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~ One Fight ~

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Anastasia Steele Christian Grey
12.12.2020
09.04.2021
12
50.778
22
Alle Kapitel
25 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
12.12.2020 4.999
 
Hey Leute :)
ES GEHT WEITER! Ich freue mich sogar selbst total darüber. Und es knüpft auch nahtlos an die erste Geschichte an. Die man unbedingt lesen sollte, bevor man sich der Fortsetzung widmet.

Aber auch hier nochmal der Hinweis, natürlich gehören alle Charaktere E.L. James! Und ich danke ihr unglaublich dafür.

(Kleine Info: Der Name des erste Teils wird in >One Secret< geändert, weil mir der alte Name einfach nicht wirklich gefiel und der neue auch besser zu den Fortsetzungen passt. Allerdings werde ich ihn erst ändern, wenn ich alles überarbeitet habe. Letztes Wochenende hatte ich es leider noch nicht geschafft, denn die ersten Kapitel waren nicht wirklich gut und wurden von Grund auf bearbeitet. Was jedoch sehr zeitaufwendig war. Aber auch wenn ich es überarbeite, wird sich nichts inhaltlich ändern, sondern nur etwas ausgebaut, ausgeschmückt werden. Also muss es auf keinen Fall nochmal gelesen werden. Es ist eher für meine Zufriedenheit.)

Nun aber viel Spaß mit der versprochenen Einsicht in Christians Gedanken :)

___________
Kapitel 1:

Christian POV:

Das Gefühl der Leere und Dunkelheit in mir war verschwunden als Ana bei mir war. Es war einfach nicht mehr da. Sie war alles, sie war mein Licht. Aber nun..

Ich hatte es gewusst. Es hatte müssen so kommen. Natürlich hatte sie mich verlassen, wer wollte auch mit so einem abgefuckten Mistkerl wie mir zusammen sein??

Es war am Montag gewesen. Ich merkte bereits im Halbschlaf, dass Ana vor mir wach war und mich beobachtete. Ich dachte immer, dass würde nur ich tun, aber sie tat es ebenfalls. Also öffnete ich meine Augen, um sie zu küssen und weil ich mein Grinsen nicht mehr zurückhalten konnte. Ich war in diesem Moment noch glücklich gewesen. Absolut.

Allerdings hatte Ana die Augen wieder geschlossen und versuchte ein gleichmäßiges Atmen vorzutäuschen. Sie war schlecht darin und es war ziemlich auffällig. Ich verstand nicht warum sie sich wieder schlafend stellte. Kopfschmerzen waren nicht die Erklärung. Nur wurde mir das erst klar, als ich aus meinem Meeting kam. Ich hatte das vibrieren ignoriert, weil ich dachte, wenn etwas Schlimmes vorgefallen wäre, würde Ana mich anrufen. Ihre Anrufe waren dafür extra auf laut gestellt und das wusste sie auch.

Der CEO eins Maschinenbauunternehmens, welches kurz vor der Pleite stand versuchte alles um sein Lebenswerk zu retten und wollte es durch eine Übernahme erhalten. Er nahm in Kauf nur noch Geschäftsführer zu sein, solange der Name erhalten blieb. Ich war damit einverstanden, weil er Courage hatte und mit einer ordentlichen Führung wieder auf die Beine kommen konnte. Anders würde ich ihn ersetzen, so sehr er auch daran hing. Ich hatte ihn gerade verabschiedet und zog mein Handy heraus, als mein Herz voller Panik anfing zu schlagen.

Ich sah eine Nachricht von Ana und dann auch noch Sicherheitsalarme meines Computers.

Ana: Ich muss mit dir reden. Komm nachhause.

Was verflucht war los?? Was war passiert? Dieser Satz bedeutete nie etwas Gutes.

Ich ging schnell noch auf die Sicherheitsapp und schaute nach warum diese angeschlagen hatte. Konnte allerdings kaum glauben was ich sah?
Ana hatte sich versucht in meinen Computer einzuloggen. Was sollte das? Sie hatte überall einen eigenen Zugang. Aber sie wollte unbedingt auf meinen??
Ich dankte Welch für dieses Programm, dass er installiert hatte. Der Computer schaltete die Kamera automatisch an, wenn man versuchte sich einzuloggen und das falsche Passwort eingab. Bis ich zuhause gewesen wäre, würde ich wahrscheinlich schon lange durchgedreht sein.
Als ich mir jedoch ansah was sich in diesem Moment in meinem Arbeitszimmer abspielte bekam ich beinahe einen Herzinfarkt. Es war schlimmer als jede Vorstellung, die ich hätte haben können.

