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Drottningin mín

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character)
18.12.2020
17.08.2022
42
71.503
17
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48 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2022 1.309
 
Entscheidungen zu treffen, ist nie leicht, besonders unter Zeitdruck. Mir war bewusst, dass ich beinah alle Erinnerung von meinem früheren Leben verlor, die etwas mit meiner Mutter zu tun hatten. Manchmal musste man das kleinere Übel nehmen, um das größere zu vermeiden. „ So sei es.“, vernahm ich die Stimme und bekam starke Kopfschmerzen. Es dauerte einen Moment, bis sie verschwanden und die goldene Blume in der Mitte des Teichs erschien. Vorsichtig trat ich einige Schritte vorwärts, griff nach der Pflanze und roch ihren süßlichen Duft ein. Ich hatte einen sehr hohen Preis gezahlt, um sie zu erhalten, dennoch bereute ich dies nicht. Ganz vorsichtig steckte ich die Blume in einen Beutel, bevor ich mich umdrehte und denselben Weg nach draußen nahm. Lächelnd blickte ich zu den Schneeflocken, die vom Himmel fielen. Eine davon landete auf meiner Nasenspitze, so als wollte sie hallo sagen und schmolz weniger Sekunden später. Ich wusste nicht einmal selbst warum, aber statt loszulaufen, setzte ich mich auf einer der Treppenstufen. Kurz darauf spürte ich ein leichtes Gewicht auf meiner Schulter und erkannte Sýnin. Sie kam gekommen, um mich abzuholen. „ Dann mal los.“, damit erhob ich mich, klopfte mir den Schnee von der Kleidung und lief die restlichen Stufen hinunter. Erneute sprang ich von einem Stein zum anderen, bis ich die andere Uferseite erreicht hatte. Ohne zurückzublicken, lief ich tiefer in den Wald hinein und spürte zum ersten Mal die Kälte durch mein Gewand. Ruckartig blieb ich stehen, als ich das Gefühl bekam, beobachtet zu werden. So schnell wie das Gefühl kam, verschwand es auch wieder, dennoch sah ich mich wachsam um. Ein einziger Fehler konnte alles endgültig beenden. Ein Krächzen ertönte, sodass ich beschloss, meinen Weg fortzusetzen. Sýnin würde mir schon Bescheid geben, sollte sich jemand in meiner Nähe befinden.


Kurz bevor ich die Hütte erreichte, kam das Gefühl zurück beobachtet zu werden, sodass ich stehen blieb. Doch dann fiel mir wieder ein, dass Fenrir so schnell wie möglich die Salbe gegen seine Schmerzen.  „ Wird schon schiefgehen.“, murmelte ich, bevor ich die letzten Meter lief und die Tür öffnete. Sogleich erkannte ich Fenrir, welcher auf einer Decke lag und die Augen schlossen hatte. „ Angrboda?“, rief ich, woraufhin diese erschien. „ Wie ich sehe, bist du zurückgekehrt. Wo ist die Blume?“ „ Hier ist sie.“, damit übergab ich ihr die goldene Pflanze, nachdem ich diese aus dem Beutel geholt hatte.  Angrboda nahm sie an, begutachtete sie, bevor sie zum Kessel lief. Ich konnte erkennen, wie sie einige Blätter abzupfte und diese in das kochende Wasser schmiss. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich betrogen worden war, als ich einen Schmerz inmeiner Schulter spürte. Augenblicklich drehte ich mich, so gut wie es ging, um und erkannte niemand anderes als Loki. „ Du warst schon immer sehr naiv gewesen, Valhella.“, hörte ich ihn sagen, sowie das Lachen von der Eisriesen. Sie beide hatten mich betrogen und ausgenutzt. Mein ganzer Körper begann zu schmerzen, sodass ich annahm, das der Dolch vergiftet gewesen war. Unsanft kam ich auf den Boden auf, nachdem meine Beine nachgegeben hatten. Aufgeben würde ich auf keinen Fall, weshalb ich mehrmals versuchte aufzustehen, was scheiterte. „ Ihr Götter denkt wirklich, ihr seid unbesiegbar.“, sprach Fenrirs Mutter, während sie auf mich hinab blickte. Sie hatte nur kurz meine Aufmerksamkeit, da der Fenriswolf begann sich zu bewegen. Nur langsam öffnete er seine Augen und sah mich aus seinen roten Augen an. „ Fenrir.“, flüsterte ich und streckte meine Hand nach diesem aus. Das Gift begann meinen Körper immer mehr zu schwächen. Ich wollte nicht sterben, nicht erneut. Auf einmal beugte sich Loki über mich und zog mir den Dolch aus der Schulter, sodass ich auf zischte. „ Sie ist zäh.“ „ Sei unbesorgt, das Gift ist tödlich.“, erklärte die Silberzunge, weshalb ich die Augen schloss. Tränen liefen über meine Wange, als ich an meine Familie denken musste. Obwohl ich so weit gekommen war und einiges erlebt hatte, würde ich sie nicht mehr wieder sehen. Ein Knurren ertönte, welches eindeutig von Fenrir stammte, sodass ich meine Augen öffnete. Der Wolf hatte sich erhoben, knurrte und fleschte die Zähne. Perplex sah ich ihn an, bis es mir bewusst wurde. Mit meiner letzten Kraft erhob ich mich, sah wie Fenrir sich in den Arm seines Vaters verbiss und Sekunden später von diesem wieder abliess. Blut tropfte sein Maul hinunter, als er zu mir rannte. Ich wusste nicht wie, aber ich schaffte es auf Fenris Rücken zu springen, bevor dieser aus der Hütte rannte. Es fiel mir schwer, mein Gleichgewicht zu halten, während der Wolf durch den verschneiten Wald hetzte.


