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Adventskalender-Tür 23: Der Baum

KurzgeschichteFantasy / P6 / Gen
Chris "The Lord" Harms Class Grenayde Gared Dirge Niklas 'Nik' Kahl Pi Stoffers
23.12.2020
23.12.2020
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Einen wunderschönen 23. Dezember wünsche ich euch.
Auch, wenn ich dieses Jahr kaum bei meiner Hauptstory weiter gekommen bin, möchte ich euch mit einer kleinen Adventskalendergeschichte den Tag schöner machen.

Wie immer würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

Viel Spaß beim lesen und ein schönes Weihnachtsfest wünscht

Eure Maddyengel
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Der Baum

Es war die Woche vor Weihnachten, und die Mitglieder der Band Lord of the Lost hatten beschlossen auf Weihnachtsbaumsuche zu gehen. Dieses Jahr wurde nicht nur mit den Familien gefeiert. Es sollte eine Weihnachtsfeier für die gesamte LOTL-Familie geben.

Da es doch sehr viele Menschen waren, hatte Chris extra eine Halle angemietet, die nun festlich geschmückt werden sollte.

Da das Thema Weihnachtsbaum immer ein großes Thema war, wollten alle Bandmitglieder beim aussuchen dabei sein, um ein Mitspracherecht zu haben. Denn wie immer galt: Wer nicht da ist, hat auch kein Mitspracherecht.

So machten sich die fünf Freunde an einem Samstag auf den Weg zu einem Baumverkaufsstand in Hamburg, um den perfekten Baum zu finden.

„Der Baum muss aber schön groß sein“, warf Niklas auf der Fahrt ein. Zustimmendes nicken der anderen war Antwort genug.
„Wenn nicht schon alle weg sind“, meinte Pi.
„Alter Pessimist. Es werden noch genug Bäume da sein“, erwiderte Klaas.
„Ja, Bäume sind wieder gefragt.“ Pi wollte einfach nicht locker lassen.
„Spielverderber. Warte doch einfach ab. Es werden genug Bäume da sein. Wirst schon sehen.“ Klaas beharrte auf seinem Standpunkt.

Und er sollte Recht behalten. Als sie den Verkaufsstand erreicht hatten, waren noch genug Bäume vorhanden. Klaas warf Pi einen „Ich habs dir doch gesagt“ Blick zu.
In der Zwischenzeit hatte Gerrit für alle Glühwein geholt. Die Weihnachtsbaumsuche sollte schließlich Spaß machen.

Gemeinsam mit einem Baumverkäufer, der die Gruppe schon bei ihrer Ankunft gesehen hatte, schritten sie durch die Reihen der Bäume und tranken dabei ihren Glühwein.

Sie sahen sich einige große Bäume an, doch leider waren die etwas zu groß für die Halle.
„Man kann doch die Spitze abschneiden“, meinte der Verkäufer.
„Nee, die Spitze kommt dann doch nicht richtig zur Geltung“, sagte Chris skeptisch. Zustimmendes brummen der anderen gab ihm Recht.
„Dann kürzen Sie ihn am Stamm. Dann kommt er auch leichter in den Christbaumständer“, schlug der Verkäufer vor.

Mit einem kritischen Blick lief Pi einmal um den Baum herum und stellte anschließend fest, dass dieser nicht ganz gerade war. Gerrit fand das nicht schlimm, doch die anderen waren noch nicht so ganz von dem Baum überzeugt.
„Also, was ist?“, wollte der Verkäufer nun etwas genervt wissen.

„Lasst uns unseren Glühweinvorrat auffüllen und danach gucken, wir dort drüben weiter. Da stehen auch noch ein paar schöne Bäume rum“, schlug Nik vor und zeigte zu einigen Reihen, etwas weiter hinten auf dem Gelände.
Da alle ihren Glühwein bereits geleert hatten, fand dieser Vorschlag viel Zustimmung.

Am Glühweinstand angekommen, beschlossen sie gleich jeweils zwei Glühweine mitzunehmen, damit sie nicht ständig quer über das Gelände laufen mussten.
Als alle mit ihren Glühweintassen bewaffnet waren, kehrten sie zu der Stelle zurück, die Nik eben gesehen hatten und führten ihre Suche fort.

Kritisch beäugten sie die Bäume der Reihe.
„Die sind mir oben zu kahl“, meinte Nik.
„Ja, damit kennst du dich ja aus“, meinte Klaas und erhielt Gelächter von allen als Antwort.
„Unten sind sie mir aber zu breit. Zwar schön dicht, aber so ganz gefällt mit das nicht“, meinte Pi.
„Ach, wenn da Kugeln dran kommen geht der noch auseinander, dann passt das schon“, sagte Chris.
„Ich glaube, der nadelt aber schon recht früh. Und ich hab echt keine Lust tausende von Nadeln aufzusammeln“, meinte Gerrit.
„Nein, nein. Der nadelt nie. Das sieht nur so aus“, sagte ein Mitarbeiter, der zufällig vorbei lief. Der Mitarbeiter vom Anfang verkaufte derweil den Baum, den die Band als erstes gesehen hatte, und den sie eigentlich als Plan B im Hinterkopf behalten wollten.

