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Celly's One-Shot Sammlung

Kurzbeschreibung
SammlungKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ellen Bannenberg Emily Bannenberg Nikolas Heldt
20.12.2020
25.02.2021
12
51.853
17
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
27.01.2021 2.680
 
Nikolas

Grün und ich sind auf dem Weg von Frau Dr. Holles Labor ins Gemeinschaftsbüro. Die Stimmung hier unten ist klirrend, die Luft dick, alles schreit nach einer zweiten Eiszeit. Wird Zeit, dass ich mich wichtigeren Dingen zuwende, wie etwa dem falschen Zwanziger, der sich mein Fahrrad unter den Nagel gerissen hat bei Carlos Flohmarkt-Aktion, die Achmed insgeheim durch die Verbreitung von Fehlinformationen als kleine Annäherungshilfe für Carlo und mich organisiert hat.
„Herr Heldt?“, ruft Ellen mich plötzlich zurück und lässt mich aus meiner Verärgerung über meine eigene Dummheit hochschrecken.
Ich sehe zu meinem Chef und bleibe stehen.
Grün verabschiedet sich mit einem verständnisvollen Nicken und verschwindet im Treppenhaus.
„Frau Staatsanwältin?“, gebe ich gekränkt von mir, nachchdem ich eine Kehrtwende vollführt habe und nun eine Armlänge von ihr entfernt vor ihr stehe.
Ellen ist ebenfalls mitten auf dem Gang stehen geblieben und sieht mir kurz ins Gesicht. „Herr Heldt“, wiederholt sie sanft, es klingt beinahe zärtlich, wie eine Liebkosung. „Gestern, bei meiner Ankündigung...“, beginnt sie vorsichtig mit gesenktem Blick, als wäre es ihr soeben selbst eingefallen, dass der Gedanke nach Passau zu gehen, eine absolut idiotische Schnapsidee ist. „Sie wirkten etwas überrumpelt...“ Eine Augenbraue nach oben ziehend sieht sie mich forschend an.
Eigentlich freue ich mich, dass ich Ellen doch noch so wichtig bin, dass sie bemerkt hat, wie schlecht es mir mit ihrer Entscheidung ging, andererseits war es ja auch für Hannah Holle, die mich erstmal mit einem Kaffee getröstet hat, Grün und sogar Korthi offensichtlich, dass ich komplett überfordert gewesen bin. Also keine große Kunst von Ellen, das ebenfalls zu registrieren.
Was ich ihr aber hoch anrechnen muss, ist, dass sie mich diesmal direkt damit konfrontiert, anstatt weiter um mich herumzuschleichen und nicht zu sagen, was ihr auf dem Herzen liegt. So wie sie es eben die vergangenen Monate getan hat. Sie bildet sich doch nicht allen Ernstes ein, dass ich nicht gemerkt habe, wie sie immer trauriger wurde, nachdem ich mich selbst immer mehr zurück gezogen habe.
Ich konnte nicht mir ihr über meinen Erzeuger sprechen, nicht mit ihr und auch nicht mit jemand anderem.
Aber mir war eben auch nicht nach flirten, als sie mich aus dem alten Schwimmbad heimgefahren hat.
Ich weiß noch genau, wie fröhlich und erleichtert Ellen war, als sie mir die Tür zu ihrem silbernen Mercedes aufgemacht hat, ich eingestiegen bin und sie das Radio aufgedreht hat. Ich wollte nicht reden auf unserer Heimfahrt und sie hat es akzeptiert. Dann, vor meiner Haustür ist sie noch mit ausgestiegen und wollte mich mit nach oben in meine Wohnung begleiten und ich war zu perplex von der Situation, als dass ich sie hätte abwimmeln können. Ich habe ihr einen Kaffee gemacht und mir selbst einen doppelten Espresso und dann sind wir einfach nur auf dem Sofa gesessen, physisch zwar dicht nebeneinander, aber mental weit von einander entfernt. Irgendwann hatte Ellen ihre Tasse leer getrunken, sie hat sich extra viel Zeit damit gelassen, wahrscheinlich war ihr Kaffee schon längst kalt. Die ganze Zeit ist kein Wort zwischen uns gefallen, aber es war okay, es war eine wohltuend ruhige Stille, in der ich meine Gedanken endlich Ordnen konnte. Trotzdem habe ich mich nicht allein gefühlt, allein ihre Anwesenheit hat mich aufgefangen und mir den Halt gegeben, den ich in dieser Situation dringend gebraucht habe und ich denke, das hat Ellen auch gespürt, sonst wäre sie schon früher gegangen. Nachdem sie ihre leere Tasse in die Spüle in der Küche gestellt hat, ist sie wieder ins Wohnzimmer gekommen und hat sich zu mir aufs Sofa gesetzt, diesmal direkt vor mich, sodass ich gezwungen war, sie anzuschauen, anstatt weiter Löcher in die Luft zu starren.
