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Loving you never was in the plan • Larry Stylinson

von ElfeQ
GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Harry Styles Louis Tomlinson
11.12.2020
04.05.2021
30
71.062
11
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11.12.2020 1.209
 
Noch nie hatte sich etwas so befreiend für mich angefühlt, wie der Moment, als ich den Schlüssel im Schloss umdrehte und das Motorgeräusch meines gemieteten Kia Picanto ertönte. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen und einem leichten Herzen fuhr ich los.

Ich war noch nie in Italien gewesen, weswegen meine Entscheidung direkt auf einen Mietwagen gefallen war, anstatt mit dem Zug und dem Bus vom Flughafen in das Dorf zu fahren, wo ich die nächsten vier Wochen verbringen würde.

Nachdem ich die Stadt verlassen hatte und links und rechts von mir nur unendlich viel Landschaft mit saftigem Grün zu sehen war, machte ich die Fenster runter und drehte die Musik lauter. Der Sommerwind brachte meine Haare ordentlich durcheinander und sobald ich schneller fuhr, peitschte er mir gegen die Ohren, doch das war mir egal. Noch nie hatte ich mich so frei, wie in diesem Moment gefühlt.

Der letzte Monat war einfach nur anstrengend gewesen. Eleanor hatte mich verlassen, was nicht wirklich überraschend kam, weil es schon lange nicht mehr gut lief und doch traf es mich unerwartet hart, immerhin waren wir fünf Jahre zusammen gewesen. Ich war aus unserer gemeinsamen Wohnung in London ausgezogen und bei meinen Eltern in mein altes Kinderzimmer wieder rein. Die ersten Tage verbrachte ich nur auf der Couch vor dem Fernseher, beantwortete keine Nachrichten und ließ mich von meiner Mum bekochen, doch als eine ganze Woche rum war und noch nicht mal Duschen zu einer der Sachen gehörte, weswegen ich vom Sofa freiwillig aufstand, war es vorbei mit dem Verständnis von ihr.

Die zweite Woche lag sie mir ständig in den Ohren, dass ich endlich mal wieder das Haus verlassen, alte Freunde wieder treffen oder mit meinen jüngsten Schwestern wenigstens zum Spielplatz gehen solle. Doch das einzige, was ich machte, war mich anstatt auf dem Sofa mich in mein Bett zu verkriechen. Es war nicht so, als war ich unendlich traurig und würde meiner Exfreundin jede Minute des Tages hinterher heulen, viel mehr fühlte ich mich leer. Fünf Jahre waren eine lange Zeit, aber noch länger waren wir beste Freunde gewesen. Eleanor und ich waren zusammen aufgewachsen, gleicher Kindergarten, gleiche Highschool und zum Schluss auch das gleiche College. Wir hatten alles irgendwie zusammen geteilt und wir wussten beide, wie heikel es war, aus dieser Freundschaft mehr zu machen, doch wir waren und jung, naiv und glaubte verliebt zu sein. Wir dachten, dass das für immer halten würde.

Naja, da lagen wir eindeutig falsch und jetzt wo sie nicht mehr da war, fehlte halt einfach was. Es fehlte eine wichtige Person in meinem Leben.

Als dann auch die zweite Woche rumging und ich mich immer noch bei niemandem gemeldet oder irgendetwas Sinnvolles mit meinem Leben veranstaltet hatte, lag mir dann zu meiner Mum auch noch mein Verleger im Nacken. Schon lange hatte ich ihm keine Ideen mehr geliefert oder gar ein ganzes Projekt vorgestellt. Die ersten Nachrichten vom ihm ignorierte ich auch, ließ ihn jedes Mal auf meine Mailbox sprechen, anstatt ran zu gehen. Als er dann aber plötzlich davon sprach, meinen Vertrag Ende des Jahres nicht weiter zu verlängern, begriff ich, dass ich nicht weiter in diesem tiefen Loch stecken bleiben konnte. Zu mindestens nicht, wenn ich nicht Arbeitslos werden wollte.

Also ging ich unter die Dusche, aß eine vernünftige und gesunde Mahlzeit und setzte mich dann an meinen Schreibtisch aus Schultagen. Ich öffnete meinen Laptop, las all die ungelesenen Mails, beantwortete die, die mir am wichtigsten erschienen und rief dann meinen Verleger an. Nach einer gehörigen Standpauke seinerseits, versprach ich ihm in den nächsten Tagen die ersten Seiten und Ideen eines neuen Buchs zu Mailen, womit er sich zufriedengab.

