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Mirror, mirror on the wall

von 51pennys
OneshotAllgemein / P6 / Gen
Celebrían Elrond Legolas OC (Own Character) Thranduil
24.12.2020
24.12.2020
1
1.935
 
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24.12.2020 1.935
 
Disclaimer: Alle vorkommenden Figuren und Orte sind nicht meinem geistigen Eigentum zuzuordnen, ich habe mich nur dieser bedient. Die Personen und Orte, außer Debora (die gehört sich selber), sind das Werk Tolkiens. Ich habe versucht sowohl den Ereignissen als auch den in dem Herr der Ringe vorkommenden Szenen gerecht zu werden und habe dabei diese teilweise wörtlich übernommen und nur der Geschichte entsprechend umgeformt. Entsprechende Szenen sind von mir markiert worden.
Zudem ist diese Geschichte nach den Elbenkriegen mit Sauron angesiedelt und spielt im zweiten Zeitalter. Die Handlungen um Celebrian und Thranduil sind frei erfunden und damit nur meiner Fantasie entsprungen.

Lange Rede kurzer Sinn:
Frohe Weihnachten und viel Spaß beim Lesen <3

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Eine Gestalt groß und schön und ganz in weiß schlich unter den Bäumen Lothloriens einher.  Auf einem Seitenweg gelang sie zu den Südhängen von Caras Galadhon, und dort ging sie durch eine hohe grüne Hecke, die einen schönen Garten umschloss. Sie schien vertraut mit der Umgebung und vermochte so im Schatten verborgen zu bleiben. Im Garten standen keine Bäume, sodass die Gestalt ihre Deckung aufgeben musste und nun den freien Himmel über sich hatte. Der Abendstern war aufgegangen und leuchtete weiß über den Wäldern im Westen. Der Stern warf sein helles Licht auch auf die verhüllte Person, sodass unter der Kapuze ein ebenmäßiges von goldenen Locken umrahmtes Gesicht zum Vorschein kam. Die blauen Augen, die die Jugend des Geschöpfes widerspiegelten, sahen sich neugierig um und hielten Ausschau nach dem gesuchten Objekt. Sobald sie dieses entdeckte stieg sie eine lange Treppe hinab, in ein enges, grünes Tal, durch das murmelnd der silbrige Bach rann, der in der Quelle auf dem Hügel entsprang. Auf dem Grund der Schlucht stand auf einem niedrigen Sockel, der wie ein Baumgeäst geformt war, ein breites, flaches silbernes Becken und daneben ein silberner Krug.
Wie sie es bei ihrer Herrin und Mutter Galadriel schon öfter heimlich, hinter den Hecken verborgen, beobachtet hatte, füllte Celebrían das Becken bis zum Rande mit dem Wasser aus dem Bach und hauchte auf die Oberfläche.
Das Wasser sah hart und dunkel aus, als sie sich hinüber beugte. Der Schein der Sterne spiegelte sich kurz im Wasser, dann erloschen diese mit einem Mal.
Sie zuckte leicht zusammen und hielt die Luft an, doch war sie zu neugierig, was sie sehen würde, sodass sie sich nicht abwenden konnte.
Der Spiegel wurde, als wäre ein dunkler Schleier weggezogen worden, erst grau, dann hell. *
Bilder glitten über die Oberfläche und Celebrian wurde vollkommen in deren Band gezogen.

****
Eine Elbin gekleidet in den Tönen des Waldes schritt durch die unterirdischen Gänge eines Palastes. Die Wände waren in dem Schein der fluoreszierenden Lichter getaucht, welche ein Gefühl von Vertrautheit und Wärme versprühten. Man konnte beinahe körperlich nachempfinden, dass die Elbin sich für das ihr Bevorstehende wappnete. Der vertraute Schein der in die Wand eingelassenen Lampen half ihr nicht umzudrehen, denn sie schien nicht der Mensch zu sein, der auf andere zuging und diesen ein Gespräch aufzwang. Immer mehr wurde deutlich, dass die Elbin das Kommende unangenehm fand und auch die Stimme die ihre Gedanken für uns durch den Spiegel schauende wiedergab, bestätigte diesen Fakt.
Mit dem Gedanken, dass es auf jeden Fall interessant werden würde, atmete sie tief ein und betrat den Thronsaal.

****
Celebrian atmete hörbar aus. Die Szene hatte sich durch einen Windzug auf dem Wasser gewechselt und nun sah sie die ausgedehnten Hallen des Palastes. Nicht nur die Elbin vor ihr ergriff eine tiefe Ehrfurcht auch sie, die Tochter der Herrin Lothloriens war sprachlos bei diesem Anblick. Gebannt schaut sie der Fremden zu wie sie durch die Halle schritt, darauf bedacht ja nicht zu viel zu atmen oder zu laut aufzutreten.