Ana saß vor dem Büroschrank im Schneidersitz und die Hände aufgestützt. Überall lagen die Akten verteilt und ausgerechnet der Sub Schrank war offen. Verdammte scheiße.
Sie durfte sich nicht diese Akten durchgelesen haben, das durfte nicht passiert sein. FUCK!!

Auch ohne ihre Nachricht hätte mich nichts mehr hier halten können. „TAYLOR“ schrie ich als ich aus meiner Bürotür stürmte. Scheiße. Scheiße. Scheiße.

Als ich wieder auf mein Handy sah, war sie schon wieder weg. Wo war sie?? Was tat sie? War sie gerade am Packen, war sie schon gegangen? Bitte sei noch im Escala. Bitte.

Wenn sie schrieb, dass ich nachhause kommen sollte würde sie mir doch die Möglichkeit geben mit ihr zu reden. Sie musste. Sie durfte mich nicht so einfach verlassen.
Ich rief sie an andauernd. Aber sie ging nicht dran.
Beinah ununterbrochen schrieb ich ihr Nachrichten. Aber es kam keine Reaktion.

Auf der Rückbank des Autos rieb ich mir mit der Hand rau über das Gesicht und versuchte meine Furcht unter Kontrolle zu bekommen. Die Angst, die ihre Nachricht in mir ausgelöste war unbeschreiblich. Angst was sie sagte. Angst meine größte Befürchtung könnte eintreten oder war es sogar schon.
Es war keine Angst, es war Panik. Reine Panik.
Ich versuchte mich auf das Positive zu konzentrieren, so wie Flynn es immer sagte. Sie hatte mir geschrieben! Sie wollte mit mir reden! Wir würden das irgendwie hinbekommen.

Dann kam allerdings wieder der Gedanke…. Wann hatte sie diese Nachricht geschrieben? War es noch vor ihrer Entdeckung der Akten? Wo war sie jetzt? Ich ging wieder auf die App, schaute mir das Bild an, aber es war unverändert und Ana nicht zu sehen. Also schrieb ich ihr wieder.

Wir brauchten viel zu lange vom Grey House zum Escala. Taylor gab Gas, aber es war Mittagszeit und die Straßen in Seattle voll. Jedes Mal, wenn das Auto wieder zum stehen kam, wollte ich aussteigen und rennen. Ich hatte schon an die Türklinge gegriffen als Taylor meinte: „Mr. Grey sie werden nicht schneller sein, auch wenn sie rennen.“
Ich hörte auf ihn, weil er momentan deutlich rationalere Entscheidungen treffen konnte, wie ich.

Und zum Glück behielt er recht. Es waren gerade mal 5 Minuten länger gewesen, wie wir sonst zum Escala brachten, aber diese 5 Minuten waren zu viel.
Verfluchte nochmal. Ich hatte ich zu lange gebraucht, um endlich hier zu sein und aus dem Aufzug zu stürmen. „ANA!“

Ich lief in die Wohnung und schaute zuerst im Arbeitszimmer nach. Es war leer aber die Akten lagen verstreut auf dem Boden. Ich schlug wütend die Tür hinter mir zu. „ANASTASIA“ Ich war nicht auf sie sauer, sondern auf mich. Wie dumm konnte ich sein und sie es selbst rausfinden lassen.

Dann rannte ich ins Schlafzimmer. Bitte verdammt, lass sie noch da sein. Sie musste noch da sein. Aber auch hier war sie nicht. Im Ankleidezimmer schaute ich schnell, ob ihre Kleidung weg war und atmete kurz durch als nichts fehlte, aber überwiegend war es die Kleidung die sie von mir hatte, daher schaute ich vorsichtshalber noch nach ihren Bücher, aber auch die lagen noch im Schlafzimmer.

„Fuck, wo bist du?“, schrie ich verzweifelt. Ich stand in der Küche und rannte zur Bibliothek.

Wo war sie?? Verdammt! Verdammt!!

Mir lief es eiskalt den Rücken runter als mich ein schrecklicher Gedanke überkam.

Was wenn sie nicht nur die Akten gefunden hatte.

Sie war nicht auf der unteren Etage. Entweder war sie weg oder oben. Egal was sie oben tat und ob sie wirklich das gefunden hatte, an das ich gerade dachte, sie wäre zumindest noch hier.
Mit drei Schritten auf einmal rannte ich die Treppe hoch und musste fassungslos feststellen, dass die Tür offenstand.  Ana hatte es tatsächlich geschafft ins Spielzimmer zu kommen.  

Nein. Nein. Nein Fuck!

