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Erzwungenes Glück

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Hermine Granger Severus Snape
09.12.2020
13.06.2021
44
51.906
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14.04.2021 1.685
 
Allmählich wurde es spät in Australien, es war bereits nach Mitternacht. Aufgrund der Zeitverschiebung waren Severus und Hermine jedoch noch nicht müde.
„Ihr müsst keine Rücksicht auf uns nehmen, ihr könnt schlafen gehen.“, erklärte Hermine, da sie bemerkt hatte, dass ihre Eltern kaum ihre Augen offenhalten konnten. Dankbar nickte das Paar und stand auf.
„Das Gästezimmer ist die Treppe hoch, das letzte Zimmer auf der linken Seite.“, erklärte Jean noch und machte sich prompt auf den Weg in ihr eigenes Schlafzimmer, gefolgt von ihrem Mann. Als Severus hörte, wie sich oben die Tür schloss, spürte er etwas Erleichterung. Fürs erste hatte er das Treffen doch recht gut überstanden. Hermine ging herüber zu Severus, der immer noch auf dem Sessel saß, und ließ sich seitwärts auf seinen Schoß sinken, sodass ihre Beine über die Lehne hingen. Ihren Kopf lehnte sie an seinen Oberkörper und Severus schloss seine Arme um Hermine.
„Was machen wir zwei jetzt?“, fragte sie und schaute ihm ins Gesicht.
„Ich weiß nicht. Müde bin ich noch nicht.“, erwiderte Severus.
„Ich auch nicht. Vielleicht können wir einen Spaziergang machen, um diese Zeit hat es sich draußen schon abgekühlt.“, schlug Hermine vor. Severus dachte kurz darüber nach, entschied sich aber schließlich dafür. Er drückte ihr noch einen Kuss auf die Schläfe und stand dann mit ihr in seinen Armen auf, um sie wieder auf ihre Füße zu stellen. Als sie das Haus verließen, schlug ihnen die angenehme Nachtluft ins Gesicht. Hermine verschränkte ihre Finger mit seinen.
„Meinst du wir finden so spät noch irgendwo etwas Essbares?“, fragte Severus, nachdem sie einige Minuten gelaufen waren. Hermine bemerkte erst jetzt, wie hungrig sie eigentlich war, ihre letzte Mahlzeit war schon eine Ewigkeit her.
„Als wir vorhin das Haus gesucht haben, sind wir auf dem Weg an einer Tankstelle vorbeigekommen. Vielleicht kriegen wir dort etwas.“, überlegte Hermine und versuchte sich an den Ort der Tankstelle zu erinnern. Nachdem sie weitere Minuten durch die wenig erleuchteten Straßen geschlendert waren, fanden sie tatsächlich den gewünschten Ort. Die Auswahl war nicht besonders groß und so kauften sie sich beide ein paar Kleinigkeiten, die den schlimmsten Hunger fürs erste stillen würden. Mit ihrem Proviant bepackt ließen sie sich auf einer Parkbank nieder. Hermine rutschte dich an Severus, der einen Arm um ihre Schulter legte. In friedlicher Stille machten sie sich über ihre Snacks her und lauschten den Geräuschen der Nacht. Nach einiger Zeit merkte Severus, dass Hermine langsam zu frösteln begann, ohne die warmhaltende Bewegung wurde es doch recht kühl.
