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Beschlossene Sache

von NotMyName
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P12 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller Martin Riedl Sabrina Rattlinger Sonja Wirth
19.12.2020
27.03.2021
14
29.426
4
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Dieses Kapitel
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19.12.2020 586
 
„So“, sagte Pathologin Dr Anja Licht und schaute von der Leiche auf, die nackt auf dem Boden der Sauna lag. „Männlich, Mitte bis Ende 60. An Ausweis oder sonstige Hinweise auf sei Identität hab i offensichtlich ned gfunden, immerhin ist des Opfer nackert. Der Tod ist eindeutig fremdverschuldet, zu erkennen an den Hämatomen am Hals. Der Täter oder die Täterin muss ziemlich stark gwesen san, weil die Tat mit bloßen Händen durchgführt worden ist. Gewehrt hat sich des Opfer aber ziemlich heftig, obwohl der Täter hinter ihm gstanden sein muss. Ich konnte nämlich unter den Fingernägeln Hautfetzen finden, die i aber im Labor noch amoi genauer untersuchen muss. Eingetreten ist der Tod auf jeden Fall gestern, vermutlich gegen Abend, sonst wär der Mann ja früher gfunden worden.“
„Kannst des ned a bisserl eingrenzen?“, fragte Franz Hubert, ihr Exmann, provokativ.
„Na, kann i ned, weil‘s sich mit der Temperatur a bisserl anders verhält, hier in der Sauna. Aber wenn‘s der feine Herr besser woaß, dann kann er ja glei die Obduktion selber durchführn“, giftete Anja, die mittlerweile aufgestanden war, zurück, ihre beiden Koffer je rechts und links in der Hand. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass ihr Gesicht so nah an dem Hubsis war.
Auch Hubsi fiel keine schlagfertige Antwort mehr ein und so schwieg er und starrte sie nur feindselig an. Die Spannung zwischen ihnen war praktisch spürbar und er war sich sicher, dass die Luft beinahe schon knisterte.

Schlagartig, keiner von beiden wusste, wie es dazu gekommen war, entlud sich die Spannung zwischen ihnen und ihre Lippen trafen sich. Anjas Koffer fielen zu Boden, als sie eine Hand in Hubsis Nacken, den anderen Arm um seine Hüfte legte und sich auf die Zehenspitzen stellte. Auch Hubsis Arme schlossen sich fest um Anjas Körper. Es war keineswegs ein sanfter Kuss, sondern ein leidenschaftlicher, voller Emotionen und fast schon ein kleines bisschen aggressiv. Er wollte und wollte nicht enden, bis Johannes Staller, der vergessen in einer Ecke stand und das ganze beobachtet hatte, sagte: „Herrschaftszeit, nehmts euch a Zimmer, des is ja ned zum Aushalten!“ Aber er lächelte, als er fortfuhr. „Außerdem ham mer a Leich und die findet ihrn Mörder a ned alleine.“

Genauso schlagartig wie sie begonnen hatten, sich zu küssen, fuhren Hubsi und Anja nun wieder auseinander. Etwas verwirrt ordnete Anja Haare und Kleidung und hob ihre Koffer wieder vom Boden auf. „Ähm, ja, die Leich könnt jetzt abtransportiert werden. Weitere Ergebnisse kriegts ihr morgen nach der Obduktion“, sagte sie außer Atem und noch etwas verwirrt und verließ fluchtartig den Tatort, während Hubsi ihr sprachlos, mit einem seltsamen Kribbeln auf den Lippen und unter Hansis wissendem Blick, nachschaute.
„Wos is denn?! Jetzt schau mi ned so an, Hans, da wird’s mir ganz anders!“, sagte Hubert, als er sich von seinem Schock erholt und sich aus seiner Starre gelöst hatte.
„Ach, nix“, sagte Hansi. „Und jetzt komm! Mer ham an Fall zum lösen“, fügte er hinzu und verließ ‚Ebony and Ivory‘ pfeifend, von Hubsi gefolgt den Raum.



AN: Diese Geschichte habe ich zusammen mit Cissy B verfasst und das erste Kapitel stammt auch hauptsächlich aus ihrer Feder. Sorry, dass das Kapitel so kurz geworden ist, aber eigentlich sollte das hier nur ein 100 Wort-Drabble werden und ist dann wohl etwas ausgeartet... Immerhin haben wir jetzt das Fünffache an Wörtern! Außerdem entschuldige ich mich schon mal im Voraus für Fehler im bayerischen Dialekt, weil wir beide leider kein bairisch sprechen.
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