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Pirates of Teyvat

von Yvoo
GeschichteAbenteuer, Romance / P12 / FemSlash
Beidou OC (Own Character)
20.12.2020
04.04.2021
9
20.047
2
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20.12.2020 2.100
 
Gedankenverloren starre ich auf das hellblaue Göttliche Auge, welches über unseren Altar hängt, als ich plötzlich ein zwei Stimmen draußen höre. „Ich mache mich auf den Weg nach Liyue. Ich muss noch einige Dinge, unter anderem Medizin für meine Frau besorgen“, höre ich meinen Onkel sagen. Sofort schnappe ich nach meinem Streichholz, zünde die restlichen Kerzen an und sprinte aus unserer kleinen Kapelle. „P-Pater, darf ich Euch begleiten?“, frage ich vorsichtig und blicke vor ihm auf den Boden. Ich spüre seinen stechenden Blick auf mir. „Wie kommst du nur auf die Idee mich so etwas zu fragen?!“. Mein Herz fängt an, schneller zu schlagen. „N-naja, ich dachte…“. „Xia! Was hab ich dir gesagt?!“. Ängstlich kralle ich mich mit meinen Händen an meine lange, schwarze Kutte. „Meine Heimat ist dieses Dorf. Hier sind die Menschen, die mich versorgen und über mich wachen. Hier ist meine Arbeit. Ich habe nicht das Recht, dieses Dorf zu verlassen…“. Auf einmal werde ich unterbrochen. Es ist unser Nachbar, welcher schon die ganze Zeit neben uns steht. „Pater, ist es nicht eine gute Idee, Xia einmal mitzunehmen? So ungerne ich es auch sage, Eure Frau wird leider nicht gesünder und vielleicht könnt Ihr Xia eines Tages mal nach Liyue schicken, um Eure Besorgungen zu erledigen, während Ihr Euch um sie kümmert?“. Mein Onkel sieht ihn nachdenklich an. Oh bitte, lass ihn ja sagen! Die ganzen elf Jahre, in denen ich schon hier bei Onkel und Tante in diesem Dorf lebe, habe ich nichts von der Außenwelt gesehen. Selbst mit Mutter und Vater habe ich damals nicht so viel unternommen. „Na gut“, willigt er ein. „Xia, hast du unsere Kapelle fertig gereinigt und die Kerzen angezündet?“. Ich nicke. „Dann machen wir uns jetzt auf den Weg“.

Stumm laufen mein Onkel und ich die Straße entlang. Ich freue mich so sehr darauf, Liyue zu sehen! Endlich mal etwas anderes als dieses kleine Dorf, in dem ich Tag und Nacht meine Zeit verbringe. Natürlich bin ich dankbar, für das was ich habe, aber mal etwas Neues zu entdecken…darauf habe ich schon so lange gewartet! Bin ich froh, dass ich mich getraut habe, meinen Onkel heute zu fragen! „Xia…“, fängt der Pater neben mir an, als wir fast die Stadt erreicht haben. Sie ist vom Weiten schon so groß und eindrucksvoll. Plötzlich bleibt er stehen. „Wenn wir angekommen sind, bleibst du stehts an meiner Seite. Du beginnst mit niemanden ein Gespräch und fasst auch nichts an, verstanden?“. Ich nicke. „Wir werden zuerst der Apotheke einen Besuch abstatten und dann auf den Markt am Hafen gehen. Du wirst mir genauestens beim Verhandeln zuhören, ja? Du weißt, wir haben nicht so viel Geld und wir brauchen dringend die Medikamente und das Essen. Die Preise in Liyue können wir uns nicht so einfach leisten“. „Ja Pater“, erkläre ich und sehe ihm widerwillig, aber dennoch inquisitiv in die Augen. „Gut“, erwidert er kurz und geht wieder weiter.

