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Tod im Treppenhaus

GeschichteKrimi / P16 / Gen
14.12.2020
04.04.2021
7
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14.12.2020 2.538
 
Es war 5.20 Uhr.
Bitterkalt.
Klaudia hätte sich nie im Leben vorgestellt, frühmorgens so kurz vor Weihnachten an der Nordsee zu stehen um sich den Sonnenaufgang anzuschauen.
Sie hatte das schon ein paar Mal gemacht, in einem Sommer.
Es war Jahrzehnte her.
Aber es war auch mit Marcus gewesen.
Er hielt sie fest an sich gedrückt.
Klaudia hatte ihre Arme unter seinen dicken Parker geschoben, ihren Kopf an seinen gelehnt.
Seine Haut war kalt.
Marcus hatte beide Arme um ihren Nacken gelegt und schützte ihren Hals so vor der Kälte und den Bereich ihres Kopfes, der nicht von der Mütze bedeckt wurde.
Sie waren seit vier Monaten hier.
Hier in dieser REHA-Anlage, an der Nordsee.
Marcus hatte sich nach der Gerichtsverhandlung, in der seine Peiniger verurteilt worden waren, dazu bereit erklärt, diese Wiedereingliederungsmaßnahme anzutreten.
Zwei Monate sollte sie noch dauern.
Weihnachten würden sie hier verbringen.
Klaudia fand das nicht schlimm.
Sie freute sich sogar ein wenig darauf.
Ihren Mann hatte sie für Marcus verlassen.
Es war ihr nicht 'mal schwer gefallen.
Hier bewohnten sie ein kleines 2-Zimmer-Appartement auf dem Klinik-Gelände.
Marcus hatte morgens Therapie.
Sie blieb in ihrem Appartement und schrieb.
Mittags aßen sie gemeinsam im Speisesaal und hatte Marcus nachmittags noch weitere Therapiestunden, schrieb sie noch ein bisschen.
Abends aßen sie wieder im Speisesaal der Einrichtung und verbrachten die Abende meist in ihrem Appartement, vor dem Fernseher.
Es war eine behütete kleine Welt.
Klaudia mochte sie.
Für sie brauchte es nicht zu enden.
Das Schöne an der Therapie war, dass es Marcus besser ging.
Er begann, das Trauma zu überwinden.
Er begann, wieder derjenige zu werden, den sie von früher kannte.
Natürlich nicht mehr der jugendliche Recke mit all seinen Idealen und Weltverbesserungsvorschlägen, aber er wurde wieder interessierter an Gerechtigkeit, zugänglicher für einen geregelten Alltag und er übernahm wieder die Dominanz in ihrer Beziehung.
Klaudia hatte das stets gemocht.
Seine Zugewandtheit, seine Aufmerksamkeiten, er hatte immer und in allem versucht, sie zu beschützen, zu verwöhnen, ihr zu helfen, und hatte er das auch probiert, seit sie sich wiedergetroffen hatten, so gelang ihm das mittlerweile wieder immer besser.
Klaudia fühlte sich wohl bei ihm.
Gut aufgehoben, beschützt.
Ein eisiger Windstoß zerzauste jetzt seine blonden, halblangen Haare.
Als Rothaariger hatte er das Glück, dass er nicht grau wurde.
Er wurde blond.
Allerdings verrieten ihn dann doch seine wenigen grauen Barthärchen inmitten der Rötlichen.
Klaudia zog ihre Arme unter seiner dicken Jacke hervor und legte ihre Hände auf seine Ohren.
Sie waren eiskalt.
„Komm, lass' uns gehen!“ meinte sie zu ihm.
„Nicht, dass Du Dir hier noch 'was einfängst!“
Sie hatten hier für sich ein kleines Ritual etabliert.
Einmal in der Woche standen sie in aller Herrgottsfrühe – eigentlich noch mitten in der Nacht – auf, zogen sich warm an und gingen an den nahen Strand um sich den Sonnenaufgang anzusehen.
Völlig durchgefroren kehrten sie dann zur Klinik zurück, zogen sich rasch um und gingen dann in den Bäderbereich.
