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Funkenflug - die Funkensaga Teil 4

von Roskva
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12 / Gen
Banshee / Sean Cassidy Beast / Henry "Hank" Philip McCoy OC (Own Character) Professor X / Professor Charles Francis Xavier Storm / Ororo Munroe
15.12.2020
30.05.2021
8
14.050
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15.12.2020 2.695
 
Nick Martin, auch Newton genannt, hielt den Telefonhörer fest umklammert. Es war Nachmittag. Der Tresen der Motelrezeption, an dem er stand, hatte Flecken und Newton wischte mit der freien Hand einmal drüber.
Sein Herz klopfte schneller, seitdem er die Entscheidung getroffen hatte, ihn anzurufen. Er wußte, dass sie etwas dagegen hatte. Sie hatte den Kontakt zu ihm komplett abgebrochen. Hatte abgeschlossen mit dem, was geschehen war. Sie wollte nicht darüber reden. Sie wollte nur nach vorn sehen. Newton hatte sich, so lange er konnte, daran gehalten, aber jetzt war es genug. Die Suche nach seiner Schwester Stella dauerte schon zu lange.
Schon viel zu lange. Anfangs hatten sie noch eine Ahnung, wohin sie gehen mussten. Zuerst die Hütte im Wald und schließlich ein kleines Reihenhaus im New Yorker Randbezirk. Doch nach nur drei Wochen verlor sich die Spur. Ariel war fort.
Sie hatte anscheinend nicht lange gebraucht, um die Fähigkeiten von Stella geschickt genug einzusetzen, um offiziell unter zu tauchen.
Die Suche hatte sie weiter nach Washington D.C. geführt, aber es war mehr eine Ahnung denn eine wirkliche Spur. Eigentlich wußten sie gar nicht, wo sie suchen sollten, Ariel könnte sonst wo sein. Könnte das Land verlassen haben. Newton war der Verzweiflung nahe, wenn er daran dachte, seine kleine Schwester vielleicht nie mehr wieder zu sehen.

Deshalb war er die Treppen herunter gekommen, hatte dem älteren Herren am Tresen ein paar Dollar zugesteckt und daraufhin das Telefon hingestellt bekommen. Jetzt musste er nur noch wählen.
Sie war gerade unterwegs. Wollte noch ein paar Dinge besorgen, hatte sie gesagt. Das war die Gelegenheit, endlich das Richtige zu tun. Er hätte sich niemals auf ihre Bedingungen einlassen dürfen, aber sie war völlig versessen darauf gewesen, es ohne den Professor hinzukriegen. Aber was brachte es ihnen, wenn sie keinen Erfolg hatten. Er wollte irgendwann schließlich wieder heimkehren können. Und das mit seiner Schwester.

***

Es waren sieben Wochen und drei Tage vergangen, seit Nick mit Melody das Gelände der Schule von Charles Xavier verlassen hatte. Sie ging, um Stella zu suchen und von ihrem übernatürlichen Parasiten Ariel zu befreien. Ariel hatte sich Jahre lang in Melody selbst eingenistet. Sie konnte gerettet werden, aber nun war Stella fort und Ariel war in ihrem Kopf. Melody fühlte sich irgendwie verantwortlich dafür, deshalb ging sie.
Nick folgte ihr, um seine Schwester zu finden und zu verhindern, dass ihr etwas geschieht.
Seitdem waren sie allein. Nur er und sie. Eine nicht ganz einfache Allianz, denn Nick konnte Melody nicht ausstehen. Sie war uneinsichtig, vorlaut und in seinen Augen nicht wirklich intelligent. Sämtliche Probleme der letzten Monate hatten mit ihr zu tun. Er hatte sich mehr als einmal gewünscht, sie wäre niemals in seinem Leben aufgekreuzt.
Dennoch hatte er darauf bestanden, sie zu begleiten, weil er die Chancen auf Stellas Rettung deutlich besser mit ihr zusammen sah. Sie war unberechenbar und würde womöglich in ihrer Verblendung Stella verletzen. Er wollte sicher gehen, dass Stella nichts geschah. Dafür musste er aber die Kröte schlucken, mit Melody zusammen zu sein. Und zwar nur mit ihr.

