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Skorpione sind auch nur Spinnentiere

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Dr. Tobias M. "Toby" Curtis Happy Quinn OC (Own Character) Paige Dineen Sylvester "Sly" Dodd Walter O'Brien
13.12.2020
07.02.2021
6
10.869
1
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2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
13.12.2020 1.304
 
Hallo lieber Leser, :)


bevor die Geschichte startet, hier ein kleines Vorwort:

Ich freue mich, dass sich dein Weg zu meiner Fanfiction zu der Serie 'Scorpion' verirrt hat.

Ich weiß, dass die Serie wahrscheinlich gar nicht so viel Aufmerksamkeit hat, erst recht nicht, weil sie schon so lange nicht mehr aktuell ist.

Dennoch hoffe ich, dass es dem ein oder anderen gefällt und freue mich natürlich auch riesig über Reviews, Kritik und Vorschläge für den weiteren Verlauf der Geschichte.


Viel Freude beim Lesen wünscht eure Peanut :D



***


Viel zu lange schon sitze ich in diesem viel zu unbequemen Bus auf dem Weg nach Los Angeles. Bis auf meine Handtasche, eine Sporttasche und die Klamotten, die ich am Leibe trage, habe ich nicht wirklich etwas bei mir. Abgesehen davonbesitze ich auch nicht viel, aber für einen Neuanfang reicht ein wenig Kleidung, wichtige persönliche Unterlagen und ein bisschen angespartes Geld definitiv aus.
Je länger ich fahre und je näher ich meinem Ziel komme, desto blauer und sonniger wird der Himmel. Ich war noch nie an der Westküste und bin unheimlich gespannt, was mich dort erwartet.

Es war ein langer und schwieriger Weg, etwa acht Jahre suchte ich immer wieder vergebens nach meiner älteren Schwester Paige, die im Alter von 19 Jahren von zuhause abhaute und sich nie wieder hat blicken lassen. Ich kann es ihr nicht verübeln, wer es einmal aus Wichita County in Texas geschafft hat, der kehrt auch nicht zurück. Auch dann nicht, wenn es heißt, seine Familie zurückzulassen.Leider hat es ebenso lange gedauert, bis ich das verstanden habe und ihr nach einer gewissen Zeit auch verzeihen konnte, mich hinter sich gelassen zu haben. Ich nehme es ihr nicht einmal krumm, dass sie in all der Zeit nicht ein einziges Mal versucht hat, mich zu suchen und mich mit zu sich zu nehmen.Abernunhabeichsie gefunden und versuchejetztmit ihrer Hilfe selbst ein neues Leben anzufangen.Wenn sie mich denn sehen möchte und an sich heranlässt, es sind nun mal doch acht Jahre vergangen.

Etwa fünf Minuten stehe ich vor dieser großen Lagerhalle und überlege, was ich wohl sagen könnte, wenn ich auf sie treffe. Ihre Wohnadresse habe ich nicht herausfinden können, allerdings den Ort, wo siezurzeitarbeitet. Doch als was arbeitet man bitte in einer heruntergekommenen Lagerhalle? Langsamen Schrittes mit tiefem Durchatmen nähere ich mich der Tür und klopfe etwas zögerlich.
Es dauert einen Moment, bis sich die Tür öffnet und mich ein groß gewachsener, schlanker Mann mit dunkelbraunen Rehaugen anschaut und ein wenig mustert.
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Ähm, ja, ich suche jemanden. Nach meiner Schwester genauer gesagt. Sie heißt Paige?“, antworte ich mit einem leichten Lächeln.
DerMann mustert mich nun noch ein wenig mehr und öffnet die Tür noch ein Stück weiter, während er sich zur Seite dreht, um mich hereinzulassen.
„Oh okay, ja, sie ist im Moment nicht da, aber ich denke, Sie können hier auf sie warten. Sie müsste jeden Momentda sein.“
Ich lächele noch ein bisschen mehr und gehe mit einem höflichen „Dankeschön“ in die Halle hinein.

Von innen sieht sie gleichermaßen heruntergekommen wie von außen aus. Überall liegt merkwürdiger Schrott oder mit Computern voll stehende und unübersichtlich verkabelte Schreibtische herum.
Der Mann, der sich mit dem Namen Walter O'Brien vorstellte, bietet mir einen Platz auf der nahegelegenen Couch an. Nachdem ich mich hinsetzte und meine Sachen vor mir abstellte, entdecke ich noch drei weitere Personen im Raum.
Ein etwas rundlicher, sehr junger Mann mit Brille, der wie vernarrt auf seinen Bildschirm starrt und wild in die Tastatur tippt. Eine dunkelhaarige Asiatin, die gerade an einer Deckenlampe herumbastelt und dann ist da noch ein Mann mit einemschwarzen Hut, der mich schon seitdem ich die Halle betretenhattebeobachtet, während er wie in Trance Spielkarten in einen Papierkorb schnippt.

„Alsooo ...“, fange ich an, um diese merkwürdige Stille zu unterbrechen. „Wie lange arbeitet Paige schonhier?“ Mein Blick wandert immer noch ungläubig in dem fragwürdigen Arbeitsplatz meiner Schwester hin und her, als Walter sich mir gegenüber auf einen Stuhl setzt.
„Seit etwa einem Jahr. Sie sagten, Sie sind ihre Schwester, richtig?“
„Ja, genau“, antworte ich und bemerke, wie er die Augen zusammenzieht und mein Gesicht zu analysieren scheint.
„Ähm, stimmt etwas nicht?“ Etwas verunsichert taste ich mir ins Gesicht mit der Vermutung, ich hätte irgendwo einen Krümel oder Fleck.
„Nein, nein. Ich finde nur, Sie sehen sich überhaupt nicht ähnlich“, entgegnet er kopfschüttelnd.

„Soll das ein Witz sein?“ Blitzschnell wandern meine Augen zu dem bärtigen Hutträger. Während er von seinem Stuhl aufspringt und näher auf uns zukommt, redet er weiter. „Oh Walt, du enttäuschst mich, wirklich. Siehst du nicht diese bezaubernden Wangenknochen? Dann noch dieselbe Augenform, die gleiche Nasenstruktur, dieselbe leichte Fehlstellung ihres linken Ohres, diese minimale Bewegung der Augenbrauen, wenn sie Stress ausgesetzt ist. Hi, sehr erfreut, ich bin Dr. Tobias Curtis.“ Er redet wirklich schnell und kam dabei immer näher auf mich zu. Bei seinem letzten Satz, in welchem er sich mir vorstellte,blieb er vor mir stehen und reicht mir nun seine Hand entgegen.
Äußerst zaghaft und perplexschüttele ich sie leicht und versinke dabei etwas tiefer in die Couch.
Walter schüttelt den Kopf und hebt einen Finger. „Ich widerspreche dir nur ungern, aber die Wangenknochen ähneln sich kein bisschen mit denen von Paige.“
„Aber sie sind dennoch bezaubernd“, entgegnet er Walter und setzt ein verschmitztes Lächeln auf.
„Das da drüben sind übrigens Sylvester, mathematisches Genie ...“, sagt er und zeigt dabei auf den Typen mit der Brille.
„Hey“, lächelt er mir zu und vertieft sich gleich wieder in seinen Computer. Tobias zeigt nun auf die Asiatin weiter hinten in der Halle.
„... und diese griesgrämige Maschinenexpertin ist Happy.“
Happy wendet sich nicht einmal von der Lampe ab und gibt nur ein „Du mich auch, Doc“ zurück.
„Okay, freut mich wirklich Sie allekennenzulernen“,sage ich gespielt freundlich, denn die ganze Situation ist mir doch ziemlich unangenehm.

„Außerdem sind ihre Haare anders“, diskutiert Walter weiter, ohne seinen Blick von mir abzuwenden. „Paiges Haare sind dünner, etwas dunkler und fallen nicht so gewellt.“
Mit hoch gezogenen Augenbrauen schaue ich ihn schockiert an und senke irritiert meinen Kopf zu meinen langen, blonden Haaren, die bis etwa unter die Brust gewachsen sind.
Tobias steigt sofort wieder in die Diskussion ein.
„Ach komm schon, Walter. Paige färbt sich offensichtlich die Haare regelmäßig, natürlich verändert sich dann die eigentliche Haarstruktur.“
„Ändert aber nichts an der Tatsache.“
„Dann suche ein anderes Argument für Merkmalsvergleiche!“
Walter schaut von meinem Gesichtab hinunter auf meine mittlerweile schweißnassen Hände und überlegt kurz.
„Ihre Hände, beziehungsweise ihre Finger. Sie sind kürzer und etwas breiter als die von Paige.“
„Das sagt überhaupt nichts aus. Schau dir lieber die Wachsform der Fingernägel an, wie eine exakte Kopie“, erwidert Tobias.

„OKAY, WOW … was genau arbeiten Sie hier eigentlich?“, entfährt es mir,alsich wie von der Tarantel gebissen von dem Sofa aufspringe.
„Oh, wir sind Scorpion, wir arbeiten für die Regierung“, antwortet mir Sylvester von seinem Schreibtisch aus. „Wir bekommen Aufträge, die etwas zu brenzlig oder kompliziert für die Behörden sind. Wir haben einen Partner, Cabe Gallo, er arbeitet für Homeland Security und ...“
„Sly, Alter ...“, unterbricht ihn Happy mahnend.
„Was denn? War das zu viel?“, fragt Slyvester verunsichert.
Ich muss zugeben, dass ich etwas sprach- und ratlos bin und überhaupt nicht weiß, wie ich mit dieser Information umgehen soll.Soll das ein Scherz sein?Meine Schwester soll für die Regierung arbeiten? Mit viermerkwürdigen Menschen, die allesamt wirken, als hätten sie jeglichen Sinn für zwischenmenschliche Kommunikation irgendwo im Nirvana begraben?
„Ich verrate nichts, versprochen“, gebe ich leise von mir.

Ich stehe immer noch wie angewurzelt da, völlig überfordert mit der Situation, bis mich Walter wieder anspricht.
„Hey, Sie haben unsnoch gar nicht verraten, wie Sie heißen.“
„Ich? Oh, ja, mein Name ist ...“
Mit einem Mal geht die Tür auf und ich schaue direkt in die Augen meiner acht Jahregealterten Schwester, die mich sofort zu erkennen scheint.
„ANNIE?“
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