Und dann hat sie, das erste Mal seit ich sie wegen des Kaffees gefragt habe, wieder etwas gesagt. „Es ist endlich vorbei, Nikolas.“ Wie in diesem düsteren Gang eine Stunde zuvor hat sie ihre Arme um mich geschlungen, sich an mich geschmiegt, ihre Hand auf die Stelle meiner Brust gelegt, unter der mein Herz wie wild gegen meinen Brustkorb gehämmert hat, und ihre Nase an meiner Schulter vergraben.

Wie sind wir von dieser Nähe zu unserer jetzigen Distanz gekommen? Das ist ganz einfach zu beantworten, fürchte ich. Und es ist meine Schuld. Nachdem unsere Umarmung immer inniger geworden ist, Ellen mir unablässig durch die Haare gefahren ist und ich nicht anders konnte, als in ihren Armen zu weinen, wurde es mir zu viel.
Ich wollte nicht, dass sie meine Schwäche sah, ich wollte nicht, dass sie den Grund für das Chaos in meinem Inneren erfuhr. Sie dachte weiterhin, ich würde vor Erleichterung weinen, dass die Akte Heldt endlich geschlossen wäre, doch in Wahrheit strömten mir die Tränen der bitteren Erkenntnis wie übertretende Nebenflüsse des Rheins über die Wangen. Ich erinnere mich genau daran, wie ich sie bat, zu gehen und mich alleine zu lassen und ich erinnere mich genau daran, wie ich es seitdem vermeide, mich ihr gegenüber zu öffnen. Ich will nicht, dass sie mich so vor Augen hat, so schwach, so verzweifelt, so hilflos, so gebrandmarkt. Ich hasste mich selbst in dieser Zeit, ich, der Sohn eines Serienkillers, ich, der Junge, der den Mord an seinen Eltern aufklären wollte und dabei selbst die Gene des Mörders in sich trägt. Würde es mich nicht geben, hätte Herbst meine Mutter vielleicht nie verfolgt, vielleicht wäre sein Stolz dann nicht so sehr gekränkt gewesen und viele, viele Menschen wären noch am Leben. Was sollte ich Ellen mit meinem Seelenmüll belästigen, es interessierte sie doch höchstwahrscheinlich sowieso nicht, was in mir vorging, schließlich hat sie auch nie nachgefragt, sondern mich einfach in Ruhe gelassen. Ich frage mich, ob ich ihre Störung der Totenstille in meinem Kopf toleriert hätte und ob ich ihr Antworten gegeben hätte, hätte sie nur einmal gefragt.
Heute weiß ich die Antwort, ich hätte sie abgewiesen und damit nur noch mehr verletzt und die Schlucht zwischen uns noch größer werden lassen und das hat Ellen - wie auch immer sie das gemacht hat - gespürt.
Weil ich den Zuweg zu meinen Gedanken und Gefühlen selbst weggesprengt habe, deswegen sind wir jetzt hier, auf zwei Seiten einer kilometertiefen Kluft.
„Ach“, winke ich lässig ab. „Woher denn, Sie haben mir gegenüber doch keine besondere Auskunftspflicht“, spiele ich herunter, was ich mir in Wahrheit gewünscht hätte.
