Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Erzwungenes Glück

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Hermine Granger Severus Snape
09.12.2020
05.05.2021
42
49.297
63
Alle Kapitel
134 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
11.04.2021 1.199
 
Ich hoffe, ihr hattet ein erholsames Wochenende und könnt gut in die neue Woche starten. Außerdem ein riesiges Danke für eure regelmäßigen Rückmeldungen, ich freue mich jedes Mal sehr darüber!

Eine Weile saß Severus mit den beiden Frauen schon im Wohnzimmer. Sie hatten sich weitgehend oberflächlich ausgetauscht, da sie beschlossen hatten die pikanteren und wichtigen Themen erst anzusprechen, wenn auch Hermines Vater anwesend war. So erzählte Jean über das Leben in Australien, berichtete von verschiedenen Erlebnissen und neu kennengelernten Menschen. Während sie in ihr Gespräch vertieft waren, öffnete sich nach einiger Zeit schließlich die Haustür. Hermine hielt aufgeregt den Atem an, sie würde ihren Vater in wenigen Sekunden das erste Mal wiedersehen. Während Hermine aufgeregt war, wurde Severus unsicher. Sie hatte ihm zwar versichert, dass ihre Eltern tolerante Menschen waren, aber er hatte Probleme, sich das vorzustellen. Den größten Teil seines Lebens war er von allen Menschen abgelehnt worden, für ihn war es schon schwer genug zu begreifen, dass er Hermine wirklich am Herzen lag und nun sollte ihr Vater, der ungefähr so alt war wie er selbst, ihre Verbindung gutheißen? Severus machte sich auf das Schlimmste gefasst, er hatte gelernt mit der Ablehnung der Menschen zu leben, aber bei Hermines Familie war das etwas anderes. Auch wenn ihre Heirat nicht aus Liebe war, so war sie ihm doch wichtig und er wollte sein Leben mit Hermine verbringen. Würde ihr Vater ihn ablehnen, würde sich etwas an seiner Ehe mit Hermine verändern? Er hoffte es nicht. