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Bubbletea Zitrone

GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P16 Slash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
19.12.2020
20.01.2021
12
37.742
17
Alle Kapitel
35 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
13.01.2021 3.331
 
A/N: Meine Freunde, wir sind bei Kapitel zehn angekommen und die Story macht gefühlt KEINEN Fortschritt und das mit 55 Favos, was SOVIEL MEHR IST, als ich je erwartet hätte.

Like... woooww

Ich weiß es ist ein recht spätes Update, aber ich hab das so last-minute fertig geschrieben, da ich die letzten Tage mit einer Migräne zu tun hatte und es nicht an meinen Laptop geschafft habe :( Deshalb sind Rechtschreibfehler noch nicht korrigiert, vielleicht mach ich das noch, vermutlich aber nicht.

Und ab da wie immer ein Danke an die Reviews von yamagirl, -TinuschKa, Mitzune und Yahiko-chan!

Viel Spaß!


Kapitel zehn - Spaghetti

Das letzte Mal, als Eren so aufgeregt war, war er das erste Mal von einem Mädchen geküsst worden und hatte kurz darauf gemerkt, dass Frauen nicht sein Ding waren. Es war aufregend gewesen, da es mit einer einfachen Runde Flaschendrehen zusammengehangen hat und er keine Ahnung hatte, was auf ihn wartete, wenn die Aufgabe, die zierliche Blondine, die damals wie er elf gewesen sind, küssen würde. Wie würde sich das anfühlen? Wie küsste man, eigentlich richtig? Sollte er nur seine Lippen auf ihre drücken und dann gleich aufhören? Waren sie dann ein Paar?

Es waren kindische Fragen für ein kindisches Kind gewesen und nun wusste Eren wenigstens, dass der Kuss, (der sich als ein kurzer Schmatzer entpuppt hatte) ein deutliches Zeichen, für sein nicht-hetero-Dasein gewesen ist. Damals hatte er gedacht er war vielleicht einfach zu jung, um Küssen generell ernst zu nehmen, aber als er dreizehn war, wurde ihm bewusst, er konnte den Kuss nicht leiden, weil er von einem Mädchen gestammt hatte.

In Erens jetziger Situation geht es aber nicht um neue Erkenntnisse, sondern wieder um das Ungewisse, das ihm bevorstand und er konnte es kaum abwarten. In zehn Minuten, würde nämlich Erens Schicht enden und er würde mit Levi zu SEINEM Haus fahren und bei ihm vorerst wohnen. Und wenn das Gefühl, das Eren dabei überkam, keine Aufregung war, dann wüsste er auch nicht was es ist.
Und damit tappte Eren ungeduldig mit seinem Fuß, hinter der Theke des Titans und wartete darauf, dass er endlich gehen konnte. Sein Blick schweifte dabei immer wieder abwechselnd zu Historia, die einige Kunden bediente, und zu der Uhr an der Kasse, unter sich.

Noch fünf Minuten.

Jetzt würde ohnehin keiner mehr kommen, der ihn noch aufhalten würde, die Überlegung jetzt schon zu gehen war verlockend, aber er wartete dennoch auf die letzten quälenden Minuten, bis die Ziffern 17:00 Uhr anzeigten und Eren in das Mitarbeiterzimmer stürmte, um dort aus dem blauen T-Shirt zu schlüpfen und sich seinen Hoodie, dessen Kaffeefleck von heute Morgen zum Glück gut weggetrocknet ist, überzuziehen und seinen Rucksack zu schnappen.

Dann verließ er das Zimmer, ging an Historia mit einem flüchtigen ‚Bis dann.‘, vorbei und stürmte mit Herzklopfen aus dem Café.
Und als Eren vor dem Café so stand und darauf wartete, dass Levi ihn holen würde, schien sein Verstand vollends durchzudrehen, als er an genau die Ungewissheit dachte, die ihm zuvor ein so aufregendes Gefühl bereitet hatte.

Er würde bald bei Levi wohnen. Er würde bei Levi wohnen und ihn jeden Tag sehen. Er würde jeden Tag die engen Hemden sehen, die beinahe lächerlich, aber doch attraktive kleine Figur seines Körpers und würde Levis private Umgebung sehen.