„Wow…die Stadt ist ja riesig! Wie viele Geschäfte, Wohnungen und Restaurants es hier wohl geben muss?“, schwärme ich leise vor mich hin und begutachte mit großen Augen die riesigen Gebäude. „Das hat dich nicht zu interessieren. Dein Auftrag wird es nur sein, die gewünschten Sachen zu holen und dann sofort wieder heim zu kehren, Xia“. „Ja Pater“. Überall sind Menschen, kleine, große, dicke, dünne, junge, alte…Sogar Hunde und Katzen laufen hier einfach herum! Im Gegensatz zu Liyue ist unser Dorf, mit den zehn Häusern, fünf Ställen und der kleinen Kirche nichts! „Sagt Pater, gibt es in Liyue auch eine Kirche?“. Auf einmal bleibt er stehen und sieht mich böse an. Erschrocken weiche ich seinem Blick aus. „Ich…ich werde nichts mehr sagen und mich auf das Wesentliche konzentrieren“, korrigiere ich mich, woraufhin er wieder stumm weitergeht. Ich schnaufe tief durch, richte meinen schwarzen Schleier, welches mein langes, hellblondes Haar verdeckt und folge ihm langsam.
Nach ein paar Minuten Fußmarsch stehen wir auch schon in einem kleinen Laden. Neugierig sehe ich mich um. „Ist denn keiner da?“, frage ich vorsichtig. Auf einmal geht mein Onkel näher an den Tresen heran. „Doch“, erwidert er. Fragend sehe ich ihn an. Und wo? „Qiqi, sind Baizhu oder Gui da?“. Neugierig trete ich neben meinen Onkel, um herauszufinden, mit wem er redet und entdecke ein kleines, blasses Mädchen. Sofort dreht sie sich um und geht in den Hinterraum. „Das…ist Qiqi, eine Mitarbeiterin von hier. Du wirst denken, sie ist ein Kind, doch sie ist ein Zombie. Am besten fragst du einfach nach jemand anderen, wenn du sie hier antriffst. Falls keiner da sein sollte, kannst du dich allerdings auch mit ihr unterhalten“. „O-okay Pater“, antworte ich verwirrt. Ein Zombie? Ich wusste gar nicht, dass es wirklich solche Kreaturen gibt. Und wenn, werden diese nicht immer als bösartig beschrieben? „Ahhh, Pater! Schönen guten Tag!“. Auf einmal betritt ein großer, grünhaariger Mann mit Brille den Raum. Neugierig mustere ich sein Outfit. Er trägt eine Schlange um den Hals…und ist bauchfrei. Irgendwie gruselig. „Die Freude ist ganz meinerseits, Baizhu. Das hier neben mir ist meine Enkelin, Schwester Xia. Sie wird in näherer Zeit die Erledigungen für uns hier in Liyue machen“. Der große Mann lächelt mich an. Ich verbeuge mich. „Freut mich, Sie kennenzulernen, Mr. Baizhu“. Ein Lachen ertönt. „Baizhu reicht. Was darf es denn heute sein?“. „Das Übliche“, erwidert mein Onkel. „Also geht es Eurer Frau wohl immer noch nicht besser?“. Mein Blick fällt wieder auf das kleine Mädchen, welches mich mit ausdruckslosen Augen anstarrt. Wenn es wirklich Zombies gibt, was gibt es wohl sonst noch so auf dieser Welt? Meine Eltern haben mir früher immer viele Geschichten vorgelesen über Abenteurer, Ritter, Prinzessinnen, Götter, Drachen, Monster und Piraten. Allerdings weiß ich nicht, welche davon echt und welche davon frei erfunden waren. Es muss wirklich noch viel Faszinierendes hier in Teyvat geben. Aber ich frage mich, wie Qiqi wohl zum Zombie wurde? Ob jemand sie so erschaffen hat? Oder war sie mal ein Mensch? Dann muss sie aber schon sehr früh gestorben sein. Irgendwie überkommt mich gerade ein trauriges Gefühl. Ob ihre Eltern sie wohl verstoßen haben, als sie zum Zombie