Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zweite Chance?!

von bluevato
GeschichteDrama, Romance / P16
Chiara Nadolny Ina Ziegler
22.12.2020
26.01.2021
27
71.769
4
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
13.01.2021 2.531
 
Es herrschte plötzlich eine eiskalte Stimmung in der Ziegler-Wohnung. Chiara's Augen füllten sich immer mehr mit Tränen, sie warf Ina einen Blick voller Schmerz, Enttäuschung und Verzweiflung zu. "Woher weißt du das?"..."Also stimmt es?", doch die Köchin schwieg. "Ina, jetzt rede endlich mit mir!", brach es plötzlich aus der Eisläuferin raus. Die Tränen rannten ihr nur so übers Gesicht als ihre Freundin sie nochmals zur Rede stellte. "Ich -"..."Hat diese Bitch Recht mit dem was sie sagt?", Chiara's Enttäuschung wandelte sich binnen von Sekunden in reine Wut um. Der Gedanke, dass ihre Freundin und Jessy...brach ihr das Herz! "Es ist nichts zwischen uns gelaufen", sagte die Köchin mit weinerlicher Stimme. "Ist das dein Ernst? Und was ist dann mit dem Kuss?"..."Der ging nicht von mir aus, sie hat es einfach getan und ich hab sie auch gleich abgewiesen"..."Wenn es nicht von dir ausging, warum hast du es dann vor mir verschwiegen? Wolltest du es bewusst vor mir verheimlichen oder hattest du die Hoffnung, dass ich nie was von deinem kleinen Abenteuer mit deiner EX erfahre?", das Wort "EX" betonte sie extra um der ganzen Sache mehr Gewicht zu verpassen.

"Hör zu, ich wusste nicht wie ich es dir sagen soll"..."Vielleicht so 'Ach Chiara, ja Jessy ist hier und sie hat mir einen Kuss gegeben, aber der hat mir nichts bedeutet' so in etwa vielleicht?"..."Du stellst dir das so leicht vor, sag du mal der Person die du liebst, dass ihre Ex sich an dich rangemacht hat"..."Weißt du, eigentlich wie sehr du mich in dem Moment verletzt? Du hast mir mehrmals gesagt, dass alles okay ist auch, dass nichts passiert ist", Chiara's Tränen waren unaufhaltsam. In ihr sammelte sich eine geballte Ladung Enttäuschung aber auch Traurigkeit, Ina hatte sie angelogen und das hat ihrem Herzen einen riesen Stich verpasst. "Und auch vorhin, ich hab dich gefragt ob was war und du hast mir eiskalt ins Gesicht gelogen! Hast du so wenig vertrauen in mich?"..."Das ist es nicht"..."Was ist es dann, Ina?"..."Ich hatte ne scheiß Angst, dass wenn ich es dir sage...ich dich verlieren könnte", die Stimme der Köchin wurde immer gebrochener. "Ich hab dir immer gesagt, dass du mit mir über alles reden kannst"..."Das weiß ich auch, aber -"..."Warum hast du es nicht getan? Man Ina, und dann ausgerechnet mit Jessy! Du weißt genau, dass ich es nicht ertrage wenn sie in deiner Nähe ist oder dich anfasst. Du hattest mich schonmal wegen ihr abserviert, erinnerst du dich?".