Es war nicht nur Aufregung, dass nun in ihm ausgelöst wurde, als er daran dachte, sondern auch etwas anderes, das er so nicht beschreiben, aber auch nicht als schlecht bewerten konnte.

Es war ein Gefühl, das nach langer Zeit mal nicht Panik oder Verwirrung in ihm erregte, sondern ihm einfach zuflüsterte ‚Genau das willst du, und es ist gut.‘

Gott er fühlte sich wieder wie damals in der Highschool, die Zeit, in der sich die meisten zum ersten Mal verlieben und-
Nein das war kein guter Vergleich. Eren war erwachsen und würde sich so auch verhalten. Den das hier war eine ernste Situation und er erinnerte sich daran, dass es hier in erster Linie um Erens Arbeit ging. Levi selbst musste hierbei eine nebensächliche Sache bleiben, auch wenn er Armin gesagt hatte, dass er die Gelegenheit nutzen würde, um den Anwalt besser kennenzulernen.

Aber verdammt, als der Student dann Levi hinter dem Steuer eines grauen Audis ausmachte, musste er sein sich bildendes Grinsen mit aller Macht unterdrücken und sich so ruhig wie möglich verhalten, während er auf das haltende Auto zuging und mit nervösen Fingern die Türe zum Beifahrersitz öffnete.

„Uhm, Hi.“, begrüßte Eren den Anwalt mit einem kurzen Wink und setzte sich neben Levi, der ihn nur kurz ansah und dann ebenfalls ein kurzes ‚Hey‘ zur Begrüßung aussprach.

Damit nickte Eren unbeholfen und stellte seinen Rucksack zwischen seine Beine, bevor er die Türe schloss und Levi ohne weitere Worte losfuhr.

Es herrschte eine merkwürdige Stille zwischen den beiden, als Levi Eren wie so oft nicht ansprach und Eren zu nervös war, etwas zu sagen. Also schwiegen sich die beiden an, während Levi aus der Stadt fuhr und Eren nervös schlucken musste.

„Wohin fahren wir?“, fragte der Brünette also und war erleichtert, dass er einen Satz zustande gebracht hatte.

„Zu mir nachhause.“, erwiderte Levi, was Eren die Augen rollen ließ. „Ja, aber wohin?“, fragte er noch einmal und bemerkte langsam wie die Häuser um die Straßen weniger wurden.

Sollte er sich darüber sorgen machen? Gott, was wenn Levi doch ein Psychopath war?

„Zu einem kleinen Vorort namens, Trost. Ist eine einsame Gegend, würde jungen Leuten wie dir nicht gefallen, aber beschwer dich nicht, sonst kannst du zurücklaufen.“, erklärte Levi schließlich, wobei sich Eren nicht sicher war, ob ihn das jetzt beruhigte oder nicht.

„Und Sie leben dort?“, fragte Eren wie ein Idiot.

„Ja.“, kam es aber erstaunlich freundlich und ohne Sarkasmus zurück.

„Huh…“, murmelte Eren darauf und sah aus dem Fenster, wo er einige einzelne Bäume beobachtete. Mit einem nervösen Gefühl, dachte er an eine weitere Frage, war sich aber nicht sicher, ob er sie stellen sollte, da er nicht wusste, ob es Levi vielleicht nerven würde.

„Uhm… w- wohnen sie allein?“, fragte der Brünette dennoch und sah dabei wieder zu Levi, dessen Mimik sich kaum veränderte. Gott lebt der Kerl überhaupt? Klar, Levi sprach nie viel und hatte dieses Dauer-Pokerface, aber im Moment schien es noch schlimmer zu sein als sonst.

„Wieso fragst du?“, wollte Levi darauf wissen, was Eren leicht erröten ließ. „Naja… ich- will nicht im Weg sein, vermutlich- Keine Ahnung.“

„Schon gut. Ich wohne allein. Außer wir zählen Hanjis unangekündigte Besuche als wohnen dazu, dann lebe ich mit ihr zusammen.“
„Oh- Ok.“, sagte Eren mit einer merkwürdigen Erleichterung.

