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Schneesturm über L.A.

von BlindFate
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
Captain Hank Stanley Chet Kelly John Gage Marco Lopez Mike Stoker Roy DeSoto
17.12.2020
06.03.2021
22
38.419
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17.12.2020 2.058
 
„Hey, Chet, gib’ mir mal den Hammer!” stand Johnny, seinem Kollegen die Hand entgegen streckend, den Blick auf die Tannengirlande, von der er gerade dabei war sie an einer der Wände in der großen Halle aufzuhängen, auf der Leiter.
Chet, der eigentlich die große Halle wischen sollte, dachte jedoch nicht daran ihm den Gefallen zu tun und ihm den Hammer zu geben. Stattdessen stand er, sich mit beiden Händen auf dem Stil des Wischmops abstützend da und beobachtete Johnny dabei, wie er, eine Hand seitlich ausgestreckt, mit der Anderen die Girlande festhaltend, da stand. Bereitete es ihm einfach zu viel Spaß ihm dabei zu zu sehen, wie er sich einen abmurkste, statt ihm zu helfen.  
„Chet, den Hammer.” wiederholte Johnny seine Bitte. Dieses Mal jedoch deutlich knapper und mit wesentlich energischerem Tonfall.
„Tut mir leid, Gage, ich würde dir ja gerne helfen, aber die Halle wischt sich nicht von selbst.” erwiderte Chet es ihm daraufhin. Stand aber, während er sprach, nach wie vor, sich mit beiden Händen auf dem Stil des Wischmops abstützend, da. Das einzige was er tat war, gelassen mit den Schultern zu zucken.
Auf seine Worte hin ließ Johnny nun von der Girlande ab und drehte sich, diese jedoch weiterhin mit einer Hand festhaltend, seinen ausgestreckten Arm nun wieder zurück ziehend, zu Chet um. „Wirklich, sehr witzig, Chet.” funkelte er ihn, als er ihn genüsslich da stehen sah, wütend an. Gleich darauf ließ Johnny aber auch schon wieder von ihm ab und hielt nun selbst nach dem Hammer Ausschau. Kaum hatte er ihn erblickt neigte er sich, seinen freien Arm bereits nach diesem ausstrecken, auch schon zu ihm herunter. Dabei verlagerte er sein Gewicht jedoch so sehr, dass die Leiter ins Wanken geriet.
Noch ehe Johnny überhaupt die Chance dazu hatte das Gleichgewicht wieder zu erlangen, kippte die Leiter auch schon um und Johnny landete unsanft, rücklings, auf dem Boden.

Chet, der das Ganze mit ansah, stand sein Entsetzen über den Sturz seines Kollegen zwar im ersten Moment ins Gesicht geschrieben, da, doch konnte er sich schon im Nächsten ein Lachen einfach nicht verkneifen. Denn als Johnny sich schließlich wieder, wenn auch mit einem Schmerz erfüllten Stöhnen aufrichtete, saß er, die Girlande um Kopf und Schultern gewickelt, beide Beine leicht, wie zu einem Schneidersitz angezogen, sich mit einer Hand auf dem Boden abstützend, sich mit der Anderen seitlich den Rücken reibend, mit dem Gesicht zu Chet, da.