In der Weite des Saals war ein Elb zu erkennen, der sich von seinem mächtigen aus Holz geschnitzten Thron erhob und dabei weder über seine prächtigen und mehrlagigen Roben stolperte, noch einen Tropfen Wein aus dem Glas verschüttete, welches er lässig in der Hand hielt. Sein Blick war erhaben und auch sein Gang trotze vor Stolz, Würde und Erhabenheit als er die Stufen seines Thrones passierte. Auch ohne die Höhe seines Thrones überragte er die Elbin, um mindestens zwei Köpfe. Diese war aber so konzentriert, dass sie ihr Gegenüber auch trotz diese Umstandes erst bemerkte als sie fast in ihn hineinlief. Hastig trat sie einen Schritt zurück, denn diese Situation war ihr unglaublich peinlich.
Verspätet deutete sie eine Verbeugung an und hielt den Kopf gesenkt. Ihre Gedanken verrieten, dass sie sich selber für die vielen ungünstigen Fehltritte strafte und jetzt mit Angst an die zu überbringende Nachricht dachte.
Dadurch dass sie den Blickkontakt mied, bemerkte sie die überaus interessierten Blicke des Gegenüber nicht. „Was erweist mir die Ehre, Lady...“ Der König machte eine kunstvolle Pause offensichtlich, um zu zeigen, dass es ihm egal war wer sie war und dass er sich nicht die Mühe gemacht hat ihren Namen in Erfahrung zu bringen.
Bei der tiefen volltönigen Stimme zuckte die Elbin zusammen, ihr Blick schnellte nach oben und just in dem Moment errötete sie verlegen. „Debora, euer Hoheit“, kam es leise von ihr.

Celebrian fühlte Mitleid für die junge Elbin, die kaum älter zu sein schien als sie selber, jedoch störte sie der Gedanke, dass die Gedanken Deboras für sie keinen Sinn ergaben. Der Elbenkönig, der ihr aus dem Spiegel entgegenblickte, sah dem ihr bekannten Elbenkönig aus dem großen Grünwald sehr ähnlich, jedoch passte diese arrogante und verbitterte Version nicht ganz zu ihrer Erinnerung von dem ehrgeizigen und stets fairen Thranduil, der sich erst vor kurzem sein Königreich aufgebaut hatte. Durch diesen Fakt wurde ihr so langsam bewusst, dass ihr der Spiegel die Zukunft verriet, die jedoch ferner als das Ende des zweiten Zeitalters lag.
Gebannt und zugleich etwas nervös versuchte Celebrian dem Verlauf der Zukunft zu folgen.

****

Thranduil musterte die Elbin weiterhin mit einer gewissen Kälte bevor er sich wieder zu seinem Thron begab und sich elegant darauf niederließ, wieder ohne einen Tropfen Wein zu verschütten. Als er saß, machte er eine gebieterische Handbewegung mit der er aussagte, dass die Lady Debora doch endlich ihr Anliegen kund tun sollte.
Diese überging ihre aufkeimende Panik und begann zu erzählen.

****

Die Szenerie wechselte durch das leichte Schwappen des Wassers und wir befanden uns nun in einem dunklen krank aussehenden Wald, der nur noch einen entfernten Schatten des prächtigen Grünwaldes wie man ihn im zweiten Zeitalter kannte, darstellte. Im Hintergrund erklang die Stimme Deboras, die uns durch ihre Erinnerungen hindurch navigierte.
Ins Bild kam eine Gruppe von Elben, die unter dem Banner des Waldkönigs auf einem alten Pfad entlangritten. In dieser Gruppe konnte Celebrian Debora ausmachen und einen jungen, blonden Elb, der dem König Thranduil sehr ähnlich war und demnach sein Sohn sein könnte.
„Legolas, caun nin, wir sollten kurz rasten bevor wir den Schutz der Wälder verlassen.“ gab ein rothaariger Elb zu Bedenken und bestätigte somit ihre Vermutung, dass es sich bei dem blonden Elben, der in wie die anderen in den Farben des Waldes gekleidet war, in der tat um des Königs Sohn handelte.

****

Wieder wechselte die Landschaft und zeigte die Gruppe Elben nun abseits des großen Pfades auf dem sie zuvor unterwegs waren in einem Kreis um ein kleines Feuer sitzen. Debora war nicht asuzumachen, doch das änderte sich als die ganze Truppe plötzlich hastig aufsprang und sich in Sindarin Befehle zu rief. Schwerter wurden gezogen und Bogen gespannt, während die Elben durch den Wald auf eine Lichtung nicht weit der Raststätte zu liefen. Dort sah man die vermisste Waldelbin in einem verbitterten Kampf mit riesigen Spinnen. In die Lage war sie aufgrund ihres nicht vorhandenen Orientierungssinns geraten, der dafür gesorgt hatte, dass sie bei ihrem kurzen Erholungsspaziergang in ein Spinnennest geraten war, welches sie dann als ihr Abendessen auserkoren hatte.
Nach einigen Minuten großartiger Schlachtszenen machte sich die Elbentruppe wieder auf zu ihrem Ruheplatz bevor sie nach einem kurzen Schlaf wieder aufbrachen.