Dann war es wieder still. Gott es war so merkwürdig. Irgendwie hatte sich Eren das ganze hier anders vorgestellt. Er war sich zwar nicht sicher wie, aber nicht… so.

Wie Eren aber bald feststellen musste, würde die restliche Fahrt ebenso ruhig bleiben und als sie wieder Häuser um sich sahen, und Levi vor einem zweistöckigen Haus in die Einfahrt fuhr, atmete der Student erleichtert aus.

Ohne groß zu warten stiegen Levi und er aus und gingen auf das Haus zu. Es war weis gestrichen und hatte soweit Eren sehen konnte einen Garten im hinteren Teil, des Gelende.

Und dann öffnete Levi die Tür und trat ein, worauf Eren ihm folgte und bei seinen ersten Schritten ins Haus aufgehalten wurde.
„Zieh deine Schuhe hier aus. Deine Jacke kannst du dort hinhängen und deinen Rucksack stellst du dort hin.“, sagte, oder befahl Levi viel mehr und zog selbst seine Schuhe und seinen schwarzen Mantel aus. Eren beschloss die Bitte nicht zu hinterfragen und tat, wie geheißen, bevor Levi ihn vom Eingangsbereich, der gleich an dem Wohnzimmer und der offenen Küche grenzte, führte und ihm sagte, dass er sich an den ‚Essenstisch‘ setzten sollte, der relativ genau zwischen Küche und Wohnzimmer vor Reihe mit großflächigen Fenstern stand. Das Haus passte extrem zu Levi. Man sah, wie perfektionistisch alles hier abgestimmt war, wie alles seinen Platz hatte und Eren konnte schwören, kein einziges Staubpartikel hier zu sehen. Es faszinierte Eren sogar ein wenig, wie ordentlich es hier war, auch wenn es keine großartige Überraschung war.

Während Eren sich setzte, war Levi die Treppen am Eingang hinaufgegangen und kam nach etwa fünf Minuten wieder mit einem Ordner herunter.

Er ging auf Eren zu und setzte sich gegenüber von ihm auf einen Stuhl, bevor er den Ordner aufklappte und endlich wieder anfing zu sprechen. Eren würde bei der ganzen Schweigerei noch durchdrehen.

„Also gut.“, begann Levi und sah kurz einige Sekunden auf ein Dokument hinunter, bevor er aufsah und fortfuhr, „Im Prinzip wird es sehr einfach. Du suchst dir bis nächste Woche eine passende Unterkunft. Es ist egal ob du sofort einziehen kannst oder nicht, ich will einfach nur das du bis dahin wenigstens etwas gefunden hast, das du irgendwann beziehen kannst. Schließlich kannst du nicht für immer hierbleiben. Grundlegend erwarte ich von dir, dass du hier nichts herumliegen lässt, das Zimmer nicht versiffen lässt und dein Badezimmer putzt. Wenn du dich hier im Haushalt beteiligen willst, kannst du das gerne tun, aber ich mach das lieber allein. Ich kann es nicht brauchen, wenn mir andere in meine Arbeit pfuschen. Verstanden?“

Sofort nickte Eren.

„Gut. Zum Thema, Job. Du kommst nach deinen Lesungen, kümmerst dich ab da darum, dass alle Termine eingetragen von Klienten eingetragen und abgehakt sind, bringst mir ab und zu Dokumente, wenn ich sie brauche und vielleicht was zu essen und trinken. Und abends putzt du wie gewohnt. Mehr kann ich dich nicht machen lassen, da du bestimmt keine Erfahrung in meinem Gebiet hast, aber ich denke das reicht auch. Hast du fragen?“

„Uhm nein.“, erwiderte Eren nur und hörte weiter zu.

„Denk daran, im Titans zu kündigen.“, merkte Levi an, „Und bevor ich es vergesse, keine Besucher jeglicher Art. Es ist mein Haus, du bezahlst keine Miete, da kann ich es nicht brauchen noch mehr Kids wie dir hier zu haben.“

Kids wie ihm?

