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Skorpione sind auch nur Spinnentiere

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Dr. Tobias M. "Toby" Curtis Happy Quinn OC (Own Character) Paige Dineen Sylvester "Sly" Dodd Walter O'Brien
13.12.2020
07.02.2021
6
10.869
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
20.12.2020 1.243
 
Ein neues Kapitel ist da ;)

Vielen lieben Dank für die ersten Aufrufe, natürlich

würde ich mich aber auch riesig über die ein oder andere

Review sehr freuen, traut euch!


Viel Spaß mit dem zweiten Kapitel :)


***



Mir schießen die Tränen in die Augen und von Weitem kann ich erkennen, dass es Paige ähnlich geht. Wie in Zeitlupe bewegen wir uns aufeinander zu und schließen uns zuletzt in eine lange, innige Umarmung.
„Oh mein Gott, wie lange istdas her?“
„Acht Jahre, Paige“, antworte ich ihr weinend. Zum ersten Mal seit einer verdammt langen Zeit habe ich das Gefühl, mich einfach fallen zu lassen und meinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Ich habe sie wirklich vermisst, das wird während dieser Umarmung schnell und stark deutlich.
Sie löst sich aus meinen Armen und schaut mir in die Augen. „Was machst du hier? Wie hast du mich gefunden?“
„Ich habe ein bisschen recherchiert und bin ziemlich schnell auf deinen Namen in Verbindung mit dieser Gruppe hier gestoßen.“ Ich mache eine kleine Pause, bevor ich etwas leiser und gequälter weiterspreche. „Ich musste da einfach raus, Paige. Ich konnte da nicht länger bleiben. Ich hatte gehofft, ich kann eine Weile bei dir unterkommen, zumindest bis ich hier was Eigenes gefunden habe.“
Paige nickt hastig und drückt mich erneut fest an sich.
„Aber natürlich! Bleib solange du willst.“

Paige stellt mich noch einmal ihren Teamkollegen vor und wir reden kurz über alte Zeiten aus unserem Kaff in Texas. Ich erzähle ihr allerdings nicht alles, vor allem nicht den wahren Grund, weshalb ich von dort geflohen bin. Dass es in unserer Familie nicht immer einfach und schon gar nicht harmonisch verlief, brauche ich ihr nicht zu sagen, das weiß sie selbst gut genug. Ich will auchnicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und sie vorwurfsvoll fragen, weshalb sie mich nie besucht oder wenigstens mal angerufen hat. Das würde ich lieber in einer ruhigeren Minute mit ihr besprechen, wenn die ersten Glücksgefühle des Wiedersehens verflossen sind. So sitzen wir einfach eine Weile zu zweit da und lachen zusammen, während wir in fröhlichen Erinnerungen aus der Kindheit schwelgen. Wir hatten viele lustige Momente als Schwestern. Auch wenn wir sechs Jahre Altersunterschied haben, haben wir dochvieles immer gemeinsam gemacht.
„Es ist wirklich schön dich zu sehen, Annie“, lächelt sie mich an.
„Es ist auch schön dich zu sehen, Paige. Ich habe dich wirklich vermisst. Wie geht es eigentlich meinem kleinen Neffen? Ich habe Ralph zuletzt gesehen, alser zwei Jahre alt war.“
„Oh, Ralph geht es super. Er ist gerade ...“

Erschrocken blicke ich zur Tür, die von zwei Männern, die wie Agenten aussehen, aufgeschlagen wurde und Paige damit unterbrochen haben.
„Wir haben einen neuen Fall“, sagt einer der Anzugträger routiniert, während er damit alle Leute in der Halle zusammenbringt. Walter, Happy, Sylvester, Tobias und Paige stellen sich in einer Reihe vor den Männern auf und hören zu, während ich mich mit ein paar Metern Abstand hinter ihnen zu verstecken versuche.
„Was gibt’s, Cabe?“, fragt Walter.
„Es gab einen Anschlag auf militärische Außenposten in Russland. Offenbar gab es einen Hackerangriff, bei welchem strengstens geheime Koordinaten dieser Außenposten an eine russische Terrororganisation gelangt sind.“
Alle hören gespannt auf das, was dieser Agent Gallo ihnen mitteilt und nicken gelegentlich lautlos. Er schaut ihnen abwechselnd in die Augen, bis er bei meinen zwischen Paige und Sylvester hängen bleibt.
„Bevor ich weiterspreche würde ich gerne wissen,wer das ist.“