Warum behauptete sie irgendetwas nur um hier alleine zu sein und zu spionieren. Warum hatte es nicht gereicht nur die Akten zu finden und mir damit irgendwie die Möglichkeit zu lassen etwas zu erklären. Nein sie ging natürlich direkt ins Spielzimmer. Ich war sauer und verzweifelt und auf eine gewisse Weiße auch erleichtert. Mein Geheimnis war endlich raus. Nur durfte sie jetzt nicht gehen.

„Was machst du hier drin?“ fragte ich leider zu wütend. Ich konnte mich im Augenblick nicht kontrollieren. Es waren einfach zu viele Emotionen auf einmal. Ich war eindeutig überfordert und wie immer reagierte ich mit Wut darauf.

„DAS IST NICHT DIE FRAGE UM DIE ES GEHEN SOLLTE!“, schrie sie mir entgegen. Sie leuchtete mit einer verdammten Handytaschenlampe im Zimmer umher und es entging nicht einer gewissen, wenn auch leichten Komik. Es beruhigte mich minimal und ich musste mich nun zusammenreißen und normal mit ihr reden, es ihr erklären. Sie würde sich vielleicht darauf einlassen oder es verstehen.
Ich machte das Licht im Raum an und nun sah sie sich erstmal richtig um. Ihr Blick war nicht unbedingt ablehnen, sondern eher erschrocken. Fast schon ein wenig interessiert. Wenn der erste Schock weg war würde dann vielleicht alles gut werden?

„Ich kann es dir erklären.“
Wir mussten nur miteinander reden. Sie hatte ebenfalls eine kleine abgefuckte Seite an sich, nicht annähert so wie ich, aber ich würde alles akzeptieren, was sie wollte. Hoffentlich würde sie mir überhaupt zuhören. Das war alles nicht so geplant. Genau diese Situation wollte ich doch unter allen Umständen vermeiden.

Ihr Blick hing an den Rohrstöcken und ihre nächsten Worte schockierten mich mehr als gedacht. Es war ein absoluter Volltreffer.
„Du bist ein Sadist.“, sagte sie verstört. Es war eine Feststellung.  Welche leider richtig war.

„Ich bin dominant.“ Eher beides, fügte ich in Gedanken hinzu. Aber das würde ich ihr niemals sagen. Es war etwas das ich niemanden sagen konnte.

„JA UND DU BIST EIN LÜGNER!“ schrie sie. Und sie hatte so recht.

„Ich habe nicht gelogen, ich habe es dir nur nicht gesagt.“, sagte ich eindringlich. Nur nicht zu erwähnen, dass ich diesen Lebensstil lebte war doch etwas völlig anderes. Versuchte ich mir zumindest einzureden. Verdammt sie war so wütend.

Aber das war scheinbar die falsche Aussage gewesen. Ich sah wie sie nur noch rasender wurde.

„Nein du hast mich ganz bewusst angelogen oder stehen wir hier gerade in einem Aktenarchiv?“, tobte sie weiter.

Ich musste mich endlich zusammenreißen und für meine Taten einstehen. Also schluckte ich schwer und sah sie ernst an.

„Es tut mir leid. Ich hätte dir die Wahrheit sagen sollen.“, meinte ich nachdrücklich, damit sie wusste, dass es nicht nur leere Worte waren.

Mich in diesem Raum zu entschuldigen war absolut grotesk. Ich sagte mir die ganze Zeit, dass es nur ein normales Zimmer war. Aber hier drin zu sein, machte mich trotzdem verrückt. Sie hier drin zu haben war ein Anblick, den ich mir lange ersehnt hatte.

„Du weißt wie sehr ich Lügen hassen.“, meinte sie zornig und blickte mir starr in die Augen. Ich hatte den flüchtigen Drang ihr zu befehlen den Kopf zu senken. Aber ihre Aussage brachte mich auf andere Gedanken.

Sie wollte mich doch verarschen. Sie meinte, sie hasste lügen??? Es war jetzt das zweite Mal gewesen, dass sie mich anlog. Was war denn mit ihrer angeblichen Kündigung und ihren Kopfschmerzen. Sie war so eine Heuchlerin. Bei ihr galt wohl Der Zweck heiligt die Mittel, allerdings nicht bei mir. Ich hatte genauso meinen Zweck verfolgt!

„Ach ja, aber du darfst es? Was ist denn mit dir? War es vorhin nicht gelogen mit deinen angeblichen Kopfschmerzen???“, knurrte ich sie an.

„Du hast mir ja keine andere Wahl gelassen!!“, schrie sie aufgebracht. Unglaublich, aber auch ich hatte keine andere Wahl!      