„Lass uns wieder zurück.“, schlug er daher vor, wodurch er ein dankbares Lächeln von Hermine kassierte. Sie verschränkten wieder ihre Finger miteinander und machten sich auf den Rückweg. Die plötzliche warme Luft des Hauses ließ sich Hermine geborgen fühlen. Sie nahmen ihre Taschen und schlichen leise die Treppe hoch, um die Grangers nicht zu wecken. Im Gästezimmer angekommen knipsten sie das Licht an und betrachteten das gemütliche Zimmer. Wie sie feststellten war ihr Zimmer durch eine Tür mit einem Badezimmer verbunden, was die beiden ebenfalls glücklich zur Kenntnis nahmen. Aus ihrer Tasche kramte Hermine ihre Hygieneartikel und ein großes T-Shirt von Severus zum Schlafen hervor, was dieser nur mit einer gehobenen Augenbraue kommentierte. Hermine grinste ihn an und verschwand im Badezimmer, wo sie sich frisch machte und sich umzog. Kurz danach öffnete sich die Badezimmertür und Severus trat ebenfalls ein und gemeinsam begannen sie, sich die Zähne zu putzen. Nachdem beide fertig waren, legten sie sich in das große Bett. Obwohl es Severus etwas unangenehm war, da er wusste, dass Hermines Eltern nicht weit entfernt waren, entschied er sich dazu, nur in seiner Unterhose zu schlafen, da er sich der bald wiedereinkehrenden Hitze durchaus bewusst war. Mittlerweile waren sie beide etwas müde und so kuschelte Hermine sich mit ihrem Rücken an Severus‘ Oberkörper. Sofort schlang er von hinten seine Arme um sie und zog sie noch etwas dichter an sich, wobei er seine Nase in ihren Haaren vergrub. Er genoss ihre Nähe und ihren Duft immer wieder. Viel zu lange Zeit hatte er auf Nähe zu anderen verzichtet, umso besser gefiel es ihm jetzt, Hermine in seinen Armen zu halten. Obwohl es noch etwas dauerte, schliefen beide schließlich ein.
Am nächsten Morgen wurde Hermine von lauten Geräuschen in der Küche geweckt. Sie vermutete, dass ihre Mutter das größte Frühstück in ganz Australien für sie vorbereiten würde. Für ihren Geschmack war es noch viel zu früh, aber das lag daran, dass sie erst spät schlafen gegangen waren. Wenn sie jetzt früh aufstanden, konnten sie ihren Schlafrhythmus ein wenig in den Griff bekommen. Also drehte sich Hermine in den Armen ihres Mannes um, sodass sie in sein friedlich schlafendes Gesicht schaute. Liebevoll strich sie ihm eine verirrte Strähne hinter sein Ohr und betrachtete seine entspannten Züge. Schließlich platzierte sie kleine Küsse auf seinem Gesicht. Sie fing an bei seiner Wange, küsste sich zu seiner Nase und schließlich zu seinem Mund, bis er seine Augen öffnete. Als sein müder Kopf registrierte, dass es Hermine war, die ihn so liebevoll geweckt hatte, schlich sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen und ein zufriedenes Grummeln verließ seinen Mund, während er sie noch dichter zu sich zog.
„Das war schön.“, brummte er und versuchte wach zu werden. Hermine kicherte kurz und senkte wieder ihre Lippen auf seine. Eine Weile küssten sie sich einfach nur, bis das Gepolter in der Küche verstummte.
„Ich denke das Frühstück ist fertig. Lass uns aufstehen, ich bin am Verhungern.“, grinste Hermine ihm entgegen. Severus nickte und so standen sie auf und machten sich gemeinsam fertig um Zeit zu sparen. Sie entschieden sich für leichte Kleidung, Hermine konnte Severus jedoch nicht zu einer kurzen Hose überreden. Als Severus ihr Outfit sah, musste er schlucken, die kurzen Sachen betonten ihren Körper ein wenig zu gut. Vor ihren Eltern durfte er sich nichts anmerken lassen, also begutachtete er ihren Körper umso genauer, als sie noch alleine waren. Wenig später gingen sie gemeinsam die Treppe herunter und beiden schlug ein kräftiger Duft von Kaffee und verschiedenen Speisen entgegen.
„Guten Morgen ihr zwei.“, wurden sie auch prompt von Jean begrüßt, die den letzten Feinschliff am Frühstückstisch vornahm. Hermines Vater saß bereits am Tisch, in die Zeitung vertieft. Von ihm hörte man nur ein gebrummtes „Guten Morgen“.
„Immer noch kein Morgenmensch, wie ich sehe.“, stellte Hermine grinsend fest, während sie ihrem Vater einen Kuss auf die Wange drückte. Wieder wurde nur etwas als Antwort gebrummt.
„Da ist dein Vater wohl nicht der Einzige.“, kommentierte Jean lachend, während sie auf Severus‘ müdes Gesicht deutete.
„Da hast du recht, Mom. Er braucht erstmal einen Kaffee, bevor er zu einem Menschen wird.“, kicherte Hermine zurück, während sie ihre Mutter umarmte.
„Na dann aber flott.“, erwiderte Jean und goss Kaffee in Severus‘ Tasse, nachdem sich alle gesetzt hatten.