Ellen lächelt still und betrachtet den Boden zwischen uns, der sich gerade zu einem zweiten Grand Canyon aufzutuen scheint. Mir wird schlagartig bewusst, dass Ellen mir gerade eine Chance geben wollte, vielleicht will sie auch gar nicht nach Passau, vielleicht steht sie hier so durcheinander und irgendwie auch traurig und resigniert vor mir, weil sie will, dass ich sie davon abbringe, dass ich sie bitte zu bleiben.
„Tja, aber... “ Ihre Stimme wird verschwindend leise, noch immer weicht sie meinem Blick aus.
Ich fühle einen Bienenschwarm voller aufgeregter Honigsammler in mir aufsteigen, mein ganzer Körper beginnt vor Nervosität, Unruhe und Frustration zu schwingen.
„...Wenn Sie möchten, würde ich sehr gerne noch mal in Ruhe mit Ihnen darüber reden“, bittet sie mich fast schon flehend darum, sie umzustimmen.
Doch ich weiß nicht, ob ich es noch kann und ob ich es noch will. Unsere Beziehung ist so flach geworden, wir haben uns so festgefahren.
Ich sehe Ellen zögernd an. Sie sieht so verletzlich aus und wirkt so schüchtern, im schattigen Licht des Kellers.
Ich mache einen Schritt auf sie zu und lege meine Hand auf ihre Schulter.
Im Gegensatz zu mir sucht sie wenigstens das Gespräch. Aber wer bin ich, dass ich mir einbilde, sie zum bleiben bewegen zu können.
Ich seufze und nehme meine Hand von ihrer Schulter.
„Also eigentlich hab ich jetzt keine Zeit. Und irgendwie haben Sie ja auch alles gesagt, oder?“
Ihre Pupillen weiten sich und lassen mir eine Gänsehaut über den Rücken rieseln und ich spüre, dass da etwas zwischen uns ist, was dringend der Klärung bedarf.
„Später sehr gerne...“, murmle ich. „Nach dem Feierabend bei Carlo?“
Ihre Augen leuchten auf.
„Ja, klar.“ Sie nickt erfreut. „Dann bis heut Abend.“
„Bis heut Abend, Frau Bannenberg!“ Beschwingt laufe ich die Treppenstufen nach oben, Grün hinterher.

Ellen

„Nikolas?“ Herr Funke ist der Erste, der mich sieht, als ich mit einer Stunde Verspätung den roten Vorhang hinter der Tür zur Seite schiebe. Er winkt mir mit einem freundlichen Lächeln zu, dann tippt er meine vor ihm sitzende Verabredung an, die nervös mit dem Fuß auf und ab wippt. „Ich glaub, dein Typ wird verlangt.“ Mein Lieblingsbarkeeper zeigt auf mich. Nikolas, der sich auf dem Tresen abgestützt hat und in ein leeres Bierglas guckt, hebt den Kopf, blickt sich um und steht, als er mich erkennt, eilig auf und läuft mir entgegen. „Frau Bannenberg... ähm... Ellen...?“ Unsicher, auf welcher Ebene wir uns hier bewegen, sieht er mich an.
„Hallo Nikolas.“ Ich nehme ihm das Grübeln ab, gehe zu ihm und umarme ihn flüchtig. Ich schaffe es heute Abend nicht, kalt und distanziert zu bleiben, ich möchte seine Nähe so gern zulassen können. Ich frage mich, ob ich damit nicht etwas spät dran bin bei Nikolas. Doch anstatt mich sofort wieder loszulassen, wandern seine Arme zu meiner Taille und drücken mich kurz an sich. Er murmelt leise: „Schön, dass du es doch noch geschafft hast.“ Dann löst er sich von mir, lässt seine Hände kurz auf meinen Oberarmen liegen und sagt neckisch: „Aber in Zukunft bitte pünktlicher, ich hab gehört, die Passauer nehmen's mit der Uhrzeit genauer als die Leute im Pott.“
„Das musst du gerade sagen“, erwidere ich ironisch und folge ihm zu einem kleinen Tisch in der Ecke des Raumes.