„Das kann nicht dein Ernst sein Ana. Was wenn du nichts gefunden hättest, hättest du es zugegeben mich angelogen zu haben!?“

„Deine Mrs. Robinson meinte das hier, oder!? Das meinte sie mit deinen Bedürfnissen!?“, kam sie plötzlich wieder auf das Zimmer zu sprechen. Immer dieser bescheuerte Spitzname für Elena. Ich hätte es von Anfang an unterbinden sollen. In der Zukunft musste ich mit ihr darüber reden. Aber gab es diese überhaupt noch? Würde meine Vergangenheit meine Zukunft zerstören?
Ihre Augen funkelten mich wütend an und ich würde dieses Gespräch gern wo anders fortsetzen.

„Baby..“, fing ich an, aber sie unterbrach mich.  Ich wollte ihr doch nur recht geben und fragen, ob wir ins Wohnzimmer gehen könnten. Etwas zärtlicher sein und nicht mehr schreien oder streiten.

„Nenn mich nicht so.“, fuhr sie mich an. Ich zuckte zusammen.
Sie hatte es noch nie, nicht gewollt. Selbst an dem Morgen als ich nichts kannte als ihren Namen oder wir stritten. NIE! Fuck. Fuck. Fuck! Das war gar nicht gut. Meine Angst schnürte mir beinah die Kehle zu.

„Ja das hatte sie gemeint.“, gab ich mit einem verzweifelten Seufzer von mir.

Sie ging zu dem Bett rüber und ihre Körperhaltung war nicht mehr so angespannt wie die ganze Zeit. Ihr Blick war regelrecht fasziniert von dem Bett und wie sie vorsichtig über die verzierten Bettposten strich, weckten in mir die Hoffnung, dass alles gut gehen würde. Wir könnten darüber reden und wenn sie es ablehnte würde ich es akzeptieren. Aber so wie sie da stand war meine Angst nicht mehr so groß wie zuvor, dass die mich verlassen würde.
Um ehrlich zu sein, war es gut, dass sie es nun endlich wusste. Ich musste nicht mehr einen Teil von mir verstecken, obwohl ich es nicht mal unbedingt getan hatte. Ich hatte vorgehabt ihr davon zu erzählen nach dem die Sache bei SIP erledigt war und das war sie. In naher Zukunft hätte dieses Gespräch also stattfinden müssen.

„Können wir darüber in Ruhe reden? Ich wusste nicht wie ich es dir sagen sollte.“, meinte ich leise, vorsichtig als müsste ich aufpassen sie nicht zu erschrecken und nicht direkt wieder wütend machen.

„Wie wäre es einfach mal mit. >Ana ich bin ein Dom <“, ächzte sie dann doch wieder feindseliger als erwartet oder gehofft hätte. Eigentlich war ich davon ausgegangen ihre Wut wäre zumindest ein kleiner Teil verfolgen. Aber ich hatte mich ganz eindeutig geirrt. Sie schmiss die Arme aufgebracht auf die Seiten und war nun nicht mehr so gefangen von dem Anblick des Bettes.

„Das war nicht so einfach wie du meinst, es war nie der geeignete Zeitpunkt und das mit uns ging schon zu weit bevor ich dir hiervon erzählen konnte.“
Hatte ich ihr nicht erst vor zwei Tagen erzählt wie groß meine Verlustängste waren und nun meinte sie es wäre ganz einfach? Hörte sie mir nicht zu oder sprach die Wut aus ihr?

„Ach es ging zu weit?? Wie wäre es, wenn du sofort mit der Sprache herausgerückt hättest?“

„Ich binde nicht jedem meinen Lebensstil auf und das muss ich auch nicht!“, sagte ich nun wieder deutlich aggressiver. Was sollte das? Das konnte sie nicht ernst meinen. Ich musste so etwas intimes doch nicht gleich jedem erzählen. Auch wenn ich es nach der ersten Nacht schon tun wollte, wären wir nicht unterbrochen worden.

„Bin ich >jeder< für dich?? Wir haben miteinander geschlafen und eine Beziehung geführt.“, schnaubte sie.

„Bist du nicht. Natürlich nicht.“, beteuerte ich. Wie kam sie nur auf diesen Gedanken. Sie wusste genau wie viel sie mir bedeutete. Ich wollte mit ihr zusammenwohnen, diese Frage war total schwachsinnig. Vergaß sie wie es zwischen uns abgelaufen war. Es ging darum, dass dauernden Unterbrechungen, Streits oder ihre Gesundheit dagegenstand. Es gab eben wichtigere Dinge als ihr hiervon zu erzählen.  