Melody hatte den Kontakt zu allen abgebrochen, die sie zurückgelassen hatten. Cassandra Corvin, die ihre Freundin und wie eine kleine Schwester für sie war. Hank McCoy, der ihr ein ehrlicher Freund gewesen war. Charles Xavier, der sie an die Schule geholt hatte. Der sie unterrichtet hatte. Der sie befreit hatte. Charles, den sie vor allen anderen verlassen hatte.
Sie hatte mit allen gebrochen.
Vielleicht bestand sie deshalb darauf, dass Nick sie nicht mehr Melody nennen sollte. Sie wollte Melody hinter sich lassen. Wollte sich nur noch auf die Zukunft konzentrieren, um nicht daran zu denken, was sie verlassen hatte.
Sie wollte jemand anderes - und wollte Tesla genannt werden.

Newton war es anfangs egal, wie er sie nennen sollte und dass sie keinen Kontakt mehr haben wollte. Einzig sein Ziel war bedeutend für ihn. Also willigte er ein. Aber mit jedem Tag, der ohne einen neuen Hinweis, ohne eine neue Hoffnung verstrich, verfluchte er dieses Abkommen. Tesla musste irgendwann doch begreifen, dass sie nicht weiterkommen würden.

***

Also wählte er.
Nur zwei Klingeltöne und es wurde abgehoben.
„Professor!“ sagte er mit trockener Kehle.

Am anderen Ende der Leitung war ein tiefes Atmen zu hören, bevor Professor Charles Xavier antworten konnte.
„Nick?“ raunte er.
„Newton.“ korrigierte er schon automatisch. Tesla sprach ihn nicht mehr mit seinem richtigen Namen an, so dass es ganz von alleine kam.
„Wo seid ihr?“
„Washington.“
Stille.
Newton fühlte Nervosität. Zum einen fürchtete er, dass Tesla jeden Moment herein kommen könnte und er sich vor allem anderen rechtfertigen müsste, warum er sich über ihre Abmachung hinweggesetzt hatte. Zum anderen wußte er nicht, ob er überhaupt das Recht hatte, den Professor um Hilfe zu bitten.
„Geht es euch gut?“ Die Stimme des Professors war sanft. Natürlich war sie das. Newton lächelte. Er hätte allen Grund gehabt, wütend zu sein, doch er sorgte sich einfach um ihre Sicherheit. So wie er es immer tat.
„Ja, uns geht es gut. Ich…“ Er zögerte. „Ich brauche Ihre Hilfe.“
Jetzt war es raus. Newton ließ einen Moment verstreichen und erklärte sich dann. „Ich weiß nicht mehr, wo wir noch suchen sollen. Ich habe ihre Spur verloren, deshalb…“
Charles Xavier wußte sofort, was er meinte. „Dann brauchen wir Cerebro.“
…Wir…
Newton hörte dankbar dieses kleine Wort aus dem Mund des Professors und schloss für einen Moment bewegt die Augen. Er ließ sie nicht im Stich. Wie hatte Newton etwas anderes glauben können? Er ließ dankbar die Schultern sinken, als die Anspannung aus seinem Körper wich.
„Ja“ hauchte er. „Ich weiß einfach nicht, was ich sonst machen soll.“
„Du musst dich nicht rechtfertigen. Ich mache mir ebenso Sorgen um deine Schwester und wünsche mir, dass sie nach hause kommt. Ihr alle.“ Zuversicht lag in seiner Stimme und Newton fühlte seit langer Zeit wieder Hoffnung.
„Danke“ sagte er leise.
„Wie kann ich dich erreichen, wenn ich etwas erfahren konnte?“ fragte der Professor.
„Sie können mich immer erreichen.“ antwortete Newton
„Bisher ging es nicht.“ sagte der Professor.
„Ach ja“ fiel es Newton ein. Tesla hatte ständig einen Schild um sie herum, wenn sie da war. Er wußte nicht genau, wie sie es machte, aber irgendwas mit Impulsen hatte sie mal gefaselt. Er hatte nicht so ganz zugehört. Jetzt ärgerte er sich darüber.
„Wenn sie nicht da ist, dann können sie sich mit mir in Kontakt setzen.“ antwortete er.
Das Verstecken der letzten Wochen musste aufhören. Es behinderte sie nur. Für Newton zählte nur seine Schwester. Diese kleinlichen Gefühlsduseleien von Tesla durften ihn jetzt dabei nicht mehr behindern.
Er konnte sie mittlerweile zwar besser leiden als am Anfang, aber das hieß nicht, dass er für sie all seine Ziele über Bord werfen würde.
Es klickte in der Leitung und das Gespräch war beendet. Newton sah noch einen Moment auf den Hörer in seiner Hand und legte schließlich auch auf.

***

Zurück im Motelzimmer wartete er auf die Rückkehr von Tesla. Es dauerte noch eine knappe halbe Stunde, bis sie mit einer Einkaufstüte bepackt die Tür öffnete.
In der Tüte befanden sich Snacks, Hygieneartikel und ein paar Getränke.
„Hey!“ begrüßte sie ihn. Newton starrte aus dem Fenster, während sie die Tüte auspackte.
„Gibts was neues?“ fragte er.
„Ich wollte nochmal zum Bahnhof. Vielleicht ist sie heute dort aufgetaucht.“ antwortete Tesla, während sie die Hand wieder in die Papiertüte steckte .
„Glaubst du das wirklich?“
Sie seufzte. „Ich weiß es nicht, aber was soll ich denn sonst tun? Hier rumsitzen wie du und auf ein Wunder hoffen?“
Newton drehte sich schwungvoll um. „Keine Ahnung, aber es war deine Idee, alles allein machen zu wollen.“
„Du hättest nicht mitkommen müssen.“ blaffte sie ihn an.
„Sie ist meine Schwester!“ keifte er zurück.
Und wieder begann dasselbe Streitgespräch, das sie schon so oft geführt hatten. Diesmal allerdings verkürzte Newton es sofort, indem er sagte, was Tesla niemals hören wollte.
„Ich mach nicht mehr so weiter.“
„Was soll das heißen? Willst du zurück? Geh doch. Ich brauch dich nicht.“ Schwungvoll stellte sie die zwei Wasserflaschen, die sie in der Hand gehalten hatte, auf den niedrigen Tisch neben ihrem Bett.

„Nein. Das heißt, ich habe um Hilfe gebeten.“ Newton baute sich mit verschränkten Armen vor ihr auf und wartete auf das nahende Donnerwetter, das hundertprozentig mit Blitzen daherkommen würde.
Teslas Augen verengten sich zu Schlitzen, als sie langsam begriff, was hier vor sich ging. Mit einem boshaften Grinsen sah Newton, dass seine Vermutung richtig gewesen war. Er hörte das Knistern und sah, wie sie die Fingerspitzen aneinander rieb. Oh sie war so einfach zu reizen.
„Was hast du gemacht, Newton?“ Ihre Stimme war ruhig. Gefährlich ruhig. Doch Newton war das egal. Er hatte so oft wegen belangloserer Dinge mit ihr gestritten. Aber das hier war wichtig für ihn. Da würde er nicht zurücktreten. Sie musste ihre Befindlichkeiten einfach mal hintanstellen, wenn sie wirklich Erfolge erzielen wollten und irgendwann wieder nach hause wollten.
„Ich habe den Professor angerufen.“ sagte er und konnte augenblicklich die Bestürzung in ihrem Gesicht sehen. Sie sagte nichts, sondern starrte ihn einfach nur an. Auch die Hände hatte sie plötzlich nur schlaff herabhängen. Das Knistern war verebbt und es war ihr deutlich anzusehen, dass sie nachdachte, wie sie jetzt reagieren sollte. Sie setzte sich auf die Bettkante und sah Newton einfach nur an.