Durch das laute Poltern und Johnny’s Schreckensschrei, den er während des Sturzes von sich gegeben hatte, aufmerksam geworden, kamen nun auch die restlichen Jungs, aus allen Ecken der Station in die große Halle geeilt.
Als auch sie schließlich ihren Kollegen, mit der Girlande über Kopf und Schultern, da sitzen sahen, mussten auch sie unweigerlich lachen. War es, in ihren Augen, einfach nur ein Bild für die Götter, weshalb Chet, kaum das sie da waren, Roy sofort den Wischmopp in die Hand drückte und zu einem der Schränke, die sich in der großen Halle befanden eilte.
Das gefunden, wonach er gesucht hatte, eilte Chet, sich die Kamera bereits vors Auge haltend,  umgehend wieder zu den Jungs zurück. „Bitte lächeln!” gab er es, kaum das er den richtigen Winkel für das Foto gefunden hatte, Johnny zu verstehen und drückte, genau in dem Moment, in dem er wütend zu Chet aufsah, ab.
„Das wird das perfekte Foto!” grinste Chet freudig vor sich her, während er die Kamera nun wieder senkte. Gleich darauf ließ er jedoch auch schon wieder von Johnny ab und brachte die Kamera umgehend in Sicherheit. Hatte er keine Lust seinen weihnachtlichen Schnappschuss zu verlieren, weshalb er die Kamera an einem sicheren Ort verstecken wollte.
Während Chet nun in den Schlafsaal verschwand, blieb Johnny wo er war und sah ihm lediglich, mit, nach wie vor, wütendem Blick, hinter her.

„Alles okay?” war es, im nächsten Moment, die ruhige Stimme seines Partners, die ihn aus seinen Gedanken riss.
„Ja, glaub schon.” gab Johnny es ihm daraufhin zu verstehen und machte sich gleich darauf daran sich von der Girlande zu befreien.
„Na komm’.” half Roy ihm, nachdem Johnny sich schließlich von dem Grünzeug befreit und es frustriert neben sich zu Boden gepfeffert hatte, auf. Hielt ihm dazu eine Hand hin.
Jedoch zögerte Johnny für einen kurzen Moment und sah seinem Partner zunächst noch in die Augen, ehe er seine Hand schließlich entgegen nahm und sich somit von seinem Platz erhob. Während er jedoch aufstand entfloh ihm ein leichtes Stöhnen. Hatte ihm der Sturz doch etwas zugesetzt.
Roy, dem es nicht entgangen war, dass sein Partner sich steifer als sonst bewegte, sagte jedoch nichts. Schließlich wusste er, wie stur Johnny sein konnte, was so etwas betraf.
„Kaffee?” erkundigte er sich daher bei ihm und sah, während sie bereits den Weg in Richtung Küche eingeschlagen hatten, flüchtig und mit fragendem Blick, zu Johnny herüber.
„Ja.” war alles, was dieser ihm daraufhin, sich abermals mit einer Hand in Höhe des Steißbeins den Rücken reibend, erwiderte.
Roy beobachtete es, schüttelte aber, statt etwas zu sagen, nur einmal kaum merklich verneinend mit dem Kopf. Sparte er sich auch dieses Mal jegliche Worte.
„Was?” blieb Johnny die Geste seines Freundes und Partners jedoch nicht unbemerkt, weshalb er, ihm mit ernstem, zugleich jedoch auch fragendem Blick in die Augen sehend, in der Bewegung inne hielt und, mehr oder weniger, zur Rede stellte.
„Nichts.” musste Roy sich ein Schmunzeln unterdrücken.
Johnny wollte gerade dazu ansetzen etwas zu sagen, als ein Nießen quer durch die Halle zu vernehmen war.
„Gesundheit!” drang es draufhin, von allen Seiten her, zu ihnen heran. Hatten sich auch die anderen Jungs, nachdem Johnny und Roy sich auf den Weg in die Küche gemacht hatten, wieder an die Arbeit gemacht. Nur sie blieben still und sahen stattdessen, verwundert zu ihrem Captain herüber. Machte er auf sie, schon seit ihrem Dienstantritt vor gut einer Stunde, einen nicht sonderlich munteren Eindruck.
„Alles okay, Cap?” machten die beiden Paramedics sich sofort Sorgen um ihren Vorgesetzten, weshalb sie von einander abgelassen hatten und stattdessen nun, mit fragendem, zugleich jedoch auch leicht besorgtem Blick zu ihrem Captain herüber sahen.
„Ja, geht schon. Ist nur ein kleiner Schnupfen.” entgegnete Hank es ihnen daraufhin. Musste aber, kaum das er seinen Satz beendet hatte, erneut nießen. „Wenn sie mich brauchen, ich bin in meinem Büro.” gab er es ihnen daraufhin noch zu verstehen, verschwand aber gleich darauf auch schon in seinem Büro.
Johnny und Roy sahen ihm noch für einen kurzen Moment hinter her. Ließen aber dann von ihm ab und sahen sich stattdessen abermals gegenseitig, mit fragendem, eher verwunderten Blicken, in die Augen. Johnny quittierte den Blick seines Partners mit einem knappen Schulterzucken, ließ dann aber auch schon wieder von ihm ab und machte sich stattdessen auf den Weg in die Küche. Brauchte er eine Pause.