„Okay, geht klar.“

„Perfekt. Hier, das ist dein neuer Vertrag. Lese ihn dir durch und Unterschreib ihn möglichst bald, es muss nicht heute sein, aber nicht erst nächste Woche, falls du es dir doch anders überlegst, kein Problem.“

Und damit nickte Eren und nahm den Vertrag entgegen, den Levi aus dem Ordner geholt und ihm gereicht hatte.

Kurz überflog Eren den Text und sah dann zu dem Anwalt, der geduldig zu ihm sah. „H-Haben Sie einen Stift?“, fragte er schließlich, womit Levi eine Augenbraue anhob, aber nickte und kurz aufstand, um einen Kugelschreiber zu besorgen.

„Und noch etwas. Lass die Siezerei. Wir wohnen zusammen, da kann ich solche Formalitäten nicht brauchen.“, bemerkte Levi noch, während er sich wieder setzte und Eren den Stift entgegnete und dabei zusah, wie Eren, ohne weiter zu überlegen, den Vertrag unterschrieb. Mit einem Lächeln reichte Eren die Papiere dann wieder zurück und spürte Wärme in seinen Wangen, als Levi seine Hand sanft berührte, als er sie entgegennahm.

„Perfekt.“, murmelte Levi dabei und sah hinab auf die Dokumente, bevor er sie wieder in den Ordner legte und schon wieder aufstand. „Komm mit, ich zeige dir das Gäste- und Badezimmer. Fühl dich frei, heute schon zu bleiben, ich habe kein Problem damit. Ich nehme an, du hast das meiste, das du brauchst ohnehin schon dabei.“

Eren wusste nicht so ganz, ob er von dem Kommentar verletzt sein sollte, oder ob er es einfach hinnehmen sollte, schließlich war er ja nichts anderes von Levi gewohnt.

„Okay…“, meinte Eren schließlich nur und folgte Levi zu der Treppe, die in das zweite Stockwerk des Hauses führte, wo fünf weitere Räume waren. Levi erklärte, dass der Raum in der Mitte sein Büro war, und es deshalb ein Tabu für Eren war, diesen zu betreten, genauso wie zwei weitere auf der linken Seite, direkt neben der Treppe, wo Levis eigenes Schlaf- und Badezimmer waren.
Letztendlich zeigte Levi ihm dann die Räume auf der rechten Seite, was die Gästezimmer waren, beziehungsweise ein Gästezimmer und ein Gästebadezimmer, welche Eren zur Verfügung hatte, solange er hierbleiben würde.

„Das Bett ist frisch bezogen. Im Bad müssten Handtücher sein. Fühl dich wie zu Hause, oder auch nicht.“

„Okay… uhm… danke.“, murmelte Eren vor sich hin und sah in das schlicht eingerichtete Zimmer, „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen- dir… dafür danken kann. Ich meine… wow.“

„Kein Problem Rotznase, ich bin unten. Und nimm es mir nicht übel, aber ein Besuch in der Dusche würde nicht nur dein Körper dir danken.“

Bei den Worten errötete Eren und sah beschämt herab, während Levi ihn stehen ließ und er endlich Zeit für sich hatte.

Er nahm den Rat von Levi sofort zu Herzen und ging wieder herunter, um seinen Rucksack zu holen, da dort wie üblich die meisten von seinen Sachen drin sind, wobei ihm einfiel, dass er irgendwann bei Mikasa seine restlichen Klamotten und einige Schulunterlagen holen müsste. Aber das hatte Zeit. Vorerst hatte Eren immerhin alles, was er brauchte und damit ging er in das Badezimmer und war kurz davor zu heulen, da er sich endlich keinen Kopf darüber machen müsste, wo er bleiben könnte, ohne dass irgendjemand deshalb in Schwierigkeiten kommen würde.

Als Eren frisch geduscht, in Jogginghose und T-Shirt wieder zu Levi hinunter ging, roch es nach Essen, was Eren nur noch mehr daran erinnerte, wie gut seine Entscheidung gewesen ist, und wie dankbar er dem Anwalt war, dass er ihn einigen Wochen eingestellt hatte.