„Tja, da haben wir wohl Pech gehabt“, sagte Nik etwas betrübt.
„Du wolltest doch noch weiter gucken, ich fand den nicht schlecht“, konterte Chris.
Nik zuckte mit den Schultern und nippte an seinem Glühwein.
„Man muss aber auch nicht den erst besten Baum nehmen“, sagte er dann.
„Stimmt“, sagte Gerrit und weiter ging die Suche nach dem perfekten Baum.

Nik schloss sich ihm an. Pi und Chris schlugen ebenfalls eine Richtung ein. Jetzt war nur noch Klaas da. Mit einem Mal hörte er ein Geräusch. Er drehte sich um, sah aber nichts, was eine Geräuschquelle hätte sein können.

Etwas verwirrt nahm er noch einen Schluck seines Glühweins und ging dann in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Doch auch, als er fast schon am Ende des Geländes angekommen war, hatte er die Geräuschquelle noch nicht ausmachen können. Wahrscheinlich war es eh nur ein Tier gewesen.

Klaas beschloss sich wieder auf sein ursprüngliches Vorhaben zu konzentrieren: Den perfekten Baum finden.
Es dauerte nicht lange, bis er eine hübsche, wenn auch etwas kleine Blautanne fand. Interessiert näherte er sich dem Baum, um ihn genauer betrachten zu können.

„Glotz mich nicht so an! Ich bin verkauft, siehst du nicht als Zeichen dafür den Papierstreifen?“

Jetzt guckte Klaas ziemlich verwirrt aus der Wäsche. Der einzige Gedanke, der ihm durch den Kopf ging, war:
„Ich hätte diesen komischen Eierlikör von Pis Oma nicht trinken sollen.“

Hatte der Baum wirklich mit ihm gesprochen? Er beschloss zu antworten, entweder hatte er sich das nur eingebildet oder diese hübsche Blautanne hatte wirklich mit ihm gesprochen.

„Ich verstehe“, sagte er daher.

„Da drüben, ein bisschen versteckt, steht ein schöner Baum. Der hat meine ganze Liebe. Nehmt ihn euch doch mit. Ich bin ja schon verkauft. Aber vielleicht sehen wir uns draußen in der großen weiten Welt wieder, wenn wir beide hier fortkommen.“

Immer noch verwirrt versprach Klaas dem Baum, nach seinem Freund zu gucken und diese mitzunehmen. Er drehte sich bereits um, in die Richtung zu gehen, die der Baum ihn genannt hatte, als dieser noch einmal zu sprechen begann.

„Ich danke dir. Sag mal, was passiert jetzt mit mir? Ich bin ja das erste Mal verkauft worden.“ Klaas konnte nicht anders, als dem Baum zu erklären, was nun für ihn anstand.

„Du wirst geschmückt. Mit bunten Kugeln und Lichtern. Und auf deine Spitze wird ein Stern oder etwas ähnliches gesetzt. Und wenn dann das Licht ausgeschaltet wird, strahlst du wunderschön und öffnest die Herzen der Menschen“, erklärte Klaas.

Ein bisschen wunderte er sich selbst über seine Worte. Das hatte ja super kitschig geklungen. Egal.
Nachdem der Baum sich bedankt hatte, ging Klaas los, um sich den Freund der Blautanne anzusehen. Und sie hatte recht gehabt. Der Baum war wunderschön, und auch groß genug, um seinen Zauber in einer großen Halle entfalten zu können.

Als er sich wieder mit den anderen traf, machten die sehr bedröppelte Gesichter.

„Nix. Absolut nix schönes dabei“, sagte Gerrit traurig.
„Ich hab einen schönen Baum gefunden. Eine Blautanne hat ihn mir gezeigt“, sagte Klaas. Vier Gesichter starrten ihn ungläubig an.

„Wie blau bist du denn bitte?“, fragte Chris. Klaas zickte nur mit den Schultern.
„Frag nicht. Eine Blautanne hat mit mir gesprochen. Und die möchte, dass wir ihren Freund zu uns mitnehmen. Kommt ihr mit und seht ihn euch an?“

Auch wenn alle Klaas nun für total bescheuert hielten, folgten sie ihm zu dem Baum. Erstaunt sahen sich Chris, Pi, Gerrit und Nik den Baum an und befanden ihn, genau wie Klaas einige Minuten zuvor für perfekt.

Sie gaben einem der Baumverkäufer Bescheid und bezahlten den Baum.
Er würde schon am nächsten Tag zu der großen Halle geliefert werden.
Die fünf Freunde verabredeten sich für den nächsten Tag, um den Baum direkt aufstellen und schmücken zu können. Jeder würde etwas Schmuck von zuhause mitbringen.

Sie waren sich einig, dass es ein besonders schöner und bunter Baum werden würde.
 
 
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