wurde? Das muss ja schrecklich gewesen sein. Aber Moment, hat sie überhaupt Gefühle? Ich wünschte, ich wüsste mehr über solche Dinge. Nachfragen ist mir leider verboten. Das sind die Sachen, die mich nichts angehen. Selbst allein daran zu denken, ist schon eine Sünde. Ich schüttele den Kopf. Doch da fällt mir auf, dass das kleine Mädchen auf einmal anfängt Dehnübungen zu machen. Verwirrt sehe ich sie an. Als Baizhu meinen Blick bemerkt, lächelt er mich belustigt an und dreht sich um zu Qiqi. „Die Kleine macht das, um fit zu bleiben. Zombies sind nicht so beweglich, weißt du?“. „Oh!“, erwidere ich beeindruckt. Wie gerne würde ich mehr erfahren. „Xia? Ich hoffe, du hast dir alles gut eingeprägt. Wir gehen jetzt runter zum Markt“. „Ja!“, lüge ich und verabschiede mich von den beiden in der Apotheke. Sieht so aus, als müsste ich heute Abend wohl wieder auf den Beichtstuhl…

Ich weiß nicht, was schöner ist: Liyue oder das Meer? Beeindruckt sehe in die Weiten des Ozeans unter einem strahlend blauen Himmel. Links von uns sind viele Stände, mit verschiedenen Sachen, wie Blumen, Arznei, Erze und Schmuck. Aber das alles fasziniert mich nicht annähernd so sehr wie das Wasser. Mein Onkel stöhnt. „Du warst noch nie am Meer, oder? Das lasse ich jetzt noch einmal durchgehen, aber beeil dich gefälligst. Wir haben noch etwas vor“. Erschrocken sehe ich zu ihm „J-ja, aber natürlich, Pater. Vielen Dank. Ich finde es nur so wunderschön hier“. Er nickt und wir gehen beide weiter, zu einem Stand, welcher frisches Obst und Gemüse verkauft und bleiben dort stehen. Mein Onkel fängt an, sich mit dem älteren Herrn dort zu unterhalten und sofort drifte ich wieder mit meinen Gedanken davon. Wie sehr würde es mich freuen, wenn ich öfter hierherkommen könnte. Ich könnte auch jedes Mal einen anderen Weg durch die Stadt nehmen, damit ich mehr von ihr sehen kann. Und vielleicht kann ich mir dann auch ein paar Minuten Zeit nehmen, um die Zeit und meine Freiheit außerhalb des Dorfes…und ohne meinen Onkel, zu genießen. Auf einmal bemerke ich zwei kleine Kinder, die auf einer Mauer sitzen und mich kichernd ansehen. Irgendwie erinnern mich die beiden an meinen Bruder und mich, als wir noch klein waren. Beide haben schwarze Haare und das Mädchen trägt eine Brille. Plötzlich streckt sie mir die Zunge raus. Ich sehe sie überrascht an. Die Kinder, die bei mir im Dorf leben, hätten das niemals gemacht. Dann flüstert sie dem Jungen etwas ins Ohr und beide fangen an zu lachen. Ich ziehe meine Augenbrauen nach oben. Auch der Junge fängt nun an, eine Grimasse zu schneiden. Ich grinse ihn frech und mache dann ebenfalls mit. Beide fangen an zu kichern. „…oder was hält denn Eure Nichte von der Idee?“, höre ich plötzlich den Händler fragen. Verblüfft sehe ich ihn an. Ohje, ich habe wieder nicht zugehört. „I-ich…“, fange ich an zu stottern, doch auf einmal fällt sein Blick hinter mich. „Aaah Captain Beidou! Welch eine Ehre!“. Der alte Mann kommt mit großen Augen hinter dem Stand hervor. Verwirrt drehen mein Onkel und ich uns um. Vor uns steht eine große, braunhaarige Frau, mit rot-schwarzer Kleidung und einer Augenklappe über ihr linkes Auge. Hinter ihr stehen einige Männer und Frauen. Alle tragen Schwerter bei sich. „Hey“, begrüßt die Frau den Händler. Plötzlich dreht er sich zu uns um. „Oh Captain Beidou, dass hier sind Pater Ling und seine Enkelin Schwester Xia, aus einem nahe gelegenen Dorf. Pater? Ihr habt bestimmt schon von ihr gehört, der Anführerin der Alcor, eines der wohl besten Schiffe der Crux!