Der Köchin stockte der Atem. Sie hatte keine Erklärung warum sie es Chiara nicht gesagt hatte. So lange hatte sie sich davor gedrängt ihrer Freundin die Wahrheit zu sagen. "Ina, seit du aus Hamburg zurück bist, verhältst du dich anders. Ich dachte anfangs du hast wirklich nichts oder es liegt an mir. Dabei hatte das alles einen anderen Grund", die Eisläuferin ging zum Stuhl um ihre Jacke zu holen dabei warf sie Ina's Handy auf das Sofa. Die Eisläuferin stand vor Ina und fuhrt fort. "In einer Beziehung sind Ehrlichkeit und Vertrauen sehr wichtige Bestandteile...und du hast beides gebrochen. Vielleicht sollten wir alles nochmal bedenken, denn so macht eine Beziehung keinen Sinn", Chiara ging zur Tür und nahm die Klinke in die Hand, doch plötzlich griff Ina nach dem Handgelenk und sah ihr unter Tränen in die Augen. "Bitte bleib, Chiara es tut mir Leid...ich wollte dich nicht verletzen"..."Das hast du aber und jetzt lass mich los"..."Chiara, ich liebe dich und ich will dich nicht verlieren...bitte geh nicht!"..."Warum sollte ich bleiben? Damit du mir noch mehr Lügengeschichten erzählen kannst? Nein danke!"..."Es tut mir alles so leid, Chiara ich liebe nur Dich!!"..."Ach ja? Dann hast du eine komische Art mir das zu zeigen und jetzt lass mein Handgelenk los, ich will gehen!", widerwillig lies Ina von ihr ab und die Eisläuferin verließ die Wohnung, sie drehte sich nochmal um und sagte unter Tränen "Vergiss nicht dich bei Jessy zu melden", sie knallte die Tür zu und ging. Ina lehnte sich von innen an die Tür und brach komplett zusammen. Wie konnte sie es soweit kommen lassen? Warum hat sie Chiara nicht einfach die Wahrheit gesagt?

Ina saß Tränenüberströmt auf dem Boden und angelehnt an die Tür. Hatte sie ihre große Liebe jetzt endgültig verloren? Der Gedanke daran, brach ich ihr Herz nun endgültig. Die Verzweiflung und der Schmerz waren ihr anzusehen. Sie stand auf und ging ins Schlafzimmer, dort fand sie zufällig eines von Chiara's Shirts. Ina griff danach, drückte es gegen ihr Herz und ließ ihren Emotionen freien Lauf. Derweil irrte Chiara verzweifelt draußen rum, sie trug eine Leere in sich dort wo eigentlich ihr Herz schlug. Der Mensch der ihr am meisten bedeutete hat sie verletzt, die Eisläuferin wusste nicht wohin mit ihren Emotionen. Sie wollte einfach nur weg, vom Zentrum aber vor allem von Ina. Also rannte sie zum Auto und fuhr einfach los. Lucie hatte beim verlassen mitbekommen, wie panisch Chiara in das Auto einstieg. Sie ahnte direkt was passiert sein muss und machte sich direkt auf den Weg zu Ina. Sie schloss die Tür auf und suchte ihre Schwester, bis sie sie im Bett liegen sah.

"Hast du es ihr gesagt?", doch von der Köchin kam keine Reaktion. Sie weinte in das getragene Shirt ihrer Freundin und versuchte so den Schmerz zu mindern den sie in sich trug. Lucie setzte sich zu ihrer Schwester aufs Bett und nahm sie in den Arm. "Was ist passiert?"..."Chiara sie...", die Köchin stoppte und versuchte die richtigen Worte zu finden. "ich hab eine SMS bekommen und dachte die ist von dir, also bat ich Chiara sie zu lesen und -"..."Lass mich raten die war von Jessy?", die Köchin nickte und vergrub ihr Gesicht wieder in Chiara's Shirt. "Wir haben uns gestritten und sie sagte sowas wie...", Ina stoppte für einen kurzen Augenblick und fuhr nach einem Atemzug fort "...so macht eine Beziehung keinen Sinn mehr"..."Ina, ich hab es dir gesagt, dass du mit ihr reden musst", sie nahm ihre ältere Schwester tröstend in den Arm und streichelte ihr sanft über den Rücken. "Lucie, ich will sie nicht verlieren. Ich liebe sie"..."Das weiß ich Ina, aber Chiara braucht Zeit. Die musst du ihr geben"..."Glaubst du sie würde Schluss machen?"..."Nein, das glaube ich nicht, sie liebt dich"..."Was denn das nicht mehr ausreicht?", Lucie sah die Verzweiflung im Gesicht ihrer Schwester. Obwohl sie ihr mehrmals sagte, sie muss die Wahrheit auf den Tisch legen widersetzte sich Ina. "Hey, jetzt versuch dich zu beruhigen. Ich sag Mo Bescheid und bleib bei dir", also informierte Lucie ihren Freund und legte sich anschließend zu ihrer Schwester bis sie irgendwann unter Tränen einschlief.