„Was wolltest du tun?? Es mir nie erzählen??“

„Ich wollte es dir gestern nach unserem Ausflug sagen, aber du hast ihn ja abgesagt.“
Er wäre alles gut gewesen. Der Plan war wirklich perfekt. Ich musste mich eben auch erst mal dazu überwinden. Natürlich hätte ich es ihr erzählt! Sie wusste das ich mir bei persönlichen Angelegenheiten schwer tat, hatte aber immer Verständnis, nur hierbei nicht.

„Ach und jetzt ist es meine Schuld, dass du mich angelogen hast?“, fragte sie und streckte mir herausfordernd das Kinn entgegen. Konnte sie nicht normal mit mir reden. Ein erwachsenes klärendes Gespräch führen und mich nicht nur immer und immer wieder angreifen.

„Anastasia!“, blaffte ich sie an. Ich war sauer, weil ich nichts sagen konnte was sie auch nur ein wenig runterbrachte. Allerdings sah ich schnell ein, dass meine Wut nicht weiterhelfen würde. Ich musste das hier hinbekommen und in Ordnung bringen. Wann war ich schon mal mit Wut bei Ana weitergekommen?

Auch wenn nicht ganz so beherrscht, wie ich eigentlich wollte, meinte ich: „Ich habe gesagt, dass es mir leid tut.“
Was sollte ich den momentan noch mehr tun als mich zu entschuldigen, ich könnte es in Zukunft wieder gut machen. Aber war es in diesem Augenblick wirklich so wichtig, dass ich gelogen hatte?

Sie murmelte etwas von sich hin. Allerdings schien sie nun sicher runter zu kommen und bereit zu sein für ein Gespräch. Sie hatte ihren Rücken nicht mehr so sehr durchgedrückt und ließ ihre Schultern wieder etwas fallen.

„Ich hätte es dir gesagt Ana. Du musst davon wissen.“, sagte ich nun wieder kontrollierter. Sie musste das von mir wissen. Wenn ich eine Zukunft mit ihr wollte musste ich mit ihr darüber reden. Ich wollte keine Geheimnisse mehr vor ihr und sie sollte auch keine vor mir haben. Und dann war da noch die Möglichkeit, dass Ana dem allen zustimmen würde.

„Du hast eine Akte von mir und 15 weiteren Frauen.“, sagte sie und ihre Stimme hörte sich erstaunlich neutral an. Das war doch eine Grundlage, auf der man ein Gespräch aufbauen konnte. Zum Glück schrie sie mich nicht mehr an. Da konnte ich nicht klar denken.

„Ich habe gesehen, dass du den Schrank aufgebrochen hast. Ja ich habe von jeder Sub eine Akte. Ich muss aufpassen, mit wem ich mich einlasse.“
Es gab zu viele Menschen, die nicht so gut waren wie sie und ich musste realistisch sein. Ich konnte nicht jeden durch meine Wohnung laufen lassen und so etwas intimes mit einer Frau teilen, von der ich nichts wusste. Es war ja nicht so, dass ich mich übermäßig mit meinen Subs unterhielt.

Sie sah so verwirrt aus. Wahrscheinlich hatte sie den Schock doch noch nicht überwunden. Das hier war vermutlich nicht einfach zu verdauen.

Sie öffnete ihren Mund und schloss ihn wieder. Bekam keinen richtigen Satz heraus.

„Du.. Du willst, dass ich…“

Natürlich wollte ich das hier mit ihr. Verdammt.

„Ja Ana. Ich will das mit dir.“, versuchte ich es verständnisvoll.  Es wäre absolut perfekt, selbst wenn sie es nur mal versuchen wollte.  

Das sie dieses Thema überforderte, wunderte mich nicht. Sie konnte ja im Normalfall nicht mal über Sex reden. Aber es musste sein. Ich musste ihre Meinung darüber hören und wenn sie wollte, sollte sie sich ein paar Tage Bedenkzeit nehmen, solange sie bei mir blieb.

„Hast du den Vertrag gelesen?“
Wie lange hatte sie schon da gesessen und warum hatte ich zuvor nicht auf mein Handy gesehen. Diesen Vertrag zu lesen, ohne auch nur ein wenig darüber geredet zu haben war wirklich nicht optimal. Sie hatte davon doch keine Ahnung und las sich etwas von Bestrafung und Regeln durch.

Sie nickte leider nur und gab mir keine näheren Informationen. Was hatte sie von dem Vertrag gelesen? Was nicht?