Nicht sicher, was genau Eren tun oder sagen sollte, räusperte er sich und wollte sich wieder an den Tisch setzten, von wo er Levi zusehen konnte, wie er etwas zu Essen kochte.

Kurz drehte sich Levi darauf um und schenkte Eren heute das erste Lächeln, was ein Kribbeln in Erens Bauch auslöste und ihn das Lächeln erwidern ließ.

„Wie ich sehe bleibst du heute schon hier.“, meinte der Anwalt, als er Eren in der gemütlichen Jogginghose sah und drehte sich wieder um, um sich dem Essen wieder zu widmen. Eren nickte darauf, nur um dann festzustellen, dass Levi sein Nicken nicht sehen konnte und deshalb wieder irgendwelche Worte zu stammeln. „Ja… ich meine, ich werde sonst nirgends erwartet, also ist es sowieso egal.“

Von seinem Platz aus, sah Eren, wie Levi nickte und ihm somit zustimmte.

„Ich hoffe du isst Spaghetti.“, meinte Levi mit einem etwas weicheren Unterton als zuvor. „Ja… ich esse eigentlich alles.“, antwortete Eren darauf und sah sich ein wenig weiter um. Aber bis auf das große Sofa und dem großen Flachbildschirm des Wohnzimmers hatte Eren eigentlich schon alles gesehen. Es hingen keine Familien-Fotos herum, wie Eren es bei vielen anderen immer sah, noch scheint hier irgendetwas den Anschein auf Familie zu machen. Alles hier war einfach Levi. Und es ließ Eren sich selbst fragen, ob Levi überhaupt Familie hatte, oder einfach nur nicht gut auf sie zu sprechen war.

Als Eren merkte, dass es nicht wirklich etwas interessantes zu sehen gab, sah er wieder zu Levi und stütze seinen Kopf dabei auf seinen Händen. Irgendwie war es langweiliger, als er erwartet hatte. Nicht dass er etwas erwartet hätte… es war einfach immer noch so schrecklich still.

Und als diese Stille einfach nicht vorbei gehen wollte, starrte der Brünette weiter den kleinen Mann an und schluckte schwer, als dieser seine Arme nach hinten und kurz nach vorne streckte, und somit das Hemd noch enger an seiner Haut anlag.

Oh Gott, was würde er nur geben, dafür das Levi dieses Hemd auszieht.

Ooohhh nein, das nahm hier eine ganz falsche Richtung ein, erinnerte sich Eren und holte kurz tief Luft, um diese Gedanken, die sich durch seinen Kopf bahnten zu vertreiben.

Nach etwa fünf, weiteren Minuten, stellte Levi irgendwas an dem Herd ein und öffnete dann einen Schrank, der etwas weiter rechts und oberhalb von der Kochfläche lag.

„Na los, Rotznase, mach dich nützlich.“, forderte er ihn auf, während er sich auf seine Zehenspitzen stellte, um an die Teller zu kommen, die dort verstaut waren.

Eren verkniff sich bei dem Anblick ein Lachen und ging zu ihm, um zwei Teller aus dem Schrank zu holen, bevor Levi die Chance dazu hatte. „Ein Wort und ich schmeiß dich wieder raus.“, drohte er dabei und verschränkte seine Arme. Eren nickte nur eingeschüchtert und stellte die Teller neben den Herd, wobei er Levi wieder reden hörte: „Erzähl mir was von dir.“

Überrascht sah Eren herüber und lachte kurz auf. „Was soll ich denn erzählen? Es gibt nicht viel zu wissen.“ Und das war auch so. Das meiste, was es zu wissen gab, wusste Levi schon und nur ungerne würde er mit seiner ‚tragischen‘ Vergangenheit rumsäuseln.
„Verarsch mich nicht. Diese ‚Mein Leben ist langweilig‘- Tour kannst du dir sparen. Da kommts mir nur hoch. Erzähl von der Uni, was studierst du? Hast du eine Freundin? Wieso bist du Obdachlos? Irgendetwas kannst du bestimmt erzählen. Ist mir egal was, Hauptsache diese elende Stille hört auf.“

„Wieso erzählst du dann nichts?“, fragte Eren, sogar selbst überrascht, dass er es einfach so fragte.