Nikolas nimmt mir die Jacke ab, hängt sie über den Stuhl, den er mir zurecht rückt. Ihm dabei zuzusehen, hilft mir nur bedingt, meine Aufregung abzustreifen.
„Bitte.“
Ich setze mich und Nikolas schiebt den Stuhl zurück.
„Möchtest du was trinken?“
„Ein Bier bitte“, entscheide ich mich für das gleiche Getränk wie er und füge zu meiner Entschuldigung für mein Zuspätkommen hinzu: „Tut mir leid, dass du warten musstest, ich habe Emily noch zu Marie, einer Freundin von ihr, gefahren. Sie ist immer noch total sauer auf mich wegen der Sache mit dem Umzug.“ Mist, darauf wollte ich doch gar nicht so schnell zu sprechen kommen, aber da ich das Thema nun schonmal angerissen habe, kann ich auch gleich zum Punkt kommen, nachdem Nikolas zwei Bierflaschen von der Bar mitgebracht hat. „Also... wegen meiner Ankündigung nochmal... Ich hatte irgendwie das Gefühl, du... “
„Du meinst das wirklich Ernst, Ellen, oder?“, kommt es erschrocken von Nikolas.
Mein Herz macht einen keinen Hüpfer. Will er, dass ich bleibe? Ein Wort von ihm, ein kleines Zeichen würde genügen, um meinen Entschluss ins Wanken zu bringen. Er müsste mir nur sagen, dass er will, dass ich bleibe und ich würde mir die Sache mit der Stelle in Passau noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
„Ich muss das tun, was richtig ist“, gebe ich vage von mir.
Nikolas Blick ist schockiert, als er mir aufgebracht antwortet: „Richtig? Richtig für wen!?“
Ich spiele mit meinem Finger an der Flasche herum. Für mich. Ich bin zu verletzt davon, dass er mich seit vier Monaten nicht mehr an sich heranlässt. Und vor ein paar Wochen, nachdem Herr Funke mir erzählt hat, wer Nikolas lieblicher Vater ist und ich ihn daraufhin angesprochen habe, ob es irgendetwas wichtiges gibt, das er mir vielleicht sagen möchte, hat er behauptet, alles sei gut.
„Für mich, ich muss es tun, Nikolas.“
Er schüttelt den Kopf und sieht mich fassungslos an. „Du läufst davon. Du gibst auf.“ Er ext sein Bier halb weg und stellt es mit einem Lauten knall zurück auf den Tisch.
Heißt das, dass er will, dass ich bleibe? Ich muss eine eindeutigere Antwort aus ihm herauskriegen. „Ach, ich gebe auf?“, erwidere ich aufgebracht. „Wer von uns ist denn auf Distanz gegangen?“
Wir nähern unsere Köpfe über dem Tisch einander an und sehen uns minutenlang in die Augen.
Er sieht mich so verzweifelt und andererseits auch so unglaublich emotionsgeladen an, dass es mir heiß und kalt den Rücken hinunter läuft. Sein durchdringender Röntgenblick durchbohrt mich, es würde mich nicht weiter wundern, wenn er genau wüsste, was in meinem Inneren vorgeht.
Aber er ist still, bleibt still und abwartend, was ich noch zu sagen habe, warum ich mit ihm sprechen wollte.
„Ich brauch 'nen Neuanfang, Nikolas!“, entfährt es mir schließlich.
Warum sagt er denn nichts? Sieht er denn nicht, wie kurz ich davor bin, nachzugeben und einzuknicken? Er muss nur ein Wort sagen, es gibt nur eines, was ich von ihm hören will.
Doch er schweigt beharrlich weiter vor sich hin.
Ich seufze und gucke ihn traurig an. „Hier ist alles im Stillstand. Auf jeder Ebene.“ Ich lasse meinen Blick durch den Raum wandern, um am Ende doch wieder bei ihm anzukommen.
Noch immer hält er sich stumm an seiner Flasche fest.