Hier gab es ein kleines Warmwasserbecken, mit Blick auf das weite Gelände, und hier wärmten sie sich wieder auf bevor, bevor sie dann zum Frühstück gingen.
Meistens hatte sie danach noch eine knappe Stunde Zeit, um sich hinzulegen bevor Marcus zur ersten Therapiestunde des Tages ging.
Weil sie so früh aufgestanden waren, gönnten sie sich an diesen Tagen meist noch ein Mittagsschläfchen, und Klaudia wusste jetzt schon, dass sie das vermissen würde, würden sie in einen normalen Alltag zurückkehren!
Marcus lächelte.
Klaudia liebte seine wiedergewonnene Autorität, seine Ruhe, seine Sicherheit.
Sein Selbstbewußtsein.
„Ist schon gut.“
Er beugte sich zu ihr vor und küsste sie, ohne sie los zu lassen.
Seine Lippen waren kalt.
„Ich genieße gerade jede Sekunde hier mit Dir!“
„Hmmm ... ich auch! Aber unser warmes Bad wartet! Lass' uns gehen, Marcus! Du bist kalt!“
Sie beließ ihre Hände auf seinen Ohren.
Marcus lachte leise.
Sie hatte ihn lange nicht lachen hören.
Erst in letzter Zeit kam es wieder öfter dazu.
Sie genoss es.
Marcus ließ seinen Arm um ihre Schultern rutschen und zog sie sanft mit sich.
Die Sonne stand mittlerweile knapp über der Wasseroberfläche.
Ihr ganz helles oranges Licht verriet, dass es ein sonnig-kalter Tag werden würde.
Sie hatten bisher ein paar davon gehabt, klirrend kalt, mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Klaudia mochte solches Wetter.
Erste Sonnenstrahlen spiegelten sich auf der leicht gekräuselten Wasseroberfläche.
Die Halme der Dünenbewachsung waren weiß gefroren und der Sand knirschte unter ihren Füßen.
Es war nur ein Fußmarsch von etwa zehn Minuten bis zum Haupteingang.
Der Nachtpförtner hatte noch immer Dienst.
Er hatte sie herausgehen sehen und nickte ihnen jetzt bloss kurz zu.
Schon hier umfing sie angenehme Wärme, obwohl hier nicht extra geheizt wurde.
Ein schlicht geschmückter Weihnachtsbaum stand neben der Treppe nach oben.
Seine Lichterkette brannte weiß.
Ihr Appartement lag im zweiten Stock.
Marcus schloss die Tür auf und ließ sie vorangehen.
Sie hatten die Heizung hochgedreht, bevor sie gegangen waren, und jetzt empfing sie muckelige Wärme.
So angenehm, dass es Klaudia regelrecht schauderte als sie ihren Mantel auszog.
Sie hängte ihn an den Haken an der Tür.
Marcus zog seine Jacke aus.
Er nahm sein Feuerzeug und seine Zigaretten aus der Tasche bevor er sie neben ihren Mantel an den Haken hängte.
In diesem Moment erklang irgendwo ihm Haus ein markerschütternder Schrei.
Marcus riss die Tür auf.
„Bleib' Du hier!“ meinte er rasch zu ihr und eilte hinaus.
Klaudia machte das natürlich nicht.
Sie lief hinter ihm her, über den Flur, und wunderte sich insgeheim, dass er offenbar genau wusste, aus welcher Richtung der Schrei gekommen war, wie genau er ihn hatte zuordnen können.
Marcus eilte über den langen Korridor, Richtung des Treppenhauses hier im Nebengebäude.
Er sah kurz über das Geländer hinab und lief dann die Stufen hinunter.
Klaudia folgte ihm hastig.
Auf dem ersten Treppenabsatz stand eine Frau im Trainingsanzug und hatte erschrocken eine Hand vor den Mund gelegt.
Unten am Treppenaufgang lag verrenkt ein junger Mann auf dem Boden.
Er trug die weißen Sachen des Pflegepersonals und Klaudia meinte, ihn schon ein, zwei Mal gesehen zu haben.
Marcus kniete sich neben ihn und tastete an seinem Hals.
Dann sah er auf und suchte ihren Blick.
„Er hat keinen Puls! Ruf' Hilfe!“
„Gehen Sie nach oben und setzen Sie sich da in die Sitzecke!“ wandte Klaudia sich eindringlich an die verschreckte Frau und berührte sie sacht am Arm, wies mit der anderen Hand zur Treppe nach oben.
Dann lief sie die Stufen hinab, an Marcus vorbei, der mit Herzdruck-Massage an dem Pfleger begonnen hatte.
In jedem Stockwerk hing ein Notfall-Telefon.
Hastig riss sie den Hörer herunter und drückte die Eins für die interne Verbindung.
„Guten Morgen!“ meldete sich am anderen Ende die gelangweilte Stimme des Diensthabenden.
„Ich bin im Erdgeschoß im Nebengebäude Zwei. Wir haben hier einen medizinischen Notfall und wir brauchen schnell Notarzt!“ meinte Klaudia schnell.
„Und wenn schon ein Mediziner im Haus ist, schicken Sie ihn bitte mit einer Notfallausrüstung her!“
„Geht in Ordnung!“ meinte der Mann am anderen Ende ohne großes Nachfragen, hörte sich nun aber wesentlich motivierter an.
Er legte auf.
Auch Klaudia legte auf und lief zu Marcus zurück, der noch immer Herzmassage ausführte.
Sie tastete am Hals des Pflegers nach seinem Puls.
Seine Haut war ganz warm.
Doch sie konnte keinen Herzschlag finden.
Hastig tastete sie an seinem Handgelenk.
Dort war auch nichts zu fühlen.
Die Augen des Pflegers waren halbgeöffnet.
Klaudia dunkelte mit einer Hand so gut es ging sein linkes Auge ab und nahm ihre Finger dann rasch weg.
Sie wiederholte es noch zwei Mal.
Die Pupille des Pflegers reagierte nicht auf das hereinfallende Licht, zumindest nicht so, dass sie es erkennen konnte.
„Er reagiert nicht auf Licht!“
Marcus' Stirn war mittlerweile mit kleinen Schweißperlen bedeckt.
Langsam, rhythmisch drückte er mit beiden Händen das Brustbein des Pflegers herunter.
Er war leicht außer Atem.
Klaudia beugte sich zu ihm vor und öffnete den Reißverschluss seiner Strickjacke.
In diesem Moment eilte ein Arzt mit wehendem Kittel und einem Notfallkoffer in die Eingangshalle.
Er schob den Koffer hastig auf eine Stufe, ließ ihn aufschnappen und nahm eine kleine Stablampe heraus.
„Was ist passiert?“ fragte er dabei.
Marcus war zu atemlos, zu konzentriert um zu antworten.
„Wir haben ihn so gefunden.“ antwortete Klaudia.
Im letzten Moment verkniff sie sich, hinzuzufügen: 'Er ist die Treppe hinunter gefallen!'
Schließlich wußten sie das nicht.
Sie nahmen das bloß an.
Hastig eilte sie die Stufen hinauf und hielt Ausschau nach der Frau, die sie nach oben geschickt hatte.
Sie saß in der kleinen Sitzecke, von denen es auf jedem Flur eine gab.
Klaudia blieb bei ihr stehen.
„Haben Sie gesehen, was passiert ist? Ist er die Treppe hinunter gefallen?“
Die Frau wollte sofort antworten. Zögerte aber im letzten Moment.
„Nein. Ich habe nichts gesehen! Ich habe ihn nur so gefunden!“
„Danke.“
Klaudia lief die Stufen wieder hinab.
Marcus machte noch immer Herzdruckmassage.
Der Arzt hatte sein Stethoskop herausgeholt und horchte den am Boden Liegenden ab.
Horchte auf sein Herz, horchte an seinen Carotiden.
Dann schüttelte er in Marcus' Richtung den Kopf.
Marcus nahm seine Hände beiseite.
Der Arzt nahm eine Schere aus der Tasche, schnitt das weiße Oberteil des Pflegers auf und das Shirt, das er darunter trug.