Währenddessen kam Chiara nach einer langen Autofahrt an einem kleinen See an, sie stieg aus und setzte sich ans Ufer. Die Sonne ging langsam unter, die Eisläuferin starrte auf das Wasser als ihr die Tränen kamen. Wie konnte Ina ihr das antun? Warum war sie nicht ehrlich zu ihr. Der Stich den Ina ihr verpasste saß tief, viel zu tief. Tausende Gedanken schossen der jungen Eisläuferin in den Kopf. Wie konnte es soweit kommen? Sie hinterfragte das Handeln von Ina aber auch von sich selbst. Sie fühlte nichts als tiefste Enttäuschung und Schmerz. Ina, ihr Lieblingsmensch, hatte sie verletzt. Diese leere in ihr war unerträglich. Sie wusste auch wer diese Leere in ihr füllen könnte, aber Ina war die letzte Person die sie jetzt sehen will. Als es langsam kälter wurde, zog sie ihre Jacke noch weiter zu und ging dem Wasser noch ein bisschen entgegen. Sie nahm einen Stein in die Hand und warf diesen wutentbrannt in den See. "MAN SCHEIßE", rief sie. Die Eisläuferin senkte zu Boden und brach unter Tränen zusammen. Sie musste schonmal einen ähnlichen Schmerz durchmachen als Ina sich von ihr trennte, aber den Schmerz den sie jetzt fühlte war stärker. Schmerz den sie so noch nie fühlte und der mit keinem Wort zu beschreiben war. Die Eisläuferin fühlte sich seit langem wieder hilflos und alleine gelassen.

Die Eisläuferin raffte sich auf, stieg ins Auto und fuhr zur Steinkamp-Villa. Sie öffnete die Tür und als sie die Treppe hochgehen wollte kam ihr Vanessa entgegen. Die Ärztin sah sofort, dass es Chiara augenscheinlich nicht gut ging. "Hey, alles okay bei dir?"..."Sorry, Vanessa...ich will alleine sein", sie rannte hoch in ihr Zimmer und schloss die Tür hinter sich ab. Chiara warf ihre Jacke in den Ecken und legte sich ins Bett. Ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Ina, ihrer großen Liebe. Für die Eisläuferin war eine Welt zusammen gebrochen. Sie wusste nicht wohin mit ihren Emotionen, als sie ein Bild von ihr und Ina auf dem Nachtästchen stehen sah konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie nahm das Bild in die Hand und sah, dass reihenweise Tränen auf das Glas tropften. "Warum?", fragte sie sich immer wieder. Chiara nahm das Bild, drückte es an ihr Herz und versucht einzuschlafen.

Am nächsten Morgen in der Ziegler-Wohnung, Lucie bat Yannick für heute den Imbiss zu schmeißen, damit Ina zur Ruhe kommen kann. Sie bereitete ihr ein kleines Frühstück zu und wollte es ihr gerade bringen als die Tür vom Schlafzimmer aufging. "Ina hey, ich hab dir Frühstück gemacht"..."Ich hab keinen Hunger", sagte Ina als sie an Lucie vorbei ging. Sie setzte sich auf die Couch und nahm die Decke mit der sich Chiara gestern noch zugedeckt hatte. "Wie geht's dir?"..."Wie soll es mir schon gehen? Ich hab meiner Freundin das Herz gebrochen, schon wieder!", man sah der Köchin die Verzweiflung an. Ihre Augen waren gerötet, sie hatte die ganze Nacht geweint, weil sie ununterbrochen an Chiara gedacht hatte. "Gib ihr die Zeit die sie braucht und setz sie jetzt nicht unter Druck", Lucie nahm ihre Schwester in den Arm um sie zu trösten. "Hat sie sich bei dir gemeldet?"..."Nein hat sie nicht", sie sah Ina an und fuhr fort "Ich hab dir gesagt, dass du mit ihr reden sollst"..."Lucie ich hab es verstanden. Ja ich hab scheiße gebaut und ich kann es nicht mehr rückgängig machen", die Köchin stand auf, ging mit einem schnellen Schritt ins Schlafzimmer und knallte die Tür zu.