„Das ist der große Unterschied zwischen uns. Du bist jung und hast ein Leben. Ich bin alt und habe meine Arbeit. Und glaube mir, die ist nicht interessant.“, erklärte Levi sein schweigen und zuckte mit den Schultern.

„Du sprichst, als ob du um die fünfzig wärst.“, lachte Eren.

Levi gab dann einen Ton vor sich, der erschreckender Weise, nach einem Kichern klang und hob seine Hand mit dem Besteck. Eren blickte ihn nur einige Sekunden an und nahm ihm das Besteck schließlich ab. „Was denkst du denn wie alt ich wirklich bin? Und das, kannst du auf den Tisch legen.“, sagte Levi, wobei er seinen Kopf leicht zu Eren drehte, der bei der Frage nicht so recht wusste, was er antworten sollte.

Eren hatte sich zwar schon Gedanken darum gemacht, dass Levi definitiv älter als fünfundzwanzig sein musste, aber so genau…?

„Keine Ahnung… vielleicht siebenundzwanzig?“, riet Eren also und drehte sich schnell um, wobei er Levis Grinsen verpasste.

„Knapp vorbei.“

„Dann eben achtundzwanzig.“

„Wenn du in solchen Schritten weiterrätst, dann bekommst du noch zwei Versuche.“

Moment-

„Du bist dreißig?“

„Du klingst so geschockt.“

Eren lachte und deckte weiter den Esstisch. „Nein, das ist es nicht. Ich meine… du siehst nicht aus wie dreißig.“

„Das liegt wahrscheinlich daran, dass du nicht genug Dreißigjährige kennst. Jetzt leg das auf den Tisch.“

Sofort tat Eren wie geheißen und kam zurück, als Levi zwei Gläser aus demselben Schrank wie die Teller holte und sie Eren reichte.
„Und schon eine interessante Geschichte. Immerhin habe ich dir jetzt etwas von mir erzählt.“, erinnerte Levi Eren zusätzlich, was Eren hörbar ausatmen ließ.

„Du hast mir nur dein Alter gesagt.“, beschwerte sich der Student. „Und jetzt?“, hakte Levi unbekümmert nach, „Du wusstest mein alter nicht, jetzt erzähl mir etwas, das ich nicht weiß. Wenn es dir hilft, stelle ich eine Frage. Hast du eine Freundin?“

Die Frage stellte Levi nun schon zum zweiten Mal… Aber viel wichtiger, wieso stellte er diese Frage noch einmal?

„Ähh, nein.“, antwortete Eren schneller als gedacht, was den Anderen interessiert nicken ließ.

„Und wieso nicht?“

Wieso wollte Levi-

„Weil ich schwul bin.“, platze es aus Eren völlig unkontrolliert heraus, während er zu Levi sah, der seinen Blick nach einigen Augenblicken erwiderte.

Gut, jetzt ist es raus… wieso machte ihn der Blick von Levi aber so nervös.

„Ist das ein Problem?“

Levi schüttelte den Kopf und ein kurzes Zucken seiner Mundwinkel war zu sehen. „Ganz und gar nicht.“

Erleichtert atmete Eren aus und sah mit einem nervösen Lachen zu Boden.

„Ich… bin auch schwul. Falls es dir irgendwie hilft. Du siehst aus, als ob du gleich umkippst.“

Oh WOW.

Eren sah aufgeregt zu Levi auf und schüttelte den Kopf. „Uhm, Nein! Alles in Ordnung…“, fügte er lächelnd hinzu und ging dann schnell zum Tisch, um die Gläser dort hinzustellen.

Verflucht, Levi war also tatsächlich schwul. Sie waren beide schwul. Oh verdammt.

Eren errötete. Sie waren beide schwul und Eren stand auf Levi. Egal wie sehr er sich auf die Tatsache fixieren wollte, dass Levi sein Chef war und sie ihre Beziehung professionell halten sollte, konnte er sich nicht mehr anlügen.

A/N: Eren lebt sich schnell ein :3
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