***

Was sollte sie jetzt sagen?
Es war ihre eiserne Regel gewesen, Charles da rauszuhalten. Sie hatte ihn verlassen. Obwohl sie ihm gerade vorher noch versprochen hatte, es nicht noch einmal zu tun, war sie wieder gegangen, ohne mit ihm darüber zu sprechen. Sie hatte ihn verletzt.
Es war ihr nicht leicht gefallen. Lägen die Dinge anders, sie hätte sich in seinen Armen verkrochen und hätte alles, was um sie herum geschieht, liebend gerne ignoriert. Aber das konnte sie nicht. Alles in ihr warnte sie davor, Ariel zu unterschätzen.
Melody hatte Cedrick, Ariels Geliebten, getötet. Ariel war im Körper von Stella entkommen, doch was dann? Melody hatte einfach nicht glauben könne, dass Ariel sich zurückziehen und ihr gestohlenes Leben leben würde. Sie kannte Ariel mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass ihr ganzer Lebensinhalt mit Cedrick gestorben war. Alles, was sie getan hatte, zielte darauf ab, dass sie wieder mit ihm zusammen sein konnte. Die Entführung von Stella, der Austausch mit Cassandra. Es ging immer nur um Cedrick.
Doch jetzt war er tot. Melody hatte ihn getötet.

Nein. Tesla schüttelte den Kopf. Sie wußte, dass Ariel zurückschlagen würde. Und dann wollte sie wissen, dass alle, die sie liebte, außer Gefahr wären. Nur deshalb hatte sie die Kontakte abgebrochen.
Aber Newton hatte ihre Regel jetzt gebrochen. Tesla war sauer. Warum hatte er kein Vertrauen mehr?
„Ich weiß, dass wir sie finden können! Wir brauchen Charles nicht dafür!“ Sie ballte die Hände erneut zu Fäusten und atmete tief durch. Hatte er wirklich nicht verstanden, weshalb sie das alles tat?
„Du irrst dich!“ sagte Newton aufgebracht. Er hatte diese ganze Situation so satt. Er war schon immer schlecht darin, Geduld zu haben, aber er hatte im letzten Jahr schon viel zu oft nach seiner Schwester suchen müssen. Immer wieder war sie abgehauen. Immer wieder musste er sich um sie sorgen. Er konnte einfach nicht mehr warten. Es war ein Fehler  gewesen zu glauben, er würde sich an ihre Spielregeln halten können.
So war er einfach. Genau deshalb waren sie doch auch keine Freunde. Keiner wich von seiner Meinung ab.
Aber jetzt hatte er die Grenze überschritten. Jetzt war es zu spät, um zurückzurudern. Vielleicht sollten sie einfach schnell die Zelte abbrechen. Schnell verschwinden, bevor Charles oder Hank oder irgendjemand sonst von ihren Freunden hier plötzlich auftauchen würde, um zu helfen. Denn so waren sie einfach. Sie wollten helfen. Genau das aber wollte Tesla nicht.
„Nein!“ zischte sie und schloss kurz die Augen bevor sie weitersprach. „Selbst wenn es lange dauert. Ich werde sie finden.“
Newton verengte verärgert die Augen zu Schlitzen. Sie war so stur. „Wie kannst du nur sicher sein? Frustriert dich dieses Warten nicht auch?“
„Doch natürlich!“ sagte sie laut und sprang auf. „Aber ich werde dafür keinen in Gefahr bringen, der mir etwas bedeutet.“
Sie atmete noch einmal tief durch und ließ die Schultern hängen. Dann machte sie einen Schritt auf Newton zu und sah ihn müde an. „Ich weiß, dass ich sie finden werde, weil Ariel mich suchen wird, denn sie will ihre Wut an mir auslassen. Aber dann will ich jeden, der mir etwas bedeutet, weit weg von mir wissen. Sie darf sich nur auf mich konzentrieren. Nur auf mich.“
Die letzten Worte kamen eher flüsternd über ihre Lippen.