Lucie hatte keine Ahnung wie sie ihrer großen Schwester helfen kann. Oft genug hatte sie ihr gesagt, dass sie das Gespräch mit Chiara suchen soll. Aber es brachte auch nichts Ina jetzt Vorwürfe zu machen. Sie zog sich an und machte sich auf den Weg ins Zentrum. Als sie davor stand lief Deniz ihr gerade über den Weg. "Deniz warte mal"..."Lucie hey, was gibt's denn?"..."Wegen Chiara, sie hat Migräne und bat mich dir Bescheid zu geben, dass sie heute nicht in der Lage ist zu trainieren"..."Alles klar, dann richte ihr mal gute Besserung aus", Lucie nickte und machte sich auf direktem Weg zu Chiara in die Villa. Sie klingelte an der Tür und wurde von Frau Scholz in Empfang genommen. "Hallo Lucie Ziegler mein Name, ist Chiara da?"..."Die ist oben, redet aber mit keinem. Aber kommen sie ruhig rein", sie betrat die Villa und ging direkt hoch in Chiara's Zimmer. Als sie davor stand hörte sie ein leises Weinen aus dem inneren des Zimmers, Lucie klopfte an und hoffte auf eine Reaktion von Chiara. "Lasst mich in Ruhe, ich will alleine sein", rief Chiara durch die Tür. "Chiara, ich bin's Lucie. Können wir reden", die Eisläuferin öffnete dann doch die Tür und ließ Lucie rein. "Komm zieh dich an wir gehen spazieren, keine Widerworte. Ich warte unten", sie verließ das Zimmer und ließ Chiara sprachlos stehen. Sie zog sich schließlich an und ging zu Lucie. "Was hast du vor?"..."Jetzt komm einfach mit", die Eisläuferin folgte ihr wortlos.

Die beiden gingen ein Stück bis Lucie plötzlich stehen blieb. "Ina, hat mir erzählt was passiert ist", der Name ihrer Freundin versetzte ihr einen Stich im Herzen und die ersten Tränen kullerten ihr über die Wange. "Warum? Lucie warum hat sie das getan?"..."Das weiß ich nicht. Glaub mir ich hab ihr mehrmals gesagt, sie soll mit dir reden. Und bevor du sauer wirst, ja ich wusste davon, bin aber nicht in der Postition mit dir darüber zu sprechen oder dir davon zu erzählen. Das ist Ina's Sache"..."Weißt du, ich hab sie so oft gefragt ob alles in Ordnung ist, ob ich was falsch gemacht habe...Aber sie hat immer gesagt es ist nichts und sie sei nur müde. Und als ich gestern diese SMS von dieser Bitch laß, hab ich mich gefühlt als würde man mir den Boden unter den Füßen wegziehen", sagte die Eisläuferin unter Tränen. Chiara setzte sich auf den Boden und fuhr fort. "Reiche ich ihr etwa nicht? Liebt sie mich doch nicht so sehr wie sie immer sagte?"..."Chiara, sie hat scheiße gebaut, aber du bist die Frau ihres Lebens, daran gibt es keinen Zweifel"..."Wer sagt mir, dass da wirklich nichts gelaufen ist?"..."Schau mal, Jessy würde bewusst alles tun um in erster Linie dir zu schaden"..."Ich hab sie gestern, nachdem ich die SMS laß erneut drauf angesprochen ob irgendwas in Hamburg passierte und sie hat mir einfach ins Gesicht gelogen, Lucie! Und ich weiß nicht warum", Lucie nahm sie in den Arm und zog sie eng an sich.

"Das neulich am Imbiss, ihr habt darüber gesprochen oder?"..."Ja haben wir"..."Lucie, ich weiß einfach nicht was ich machen soll"..."Ihr müsst beide erstmal drauf klar kommen und braucht Zeit für Euch. Alles andere wird sich zeigen, okay", die Eisläuferin schwieg und lauschte was Lucie ihr zu sagen hatte. "Alles was ich dir sagen kann ist, dass Ina dich wirklich liebt und es tut ihr Leid"..."Was wenn es dafür zu spät ist?", flüsterte die Eisläuferin vor sich hin.

"Was meinst du? Du liebst sie doch auch, oder?"..."Klar, dennoch ist das Vertrauen weg und -", Chiara setzte an und stoppte kur. Sie atmete einmal tief durch und fuhr schließlich fort. "Was ist wenn meine Gefühle für deine Schwester einfach nicht mehr ausreichen?"...
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast