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Wintersonnenwende

von Be Izzy
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
Dis Dwalin Fili Kili Thorin Eichenschild
21.12.2020
12.03.2021
13
41.013
11
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21.12.2020 2.771
 
Heyho!

Ich hab hier schon einmal ein kleines Vorweihnachtsgeschenk für alle Leser, die sich hierher verirren. Wenn es euch gefällt, lasst doch einen kleinen Kommentar und Like da!
Zuerst aber noch: Arda mit allen Charakteren und Orten gehören Tolkien und seinen Nachfahren, bis auf die, die ich selbst hinzudichte.  DIe Geschichte ist schon komplett durchgeplant und fast fertig geschrieben, deswegen wird es regelmäßig Updates geben, sobald ich noch einmal drübergelesen habe.

Ich wünsche allen besinnliche und ruhige Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Izzy

Anm.: Azaghâl - Der Krieger

                                                                       

Der Winter war hart dieses Jahr.
Kaum, dass sich die ersten Blätter braun färbten, fiel in den nördlichen Regionen der Schnee und zwang das gesellschaftliche Leben zu einem plötzlichen Halt. Bauern brachten eilig ihre letzten Ernten in die Lager und machten sie lange haltbar. Die Jäger kehrten in ihre Hütten zurück und pökelten ihre Beute der letzten Tage und nicht zuletzt die Bewohner der Städte bereiteten sich auf einen langen und dunklen Winter vor.
Und während in Ithilien die Waldläufer noch durch dichtes Laub huschten, um Haradrim und Orks gleichermaßen Fallen zu stellen, versanken die Ered Mithrin in einen tiefen Schlummer.
Die Elben zogen ab zu ihren Vettern in Bruchtal oder Thranduils Hallen und die Zwerge verkrochen sich tief in die Herzen der Berge, wo es warm und die Gesellschaft angenehm war.
Kaum brach der Dezember über die nördlichen Lande herein, waren die Landstriche wie leergefegt. Einzig Wolfsrudel und Damwild trotzten der Kälte und Dunkelheit, immer auf der Hut vor Drachen, die aus dem eisigen Norden herunterkamen, um Beute zu greifen.
Umso erstaunlicher war es, dass zur Wintersonnenwende ein einzelner Reiter den Witterungen trotzte. Sein Pony war klein und strubbelig, aber so muskulös, dass es sich tapfer durch die Schneemassen kämpfte. Das dunkle Fell war nass von Anstrengung und geschmolzenem Schnee und dichte Wolken stiegen aus den Nüstern hervor.
„Braver Junge“
Der Reiter tätschelte den Hals seines Tieres und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Er hatte sich bestens gegen die Kälte gewappnet mit einem Schal, der bis über die Nase reichte, einer Kapuze und einem dicken, mit Fell besetzten Mantel.
An seinem Sattel hingen zwei kleine Äxte je auf einer Seite und hinten baumelten zwei Hasen müde hin und her. Ein Fell lag über dem Leder, um es dem Reiter noch etwas angenehmer zu machen und ein Köcher hing vor dem rechten Bein.
„Wir sind bald zu Hause“
Das Pony schnaubte und stapfte weiter.
In der Nacht hatte es nochmal ordentlich Neuschnee gegeben und so glitzerte die Landschaft unter den Sonnenstrahlen. Die Äste der kahlen Bäume bogen sich gefährlich unter der neuen Last und es gab nur wenige Spuren der wilden Tiere.
An manchen Stellen war der Schnee so tief, dass das Tier bis zum Bauch einsank und nur noch schwer vorankam. Zu Beginn hatte der Reiter Pfade angelegt, auf denen er schnell und sicher im Winter zu seinen wichtigsten Gebieten kam, aber selbst die waren jetzt unter einer dicken Schicht weiß verborgen und so musste er sich auf seinen Orientierungssinn und das Wissen über den Landstrich verlassen.
Nicht, dass er nicht gewarnt worden wäre.
Er kam vor einigen Sommern in die südlichen Ered Mithrin, nahe der Quelle des Anduin und wurde von den einheimischen Zwergen schroff begrüßt. Sie waren eine besondere Sippe, die durch die andauernden Übergriffe durch Orks, der Gefahr durch die Drachen und nicht zuletzt die Witterung zu einer rauen Bande geschliffen worden waren, die jedem Fremden misstrauisch gegenüberstanden.
Schaffte man es aber einmal durch die harte Schale, zeigte sich ein ganz anderes Bild. Diese Zwerge liebten und verteidigten ihre Familien noch erbarmungsloser als andere Sippen. Wer die Ehre besaß, als Freund bezeichnet zu werden, konnte sich auf einen lebenslangen Verbündeten verlassen, der kam, wenn man ihn rief. Und sei es nur wegen eines umgefallenen Baumstamms.
Diese Zwerge hatten ihren neuen Bruder inständig zu Beginn des Winters gebeten, sie in ihre Städte unter den Bergen zu begleiten. Er hatte dankend abgelehnt. Die Ruhe und Einsamkeit der Ered Mithrin zog er den geschäftigen Tunneln, abendlichen Zusammenkünften und Trinkgelagen vor.
Zumal der Lord der Ered Mithrin ihn noch immer nicht als einen seiner Sippe akzeptierte und es leichtsinnig wäre, seine Gastfreundschaft zu reizen. Stattdessen hatte er sich in seine Hütte zurückgezogen und überdauerte dort den Winter mit den wenigen Vorräten, die er hatte.
Er ernährte sich von allem, was haltbar war und wenn das Wetter gut war, wagte er sich nach draußen, um zu jagen. Der Tag der Wintersonnenwende war so ein Tag.
Der Reiter zuckte zusammen, als sein Pony stocksteif stehen blieb, den Rücken durchdrückte und den Kopf mit geblähten Nüstern in die Höhe streckte.
„Was ist los, Azaghâl?“
Das Tier stapfte mit dem Huf auf und der Reiter konnte die Anspannung und Vibration sogar durch den Sattel spüren.
Er streifte seine Kapuze ab und sah sich um. Zum Vorschein kam kein Elb, kein Mensch und kein Zwerg.
Sondern eine Zwergin.
Naín zog sich den Schal etwas herunter und atmete laut aus, dass kleine Dampfwolken vor ihrem Gesicht tanzten. Ihr dunkelbraunes, fast schwarzes Haar hatte sie sich aus dem Gesicht geflochten und der kurze Bart wurde von zwei kleinen Zöpfen unter Kontrolle gehalten. Ihre dunklen Augen huschten unruhig über die Ebene, die sich vor ihr erstreckte.
Es war nicht mehr weit bis zu ihrer Hütte und doch weigerte sich ihr Pony, auch nur einen weiteren Schritt nach vorn zu machen. Selbst, als sie ihm die Fersen in die Seiten grub, kaute er nur unzufrieden auf seinem Gebiss herum und machte dann sogar einen Schritt zurück.
„Azaghâl“, knurrte sie. So hatte sie ihren treuen Gefährten noch nie erlebt!
Das Pony schüttelte den Kopf und machte noch mehrere Tritte rückwärts. Naín fluchte auf Westeron und Khuzdul über ihr plötzlich so stures Reittier, als sie den Grund für seinen Widerstand hörte.
Der eiskalte Wind von den Bergen trug das Klirren von Schwertern zu ihr herüber. Ein Kampf. Er konnte nicht weit entfernt sein.
Die Zwergin zögerte, während sie Azaghâl zügelte, damit er ihr nicht durchging. Sie war erschöpft von ihrer Jagd und dem langen Ritt, den sie dafür in Kauf genommen hatte und sie zögerte, ihr Leben für Fremde zu riskieren. Der Winter war hart genug wie er war. Zusammenstöße mit Orks, Menschen oder Schlimmeren wollte sie da wenigstens vermeiden.
Der Wind flaute ab und mit ihm die Kampfgeräusche. Die Zwergin hatte jedoch schon längst ausgemacht, woher sie kamen. Ein kleiner Hain befand sich keine Meile rechts von ihr auf einem Hügel. Durch ihn führte die einzige Straße von und nach Erebor.
Die einzige Handelsroute zwischen den Ered Mithrin und dem großen Königreich der Zwerge.
Sie zog sich die Kapuze tief ins Gesicht und richtete ihren Schal, um sich vor dem kalten Wind zu schützen. Zu den Kampfgeräuschen mischte sich jetzt auch das Geheul von Orks und Naín zerriss es innerlich das Herz bei dem Gedanken, sich abzuwenden und nach Hause zu reiten.
Sie war im Herzen im er noch eine Kriegerin und noch nicht so weit abgestumpft, dass sie jemandem im Not den Rücken zudrehte. Erst recht nicht, wenn derjenige mit Orks zu kämpfen hatte.
„Lauf, Azaghâl, Lauf!“
Sie gab dem Pony die Zügel frei und trieb ihm die Fersen so sehr in die Flanken, dass er keine Wahl hatte, als wiehernd vorwärts zu springen.
Im scharfen Galopp stürmte das Pony über die Ebene, während seine Reiterin ihren Bogen von der Schulter löste und mehrere Pfeile in dem Köcher lockerte, um sie besser greifen zu können.
Die Kampfgeräusche wurden lauter und kurz vor dem Hain entdeckte sie die erste Leiche eines Orks. Der Schnee war platt getrampelt und von Blut und Schlamm durchzogen. Unzählige Stiefel hatten den gefrorenen Boden aufgerieben und in Verbindung mit der Wärme der Körper fing er an zu tauen.
Azaghâl rutschte und stolperte in den Hain hinein, doch seine Reitern hielt sich tapfer. Sie war nun nahe.
Mit einem geübten Griff holte sie einen Pfeil hervor und legte ihn in die Sehne in dem Moment, in dem Azaghâl durch das Buschwerk brach und mitten im Gemetzel landete.
Fünfzehn Orks hatten fünf Zwerge eingekesselt und fuhren herum, als sie den Neuankömmling bemerkten. Auf dem Boden lagen unzählige Leichen beider Seiten und die Überlebenden sahen auch mitgenommen aus.
Die Zwergin nutzten ihren Vorteil der Überraschung und schickte ihren ersten Pfeil gegen die Orks. Sie schaffte es, noch drei weitere auf die Reise zu schicken, ehe Azaghâl in die Bäume eintauchte. Hinter sich hörte sie das Kampfgebrüll der Zwerge, die, ermutigt von der Hilfe, auf die Orks zustürmten.
Naín warf den Pfeil weg, wendete mit der nun freien Hand ihr Pony harsch und trieb es noch einmal an. Sie brach erneut durch das Buschwerk, Pfeil im Bogen und bereit zum Angriff, doch dieses Mal waren die Orks vorbereitet.
Unter lautem Kampfgeheul stürzten sie sich auf sie. Azaghâl wieherte aufgeregt, als sie ihn herumriss, um so einem Schwerthieb zu entgehen. Das Pony verlor dabei auf dem rutschigen Untergrund seinen Halt und Naín war gezwungen, abzuspringen, ehe sie unter dem Körper begraben wurde.
Sie rollte sich ab und warf ihren Bogen weg, der ihr ohne Pfeile von keinem großen Nutzen war. Ihre Wurfäxte hingen am Sattel und waren für sie ebenso nicht erreichbar.
Blieben noch die zwei Äxte an ihrem Gürtel.
Sie zog sie und stellte sich kampfbereit hin, als der erste Ork auf sie losging. Sie duckte sich unter seinem Schwert hinweg und hackte ihm in die Schienbeine. Einen Schritt zur Seite machend sah sie ihm dabei zu, wie er jaulend zu Boden ging und gab ihm den Gnadenstoß.
Sie warf einen schnellen Blick zu der Gruppe Zwerge, von denen nur noch zwei standen. Gleichwohl hatte sich die Anzahl der Orks halbiert.
„Azaghâl!“
Das Pony versetzte einem Ork einen harten Tritt gegen den Brustharnisch und galoppierte dann zu ihr.
Sie flüsterte ihm etwas auf Khuzdul zu, schnappte sich zwei der kleinen Äxte und klatschte ihm auf das Hinterteil.
Azaghâl verschwand daraufhin eilig zwischen den Bäumen und sie wandte sich ihren Gegnern zu. Von den sieben Orks drehten sich drei zu ihr herum.
Naín wog die Wurfaxt in ihrer Hand, ehe sie sie mit jahrelanger Übung sicher ins Ziel brachte. Das Ziel war dieses Mal der Schädel eines Orks, der quiekend umfiel und tot war, bevor er den Boden erreichte.
Die anderen beiden zögerten nach dieser Darbietung von Treffsicherheit. Das gab der Zwergin Zeit, sich ihre Gegner einmal genauer anzusehen. Sie trugen schwerere Rüstung als die normalen Fußsoldaten und über Rüstung und Körper waren rote und weiße Zeichnungen verteilt. Sie wusste, dass mehr Zeichnungen bedeuteten, dass die Orks sehr viele Gegner getötet hatten und noch dazu einen hohen Stand innerhalb der Orkgesellschaft genossen.
Sie waren erfahrene, tödliche Kämpfer.
Naín flippte ihre letzte Wurfaxt in die richtige Position und warf sie gegen den linken Ork, bevor der sich erholt hatte. Der Rechte hatte indes den geringen Abstand zwischen ihnen überwunden und schwang seinen Hammer mit tödlicher Präzision.
Die Zwergin machte einen Satz zurück, strauchelte auf dem Matsch und musste sich mit der Hand abfangen, um nicht vollends zu stürzen.
Sie rollte sich zur Seite und der Hammer landete genau dort, wo sie gerade noch gelegen hatte. Der Ork grunzte und hievte seine schwere Waffe nach oben, um sie erneut auf sie niederprasseln zu lassen.
Naín ließ es soweit gar nicht kommen. Aus ihrer niedrigen Position heraus stürzte sie sich auf ihren Gegner und warf ihn um. Sie verlor ihre Äxte, während dem Ork der Hammer aus der Hand fiel.
Seine schiere Größe und sein Gewicht machten es einfach, sie zu überwältigen. Er warf sie von sich herunter und die Zwergin landete so heftig auf dem Boden, dass es ihr die Luft aus den Lungen trieb.
Sie schüttelte den Kopf, um sich zu fangen, aber der Schwindel blieb hartnäckig. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie sich der Ork aufraffte und sich eine der Äxte griff.
Naín kroch in Panik zurück und suchte in ihren Taschen nach einer Waffe. Langsam drehte sich der Ork zu ihr herum und knurrte siegessicher. Jetzt wurde es aber aller höchste Zeit!
Der Ork türmte über ihr auf und holte mit der Axt aus, als sie den einzigen Dolch fand, den sie besaß. Ihre liebste Waffe und noch dazu erst am Vorabend geschliffen.
Sie kämpfte ihn aus ihrem Umhang hervor und warf ihn ohne zu zielen auf ihren Angreifer. Der Dolch landete im Oberschenkel des Orks, der knurrend in seiner Bewegung innehielt und ihr Zeit gab, vorzuschnellen, den Dolch herauszuziehen und in seinen Bauch zu graben.
Der Ork kippte zur Seite und blieb liegen.
Die Zwergin keuchte und kroch noch ein Stück zurück. Sie gab sich ein paar Sekunden, um zur Ruhe zu kommen, ehe sie sich auf dem Kampffeld umsah. Neben ihr stand nur noch ein einzelner Zwerg, der sich gegen die letzten beiden Orks erwehren musste. Er zitterte am ganzen Körper und wehrte die Angriffe seiner Gegner nur noch schwer ab.
Naín rappelte sich auf und schnappte sich ihre beiden Äxte. So schnell sie ihre Beine trugen sprintete sie auf die Gruppe zu, als der Zwerg in die Knie ging und sein Schwert in den dreckigen Schnee fiel.
Die Orks hoben ihre Waffen, um ihn zu erledigen und Naín brüllte aus voller Lunge, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
Sie sprang dem linken Ork in den Rücken und jagte ihm ihre Axt tief in die Schulter. Der andere fauchte und schwang seine Axt, der sie mit einer Rolle auswich.
Als er die Axt auf sie herabfahren ließ, blockte sie sie mit ihrer eigenen und stemmte sich gegen das Gewicht mit all ihrer Macht.
Sie biss die Zähne zusammen, als sie zu rutschen begann und ihre Muskeln unter der Last zitterten. Mit einem bis ins Mark erschütternden Schrei sprang sie zur Seite und leitete die Axt ab. Der Ork, dem plötzlich das Gegengewicht fehlte, strauchelte nach vorn und wurde im gleichen Augenblick einen Kopf kürzer gemacht.
Keuchend und zitternd stand Naín allein in dem Hain und ließ die Axt fallen. Der Zwerg hinter ihr war schon längst zur Seite gekippt und hatte das Bewusstsein verloren.
Sie fühlte sich wie eine alte Zwergin, als sie sich umdrehte und auf den zusammengebrochenen Zwerg zuging. Er lag auf der Seite und sein ungewöhnlich helles Haar verdeckte sein Gesicht.
Naín aus keinem Hause kniete sich neben ihn und schnappte nach Luft, als sie ihn auf den Rücken drehte und ihm die Haare aus dem Gesicht fielen. Sie kannte diesen Zwerg.
„Fíli“
Was machte der König unter dem Berge mitten im Winter in den Ered Mithrin? Noch dazu mit so wenig Begleitung. Seine Kleidung war einfach genug, dass er nicht auffiel und seine Krone konnte sie auch nirgendwo entdecken.
Sein Schwert und seine Dolche sammelte sie ein und sie kümmerte sich notdürftig um seine Wunden, von denen keine an sich lebensgefährlich war. Alle zusammen stellten jedoch eine große Gefahr dar.
Sie überflog rasch seine Verletzungen und kontrollierte, dass er atmete, bevor sie sich aufrichtete und pfiff.
Azaghâl kam aus dem Wald getrabt und hielt munter kauend neben ihr. Er hat nicht einen Kratzer von der Begegnung davongetragen und schien erholt zu sein. Naín klopfte ihm auf den Hals und arrangierte ihre Ausrüstung am Sattel neu.
„Du musst mir einen Gefallen tun, mein Freund“
Sie holte Verbandszeug aus den Satteltaschen und begann damit, die schlimmsten Wunden zu versorgen. Das meiste waren nur kleinere Kratzer, Beulen und sicher einige Prellungen, die er lange spüren würde, aber eine Stichwunde an der Seite machte ihr Sorgen, deren Blutung sie kaum zu stillen vermochte.
Sie musste ihn schnell zu ihrer Hütte bringen, um ihn ordentlich versorgen zu können und hoffen, dass er es bis dahin schaffte.
Mit letzter Kraft hievte sie Fíli auf den Rücken des Ponys und band ihn fest, damit er nicht bei der kleinsten Bewegung herunterfiel.
Danach schritt sie das Feld ab und suchte nach weiteren Überlebenden. Zwei Orks gab sie den Gnadenstoß, aber die Ausgeburten des Bösen waren gründlicher in ihrer Arbeit. Kein anderer Zwerg hatte überlebt. Zu ihrer Erleichterung war nicht noch jemand unter ihnen, den sie kannte.
Sie holte noch ihren wertvollen Dolch von dem Ork und säuberte ihn an Ort und Stelle. Mit einem letzten besorgten Blick auf Fíli, ergriff sie Azaghâls Zügel und führte ihn aus dem Hain.
Die Tradition hätte es erfordert, dass sie die Zwerge ordentlich beerdigte und die Riten durchführte. So aber musste sie sie schweren Herzens zurücklassen, denn es war wahrscheinlich, dass noch mehr Orkhorden in der Nähe waren.
Und noch einen Angriff überstand sie ganz sicher nicht.
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