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Angels Complicated Lovestory - Erneuter Kampf um Liebe...

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
13.12.2020
08.05.2021
70
148.808
4
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.05.2021 1.951
 
Angels Sicht...

Mein ganzer Körper verkrampft sich und ich sehe meinen Vater panisch an.

„J...Jay...HILFE!" Von meinem Hilferuf aufgescheucht kommen alle angerannt. Und während ich mich vor Angst nicht bewegen kann, schiebt Jay sich zwischen meinen Vater und mich und baut sich schützend vor mir auf.

„Was haben Sie hier zu suchen? Und warum sitzen Sie nicht im Knast? Wagen Sie es ja nicht, Ihren Sohn anzurühren. Ich schwöre Ihnen, dass Sie es bereuen werden." In Jays Stimme ist deutlich Wut zu hören und ich verstecke mich mehr hinter Jay, aber lasse meinen Vater dabei nicht aus den Augen.

„Bitte, ich will nur mit Angel reden. Ich will meiner Familie alles erklären."

„Das kannst du vergessen, du Arschloch. Hau ab und komm meinem Bruder nicht zu nahe." Auch Kian baut sich vor mir auf, genau wie Lucien. Zu dritt bilden sie eine Mauer, um mich vor meinem Vater zu schützen.

„Angel, bitte, ich tu dir nichts. Ich will wirklich nur reden. Vor ein paar Tagen wurde ich wegen guter Führung frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen und ich musste jetzt einfach herkommen. Bitte lasst mich alles erklären.
Kian, ich werde deinem Bruder nicht wehtun, das schwöre ich. Bitte lasst mich rein. Gebt mir eine Chance alles zu erklären. Bitte!"

„Michael?" Ich drehe mich um und erkenne, dass Onkel Dario plötzlich im Flur steht und auch er sieht meinen Vater ängstlich an.

„Dario?" Dario weicht ein paar Schritte nach hinten. Auch nach dreißig Jahren hat er Angst vor meinem Vater, aber wer kann es ihm verübeln?

„Wir lassen dich ganz sicher nicht hier rein und damit in die Nähe von Angel und Dario. Das kannst du vergessen." „Bitte ich muss mit euch reden. Gebt mir eine Chance." Jay baut sich noch mehr vor meinem Vater auf, was diesen schlucken lässt. „Ich sage es Ihnen jetzt noch einmal. Sie kommen hier nicht rein." Mein Vater weint und sieht immer wieder flehend zu Kian und zu mir.

Keine Ahnung warum, aber ein Teil von mir will sich anhören was er zu sagen hat. Und außerdem kann er mir ja nichts tun, wenn alle hier sind.

Jay will die Tür zuschlagen, doch ich halte ihn auf.

„Warte, Jay, ich will hören was er zu sagen hat." Jay, Kian und Lucien drehen sich zu mir um. „Bist du dir da sicher?" Ich nicke hastig. „Ja, ich denke nicht, dass er mir hier etwas tun kann. Es ist schon okay. Aber ich entscheide das nicht allein. Onkel, ist es okay, wenn wir ihn reinlassen?" Bevor Onkel Dario etwas sagen kann, ergreift Kian das Wort.

„Falls wir ihn reinlassen, dann wird er dir nichts tun. Ich lasse das nicht zu, versprochen, Dario."

Onkel Dario sieht mir tief in die Augen und dann nickt er ängstlich.

„Alles klar, kommen Sie rein. Aber ich warne Sie, wenn es darum geht, Angel zu beschützen, dann bin ich zu allem bereit. Ein Fehler von Ihnen und Sie lernen mich kennen."

Jay nimmt meine Hand hinter seinem Rücken in seine und drückt diese fest.

Auf diese Weise will er mich beruhigen. Er führt mich ins Wohnzimmer und ich setze mich auf die Couch. Erst als Onkel Dario und Steve neben mir sitzen, lassen Kian und Lucien meinen Vater ins Wohnzimmer. Jay stellt sich direkt hinter mich und legt seine Hände auf meine Schultern. Suri und Mum setzen sich zusammen auf einen der Sessel (Suri auf die Lehne und Mum auf die Sitzfläche). Kian und Lucien bleiben links und rechts neben der Couch stehen, während mein Vater sich auf den letzten freien Sessel der Sitzlandschaft setzt.

„Kann ich mit meiner Familie bitte allein reden?" Der Blick meines Vaters wandert von Lucien und Jay zu Steve. „Ganz sicher nicht. Steve gehört zu dieser Familie und Lucien und ich werden auf keinen Fall gehen. Ich lasse Sie nicht mit Angel allein. Das können Sie ganz schnell wieder vergessen."

„Ist schon gut, Jay. Ich kriege das allein hin. Mein Vater wird Dario und Angel auf keinen Fall zu nahe kommen." „Bist du dir sicher, Kian?" Dieser nickt sofort. „Ja, wenn er auch nur einen Muskel zu viel bewegt, dann schlag ich ihn zu Brei. Angel wird nichts passieren, versprochen."

Jay und Kian schauen sich kurz an, ohne etwas zu sagen, doch dann ergreift Jay wieder das Wort und beugt sich dabei zu mir.

„Lucien und ich bleiben in der Nähe, du kannst mich jederzeit anrufen und dann kommen wir sofort. Fasst er dich an, lernt er mich kennen."

Ich nicke und streiche ihm über seinen Handrücken. Jay gibt mir einen Kuss auf den Haaransatz und dann setzen er und Lucien sich in Bewegung und verlassen das Haus. „So, die Beiden sind weg, Steve bleibt aber. Er ist nämlich dein Schwager, also ist er Familie. Sag, was du zu sagen hast und dann verschwinde wieder."

Das ist das erste Mal, dass ich Mum reden höre, seit Dad hier ist. Sie war bis jetzt vollkommen still.

Mein Vater räuspert sich und fängt dann an zu sprechen. Beim Klang seiner Stimme zucken Dario und ich zusammen.

„Ich habe im Gefängnis eine Therapie angefangen und dabei habe ich vieles gelernt. Mir sind meine Fehler klar geworden. Ich habe erkannt, dass ich ein schlechter Vater war. Angel, was ich dir angetan habe, war ein schrecklicher Fehler.
Ein Vater sollte so etwas nicht tun. Ich habe mich nicht nur jahrelang wie das letzte Arschloch verhalten, sondern bin letztendlich furchtbar durchgedreht und das hätte niemals passieren dürfen.
Als ich erfahren habe, dass du schwul bist, da sind bei mir sämtliche Sicherungen durchgebrannt. Genauso vor knapp dreißig Jahren, als ich auf dich losgegangen bin, Bruder. Das mein eigener Bruder und dann Jahre später auch mein eigener Sohn schwul sind, war für mich das schlimmste überhaupt. Und ich konnte meine Wut einfach nicht kontrollieren. Es gibt einen Grund, warum ich so reagiert habe. Und ich bin heute hier um es euch zu erzählen."

Mein Vater stoppt kurz und ich sehe, dass er gegen seine eigenen Tränen kämpfen muss. Das überrascht mich tatsächlich und sorgt dafür, dass meine Nervosität sich etwas legt.

„Dario, kannst du dich noch an das schwule Pärchen erinnern, was bei uns auf der Straße gewohnt hat? Die beiden waren ungefähr neunzehn." „J...Ja, ich erinnere mich noch. Die waren immer sehr zwielichtig und ich hatte etwas Angst vor ihnen." „Die hatte ich auch. Als ich zehn war, da war ich allein auf dem Weg von der Schule nach Hause. Du bist daheim geblieben, weil du krank warst. Vielleicht erinnerst du dich noch, dass ich an dem Tag viel zu spät nach Hause kam und Mum und Dad deshalb sauer wurden und mir Hausarrest gaben?" Wieder nickt Dario. Was hat das alles mit mir zu tun? Ich verstehe das nicht?

„Sie waren sauer und haben mich bestraft, weil sie dachten, dass ich mich noch mit den Jungs rumgetrieben habe. Aber in Wahrheit war ich pünktlich von der Schule auf dem Weg nach Hause. Wie du weißt, mussten wir immer an deren Haus vorbei, wenn wir nach Hause wollten. Und normalerweise haben wir immer rechtzeitig die Straßenseite gewechselt. An dem Tag war ich aber von einem Mädchen aus unserer Schule abgelenkt und hab daher nicht daran gedacht.
Als ich an ihrem Haus vorbei ging, standen sie draußen und haben mich abgefangen. Natürlich wollte ich direkt weitergehen, aber sie hielten mich ab. Sie meinten, ich soll mit ihnen rein gehen. Natürlich weigerte ich mich. Sie sagten dann, dass sie Mama wehtun, wenn ich nicht reinkomme.
Ich wollte auf keinen Fall, dass sie Mum wehtun, also ging ich brav mit ihnen rein. Drinnen schlossen sie dann die Tür ab. Ich hatte Angst und wollte schreien, aber einer von ihnen hielt mir den Mund zu.
In den nächsten Stunden wurde ich mehrfach von ihnen vergewaltigt. Ich konnte nicht schreien, weil sie mir immer wieder den Mund zuhielten. Es tat so weh und ich habe die Schmerzen bis heute nicht vergessen.
Als sie mit mir fertig waren, sagten sie mir, dass ich niemandem davon erzählen dürfte, sonst würden sie dich holen und mit dir das gleiche machen. Also bin ich nach Hause gegangen und habe niemandem jemals etwas gesagt, denn als dein großer Bruder musste ich dich beschützen. Aber ich konnte nie vergessen, was passiert ist. Weil das zwei Männer mit mir gemacht haben, die auch miteinander Sex haben, brannte sich in meinen Kopf der Gedanke ein, dass alle schwulen Männer sowas tun. Je älter ich wurde, desto mehr fing ich an alle Schwulen zu hassen. Als du dich dann mit sechzehn geoutet hast, kamen sofort alle Erinnerungen wieder hoch und ich fing an, auch dich zu hassen. Deshalb habe ich dich verprügelt und dir gedroht. Und wegen diesen Erinnerungen wollte ich die ganzen dreißig Jahre nichts mit dir zutun haben. Für mich war klar, dass Schwule einfach nur eklig sind. Irgendwann gründete ich meine eigene Familie und als du älter wurdest, Angel, und nicht meine Vorstellungen von einem anständigen heterosexuellen Mann erfüllt hast, hatte ich Angst, dass du schwul sein könntest. Deshalb tat ich alles, um dagegen zu arbeiten. Dann habe ich durch dieses Telefonat erfahren, dass du wirklich schwul bist. Da kam wieder alles hoch und ich bin wieder komplett durchgedreht."

Im Wohnzimmer ist es vollkommen still, denn niemand scheint in der Lage zu sein, etwas zu sagen. Tatsächlich fehlen mir komplett die Worte. Ich kann nicht fassen, was Dad da gerade erzählt hat. Deshalb war er all die Jahre so und hat einen Hass auf Schwule? Ich bin geschockt und während er erzählt hat, konnte ich ihn nur unter Tränen ansehen. Das ist gerade echt zu krass.

Ich bin nicht in der Lage irgendwas zu sagen, weshalb ich ihn einfach nur anstarre.

Plötzlich ergreift Onkel Dario das Wort und als er spricht, kann ich deutlich hören, dass auch er weint. „Du hättest mit mir reden müssen. Wir sind Brüder und ich habe dich über alles geliebt. Als wir noch klein waren, warst du immer mein Vorbild. Ich wollte immer so cool und stark sein wie mein großer Bruder.
Als ich mich geoutet habe, da hatte ich so gehofft, dass du zu mir halten und für mich da sein würdest. Dass du mir Kraft geben und mich in den Arm nehmen würdest.
Aber stattdessen hast du mich verprügelt und als unser Vater es geschafft hat, dich von mir wegzuziehen, hast du mir gedroht, mich umzubringen. Weißt du, wie die letzten dreißig Jahre mit diesem Gedanken waren, dass du irgendwann auftauchen und mir etwas tun könntest? Bevor ich Steve kennengelernt habe, habe ich mich meistens nicht allein aus dem Haus getraut vor Angst. Ich habe deine Hochzeit verpasst und du meine. Den Großteil der Kindheit meiner Neffen und meiner Nichte habe ich nicht mitbekommen.
Wenn Mum und Dad nicht den Kontakt zwischen mir und deinen Kindern hergestellt hätten, dann würde ich sie noch immer nicht kennen.
So oft wollte ich deine Frau und deine süßen Kinder kennenlernen, aber ich konnte es lange nicht, weil ich nicht in deine Nähe kommen konnte. Niemand sollte Angst vor seinem eigenen Bruder haben, oder in Angels Fall vor seinem eigenen Vater!"








Puhh, dass ist ganz schön hart was Angels Dad da erzählt hättet ihr sowas gedacht? bin gespannt auf eure Meinung ❤ bis Freitag

Wie immer, weise ich euch daraufhin, dass ihr auch gerne bei meinen anderen Storys vorbeischauen könnt ❤ DAS VERLORENE LEBEN...! Ist mittlerweile beendet ❤ Bei meinen Mobbing Oneshots gibt es ein paar Veröffentlichungen ❤ und es gibt viele Ideen bei SOME OTHER SHIT...! Lasst mir gerne eure Meinung dazu da ❤ hier lesen wir uns am Freitag wieder ❤
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