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Zoe Dumbledore und das Trimagische Turnier

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Aberforth Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape Sirius "Tatze" Black
22.12.2020
23.06.2022
17
82.723
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23.06.2022 2.061
 
Harry Potter?
Wann hatte er nur seinen Namen eingeworfen, wie hatte er es über die Alterslinie geschafft und warum hatte er sein Vorhaben mit keinem Wort erwähnt?
Fassungslos sah Zoe hinüber zum Gryffindortisch, wohin nun auch alle andere Schüler blickten, während ihr all diese Fragen durch den Kopf schossen. Die Slytherin musste den Hals recken, um ihren Freund zu erkennen, denn ein Hufflepuff vor ihr hatte sich extra auf seinen Stuhl gestellt um einen guten Blick auf Harry zu haben.
Am Lehrertisch war Professor McGonagall von ihrem Platz aufgesprungen und zum Schulleiter geeilt, um sich mit diesem zu beraten. Dieser wimmelte sie jedoch nach wenigen Worten ab.
„Harry Potter!“, rief er abermals und Zoe hörte den strengen Unterton sofort heraus. „Harry! Nach oben, wenn ich bitten darf!“
Sie sah, wie Hermine den Schwarzhaarigen anstieß und er erhob sich langsam. Sein Blick war verängstigt und jeder Schritt unsicher und da schoss es Zoe einfach so durch den Kopf: Was war, wenn Harry gar nicht selbst seinen Namen in den Feuerkelch geworfen hatte?
Es war so still um sie herum, dass man seine Schritte hören konnte. Vorsichtig erklomm er die wenigen Stufen zum Podium und erreichte schließlich den Schulleiter. Albus Dumbledore deutete auf die Nebentür und der Gryffindor gehorchte und ging unter den hasserfüllten Blicken der beiden anderen Schulleiter am Lehrertisch vorbei und betrat die Kammer. Kaum dass er verschwunden war, brach ein tosendes Getuschel über sie herein. Madame Maxime und Igor Karkaroff stürzten sich auf Dumbledore und diskutierten wild gestikulierend mit ihm. Während Ludo Bagman ebenfalls in die Kammer lief, gesellte sich Mr Crouch zu den aufgebrachten Schulleitern.
„Ein vierter Champion?“, zischte Pansy erbost. „Ist das nicht gegen die Regeln?“
„Das kann doch nicht sein!“, sagte ein Sechstklässler wütend.
Und ihre Vertrauensschülerin sprach: „Der ist doch noch nicht mal volljährig.“
„Klar“, sagte Blaise mit einem überheblichen Grinsen, „für Holy-Potter werden nun wieder neue Spielregeln gemacht, wartet‘s ab!“
„Warte du doch erst mal ab, was nun geschieht!“, fauchte Zoe ihren Mitschüler an.
„Was geschieht?“, fragte Tracey rhetorisch und sah Zoe vielsagend an. „Gar nichts, Blaise hat Recht. Für Potter werden die Regeln immer irgendwie zurechtgebogen!“
Einen Moment war Zoe zu verblüfft um ihrer Freundin etwas entgegenzusetzen, doch schließlich bat Professor McGonagall sie alle um Ruhe. Mit einem Wedeln ihres Zauberstabs entzündeten sich die Kerzen über ihren Köpfen und Zoe musste einen Moment lang die Augen zukneifen, da diese von der plötzlichen Helligkeit schmerzten. Als sie wieder hinauf zum Lehrertisch blickte, da waren die Schulleiter, Mr Crouch und auch ihr Hauslehrer bereits verschwunden und die stellvertretende Schulleiterin stand am Podium und sah streng zu ihnen herab.
„Die Auswahl des Feuerkelches ist offiziell beendet. Die Champions werden nun in den weiteren Ablauf eingewiesen und über die Regeln unterrichtet.“
„Was ist mit Potter!“, rief ein wütender Hufflepuff durch die Halle.
Professor McGonagalls Lippen formten sich zu einem schmalen Strich.
„Das wird die Jury entscheiden, Mr Summers, und bis dahin ist davon auszugehen, dass das Turnier seinen normalen Lauf nimmt.“
Abermals brach Getuschel los, doch Professor McGonagall unterband dies augenblicklich.