„Es geht hier um Vergnügen Ana. Um Lust und nicht um Schmerzen. Dabei werden verschiedene Regel aufgestellt, die du befolgen musst. Wenn du diese zu meiner Zufriedenheit befolgst, belohne ich dich. Wenn nicht, bestrafe ich dich. Aber wenn du es ausprobieren willst, fangen wir ganz langsam an und wir können über alles reden. Ich werde dir aber nicht wehtun Anastasia.“, versuchte ich es ihr zu erklären und je nach dem ein wenig von der Angst zu nehmen, die sie vielleicht haben könnte.

„Das heißt du willst..“
wieder brach sie ab, allerdings war es dieses Mal schon deutlich mehr wie ihr Gestotter zuvor. Sie erholte sich also langsam.

„Ich hätte gern, dass du dich mir hier drin, freiwillig unterwirfst.“
Wir würden alles irgendwie hinbekommen. Ich war der vollen Überzeugung. Bisher hatten wir auch bei allem ein Kompromiss gefunden.

„Willst du das ich deine Sub bin?“, sagte sie schnell. Das sie ausgerechnet diese Frage gestellt hatte überraschte mich. Aber ich war begeistert.
„Ja.“
Ich dachte sie wäre in diesem Moment nur aufgewühlt, überrascht gewesen und eventuell noch überfordert.
Aber ich war geschockt von ihrer Reaktion. Nach meinem Ja starrte sie mich sekundenlang an, um sich dann ganz plötzlich in Bewegung zu setzen. Sie ging mit zielsicheren und zügigen Schritten an mir vorbei, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Ich verstand gar nichts mehr. Könnten wir nun doch endlich in einem anderen Zimmer weiterreden?

Ich hielt sie am Arm fest und fragte verwirrt: „Wo gehst du hin?“

Aber sie riss sich sofort wieder von mir los.

„Weg. Ich will weg von hier, weg von dir!“, fauchte sie mich an und drehte sich von mir weg. Was passierte hier gerade? Ihre Augen strahlten so viel Kälte aus, dass ich sie automatisch losgelassen hätte, wenn sie sich nicht schon von mir entfernte. Es fühlte sich an wie eine Ohrfeige. Sie wollte weg von mir?

Ich wollte doch nur, dass sie es versuchte oder mit mir darüber redete. Nicht mal das wollte sie. Ich begriff es nicht, warum sie es so kategorisch ablehnte. Sie hatte Sir zu mir gesagt, ich hatte sie gefesselt, ihr die Augen verbunden und wir hatten wirklich harten Sex, zumindest ab und zu. Verdammt ich hatte doch sogar, wenn auch nur beim Sex, echt hart auf den Hintern geschlagen. Mehrmals! Sie stand auf harten Sex, dass wusste ich. Warum war dann das hier so schlimm?

Ich rannte ihr hinterher. „Baby können wir nicht darüber reden?“, verdammt ich war so verzweifelt. Sie konnte mich doch jetzt nicht verlassen, ohne ein weiteres Wort von ihr. Was war es? Das ist sowas tat, dass ich so war? War es nur das Spielzimmer?

„Christian ich will das nicht und ich will mit keinem Lügner zusammen sein!“

„Probier es nur mal. Bitte.“, flehte ich. Das passierte doch jetzt nicht wirklich. Ana schreckte vor keiner Herausforderung zurück, aber das schien ihr zu viel zu sein? Das konnte sie nicht an mir akzeptieren? Ohne jede Diskussion oder auch nur annähernd etwas auszuprobieren. Ich kannte sie so nicht und verstand nicht warum es jetzt so war. Sie gab mich tatsächlich auf.

„Du willst es nicht mal versuchen?? Du kannst es doch nicht einfach so ablehnen.“, fragte ich sie daher herausfordernd. Ich hoffte ihren Kampfgeist oder Neugier irgendwie noch zu entfachen. Aber auch das brachte nichts. Sie schlug mir die Tür vor der Nase zu. Es war so knapp, sie wusste, dass ich direkt hinter ihr war und sie mich locker hätte treffen können. Aber es war ihr vollkommen egal.
Ich riss die Tür sofort wieder auf und lief ihr hinterher. Sie konnte nicht gehen. Sie würde das nicht tun. Verdammt, sie war doch meine Ana.

Aber als ich sie im Ankleidezimmer sah, wie sie den Schrank durchwühlte und immer wieder Kleidung auf den Boden schmiss, schlug es wie eine Welle über mir zusammen.  
„Nicht mir. Nicht mir. In dieser Wohnung gehört gar nichts mir!“, schrie sie hysterisch. Räumte sie gerade ihren Schrank aus? Das wo mir vorhin noch die Sicherheit gab, dass sie mich nicht alleine gelassen hatte?

