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Shelby und Toni

Kurzbeschreibung
OneshotDrama / P12 / MaleSlash
17.12.2020
17.12.2020
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Tonis Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie auf den Ozean hinaus starrte.
Irgendwo dort draußen im Wasser waren Nora und Rachel allein. Allein mit einem Hai.

"Dot", schrie Shelby plötzlich. Genauso irritiert wie Dot schaue Toni das neben ihr stehende Mädchen an. "Verdammt komm her!", rief Shelby erneut und mit einer Sekunde Verspätung rannte Dot zu den beiden.
Es passierte so schnell das Toni nicht reagieren konnte. "Halt sie fest! Und lass auf keinen Fall los.", erklärte Shelby hektisch und zeigte auf Toni.
In einer anderen Situation hätte Dot Warum gefragt aber bei der Panik, die in der Luft lag, fackelte sie nicht lange und schlang ihre Arme um Tonis Oberkörper. Im selben Augenblick rannte Shelby Nora ins offene Meer hinterher.

Als Toni realisierte, dass Shelby gerade ihr Leben in Gefahr brachte schaltete sich ihr Hirn aus. Wie wild geworden begann sie gegen ihre Beschützerin zu kämpfen, die Schwierigkeiten hatte sie festzuhalten.
"Sheeeeeeeeelbyyyyyyyyyyy", Toni schrie sich ihre Seele aus dem Leib.
"SHELBY, SHELBY, NEIN, SHELBY"
Es klang als würde ihre Lunge dabei zerreißen.
"KOMM ZURÜCK!"

Toni schaffte es sich aus dem Griff ihrer Babysitterin zu befreien und fiel zu Boden. Dot sprang ihr sofort hinterher. Verzweifelt trat Toni nach dem Mädchen und brüllte mit aller Kraft: "LASS MICH!"

"Dorothy. Toni." schrie Fatin dazwischen und beide ließen sofort von einander ab, um in die Richtung zu blicken in die Fatin zeigte. Aus den Wellen tauchten drei Gestalten auf. Toni sprang auf und sprintete los. Noch nie war sie so schnell gerannt. Die anderen Mädchen dicht auf ihren Fersen.

Toni erreichte die Drei im Knie hohen Wasser. Jeder von ihnen war überströmt mit Blut - viel zu viel Blut.
Rachel schien bewusstlos und hing wie ein nasser Sack über ihren Schultern. Blut lief aus ihrer Hand auf Nora. Nur sah diese nicht mehr wie eine normale aus. Sie hing in Fetzen und es schienen Finger zu fehlen. Toni wurde kotzübel.
Schockiert blickte sie von der Hand zu Shelby. Sie war kreidebleich. "Toni", flüsterte sie flach atmend "Mein Bein.", dann verdrehten sich ihre Augen und sie brach zusammen. "Shelby" sagte Toni erschrocken und sprang nach vorn um sie aufzufangen. Die anderen tauchten neben ihnen auf. Leah griff Rachels gesunden Arm und verhinderte so, dass sie und Nora ins Wasser kippten. Mehr bekam Toni nicht mit.

Für sie gab es nur noch die zitternde Shelby.
Adrenalin durchflutet Toni. Schnell fasste sie den schlaffen Körper und hob ihn mühelos nach oben.
Sie erlaubte es sich nicht darüber nachzudenken, dass Shelby normalerweise wahrscheinlich zu schwer für sie gewesen wäre. Irgendwer wollte ihnen helfen, aber Toni stapfte wie in Trance mit Shelby im Arm an den anderen vorbei.

An Land stolperten sie durch den Sand zum Lagerfeuer. Hinter ihnen bildete sich eine Spur aus Wasser und Blut.
In Tonis Kopf wiederholte sich immer wieder der Satz "Der fucking Hai hat sie ins Bein gebissen, er hat sie gebissen!"
Tränen stiegen in ihre Augen und als Toni Shelby vorsichtig im Lager ablegte, begann sie bitterlich zu weinen.
Durch den Schleier ihrer Tränen sah sie, wie Martha sich neben sie fallen ließ "Hilfe Martha. Bitte hilf ihr", flehte Toni mit gebrochener Stimme. Wie ein verletzter Wolf heulte Toni nach Hilfe. "DOT. LEAH, FATIN! BITTE!" Tonis sonst tiefe, kratzige Stimme war von dem ganzen Schreien fast nur noch ein hohes Schrillen.
"Ich bin da", sagte Fatin und erschien auf der anderen Seite von Shelby "Dot hilft mit Rachels Hand. Sie hat mir gesagt, was ich tun soll" schnell machte sich die dunkel Haarige an Shelbys Bein zu schaffen.
"Martha halt das", sie drückte ihr Mullbinden in die Hand "Wir machen einen Druckverband. Die Wunde blutet zum Glück nicht zu stark, es scheint keine Hauptader verletzt zu sein."
"Mach einfach! SCHNELL!", jammerte Toni überwältigt von ihrer Angst.