„Da die Feier vorbei ist, werden sie nun alle wieder in ihre Gemeinschaftsräume zurückkehren. Über weitere Änderungen werden sie zeitnah informiert.“
Sie klatschte auffordern in die Hände und die Schüler kamen der Aufforderung nur sehr widerwillig nach. Die Beauxbatons sowie die Durmstrangs waren die Ersten, die die Große Halle verließen und zu ihren Schlafstätten zurückkehrten. Allmählich folgten auch die Hogwartsschüler.
Zoe warf einen letzten Blick auf die bereits verschlossene Tür der Kammer und kämpfte sich dann entschlossen zu Hermine und Ron durch.
„Habt ihr davon gewusst?“, fragte Zoe die beiden, als sie endlich den Gryffindortisch erreicht hatte.
Ronald schüttelte nur missgelaunt den Kopf, mischte sich unter seine Mitschüler und ließ die beiden einfach stehen.
„Was ist denn mit dem –“, wollte Zoe wissen, doch sie wurde von den Weasley-Zwillingen unterbrochen.
„Ich bin ja mal echt gespannt ...“, sprach Fred.
„... wie Harry es über die Alterslinie geschafft hat“, beendete George dessen Satz.
„Ihr glaubt doch nicht, dass er seinen Namen selbst eingeworfen hat!“, sprach Hermine sofort.
„Und ob wir das glauben!“, gab Fred zurück.
„Dass Harry nicht auf den Kopf gefallen ist, wissen wir doch schon längst!“, bestätigte George.
„Was ist mit euren Bärten passiert?“, fragte Zoe belustigt, als sie noch einen Ansatz von Stoppeln auf den Wangen der Gryffindors erkannte.
George fuhr sich famos übers Kinn.
„Hat Madame Pomfrey binnen Sekunden weg gezaubert“, erklärte er.
„Der Rest sollte bis morgen fort sein“, fügte Fred hinzu.
„Gehen sie in ihre Gemeinschaftsräume!“, quiekte eine Person hinter ihnen.
Es war Professor Flitwick.
„Rasch!“, betonte er abermals und scheuchte sie nach draußen. „Sie haben morgen den ganzen Tag Zeit ihre Neuigkeiten auszutauschen!“
„Wir treffen uns beim Frühstück, Zoe?!“, rief Hermine zwischen den Zwillingen hindurch.
Die Slytherin nickte nur und schloss sich dem Schülerstrom an, der Richtung Kerker pilgerte. Dabei ließ sie sich extra etwas Zeit, um die Eindrücke sacken zu lassen. Hermine glaubte also auch nicht, dass Harry sich für das Turnier beworben hatte. Doch wer sollte seinen Namen in den Kelch geworfen haben und warum? Zunächst musste Zoe an Draco denken. Als Harrys Erzfeind von erster Stunde an, würde dieser es sicher amüsant finden, ihm dabei zuzusehen, wie er den Aufgaben hilflos gegenüberstand. Doch Draco war selbst minderjährig. Wie hätte er es über die Alterslinie schaffen sollen? Je länger Zoe darüber nachdachte, desto unwahrscheinlicher wurde es, dass es ein Mitschüler gewesen war. Sie hatte immerhin eine Weile dabei zugesehen, wie einige vergeblich versuchten, den Schutzzauber ihres Großvaters zu überlisten. Es konnte sich hierbei also nicht um einen einfachen Schülerstreich handeln.
Zoe musste unweigerlich an Mr Malfoy denken. Harry hatte die Familie Malfoy vor gut zwei Jahren um ihren Hauselfen, Dobby, gebracht. Doch wie hätte Dracos Dad es anstellen sollen? Vielleicht hatte er aber seinen Sohn dabei unterstützt?
Als Zoe den Gemeinschaftsraum der Slytherins betrat, war bereits eine hitzige Diskussion im Gange. Keiner von ihren Hausgenossen zweifelte daran, dass Harry sich nicht selbst darum bemüht hatte Hogwarts-Champion zu werden.
„Ich werde ausschließlich Cedric unterstützen!“, sprach Wilfried Montague trotzig.