***

Newton sah auf ihren braunen Schopf hinunter. Sie waren keine Freunde. Konnten sich eigentlich gar nicht leiden und waren irgendwie nur zufällig ins selbe Boot gestiegen, um ihre Ziele zu erreichen. Aber jetzt… Soviel hatte er ihr nicht zugetraut.
Auf einmal wurde das, was eigentlich zwischen ihnen stand, kleiner und unbedeutender, denn sie war genauso verletzt wie er. Und genauso besorgt.
Er zog sie in eine Umarmung. Kaum zu glauben, dass er das tat, aber es fühlte sich gerade jetzt richtig an.
Sie hatte wirklich gute Gründe, sich zu verstecken, das verstand er jetzt. Und auch die Sorge, die sie die ganze Zeit umtrieb. Sie war der seinen ganz ähnlich. Dennoch war er überzeugt davon, dass er das richtige getan hatte. Niemand konnte ihm garantieren, dass sie es wirklich allein schaffen konnten und mit jedem Tag schwand die Hoffnung mehr und mehr, Stella zu finden.

***

Newton hatte sie noch nie umarmt. Es war fremd und überraschend. Aber Tesla hatte seit Wochen keine menschliche Nähe gespürt. Diese Umarmung war wie ein Glas Wasser am Ende einer langen Reise durch die Wüste. Und erst jetzt, als sie sie bekam, wußte sie, wie sehr sie es vermisst hatte, jemandem nahe zu sein. Sie war mit ihm eine Allianz aus der Not herein eingegangen. Doch heute konnte sie zum ersten Mal auch Kraft aus ihrer gemeinsamen Zeit ziehen. Sie schlang die Arme um seinen Körper und drückte sich fest an ihn. Ihre Augen brannten und sie presste die Lider fest aufeinander.
Sie hatte versucht, alles richtig zu machen. Alles allein zu machen. So wie sie es glaubte, dass es richtig war. Auch jetzt war sie fest davon überzeugt, dass sie keinen Kontakt nach hause brauchten und haben sollten. Aber Newton war da anderer Meinung, wie Tesla jetzt wußte.
Sie konnte es ihm nicht verübeln. Er sorgte sich. Seine Motivation hier zu bleiben, war eine völlig andere als die von Tesla.

Sie wollte Ariel stoppen.
Er wollte Stella retten.

Sie blinzelte einmal, als sie von einem weiteren Gedanken erreicht wurde.
Charles.
Tesla hatte Wochen lang nicht an ihn gedacht. Hatte die Erinnerung an ihn ignoriert. Jetzt sah sie sich plötzlich wieder mit Gefühlen konfrontiert, die sie verzweifelt niederzukämpfen versuchte. Sie lehnte sich zurück und brachte ein paar Schritte Abstand zwischen sich und Newton.
Sie hatten so oft gestritten, seit sie unterwegs waren. Tesla war es müde, erneut zu streiten. Sein Gesicht zeigte die Anstrengungen der letzten Wochen deutlich und sie konnte verstehen, warum er es getan hatte. Allerdings krampfte sich alles in ihr zusammen, wenn sie daran dachte, welche Tür er damit geöffnet hatte.
„Ich..“ begann sie zögerlich, „verstehe, warum du es gemacht hast. Aber erwarte nicht, dass ich dich dabei unterstütze.“
Sie senkte den Blick und wandte sich von ihm ab.

***

Sie verließ das Zimmer und ging hinaus. Newton sah die Tür ins Schloss fallen und atmete tief durch.
Ob sie vielleicht doch einsehen konnte, dass ihnen der Professor helfen konnte? Oder würde sie morgen verschwunden sein und ihn zurücklassen, weil er sie hintergangen hatte? Vielleicht war es ihr auch wirklich egal, das konnte Newton nicht sagen.

Jetzt war es nun einmal so. Der Stein war ins Rollen geraten. Er konnte nur hoffen, dass der Professor schnell etwas herausfinden würde und ihn kontaktierte. Solange konnte er nur warten.
Warten, dass er eine neue Spur fand. Seine Schwester wiederbekam und endlich heimkehren konnte.

Stella hatte sich nie ganz mit der Schule anfreunden können, doch Nick hatte dort ein Zuhause gefunden. Er hatte Freunde. Er hatte Respekt. Er hatte Cassandra. Oder auch nicht, es war kompliziert. Aber er wollte nicht fort von dort. Er wollte sich ein Leben aufbauen und kein Ort auf der Welt schien ihm dafür besser, als Charles Xaviers Schule für begabte Jugendliche.
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