Sofort dreht sich Paige um und stellt mich als ihre Schwester vor.
„Sie ist vertrauenswürdig, ich würde meine Hand für sie ins Feuer legen“, ergänzt sie schnell. Bei der Aussage muss ich ein wenig schlucken, in Erinnerung an meineVergangenheit. Happy lehnt sich etwas zu ihr hinüber.
„Ich möchte ja nichts Falsches sagen, aber du hast sie acht Jahre nicht gesehen.“
„Das ist nicht hilfreich, Happy! Und auch überhaupt nicht angebracht“, schnauzt sie Happy fast an und zieht mich näher neben sich. „Sprechen Sie weiter, Cabe! Ich betone nochmals, dass wir ihr vertrauen können. Sie ist gerade erst angekommen, da schicke ich sie nicht gleich wieder weg.“

Agent Gallo schaut mich noch einen Augenblick lang stirnrunzelnd an und gibt dann augenrollend nach, indem er einfach weiterspricht.
„Nun gut, so wie es aussieht, benötigt das Militär unsere Hilfe bei der erneuten Verschlüsselung der Außenposten. Aber ich sollte das Wort besser an Lieutenant Jackson geben, er leitet das Kommando dieser Mission.“

Im selben Moment tritt der andere Anzugträger etwas nach vorne und fängt an, eine blaue Karte auf dem Tisch vor uns auszubreiten. Er stellt sich nicht noch einmal vor, er fängt sofort an zu erklären.
„Wir haben sechs Außenposten alle im Umkreis von 25 Kilometern von Moskau entfernt. Eines unserer Lager wurde gestern Abend angegriffen. Alle unsere Offiziere sind dabei ums Leben gekommen.“
„Wie wurden sie angegriffen?“, fragt Walter den Lieutenant starren Blickes.
„Wir wissen es nicht genau. Unsere Karten zeigen keinerlei Wärmebilder von Angreifern in der Nähe, noch konnten wir irgendwelche Drohnen in der Umgebung feststellen. Wir wissen lediglich, dass das Lager auf irgendeine Weise in die Luft gesprengt wurde.“
Keiner macht irgendeine Bewegung, es zuckt nicht einmal jemand mit dem Auge. Alle stehen sie steif und konzentriert da und lauschen den Worten des Mannes. Ich hingegen bekomme schon leichte Schweißausbrüche allein bei dem Gedanken daran, was uns hier gerade so schonungslos berichtet wird.

„Wie konnten sie gefunden werden?“ Nun meldet sich auch Sylvester zu Wort.
Lieutenant Jackson atmet tief ein, bevor er zu erklären beginnt. „Man hat ihre Koordinaten veröffentlicht. Es gab einen Hackerangriff auf ein durch unsere besten Agenten verschlüsseltes System. Wir müssen alles daran setzen, dass keine weiteren Koordinaten der anderen Posten bekannt gemacht werden. Wir dürfen uns keine weiteren Verluste erlauben!“

Ich fühle mich immer unwohler in der ganzen Situation, wie bei einem Geheimtreffen, in dem ich absolut nichts zu suchen hatte. Wie ist Paige bloß hier hineingeraten? Sind Paige und diese anderen Leute etwa Geheimagenten? So langsam fange ich an zu hinterfragen, ob es eine so gute Idee war, Paige aufzusuchen. Ich wollte doch nicht in irgendetwas hineinplatzen, geschweige denn hineingezogen werden. Es gibt noch einiges an Diskussionen rund um Netzwerke und Verschlüsselungen, bei denen ich nicht ein einzigesWort verstehe. Ich nutze die Chance und nehme Paige etwas beiseite.

„Paige, was um Gottes Willen ist das hier und was machst du hier?“
„Beruhige dich, Annie. Es ist alles halb so wild, wie es jetzt vielleicht auf dich wirken mag. Ich lade dich nachher zum Essen ein und dann erkläre ich dir alles, in Ordnung?“ Paige wollte noch etwas sagen, wird dann jedoch von Agent Gallo unterbrochen, der uns anscheinend gehört hat.
„Daraus wird leider nichts, Paige.“
„Wie meinen Sie das?“, fragt sie völlig entsetzt über seine Worte.
„Ich meine, dass ich auf dieser Mission Walter, Toby und Happy vor Ort brauche.Wir fliegen nach Moskau und müssen von dort aus jeden dieser eben genannten Außenposten beschützen, indem wir ihre Koordinaten neu verschlüsseln und eventuelle Angriffe vereiteln. Sie wissen, dass Sie die Einzige sind, die das Team zusammenhalten kann. Ichmuss darauf bestehen, mich auch in diesem Fall auf Sie verlassen zu können.“

„Moment, Moment ...“, streife ich an Paige vorbei und wende mich zu den anderen. „Wollen Sie etwa sagen, dass meine Schwester nach Russland fliegt, in eine streng geheime Gegendmit streng geheimen Außenposten, die möglicherweise gefährdet sind, angegriffen und in die Luft gejagt zu werden?“
Agent Gallo bleibt ganz ruhig und schaut mich nur streng an, bis Tobias nach einer kurzen Pause etwas sagt und mir antwortet.
„Ja, ich denkegenau das möchte er damit sagen.“
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