„Ich hoffe“, meinte Patric Bole, „sie verweisen ihn von der Schule. Er hat die Regeln gebrochen!“
„Potter fliegt nicht von der Schule!“, schnarrte Draco dazwischen. „Er darf sich alles erlauben, weil er Dumbledores Liebling ist!“
„Aber sie dürfen ihn doch nicht einfach so ungeschoren am Turnier teilnehmen lassen!“, rief Tom Vaisey.
„Naja, noch ist er offiziell kein Champion“, sprach Wilfried.
„Ist er doch!“, unterbrach sie eine schrille Frauenstimme.
Im Porträt von Merlin, das über dem Kaminsims hing, war die aufgeregte Violet erschienen. Das Portrait der blassen Frau befand sich in der kleinen Kammer, neben der Großen Halle, doch Violet war bekannt dafür, dass sie den Klatsch im Schloss von Portrait zu Portrait trug.
„Sie haben es gerade beschlossen“, sagte sie und wehrte sich gegen Merlin, der versuchte sie aus seinem Bild zu schieben, „die Jury!“
Es waren ihre letzten Worte, bevor der verärgerte Zauberer es endlich schaffte sie aus seinem Gemälde zu bugsieren und selbst wieder eine würdevolle Pose einnahm.
„Unfassbar!“, fauchte Pansy zornig.
„Von mir braucht dieser Betrüger keine Unterstützung zu erwarten!“, pflichtete Millicent ihrer Freundin bei und die anderen Slytherins stimmten mit ein.
Zoe schlich sich an ihren Hausgenossen vorbei, erreichte unbeachtet den Mädchenschlafsaal und schloss erleichtert die Tür von innen. Ein kaum hörbares Miauen begrüßte sie und es zauberte der Slytherin ein Lächeln auf die Lippen. Millicents Katze, Bastet, war von ihrem Schlafplatz aufgesprungen und rieb sich nun an Zoes Beinen.
Dankbar nahm die Vierzehnjährige die Katze auf den Arm und kraulte ihr weiches Fell.
„Du hast’s gut“, flüsterte sie dem schnurrenden Tier in die Ohren. „Den ganzen Tag schlafen, ein bisschen fressen, Hogwarts erkunden ... Das wäre so viel einfacher ...“
Bastet sah sie aus großen, runden Augen an und genoss die Streicheleinheit. Zoe kraulte die Katze ein wenig, bis diese schließlich unruhig wurde und Zoe sie zurück auf den Boden setzte, wo sie sich unter Millicents Bett verkroch.
Zoe ignorierte den Tumult aus dem Gemeinschaftsraum, während sie sich bettfertig machte und vertiefte sich in ein Magazin von Verwandlung heute. Es dauerte ein wenig, bis Tracey und Daphne zu ihr in den Schlafsaal kamen.
„Hier bist du also“, meinte die Reinblütige.
Zoe brummte nur zur Antwort, weil sie keine Lust darauf hatte den beiden Mädchen eine Vorlage für einen Streit zu bieten. Daphne schlüpfte ebenfalls in ihren Pyjama, kam dann zu Zoe herüber und setzte sich auf das Fußende ihres Bettes.
„Glaubst du wirklich, dass Potter seinen Namen nicht selbst eingeworfen hat?“, fragte sie und zog ungläubig die Brauen in die Höhe.
Tracey warf den beiden von ihrer Kommode aus einen kritischen Blick zu. Zoe seufzte und ließ ihre Zeitschrift sinken.
„Ja, das glaube ich schon ...“, sagte sie hartnäckig und ignorierte Traceys Schnauben. „Erstens, denke ich, er hätte es uns von seinem Plan erzählt – was er nicht gemacht hat. Und zweitens glaube ich nicht, dass er es nie über die Alterslinie geschafft hätte.“
Daphne sah sie skeptisch an.
„Er könnte eine Möglichkeit gefunden haben“, sagte sie.
„Dann hätten das andere Schüler sicher auch!“, entgegnete Zoe sofort.
„Wir wissen ja nicht, wie viele Namen von Minderjährigen tatsächlich im Kelch gelandet sind“, entgegnete Daphne und zuckte mit den Schultern. „Wir kennen nur die von den Champions.“
„Aber warum sollte er sich für ein Turnier bewerben, bei dem alle anderen Teilnehmer bezüglich ihrer magischen Ausbildung drei Jahre lang Vorsprung haben?“, wollte Zoe wissen.