„Baby? Was tust du da?“, fragte ich sie mit zittriger Stimme, als wäre es nicht offensichtlich. Ich wollte es nicht wahrhaben.
Wurde meine größte Befürchtung wahr? War alles war wir hatten und dass sie mich liebte egal? Dass ich sie liebte. Sie musste es doch wissen, dass es so war. Würde sie bleiben, wenn ich es sagte?

„Ich werde gehen! Ich suche nur die wenigen Sachen in dieser Wohnung die wirklich mir gehören und verschwinde dann! Ich will einfach nur weg von dir.“, zischte sie mich an.
Es war wie ein Schlag in die Magengrube. Sie hatte sich so sicher angehört. Nicht mit einem Hauch von Zweifel. Es würde nichts bringen mich noch verletzlicher als jetzt zu zeigen. Ich wusste nicht, ob ich noch mehr Zurückweisung ertragen konnte. Sie wollte mich nicht mehr und ich wollte versuchte sie durch meine Gefühle zu überreden, das war falsch und zwecklos.

„Du verlässt mich also doch.“, sagte ich leise. Diese Erkenntnis war niederschmettert. Mein Herz pochte so laut und ich hoffte sie würde mir widersprechen.

„Zu bleiben würde nichts bringen. Ich kann das nicht! Du hast mich angelogen. Alles war gelogen.“, schrie sie nun doch wieder und zog ein T-Shirt aus dem Schrank.

„Ich wusste du würdest mich verlassen, wenn du diese Seite von mir kennst.“, sagte ich betrübt und ging raus. Ich konnte nicht auch noch dabei zuschauen wie sie mich verließ und dieses Bild in mein Gedächtnis einbrennen lassen, obwohl es dafür schon zu spät war. Was für ein Idiot war ich eigentlich, um zu glauben Ana würde bei mir bleiben, wenn sie wusste wie viel Dunkelheit in mir steckte.

An der geschlossenen Tür zum Schlafzimmer lehnte ich kurz meinen Hinterkopf an. Ich versuchte nicht zusammenzubrechen, sie nicht anzubetteln und noch etwas an Würde zu behalten. Ich musste mich beruhigen und meine Gefühle runterzuschlucken. Aber es schmerzte unglaublich. Sie hatte durch das Zimmer gesehen was für ein Monster ich war und rannte nun weg. Ich fühlte mich schlimmer als nach jeder Bestrafung, schlimmer als jeder Schlägerei.

Als ich hörte, dass Ana die Tür des Ankleidezimmers geöffnet hatte, atmete nochmal schnell tief durch und ging von hier weg. Stelle mich an meinen Flügel, an dem ich nun wahrscheinlich wieder öfters sitzen werde und schaute dann starr aus dem Fenster.

Sie war ohne mich besser dran. Ich wusste ohnehin nie wieso sie ausgerechnet mich lieben sollte. Ich hätte sie nie glücklich machen könne. Sie war zu unschuldig, zu jung, zu gut.
Es zog mir den Boden unter den Füßen weg, wenn ich daran dachte wie sie mich angesehen hatte. Ich konnte es nicht ertragen, dass sie wirklich vor mir wegrannte war und sich von mir losriss, als wollte ich ihr etwas antun.

Ich stand an der Scheibe und hatte meine undurchdringliche, emotionslos und kalte Maske ausgesetzt. So undurchdringlich war sie gar nicht. Ana hatte sie durchbrochen. Aber was hatte es gebracht?
Ich hörte sie das Schlafzimmer verlassen und betete zu allem was es gab, dass sie nochmal etwas sagen würde, dass sie zu mir kam, dass sie es sich anders überlegt hatte.
Aber ich war zu optimistisch. Jetzt und auch vorhin im Spielzimmer, denn wieder einmal ging sie und ich verwehrte mir einen letzten Blick, weil ich sie sonst versucht hätte aufzuhalten. Ich hatte sie gehen hören. Hatte den Aufzug gehört, wie sich seine Türen schlossen. Kein Wort hatte sie gesagt, nichts. Was sollte ich noch tun? Wenn sie nicht darüber wegsehen konnte, was sollte ich noch sagen? Ich konnte meine Vergangenheit nicht ändern.

Ich stand hier eine Ewigkeit und konnte mich nicht rühren. Ich hatte Angst mich zu bewegen und zu merken, dass Ana tatsächlich weg war. Fuck! Ich konnte mich so sehr verändern wie ich wollte. Eines blieb immer gleich. Meine scheiß Vergangenheit zerstörte mir meine Zukunft.