„Man, wenn das so weiter schneit, haben wir bald alle Hände voll zu tun.” kam Marco irgendwann, durch den Seiteneingang, zu ihnen in die Küche. Blieb aber, sich den Schnee von den Schuhen und den Schultern abklopfend, unmittelbar vor dieser Stehen.
Johnny und Roy, die bis gerade eben, in verschiedenen Teilen der Zeitung lesend da gesessen hatten, hatten, als die Tür geöffnet worden und Marco zu ihnen herein getreten war, von diesen abgelassen und sahen nun mit fragendem Blick zu ihm herüber. Hatten sie, bis jetzt, noch nichts davon mitbekommen, dass es begonnen hatte zu schneien.
„Wieso?” war Johnny dementsprechend über die Worte seines Kollegen verwundert, weshalb er ihn auch mit entsprechendem Blick betrachtete, vor allem, wo er die Reste des Schnees sah, die Marco sich soeben von den Schuhen abgeklopft hatte.
„Habt ihr mal rausgeguckt?” wunderte Marco sich ebenso über die Reaktion der Beiden, wie sie sich über seine Worte wunderten und betrachtete sie ebenfalls mit dementsprechend fragendem Blick.
Von seiner Neugier geleitet erhob Johnny sich nun von seinem Platz und trat, nach wie vor, mit fragendem, sowie verwundertem Blick zu Marco herüber sehend auf diesen zu.
Marco machte, als er sah, wie Johnny auf ihn zu kam, einen Schritt zur Seite und gewährte ihm somit Zugang zu der Tür.
Auch Roy war nun aufgestanden und folgte seinem Partner zum Seiteneingang, wobei auch er flüchtig zu Marco herüber sah, ehe er seinen Blick nach draußen richtete, wo bereits gute drei Zentimeter Schnee den Hof und die Autos, sowie alles andere bedeckten.
„Ich fass es nich’...” konnte Johnny nicht glauben, was er da sah. Schließlich kam es nicht oft vor, dass es in L.A. schneite. „... Ich fass es einfach nich’. Wie lang ist es jetzt her, seit es hier zuletzt geschneit hat?” ließ Johnny nun von der weißen Pracht ab und wandte sich stattdessen, mit ungläubigem, fast schon, entsetztem Blick abwechselnd zwischen Roy und Marco hin und her sehend, zu diesen um.
„Da warst du noch nicht geboren, Kleiner.” gab Roy es ihm daraufhin, mit einem Schmunzeln auf den Lippen zu verstehen. Ließ aber gleich darauf auch schon wieder von Johnny ab und wandte sich zum Gehen.
„Ach ja? Und du schon, oder wie? Falls du dich daran erinnerst. Du bist grad mal ein Jahr älter als ich!” fing Johnny daraufhin an zu protestieren und eilte seinem Partner, diesem mit ernstem, zugleich aber auch leicht entsetztem Blick hinter her sehend, umgehend hinter her.
„Ja.” war alles, was Roy ihm, nachdem er nach nur ein paar Schritten nochmals zum Stehen gekommen war und er sich nochmals zu Johnny umgedreht hatte, mit einem kaum merklichen Schulterzucken und Nicken zu verstehen.
„Moment mal... Das heißt ja...” konnte Johnny seinen Satz, da er gedanklich noch nachrechnen musste, wie lange es dann jetzt her war, seit es zu letzt geschneit hatte, nicht beenden. Kam Roy ihm im nächsten Moment zuvor.
„Das es vor achtundzwanzig einhalb Jahren zuletzt geschneit hat. Genau.” ruhte Roy’s Blick die ganze Zeit über auf Johnny und konnte somit zusehen, wie sich seine Gesichtszüge nur noch mehr in Unglaube und Entsetzen wandelten.

