsten, dann endlich treffen meine Lippen auf seine blasse Haut direkt hinter seinem Ohr, das langsam rot und heiß wird.
Die Stelle ist genau so beschaffen, wie ich sie mir vorgestellt habe! Seine Haut ist dort ganz warm und weich, richtig samtig. Ich fahre mit meinem Mund über das gesamte pelzige Gebiet. Er duftet dort stärker als sonst irgendwo an seinem Körper (abgesehen von seiner Männlichkeit, die an Duftkonzentration wohl kaum zu überbieten ist). Aufmerksam lausche ich, ob Aka-chin irgendwelche Geräusche von sich gibt, aus denen ich seine Gefühle herauslesen muss, die er hoffentlich empfindet, wenn ich ihn hier so liebkose.
„Ah...“
Aha! Ein leises, unterdrücktes Keuchen perlt von seinen Lippen und obwohl er mich von sich drücken will, legt er seinen Kopf schief, um mir mehr Platz zu schaffen. Dankbar lecke ich über die neue Stelle, reize es aus bis zum Ende und fange dann an, seinen Hals zu küssen und leicht zu beißen.
„Aaah, A-Atsushi... Mnnh, nicht...“, bringt mein Liebling leise hervor.
Seine rechte Hand hält noch immer die Hose fest und er packt sie kräftiger, als ich meine Finger über seinen Körper wandern lasse, das kann ich fühlen. Er riecht so verdammt gut, dass ich meine Sinne nicht mehr beisammen halten kann und einfach weitermache. Entweder ich riskiere es, von Aka-chin eine Strafe aufgebrummt zu bekommen und ein frostiges Schweigen des Zorns zu ernten, oder aber ich gebe mir solche Mühe, dass er meinen Berührungen nichts mehr entgegenzusetzen hat und sich auf mich einlässt. Ich bin sehr gut darin, Aka-chin jeglichen Widerstand aufgeben zu lassen. Mag sein, dass ich seine Liebe für mich ausnutze, aber ich denke nicht unbedingt an den Nutzen, sondern daran, dass ich will, dass es auch für Aka-chin schön und bedeutsam wird. Ich möchte ihm zeigen, wie tief meine Liebe zu ihm reicht.
Ich presse ihn gegen die Wand der Kabine, ganz knapp neben ein paar Garderobenhaken. Aka-chin lässt erregt die Hose fallen und schlingt seine Arme um meinen Nacken, während wir uns leidenschaftlich küssen. Vergessen sind der Ort, wo wir uns befinden, und der Anlass, weshalb wir eigentlich hier sind. Es zählt nur noch unsere Nähe, unsere Liebe. Ich krabbele mit meinen Händen unter seinen Mantel, den ich rasch öffne, und finde ein störendes Shirt vor. Auch das überwinde ich von unten her und kann endlich meine Finger auf seine weiche Haut legen. Aka-chin zuckt zusammen und keucht in den Kuss, was mich ungemein scharf macht. Mir wird kochend heiß innen drin. Trotzdem versuche ich so langsam und genüsslich wie möglich, seinen Körper zu streicheln, der sich höchst komfortabel an meine Hände schmiegt. Ich massiere seinen muskulösen Rücken, streiche über seine Seiten und beginne dann, seine Brustwarzen spielerisch zu necken. Aka-chin zieht von meinem Mund weg und stöhnt verhalten auf, die Augen geschlossen, den Kopf im Nacken. Er sieht aus, als würde er es in vollen Zügen genießen. Das Licht der Herrenumkleide lässt sein Haar leuchten und sein Gesicht strahlen, das leicht gerötet ist von der schleichenden Erregung, die sich allmählich einstellt. Ich hebe ihn hoch und er kreuzt seine Beine hinter meinem Rücken, zieht mich näher zu sich heran, und seine Männlichkeit drückt mir hart in den Bauch. Fahrig fummele ich an seiner Hose herum, um sie ihm zu öffnen und zumindest an der entsprechenden Stelle vom Hintern zu schieben. Bei meiner eigenen gelingt es mir nicht, sodass er mir mit seinen geschickten Händen helfen muss. Ich wundere mich nicht darüber, dass er mir somit sein Einverständnis zu unserem unausweichlichen Vorhaben gibt, sondern streichle zärtlich über seinen Eingang, um ihn vorzubereiten.
Natürlich passierte das alles mit dem Ausgehen und dem Einkaufen vollkommen ungeplant, weshalb ich weder Kondome noch ein Gleitmittel dabei habe, aber Aka-chin wird es schaffen, da bin ich sicher. Ich muss ihn nur ausgiebig dehnen, das ist alles... Ein Finger verschwindet im heißen, engen Reich meines Lieblings und wird zärtlich umschlossen. Vorsichtig bewege ich ihn, taste meinen Liebling von innen ab, da raunt er mir ins Ohr:
„Mehr, Atsushi.“
Gut, damit kann ich was anfangen. Ich entferne den Zeigefinger und nehme gleich noch den Mittelfinger dazu, um in ihn einzudringen. Aka-chin stöhnt ein wenig lauter, kratzt mit seinen Fingernägeln leicht über meine Schulter und hält noch immer die Augen geschlossen. Mich überrennt eine kalte Gänsehaut, die in warmem Schaudern resultiert, als ich erkenne, wie sehr es ihm gefällt. Ein dritter Finger gesellt sich dazu und leichtes Stoßen meiner Hand soll ihn weiter vorbereiten. Aka-chin kreist bereits andeutungsweise mit seinem Becken und zieht verlangend an meinen Haaren. Na gut, ich gebe es dir, mein Schatz!
Nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich richtig hart bin und Aka-chin nichts passieren kann, wenn ich in ihn stoße, richte ich seine Öffnung aus und versenke mich langsam in ihm. Mit einem langen Keuchen begleitet er meinen Weg und zeigt mir gleichzeitig damit an, wie weit es noch ist, als ich anstoße. Ich verharre in dieser Position, damit Aka-chin sich an meine Größe gewöhnen kann, die in seinem feuchten Tunnel noch einmal deutlich anschwillt. Angestrengter Atem verlässt meine Nase, als Aka-chin sich kurz um mich verengt, dann küsst er mich innig und gibt mir die Erlaubnis, ihn nehmen zu dürfen.
Es im Stehen zu tun ist schwierig, da man seine Kraft nicht hinreichend ausbalancieren kann, doch Aka-chin beschwert sich nicht. Ich ziehe mich zu einem Großteil aus ihm zurück, nur um fest zuzustoßen, während er mir entgegenkommt. Keuchend drückt er sich an meine Halsbeuge und bewegt seine Hüfte im Rhythmus mit. Hin und wieder halte ich inne, denn Aka-chin teilt mir mit seinen verschiedenen Nuancen in der Stimme mit, ob er es aushält oder wie sehr es ihn schmerzt. Es soll schön für ihn werden, darum gebe ich mir große Mühe. Wir fangen an, uns unkontrolliert zu küssen, seine Finger kratzen immer tiefer über meinen Rücken und sein Herzschlag beschleunigt sich rapide. Er schwitzt und wimmert nach Erlösung, die ich ihm gerne geben will, also umfasse ich sein Glied und pumpe es gleichmäßig zu meinen Stößen.
„Aaah, Atsushi...“, stöhnt mein Liebling und öffnet seine lustverhangenen roten Augen. „Ich... Ah! Ich liebe dich.“
In dem Moment kommen wir beide gleichzeitig. Aka-chins Ladung verteilt sich zwischen uns auf unseren Klamotten, während ich mich in ihm ergieße, was ihn aufschreien lässt. Hoffentlich hat das keiner gehört! Doch solche Sorgen mache ich mir jetzt nicht, denn mein Kopf ist wie leergefegt durch den Orgasmus. Aka-chin zittert von den Nachwehen und scheint sich nicht mehr richtig festhalten zu können. Auch ich muss mich an der Wand anlehnen, um meinen Liebling festzuhalten.
„... Das war wunderschön“, hauche ich und schließe lächelnd die Augen.
Ich spüre, wie Aka-chin sich aufrichtet, mich anschaut und mit seinen Fingern über mein Gesicht wandert. Eine Gänsehaut überläuft mich. Ein kleiner Kuss landet auf meiner Nasenspitze. Seufzend öffne ich die Augen und ziehe mich aus Aka-chin zurück, bevor ich ihn zu Boden lasse. Ein wenig verlegen richten wir unsere Kleidung und kramen nach Papiertaschentüchern oder ähnlichem, um uns wenigstens notdürftig zu säubern.
„Willst... Willst du die Hose noch anprobieren?“, frage ich und weiß nicht, ob ich lachen oder ernst bleiben soll.
Aka-chin schaut mich an, als wüsste er nicht, wovon ich rede, doch dann fällt es ihm wieder ein und er wird rot im Gesicht.
„Oh“, sagt er nur.
Mit dieser Antwort kann ich nichts anfangen, doch ich muss grinsen. Wie süß er ist, wenn er versucht, seine Gedanken zu sortieren...
„Lass... lass uns gehen, Atsushi“, sagt er leise.
Ich nicke.
„Gut, aber bleiben wir noch ein wenig hier und ruhen uns aus, damit wir nicht so verdächtig rot aussehen, wenn wir rausgehen, ja?“, schlage ich vor.
„Wenn du endlich aufhörst, darüber zu reden, ginge es wesentlich schneller!“, meint Aka-chin und funkelt mich beinahe böse an.
Sofort bereut er den Ton, den er angeschlagen hat, und senkt den Kopf.
„Sumimasen...“, murmelt er.
Ich ziehe ihn in meine Arme und streichele seinen Kopf.
„Ist schon gut, du musst dich doch nicht mehr schämen. Ich bin bei dir und passe auf dich auf, für immer“, sage ich fest.
Er schlingt seine Arme um mich.
„Ich weiß“, flüstert er.