Meine Hände liegen auf meinen Knien, vor seinen Augen verborgen. Ich will nicht, dass er sieht, wie sehr sie zittern „Ich brauch wirklich 'nen Neuanfang“, flüstere ich so leise, dass ich es selbst kaum noch hören kann.
Nikolas trinkt die zweite Hälfte seines Bieres aus. „'N Neuanfang... den hätt ich mir auch gewünscht.“ Er stellt das Bier weg, sieht mich enttäuscht an und steht auf. Dann geht er zur Bar und legt das Geld für unsere Bier auf die Theke.
„Nikolas! Jetzt lass sie doch nicht so sitzen, Mann!“, blafft Herr Funke ihn an, doch Nikolas wendet sich schon zum Gehen.
Ich sehe ihm fassungslos nach, springe auf und laufe ihm hinterher.
Draußen ist es bereits dunkel geworden. Und kalt. Ich habe meine Jacke drinnen liegen lassen. Doch das ist mir im Augenblick herzlich egal.
Kurz nach der Tür zum Carlos erreiche ich Nikolas, greife nach seinem Arm und halte ihn fest. „Ach und jetzt laufen wir wieder weg, ja?“
Er hält an und starrt auf meine Hand, die noch immer auf seinem Bizeps liegt.
„Und wolln das letzte Wort haben?“, schiebe ich verzweifelt hinterher. Ich spüre, wie mir die Tränen kommen. Gibt er jetzt einfach so auf? Hat er sich schlicht und ergreifend damit abgefunden, dass er mich in vier Monaten verlieren wird?
„Ach, du willst mein letztes Wort dazu hören?“, fragt er sarkastisch.
Ich schlucke bitter, gerade bringe ich kein Wort über die Lippen.
Er sieht mich fragend und irgendwie müde an. Warum muss es immer so kompliziert mit uns sein? Warum können wir nicht einmal klar und deutlich aussprechen, was uns auf dem Herzen liegt?
Mühsam ringe ich mir ein leichtes Nicken ab.
Bleib.“

Da ist es, dieses eine Wort, auf das ich die ganze Zeit gewartet habe.


Ich atme erleichtert aus, kann nicht verhindern, dass sich ein leichtes Lächeln auf meine Züge schleicht.
„Bitte, Ellen, geh nicht. Gib uns noch eine Chance!“, wispert Nikolas mit Traurigkeit und Nachdruck zugleich.
Eine tonnenschwere Last fällt von meinen Schultern ab. „Nikolas...“ Ich mache einen Schritt auf ihn zu, nun stehe ich unmittelbar vor ihm, so nah, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren kann.
„Bitte bleib.“ Die Sehnsucht in seinen Augen bringt mich um.
Ich halte es nicht länger aus, ihn anzusehen. Ich senke meine Lider und lasse meine Hand ganz beiläufig an seinem Arm nach unten gleiten, bis sie sich unten angekommen um Nikolas' Finger legt.
Er reagiert auf meine zaghafte Annäherung, verschränkt seine Finger mit meinen und drückt sie leicht.
Plötzlich spüre ich einen Luftzug, dann wie seine Lippen auf meine treffen. Ich atme überrascht auf, ehe ich mich in den Kuss fallen lassen kann.
Mit einem Mal brechen alle Dämme. Ich fasse nicht, was hier gerade passiert, muss ihn noch enger bei mir haben, mich noch näher an ihn heran drängen.
Nikolas freie Hand umfasst meinen Nacken, fixiert meinen Kopf, während er seine Lippen öffnet und unseren Kuss intensiviert.
Ich gebe mich seinen Berührungen hin, schiebe alle Zweifle der letzten Monate von mir weg. Ich weiß nicht, ob Nikolas und ich unsere Streitigkeiten in Zukunft immer so beilegen können, aber ich weiß, dass ich ihm eine zweite Chance geben will, dass ich bleiben will. Bei ihm und in Bochum. Überglücklich lächle ich in unseren Kuss hinein und flüstere ihm ein seliges „Ja“ entgegen. „Ja, das werde ich.“
Bleiben.
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