„Da hat wohl einer noch nie in seinem Leben Schnee gesehen.” war es, im nächsten Moment, Chet’s Stimme, die zu ihnen, vor allem aber zu Johnny, herandrang.
„Halt die Klappe, Chet.” fuhr Johnny ihn daraufhin umgehend an, wobei sich in seinem Blick nun doch wieder mehr Wut, als alles andere abzeichnete.
„Gage, Gage, Gage. Was kann ich dafür, wenn du noch nie in deinem Leben Schnee gesehen hast, hm?” kam Chet nun, ihm, mit Unschuldsmiene und gleichzeitig fragendem Blick, direkt in die Augen sehend, auf Johnny zu und nur einen Schritt von ihm entfernt vor ihm zum Stehen.
Johnny wollte, auf seine Worte hin abermals dazu ansetzen etwas zu sagen, wurde jedoch erneut unterbrochen, nur das es dieses Mal Hank war, der ihn davon abhielt etwas zu sagen.
„Kelly, helfen sie Stoker und Lopez beim Schneeschaufeln. Wir müssen die Einfahrt freihalten. Gage, DeSoto, sie sehen zu, dass die Dekoration fertig wird.” ruhte Hank’s Blick zunächst auf Chet, dann auf Marco, ehe er zu Johnny und Roy herüber sah.
Nun war es Chet, der dazu ansetzen wollte etwas zu sagen, wurde aber, genau wie Johnny zuvor, noch bevor er überhaupt auch nur einen Ton von sich geben konnte, von Hank unterbrochen.
„Keine Widerrede, Kelly.” ruhte Hank’s, in Johnny’s und Roy’s Augen, glasiger Blick nun erneut auf Chet. Dazu kam, dass sich seine Stimme anders als sonst und wesentlich verschnupfter, als zuvor anhörte, weshalb sich Johnny und Roy erneut umgehend um ihren Captain sorgten.
„Worauf warten sie noch? Gehen sie Schn- Schnee... schaufeln.” wandte Hank sich, ein Nießen unterdrückend, im nächsten Moment abermals an Chet. Konnte es aber, nachdem er seinen Satz beendet hatte, nicht länger unterdrücken, weshalb er nun abermals, in Anwesenheit vier seiner Jungs, ordentlich nießen musste.
„Gesundheit, Cap.” war es Johnny, der sich daraufhin, als Erster von ihnen, zu Wort meldete.
„Sind sie sicher, dass sie in Ordnung sind, Cap?” ließ Roy seine Sorge um ihn gleich darauf verlauten.
„Ja, ja... Geht schon. Nichts was ein Tee und eine Brühe nicht geregelt bekommt.” gab Hank es ihm daraufhin, sich mit einem Stofftaschentuch die Nase abwischend, zu verstehen.
„Wie sie meinen, Cap.” blieb Roy nichts anderes übrig, als die Worte seines Vorgesetzten hinzunehmen. Schließlich war er, genau wie Johnny, der sich, seit seinem Sturz, immer noch etwas steif bewegte, alt genug um zu wissen, was er tat. Zumindest hoffte er es. Jedoch war er sich, was das betraf, nicht ganz sicher. Genauso wie er sich nicht sicher war, dass es sobald wieder aufhörte zu schneien.
 
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