Wenige Minuten später atmete Fatin laut aus: "Fertig. Der Verband scheint zu halten. Mehr können wir gerade nicht tun." Dicke Tränen fielen stumm von Tonis Wangen. Stille hing zwischen den Mädchen, bis ein Stöhnen von Shelby das Schweigen brach. "Fuck Fuck Fuck", hektisch wischte sich Toni die Wangen trocken. "Toni ...", stammelte die Blondine "Was ... passiert?" "Du fucking Idiot bist ins Wasser gerannt um Rachel und Nora zu helfen. Der shitty Hai hat dich gebissen." Toni schluchzte "Fatin hat einen Druckverband gemacht." Panik spiegelte sich in Shelbys Augen. "Keine Angst, dein Bein ist noch dran. Es scheint, dass er dich nur schlimm gestreift hat. Nicht wirklich zugebissen.", sprang Martha schnell ein, um Tonis Erklärung zu korrigieren. "Rachel. Nora?" Shelbys Stimme klang verzweifelt. "Rachels Hand sieht übel aus, die anderen kümmern sich um sie. Nora scheint okay", erklärte Fatin und drückte Shelbys Hand. "Hast du Schmerzen?", fragte Toni besorgt, als Shelby ihr Gesicht verzog. Anstatt etwas zusagen nickte die Gefragte nur mit zusammen gekniffenen Augen.
"Martha und ich holen Schmerzmittel und schauen nach Rachel" Fatin stand auf und lief gefolgt von Martha zu den anderen. Die sich ein paar Meter weiter um die im Sand liegende Rachel kümmerten.

So herzlos wie es auch klang interessierte Toni das weitere Geschehen am Strand nicht. Für sie gab es nur die sich vor Schmerzen windende Shelby.  "Komm her", flüstere Toni und stemmte die wimmernde Shelby etwas nach oben. Sie schob ihren Körper unter den des anderen Mädchens und zog sie so in ihren Schoß. "Ist das Okay so?", fragte Toni während sie auf die in ihren Armen liegende Shelby blickte.
Shelby hauchte mit immer noch geschlossenen Augen ein „Ja“. Sanft strich die Brünette ihr Haare aus dem Gesicht.
"Du Idiot. Du scheiß mutiger Vollidiot.", flüstere Toni vor sich hin und streichelte vorsichtig Shelbys Wange "Mach mir nie wieder so eine fucking Angst!"
Shelby flüsterte  mit schwacher Stimme: "Kann ich nicht versprechen" . Sie schaute aus großen Augen zu Toni hinauf und versuchte ein Lächeln zustande zu bekommen.  "Lass den Quatsch. Das ist nicht witzig.", von ihren Gefühlen überwältigt beugte sich Toni hinunter und presste ihre Lippen auf die von Shelby.
Ihr war egal, dass die anderen sie sehen konnten. Toni schiss auf die Meinungen der anderen.

Als sie sich löste bemerkte sie Fatin, die etwas verlegen neben ihnen stand. "Ich wollte nicht stören", sagte sie und setzte sich Toni und Shelby gegenüber "Hier die Tabletten und Wasser" vorsichtig überreichte sie Toni die Dose mit Wasser und Shelby die Pille.  "Swallow the fucking Pill", zitierte Toni Shelby und half ihr beim Trinken. Fatin musste bei dem Anblick trotz der schrecklichen Geschehnisse lächeln. "Du bist aber um einiges sanfter mit ihr als sie es mit dir war, Toni. Wenn man bedenkt, wie sie dich auf den Boden gerammt hat".
"Ich bin aber auch nicht so stur wie sie", antworte Shelby ebenfalls am Schmunzeln.
"Toni, seit wann bist du so ein Softi?", fragte Fatin absichtlich provokant.
"Ich bin kein Softi. Nur besorgt und verknallt in unseren Jesus Freak.", konterte Toni trocken und vermiet es eines der beiden Mädchen anzusehen.  "Bitte bleib kurz bei ihr." Tonis stimme klang plötzlich zittrig. So schmerzfrei wie möglich übergab sie Shelby in Fatins Arme. Toni stand ungeschickt auf und stolperte so schnell sie konnte weg ins hohe Gras der Dünen.  "Was?" Shelby blickte verwirrt zu Fatin, die genauso irritiert schaute. "Wo ist sie hin? Ich kann sie nicht sehen." Shelby verrenkte fast ihnen Kopf um Toni nach zu gucken. "Warte" Fatin kniff die Augen zusammen um im Sonnenlicht besser sehen zu können. "Ah ... Das musst du nicht sehen", lachte Fatin und drehte Shelbys Kopf zurück in ihre Richtung.
"Dein Softi kotzt sich gerade sie Seele aus dem Leib."
"WAS?" Das blonde Mädchen guckte erschrocken "Warum?"
"Naja ich vermute, dass du erstens ihr genauso eine Angst eingejagt hast wie der Flugzeugabsturz und zum zweiten hat Miss Ich hasse die Welt und besonders Shelby Goodkind gerade zugegeben, das sie einen crush auf dich hat." Fatin zwinkerte Shelby zu "Jetzt wissen wir was sie fühlt."
Shelby spürte wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg. Trotz der Schmerzen und der Atmosphäre der Angst, die immer noch am Strand herrschte konnte Shelby nicht aufhören zu lächeln.
Überwältigt vergrub sie ihr Gesicht in den Händen. "Und so wie ich das sehe ist unsere kleine Miss Homophobia in Wahrheit eine Miss crushing hard of little troublemaker" Fatin lachte amüsiert. Shelby sagte nichts weiter dazu außer ein kräftiges Nicken. "Sexuelle Anziehung. Ich habs doch gesagt."
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