„Weil er im Mittelpunkt stehen will!“, antwortete Tracey von nebenan.
Die Halbblüterin hatte sich auf ihr Bett gekniet und sah zu den beiden anderen Mädchen herüber. Sie kniff leicht die Augen zusammen, als sie sagte: „Das wollte er schon immer.“
„Das stimmt doch gar nicht!“, widersprach Zoe hartnäckig, schmiss ihr Magazin vors Bett und setzte sich genervt auf.
„Und ob das stimmt!“, beharrte Tracey. „Das geht doch schon seit unserem ersten Schuljahr so! Im Flugunterricht: Wir sollten am Boden bleiben. Potter fliegt trotzdem und er wird auch noch Sucher der Gryffindors – und das obwohl Erstklässler gar nicht beim Quidditch mitmachen dürfen!“
Zoe wollte gerade etwas erwidern, doch Tracey sprach einfach weiter.
„Vor zwei Jahren ist er mit einem fliegenden Auto nach Hogwarts gekommen. Er wurde sogar von Muggeln gesehen. Und was ist passiert – nichts! Er wird von jedem unserer Lehrer bevorzugt, mal abgesehen von Professor Snape“, meinte Tracey. „Und seine ständigen Lügengeschichten werden immer unglaubwürdiger.“
„Welche Lügengeschichten denn?“, wollte Zoe perplex wissen.
Tracey zog ungläubig sie Brauen nach oben.
„Letztes Jahr hat er behauptet, Sirius Black sei hinter ihm her ... ein Massenmörder!“
Zoe stellten sich bei der Bezeichnung unwillkürlich die Nackenhaare auf.
„Aber ...“, stammelte sie Zoe ohne richtig zu wissen, was sie darauf entgegnen sollte, „das stimmte ...“
„Ach ja? Warum gibt Black dann einfach irgendwann auf und verschwindet spurlos? “, fragte Tracey. „Und vor zwei Jahren, als er angeblich diese Gryffindor aus der Kammer des Schreckens gerettet hat?“
„Ginny … auch das ist wahr!“, beteuerte Zoe ungläubig.
Nun lachte auch Daphne und erhob sich von ihrem Bett. Zoes Augen huschten kurz zu ihr hinüber und dann sah sie wieder Tracey an.
„Er war wirklich in der Kammer – ich war dabei, Tracey“, beschwor Zoe.
Tracey zog ungläubig die Brauen nach oben.
„Die Kammer ist ein Märchen“, sprach sie abfällig, „und ich weiß nicht, warum dein Großvater Potter bei all diesen Lügen auch noch in Schutz nimmt.“
„Die Kammer des Schreckens ist kein Märchen!“, beharrte Zoe hartnäckig. „Das können dir Ron und Hermine auch bezeugen!“
„Was für ein Zufall“, sagte Tracey achselzuckend. „Potters beste Freunde ...“
„Der Eingang, ist im Klo der Maulenden Myrte!“, erklärte Zoe.
Die beiden Mädchen begannen zu lachen.
„In einem Klo?“, wiederholte Daphne. „Salazar Slytherin – der große Salazar Slytherin – hat den Eingang seiner geheimnisvollen und beeindruckenden Kammer des Schreckens in einem Mädchenklo versteckt?“
Zoe blieb stumm und sah ihre beiden Freundinnen nur niedergeschlagen an. Sie spürte, wie sich ein dicker Kloß in ihrem Hals bildete und ihre Augen zu brennen begannen.
„Was mich interessieren würde, Zoe“, sagte Tracey und erhob sich von ihrem Bett. „Glaubst du Potter tatsächlich all seine Lügen, oder willst du ihn nur verteidigen?“
„Ach, lasst mich doch in Ruhe!“, sagte Zoe mit erstickter Stimme.
Sie zog die Vorhänge ihres Bettes gerade noch rechtzeitig zu, bevor sich Tränen aus ihren Augen drückten. Verzweifelt biss sie in ihr Kissen, um bloß keine Laute von sich zu geben, während sie leise weinte. Sie fühlte sich verletzlich und irgendwie verraten, denn sie konnte einfach nicht verstehen, dass Tracey und Daphne ihr nicht glaubten. Wo sie doch Freunde waren …
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