Also öffnete ich mein Schreibprogramm und verbrachte Stundenlang damit, einfach nur auf das leere weiße Feld zu starren. Mein Kopf war leer. Noch nicht mal ansatzweise kam mir eine Idee entgegen. So gingen zwei Tage vorüber, ohne dass ich irgendetwas schrieb, dafür aber viel zu viel rauchte.

Nachdem ich auch den dritten Tag kein einziges Wort auf der Tastatur getippt hatte, entschied ich mich das Haus endlich mal zu verlassen. Meine Mum freute sich darüber sehr, meine Laune hob es nur gering, als ich mit meinen alten Kumpels, aus der Schule zusammen in der Stammkneipe saß, wo ich schon mit 15 den ersten Alkohol getrunken hatte und sie mir erzählten, wie wundervoll ihr komplettes Leben verlief. Jeder hatte eine Freundin, Jeff war mittlerweile sogar schon verheiratet. Im Job lief es super, keine Geldsorgen, wunderschönes Haus, blablabla. An dem Abend trank ich viel zu viel, damit ich das alles ertragen konnte und mit dem Kater am nächsten Tag, kamen mir auch keine glorreichen Einfälle.

Es war fast so, als wäre mit El alles gegangen, was ich mal gut konnte.

Das gestand ich dann auch Lotti, als sie am Wochenende zu Besuch kam. Von all meinen Geschwistern, hatte ich zu ihr die engste Bindung und obwohl ich bisher mit niemandem wirklich über das aus meiner Beziehung geredet hatte, vertraute ich mich ihr an. Lotti fand das war natürlich kompletter Schwachsinn, als hätte El irgendetwas mit meinem Talent zu tun. Das Wort Talent nahm sie in den Mund, nicht ich.

„Es ist okay, wenn du trauerst, Lou und nach einer Trennung braucht jeder etwas Zeit für sich selber, aber die nimmst du dir ja noch nicht mal! Du sitzt seit Wochen auf deinem faulen Arsch und starrst dämlich die Glotze an. Woher soll denn da Inspiration kommen? Und nein, es zählt, nicht dass du einen Abend aus warst, denn deine spacko Freunde von früher, haben nie diese Stadt verlassen. Sie können das Wort Kreativität wahrscheinlich noch nicht mal Buchstabieren. Ich liebe dich, Lou, wirklich, aber so wie du dich gehen lässt, ist das nicht mehr in Ordnung. Bekomm dein Leben endlich wieder auf die Reihe! Du hast alle Möglichkeiten dieser Welt und bist an niemanden mehr gebunden, nutz das endlich!“

Und wo sie nun mal recht hatte, hatte sie recht.

Noch am selben Tag, rief ich meinen Verleger an, sagte ihm, dass es mir noch etwas mehr Zeit geben müsse, ich ihn dafür dann aber umhauen würde und das er mir nur vertrauen sollte. Naja und da ich der Grund war, warum er in den letzten zwei Jahren ordentlich Geld kassiert hatte, gab er mir die vier Wochen die ich verlangte.

Am nächsten Tag buchte ich einen Flug nach Italien, so wie eine Unterkunft dort, am übernächsten Tag stieg ich schon ins Flugzeug.

Und nun saß ich in dem kleinen, schwarzen Auto und fuhr durch die italienische Landschaft, konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen und freute mich schon unfassbar sehr auf die nächsten Wochen. Mein Plan war einfach: meine dämliche Schreibblockade überwinden und schreiben, schreiben und noch mehr schreiben, verdammt viele gute Pizzen und Pasta essen und vielleicht das erste Mal in meinem Leben Braun, anstatt rot zu werden.

Was sollte dabei schon schiefgehen?

____

Die Idee für diese FF kam mir viel zu spontan in den Sinn, als ich auf der Arbeit war und doch musste ich sie sofort anfangen, ohne das ich aktuell einen größeren Plan habe, was alles genau passieren soll... also, ja... mal schaun wohin uns das ganze hier führt! :D

Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ich euer Interesse wecken konnte und über jegliche Art von Kritik und Kommentar!

<3
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