„Danke.“, brummte Severus dankbar und nahm auch direkt einen Schluck aus der großen Tasse. Auch Mr. Granger legte nun seine Zeitung weg und widmete sich dem Frühstück. Ansprechbar war er allerdings noch nicht.
„Konntet ihr etwas schlafen?“, fragte Hermines Mutter, um die etwas unangenehme Stille zu durchbrechen.
„Ja das konnten wir tatsächlich, auch wenn es relativ lange gedauert hat.“, erwiderte Hermine. Die beiden Frauen schienen sich an diesem Morgen allein zu unterhalten, aber das machte ihnen nichts aus. Hermine wusste, dass Severus sich so oder so etwas mehr zurückhielt und für sie war auch das in Ordnung. Ihr war bewusst, dass er nur schwer mit neuen Menschen umgehen konnte, dazu kam auch noch die fremde Umgebung. Sie ließ ihm die Zeit, die er brauchte, um sich mit der Situation anzufreunden.
„Wie lange wollt ihr bleiben?“, fragte Jean schließlich. Hermine sah zu Severus.
„Weißt du schon, wann unser nächster Termin im Ministerium ist?“ In seinem Kopf ratterte es, es war wirklich noch zu früh für ihn.
„Der müsste am dritten Januar sein.“, überlegte er laut.
„Dann würde ich vorschlagen, dass wir Silvester noch hier verbringen und dann am nächsten Tag abreisen.“ Severus nickte.
„Ministerium? Was habt ihr dort vor?“, fragte nun Peter, der sich für dieses Thema zu interessieren schien.
„Da unsere Ehe vom Ministerium beschlossen wurde, gibt es dort alle zwei Monate einen Kontrolltermin, um Fortschritte festzuhalten, oder eventuelle Schwangerschaften festzustellen.“, erklärte Hermine beiläufig, als wäre es das normalste der Welt. Ihr Vater jedoch verschluckte sich bei dem letzten Teil des Satzes an dem so dringend benötigten Kaffee.
„Schwangerschaft?“, brachte er hüstelnd hervor.
„Ja, Dad.“, nickte Hermine. Severus ahnte, dass das folgende Gespräch unangenehm sein würde. Die Augen von Hermines Mutter begannen zu leuchten.
„Und? Glaubst du, dass du schwanger bist?“, fragte sie neugierig, was Peter erneuten Husten einbrachte. Auch Severus war gespannt, auch wenn es ihm nicht lieb war, dass die Grangers zwangsläufig erfuhren, dass er sexuell aktiv mit ihrer Tochter war.
„Ich denke nicht.“, stellte Hermine kurz klar. Wenn sie ehrlich war, war sie sich nicht sicher. Sie hatte ihre Periode immer noch nicht bekommen, aber sie würde vor ihrem Vater nicht sagen, dass eine Schwangerschaft durchaus möglich wäre. Er sollte Severus erst einmal besser kennenlernen und auch mögen, bevor sie ihrem Vater eröffnete, dass sie vielleicht von Severus schwanger war. Wahrscheinlich würde er jetzt ausrasten. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, brachten sie in Ruhe ihr Frühstück zu Ende. Auch die beiden Männer wurden mit der Zeit gesprächiger. Plötzlich nahm Hermine die vielen Gerüche am Frühstückstisch viel kräftiger wahr und ihr wurde schlecht. Bravo, dachte sich Hermine, gerade als sie das Thema Schwangerschaft beendet hatten musste das passieren.
„Entschuldigt mich kurz.“, versuchte sie so gefasst wie möglich zu sagen und begab sich die Treppen nach oben ins Badezimmer. So leise wie möglich erbrach sie sich und zu ihrem Glück war die Übelkeit danach verschwunden. Sie putzte sich rasch noch einmal die Zähne und machte sich schnell wieder auf den Weg nach unten.
„Alles in Ordnung? Du warst ziemlich lang weg.“, fragte Severus, als Hermine sich etwas blass neben ihn setzte.
„Alles in Ordnung. Ich hatte wohl etwas zu viel Kaffee.“, versuchte sie sich herauszureden und hoffte, dass man ihr glauben würde. Die Männer, immer noch etwas müde, nahmen das so hin. Hermines Mutter jedoch war von der Aussage ihrer Tochter nicht überzeugt. Sie würde sie später allein darauf ansprechen.
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