„ Valhella.“, vernahm ich eine Stimme und schaffte es erst nach mehreren Versuchen meine Augen zu öffnen.   Schemenhaft erkannte ich drei Gestalten, die wie es schien, neben mir standen. Es dauerte einige Minuten, bis alles wieder scharf sehen konnte. „ Airikr, Yngve, Ingvi seid ihr das?“, fragte ich mit kratziger Stimme und bekam daraufhin ein Krug gereicht. Dankbar nahm ich diesen an und trank einige Schlücke, wobei ich mein Gesicht verzog, da es sich um Met handelte. „ Was ist geschehen?“ „ Das Fenriswolf brachte dich mehr Tod als lebendig hier her. Er meinte nur, dass du vergiftest wärst. Glück hast du, denn wir kennen dieses Gift.“, erklärte Airikr, sodass mir alles wieder einfiel. „ Loki und Angrboda wollten mich töten, ich kann euch den Grund nicht nennen. Wo ist Fenrir?“, stellte ich zum Schluss die Frage, während ich mich langsam aufrichtete, wobei meine Schulter schmerzte. Erleichtert sah ich, wie die Eisriesen zur Seite traten, sodass der Fenriswolf vor dem Bett stehen bleiben konnte. Sofort schlang ich meine Arme um seinen Hals und vergrub mein Gesicht in sein Fell. Wir hatten überlebt. Zögerlich löste ich mich wieder von ihm, als er einige Schritte zurückging. „ Wie geht es dir?“ „ Dieselbe Frage könnte ich dich auch fragen. Mir geht es gut.“ „ Du hast es geschafft, Valhella.“ „ Wie meinst du dass?“ „ Du hast alle drei Blutsteine gefunden.“, hörte ich ihn sagen und schüttelte den Kopf. Dies konnte nicht sein, ich hatte die letzte Träne Ymirs noch nicht gefunden. Gerade als ich Fenrir widersprechen wollte, legte Ingvi etwas in meine Hände. Dieses etwas stellte sich Sekunden später als die Blutsteine heraus. „ Sie befanden sich alle in einem deiner Lederbeutel.“ „ Ich verstehe nicht, ich hatte den dritten noch nicht gefunden, als ich zurück zur Hütte ging.“, erklärte ich ihnen, während ich die Kristalle fest gegen meinen Brustkorb drückte. „ Ich muss zurück.“ „ Du bist noch nicht bei vollen Kräften und eben erst erwacht.“ „ Dies ist mir bewusst, doch hier sind Fenrir und ich weiterhin in Gefahr. Bitte nimmt das nicht persönlich, aber nicht jeder von eurem Volk sieht uns gerne hier.“ „ Sie hat recht, nicht alle mögen sie.“, meinte Yngve, während ich feststellte, dass ich außer einem Verband an der Schulter und einer Hose nichts trug. Eigentlich wäre ich errötetet, wenn ich nicht gewusst hätte, dass die Eisriesen kein Interesse an mir hatten. Langsam und nach mehreren Versuchen stieg ich aus dem Bett und griff nach meiner Kleidung, die verstreut auf Kisten lagen. „ Deine Waffen, Valhella.“ „ Vielen Dank für alles. Solltest ihr eines Tages in Schwierigkeiten geraden, werde ich euch zur Hilfe eilen.“, versprach ich ihnen, während ich mich anzog. Lächelnd sah ich zu den drei Riesen, als Fenrir neben mich trat und seinen Kopf gegen mich rieb. „ Nochmals vielen Dank“, damit verließen wir die Hütte. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel hinab, nachdem ich auf Fenris Rücken geklettert war. „ Es wird Zeit nach Hause zu gehen, Fenrir.“, sprach ich und strich ihm durch das Fell. Der Fenriswolf nickte und rannte los. Zügig ließen wir die Siedlung hinter uns und erreichten einen Wald. Über uns flog Sýnin hinweg, was für mich das Zeichen war. Fest drückte ich mit einer Hand erneut die Blutsteine gegen meine Brust, während ich an Zuhause dachte und schloss die Augen. Als ich sie wieder öffnete, waren die Steine verschwunden und wir fanden uns in einem Meer aus Blumen wieder. Wir waren heim gekommen.
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