Und ich weiß, was in seinem Kopf vorgeht. Er schämt sich vor mir, weil ich ihn so ganz anders als sonst erlebe und weil ich der Grund bin, der das hervorruft. Er hat Angst, dass ich ihn für oberflächlich oder rein auf körperlichen Kontakt beschränkt halte. Er fühlt sich unwohl, dass es ihm gefällt, bei unseren sexuellen Aktivitäten die Kontrolle abzugeben. Ich kann ihn beruhigen, denn das ist all das, was ich an ihm liebe – das und alles andere.
Nach einer angemessenen Wartezeit verlassen wir die Umkleidekabine, lassen die ausgesuchten Klamotten dort liegen und schlendern nebeneinander aus dem Laden. Draußen fährt uns ein kalter Wind in die Kleidung, wo wir bemerken, dass unsere Jacken noch offenstehen. Grinsend sehen wir uns an und beheben den „Schaden“, dann lässt Aka-chin seine Hand in meine gleiten und wir zockeln nach Hause.
In der Bahn lehnt Aka-chin seinen Kopf an meinen Oberarm und gähnt verhalten.
„Wenn wir zu Hause sind, kannst du dein Geschenk auspacken“, sagt er.
„Aber... ich habe immer noch kein Geschenk für dich!“, fällt es mir siedend heiß ein.
Aka-chin lächelt und streichelt mit seinem Daumen über meinen Handrücken. Er hat meine Hand nicht losgelassen...
„Wenn du dich über mein Geschenk freust, schenkst du mir etwas, das man nicht kaufen kann“, erklärt er leise und grinst süffisant.
Leicht verstimmt schaue ich aus dem Fenster und sehe die Lichter der Stadt in Schlieren vorbeiziehen.
„Atsushi?“
Ich höre den besorgten Ton deutlich heraus. Also drehe ich mich zu ihm um und mustere ihn nachdenklich.
„Ne, Aka-chin. Wünschst du dir vielleicht etwas? Ich meine...“
Ich verstumme, doch Aka-chin lächelt, als wüsste er längst, was ich damit sagen will.
„Ja, ich wünsche mir etwas. Etwas, das kein Geschenk der Welt, das man für Geld kaufen kann, aufwiegen könnte. Ich wünsche mir, dass du für immer bei mir bleibst und mich für immer liebst. Das wünsche ich mir, Atsushi. Und du kannst es mir jedes Jahr aufs Neue schenken, denn etwas anderes werde ich nicht akzeptieren.“
Jetzt klingt er wieder ganz wie er selbst. Ich schmunzele und beuge mich zu ihm herunter, um ihn zu küssen. Seine Lippen kleben an mir und lösen sich schwer.
„Nun, vielleicht möchte ich zu Hause erst einmal ganz was anderes auspacken“, sinniere ich gut hörbar vor mich hin.
„Atsushi!“
Mein Liebling wird wieder rosa um die Nase. Ich lache und streiche durch sein Haar.
„Ist schon gut, wenn du nicht willst, müssen wir es nicht machen“, sage ich.
„Das... Das ist es nicht“, murmelt Aka-chin und schaut unseren Händen, die sich liebevoll umgarnen, dabei zu. „Ich...“
Er guckt sich verschwörerisch um und reckt sich zu meinem Ohr empor, das ich ihm gerne zuneige.
„Ich möchte es gern noch einmal so versteckt in der Öffentlichkeit mit dir tun“, haucht er.
Überrascht sehe ich ihn an.
„I-ist das... dein Ernst?“, frage ich perplex.
Er nickt und dann sieht er mich offenherzig an. Ich kann alles in seinem Gesicht lesen. Alles, was er für mich empfindet und wie aufgeregt und heiß er darauf ist, es noch einmal so mit mir zu tun. Ich grinse verschlagen, greife in sein Haar und ziehe ihn in einen tiefen Kuss.
„Also gut, wenn du das willst, dann soll es so sein. Wie hat es dir jetzt gefallen? So ein Kuss in der Öffentlichkeit kann schwer geahndet werden, weißt du?“, sage ich.
Er lächelt.
„Ich weiß. Aber ich habe doch dich. Du passt doch auf mich auf, nicht wahr, Atsushi? Ich vertraue dir.“
Mit diesen seinen Worten kuschelt er sich an mich und atmet ganz ruhig. Und ich? Ich bin so glücklich, dass ich es nicht beschreiben kann.
„Weißt du, Weihnachten ist eigentlich ein tolles Fest der Liebe“, murmelt Aka-chin. „Fröhliche Weihnachten, Atsushi.“
„Fröhliche Weihnachten, Aka-chin“, antworte ich und lächle.
So glücklich.


Frohe Weihnachten!

Wenn Dir, geneigter Leser, diese Geschichte gefallen hat, dann schaue doch gern auch bei meinen anderen Geschichten vorbei. Anfang Januar 2021 geht es mit dem nächsten Kapitel von der Free-Fanfiction „Alles nur für ihn“ weiter. Ich würde mich sehr über Deinen Besuch freuen.
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