Geübt pappte er ihm drei EKG-Elektroden auf die Brust, verband sie mit dünnen Kabeln und schaltete dann das kleine transportable Ableitegerät ein.
Marcus strich sich erschöpft die Haare aus der verschwitzten Stirn.
Klaudia sah auf den kleinen Monitor.
Eine Null-Linie war darauf zu erkennen.
„Er ist tot!“ meinte der Arzt bloss.
„Wir müssen die Polizei rufen! Ich kann so den Totenschein nicht ausstellen!“
„Machen Sie das?“ erkundigte sich Marcus bei ihm.
Der Doktor nickte.
Er schaltete das EKG-Gerät aus.
„Ja. Das muss ich sogar!“
Klaudia ließ sich neben Marcus nieder und und legte ihre Hand auf seine Schulter, streichelte über seinen Arm.
Sie konnte durch die Wolle seiner Jacke spüren wie verschwitzt er war, wie ihn das alles angestrengt hatte.
Sich rasch nähernde Sirenen eines Rettungswagens waren jetzt zu hören.
Der Arzt stand auf und ging zum Notfalltelefon.
Er bat um Benachrichtigung der Polizei.
„Hast Du gut gemacht!“ raunte Klaudia Marcus zu und drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf die kratzige Wange.
Marcus lächelte erschöpft.
„Ich geh' erstmal eine rauchen!“ meinte er zu ihr.
„Geh' schon 'mal hoch, hm?“
Er drückte ihr einen raschen Kuss auf die Lippen, machte eine auffordernde Kopfbewegung nach oben.
In diesem Moment fuhren draußen ein Rettungs- und ein Notarztwagen vor.
Beide Sanitäter und der Notarzt stürmten herein, Marcus - auf dem Weg nach draußen zum Rauchen – wies zu dem Pfleger an der Treppe.
Klaudia zog sich ein paar Stufen hinauf zurück.
Sie verfolgte, wie auch der Notarzt Pupillenreaktion und EKG überprüfte, den Körper abhorchte, ihn in eine Brustwarze zwickte und zuletzt mit einem Wattestäbchen auf die Hornhaut des rechten Auges tupfte.
„Todeszeitpunkt sechs Uhr zweiundzwanzig.“ meinte er nach einem Blick auf seine Armbanduhr, griff in seiner Arzttasche zu einer Mappe und zog sie heraus, schlug sie auf.
„Die Kripo muss kommen! Ich weiß nicht, was hier passiert ist!“
„Ist schon benachrichtigt.“ gab sein Kollege zurück.
Klaudia wagte sich wieder ein paar Stufen weiter hinab.
Durch die großen Glasscheiben sah sie, dass draußen mittlerweile ein Streifenwagen vorgefahren war.
Marcus sprach mit dem uniformierten Beamten draußen.
Klaudia ging langsam die Stufen wieder hinauf.
Sie wollte zurück in ihr Appartement, dort auf Marcus warten.
Die ältere Frau aus der Sitzecke war verschwunden.
Sie sah sie auch nicht mehr auf dem Flur.
Klaudia hatte geistesgegenwärtig den Schlüssel mitgenommen bevor sie die Tür hinter sich zuzog.
Jetzt schloss sie die Tür wieder auf und betrat das Appartement, steckte den Schlüssel von innen ins Schloss.
Als Erstes drehte sie die Heizung etwas 'runter.
Mittlerweile war es brüllend heiß hier drinnen.
Dann schaltete sie den Fernseher an.
Sie kochte sich einen Tee, weil sie noch nicht wusste, wann sie jetzt zum Frühstück gehen würden.
Gerade hatte sie ihren Laptop angeschaltet um ein bisschen zu schreiben, als Marcus zurück kam.
Er drückte ihr einen raschen Kuss auf die Lippen.
Seine Hand streichelte sacht über ihre Wange.
„Alles in Ordnung?“
Sein Blick zu ihr war besorgt.
Klaudia schenkte ihm ein ruhiges Lächeln.