Ich hatte sie nicht verdient!! Es war besser so! Für sie zumindest.

Allerdings riss mich das Ping des Aufzugs aus meiner Starre.

Total aufgeschreckt rannte ich in die Richtung. „Ana?? Baby?“, rief ich und die Hoffnung in meiner Stimme war beängstigend greifbar. Sie war zurückgekommen. Sie hatte mich nicht aufgegeben.

Als der Aufzug jedoch in mein Blickfeld kam, sah ich keine Ana. Nur Taylor. Ich blickte hinter ihn und hoffte sie würde noch aussteigen, aber sie war verdammt nochmal nicht da!

Alles fiel in sich zusammen, warum musste ich mir nochmal solche Hoffnungen machen. Wie bescheuert war ich, mir erst 1 Sekunde vorher einzureden, dass es besser so war und dann doch zu glauben sie könnte wieder zu mir zurückkommen.

„Sir? Alles in Ordnung?“, fragte Taylor. Ich hörte seine Sorge auch wenn er versuchte professionell zu bleiben.

Ein nicken war alles, zu was ich gerade fähig war. Ich rutschte immer mehr und immer tiefer in den Abgrund. Mein Licht, mein Halt, meine Liebe war gegangen. Sie war weg.

„Wissen sie wo Ana ist?“ meine Stimme war rau und zitterte ein wenig. Ich konnte ihn nicht mal ansehen.

Er räuspert sich: „Ich habe sie nachhause... in ihre Wohnung, gefahren“, korrigiert er sich. Aber für was. Das hier war nie ihre Wohnung. Sie war seitdem, sie zugestimmt hatte zu mir zu ziehen öfters in ihrer Wohnung als zuvor. Und nun würde sie auch dortbleiben. Was sollte sie schon bei mir.

„Ging es ihr gut?“, fragte ich fahrig und verwirrt. Mit der Hand fuhr ich mir einmal durch die Haare und würde sie mir am liebsten rausreißen. Ich wusste nicht welche Antwort ich hören wollte. Natürlich wollte ich immer, dass es ihr gut ging. Aber was würde es mit mir anstellen, wenn sie mich einfach so abgehackt hatte.

„Ganz und gar nicht.“, sagte er bedrückt.

Tja Grey. Jetzt hast du deine Antwort.

Aber was brachte es? Nichts, überhaupt gar nichts. Außer, dass ich mich noch schlechter fühlte, weil ich wusste was der Grund war und wer schuld war. Alleine ich.

„Geht es dir gut Christian?“, sagt er plötzlich ziemlich besorgt und persönlich.  

„Nein.“, gab ich zu. ich würde gerade am liebsten trinken oder irgendetwas zerstören. Alles vergessen. Aber durch das betrinken, musste ich auch wieder an Ana denken.

Als mein Telefon klingelt, war es der nächste Hoffnungsschimmer. Wäre es jetzt immer so? Würde ich immer hoffen, dass es Ana war die mich anrief oder zu mir kam? Das würde mich zerstören, wenn ich jedes mal wieder auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen würde.

Es war das Grey House. Wahrscheinlich Andrea. Ich war schon viel länger weg, als ich eigentlich sollte. Ich hatte vorhin nicht mal irgendjemand Bescheid gesagt.

Ich ging dran. „Grey“, meine Stimme hörte sich kraftlos an. Müde.

„Mr. Grey. Sie haben ein Termin. Kommen sie demnächst wieder? Was kann ich Mrs. Richards sagen?“

„Ich bin unterwegs.“, meinte ich emotionslos und vergrub alles irgendwo ganz tief in mir.

Was sollte ich in meiner Wohnung, wenn ich mich hier nur leer und einsam fühlte!? Ich musste mein Arsch hochgekommen. Mein Unternehmen konnte ich nicht auch noch verlieren oder gefährden. Ich würde mich in Arbeit stürzen und nichts mehr anderes tun, nur um mich von dem Schmerz in mir abzulenken.


FUCK! Sie war wirklich gegangen.

________

Vermutlich werden nun erstmal bis März, immer nur ein Kapitel pro Woche hochgeladen. Mehr werde ich wahrscheinlich nicht hinbekommen. Die nächste Etappe steht an und ich muss mich für die mündliche Prüfung vorbereiten. Vielleicht werde ich trotzdem ab und zu, mal mehr als ein Kapitel hochladen.

Ich würde mich wirklich sehr über Reviews freuen :)

Lg Julie :*
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