****

Es schien als sei zwischen dem vorherigen Ereignis und dem nun erscheinenden Bild einige Zeit vergangen zu sein, denn die Gruppe Elben befand sich nun in einem wunderschönen Tal.
Dieses Tal war das beruhigendste was die Tochter Galadriels jemals erblickt hatte.
Gezeigt wurden die Terrassen über dem laut rauschenden Bruinen, während die blasse, kühle Sonne über die fernen Berge emporstieg. Schräg fielen ihre Strahlen durch den dünnen, silbrigen Nebel herein, Tau schimmerte auf gelben Blättern und an allen Büschen glitzerten die Spinnennetze des Altweibersommers. Ihr Blick fiel auf die hohen Berge im Osten, dessen Gipfel weiß vom Schnee waren. Ein heller Glockenton erklang und man hatte nun einen guten Blick auf eine große Terrasse auf der sich Gestalten verschiedener Rassen versammelt hatten. Das Licht eines klaren Herbstmorgens schien jetzt in das malerische Tal. Aus dem schäumenden Flussbett stieg das Geräusch des brodelnden Wassers herauf. Vögel sangen, und das Land lag in ungestörtem Frieden.**
Es sprach nun ein Elb, der ihr durch die Gedanken Deboras als Elrond, der Herr von Imladris vorgestellt wurde
Elronds Gesicht war zeitlos, nicht alt und nicht jung, doch stand die Erinnerung an viel Freud und Leid darin geschrieben. Sein Haar war dunkel wie Schatten im Zwielicht und mit einem silbernen Reif gekrönt; seine Augen waren grau wie ein schöner Abend und aus ihnen schimmerte ein Licht wie von Sternen. Ehrwürdig sah er aus wie ein König mit vielen Wintern auf dem Scheitel und doch rüstig wie ein kampferprobter Krieger in der Fülle seiner Kraft.***
Celebrian war so fasziniert von dem Lord, dass sie alles ausblendete. Ihr Blick war einzig und allein auf Elrond gerichtet. Sie hatte von ihm nur gehört, dass er die Zuflucht Imladris an einem abgelegenen Ort errichtete, als Sauron ihn während des Elbenkrieges gegen Sauron in Richtung Moria drängte. Niemals hätte sie sich ihn so schön und unversehrt vorgestellt, wenn sie an den Kriegshelden des zweiten Zeitalters dachte. Der Ablauf des Rates um den Ring ging an Celebrian vorbei und am Ende konnte sie sich nur noch an die Wärme erinnern die sie gefühlt hat als sie den Elbenlord zum ersten Mal erblickt hatte.


****

Die Szene wechselte wieder und holte die träumende Elbin wieder zurück in die Zukunft, in der Debora gerade versuchte dem Elbenkönig schonend beizubringen, dass sein Sohn bei seiner ersten Mission als Bote sofort einer selbstmörderischen Organisation beigetreten ist mit dem Ziel den einen Ring zu vernichten. Celebrian zog fast zeitgleich mit dem Waldelben die Luft ein, denn Thranduil fürchtete seinen Sohn nie wieder zu sehen und Celebrian wurde bewusst, dass das Fortbestehen des Ringes nur Saurons Wiederkunft heißen konnte.

Schockiert sank sie zusammen, ihre Hand den Rand des Beckens umklammernd. Eine Weile saß sie so dort, um zu Verarbeiten was gerade geschehen war. Als sie sich wieder aufraffen konnte, kletterte die Sonne langsam in die Höhe und wanderte über ihr Gesicht. Sie realisierte langsam wie weit die Zeit fortgeschritten war, vergaß alles um sich herum und machte sich eilig auf den Weg in ihre Gemächer, um nicht entdeckt zu werden.

Einige Wochen später verließ Celebrian ihre Heimat Richtung Imladris, da sie die grauen Augen, die sie immer sah wenn sie ihre Augen schloss, nicht vergessen konnte.

Durch den abrupten Aufbruch werden wir wohl nie erfahren wie es Debora, der Elbin unserer Geschichte ergangen ist nachdem sie Thranduil die Botschaft überliefert hatte.
Das einzige, dass wir sicher wissen ist, dass Celebrian ihr Glück bei dem Elbenlord fand, den sie durch den Spiegel Galadriels erblickt hatte.




*aus dem zweiten Buch, Kapitel 7 des Herr der Ringe teilweise wörtlich übernommen und nur der Geschichte entsprechend umgeformt
** aus dem zweiten Buch, Kapitel 2 des Herr der Ringe teilweise wörtlich übernommen und nur der Geschichte entsprechend umgeformt
*** aus dem zweiten Buch, Kapitel 1 des Herr der Ringe teilweise wörtlich übernommen und nur der Geschichte entsprechend umgeformt
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