Sie streichelte mit der Hand über seinen Oberkörper.
„Ja, alles gut! Und bei Dir? Du hast das richtig gut gemacht mit der Herzmassage!“
Ein kleines Lachen entrang sich Marcus' Kehle.
„Ja, aber wohl nicht erfolgreich!“
„Das ist schade, ja, aber wenn er schon tot war! Das ändert nichts daran, dass Du es perfekt ausgeführt hast!“ gab Klaudia bestimmt zurück.
„Danke!“
Marcus lächelte, ein kleines bisschen geschmeichelt, und küsste sie noch 'mal, etwas verlegen.
„Wie geht es denn jetzt weiter?“ erkundigte sich Klaudia bei ihm während sie ihre Hand weiterstreicheln ließ.
Marcus ließ es geschehen.
Schien es zu genießen.
Sie spürte an ihren Fingerkuppen, wie klamm sein Shirt, wie geschwitzt er war. Wie ihn das alles angestrengt hatte.
„Ich mache Dir erstmal einen Kaffee, ja?“
„Sollen wir nicht frühstücken gehen?“ gab Marcus zurück.
Klaudia spürte, wie er sich leicht gegen ihre Hand drückte.
Sie sah ihn an.
„Ja. Von mir aus gerne!“
In diesem Moment klopfte es an der Tür.
Marcus machte die zwei Schritte zurück und öffnete.
Der uniformierte Beamte stand vor der Tür.
„Herr Rettenbach ... entschuldigen Sie die Störung! Ich habe mit der Leitstelle telefoniert und von dort wird angefragt, ob Sie den Fall hier übernehmen könnten bis ein höhergestellter Beamter hier vor Ort ist! Sehen Sie ... ich habe noch nie einen ungeklärten Todesfall bearbeitet! Und es wird ein paar Stunden dauern, bis jemand hier ist, der das übernehmen kann! Können Sie uns so lange aushelfen? Man sagte, Sie hätten Erfahrung mit so was ... wegen der Formulare und so!“
Der Beamte war groß und schlaksig.
Klaudia schätzte sein Alter auf Anfang bis Mitte Dreißig.
'Hinnerksen' stand auf dem Namensschild an seiner dunkelblauen Polizeiuniform.
Jetzt sah er sie unsicher an.
„Guten Tag!“
Klaudia wollte protestieren.
Wollte Marcus' Krankheit anführen, dass er nur zur Erholung hier war und nicht zum Arbeiten!
Doch das Interesse in Marcus' Gesicht hielt sie zurück.
Seine ganze Körperhaltung war alles andere als zurückhaltend, ablehnend.
Er wirkte engagiert.
Klaudia sah ihn fragend an.
„Ich komme gleich 'runter, Hinnerksen!“ meinte Marcus zu ihm, in einem Ton, als würden sie bereits seit Jahren zusammen arbeiten.
Klaudia musste insgeheim grinsen.
„Geht klar!“ meinte der Beamte und Klaudia hatte den Eindruck, er hielt nur im letzten Moment ein „Boss!“ zurück.
„Auf Wiedersehen, Frau Rettenbach!“ meinte er dann zu ihr und ging davon.
Marcus schloss die Tür.
Er grinste.
„Hört sich gut an! Frau Rettenbach!“ meinte er.
Klaudia musste noch mehr grinsen.
Sie erwiderte seinen Kuss als er sich zu ihr vorbeugte, mit den Lippen die ihren berührte, ließ ihre Hand über seine Seite streicheln.
„Und? Darf ich gehen?“
Er sah sie fragend an.
Seine großen blauen Kinderaugen ruhten auf ihrem Gesicht.
Klaudia hatte das Gefühl, ungläubig lachen zu müssen, doch sie brachte keinen Ton heraus.
„Was? Was meinst Du?“
„Ob es Dir etwas ausmacht wenn ich arbeiten gehe?“ gab Marcus ernst zurück. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr.
„Du möchtest gerne, hm?“ erkundigte sich Klaudia während sie die Ungeduld in seinem Gesicht sah.
In Gedanken war er längst bei dem Fall! ...
 
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