“. Schiffe? Heißt das, sie ist eine Piratin? Captain Beidou tritt vor meinem Onkel und hält ihm die Hand hin. „Freut mich, Pater. Man sieht sich wohl zum ersten Mal hier in Liyue?“. „Gut erkannt, die Freude ist ganz meinerseits“, erwidert er und ich sehe ihm dabei zu, wie er ihr die Hand schüttelt und daraufhin sofort ein Taschentuch aus seiner Tasche holt und sich damit die Hand abputzt. Was ist das denn für ein toller Tag? Zuerst treffe ich auf einen Zombie und dann darf ich auch noch einen Captain kennenlernen! Sogar einen weiblichen! Ich dachte immer, Piraten sind nur Männer. Aber wenn ich mir ihre Mannschaft genauer ansehe, dann sehe ich sogar noch mehr Frauen und Mädchen. Auf einmal dreht sich Beidou zu mir. Ich schrecke auf und verbeuge mich sofort. „Es ist mir eine sehr große Ehre Euch kennenlernen zu dürfen, Captain Beidou. Der nette Herr hat mich ja gerade eben schon vorgestellt: Mein Name ist Schwester Xia…“. „Na, was denn so förmlich hier?“ unterbricht sie mich plötzlich und ich verliere den Faden. „E-entschuldigung…“, fange ich an und öffne wieder meine Augen, als ich plötzlich zwei riesengroße Brüste vor mir sehe. Ich laufe rot an und fange an zu stottern. Sie ist ziemlich freizügig angezogen… Auf einmal packt sie mich am Kinn und drückt meinen Kopf nach oben. Ich blicke in ihr feuerrotes Auge. „Schau mir doch wenigsten in die Augen, Kleine“, kichert sie. In diesem Moment kommt mir eine stechende Alkoholfahne entgegen und ich verziehe das Gesicht. „Hey, was fällt Ihnen ein, meine Enkelin anzufassen! Lassen Sie gefälligst Ihre schmutzigen Pfoten von ihr!“, brüllt auf einmal mein Onkel und zieht mich von ihr weg. Beidou grinst uns beide an. „Entschuldigen Sie“, sagt sie und stemmt ihre rechte Hand in die Hüfte. Wütend dreht sich mein Onkel noch schnell zum Händler, um sich zu verabschieden. Vorsichtig sehe ich nochmal zum Captain, welcher sofort meinen Blick erwidert. „Xia! Wir gehen, sofort!“, verkündet mein Onkel und läuft voraus. Einen kurzen Moment bleibe ich noch stehen und lehne mich zu Beidou hinüber. „Pfefferminz hilft gegen Mundgeruch“, sage ich leise und springe daraufhin sofort dem Pater hinterher. „Du weißt, was du zu tun hast, wenn wir wieder daheim sind?“. Ich nicke. „Ich werde sofort auf den Beichtstuhl gehen“. „Und danach?“. Ich seufze. Bitte nicht. „Ich komme zu Euch in die hinterste Scheune“, ergänze ich. „Genau“. Ich beiße mir auf die Unterlippe und drehe mich noch einmal kurz um. Captain Beidou steht immer noch zusammen mit ihren Männern da. Auf einmal dreht sie sich auch zu uns um und unsere Blicke treffen sich. Sofort drehe ich mich wieder nach vorne und merke, wie mich mein Onkel entgeistert ansieht. Ich muss mir ein Grinsen verkneifen. Irgendwie war diese Frau witzig. „Xia, ich rate dir, dass du dich davor noch wäschst. Diese Piraten sind dreckig, ekelhaft und das böse in Person. Mit so etwas haben wir nichts zu tun, verstanden?“. Ich nicke. „Ja Pater“.
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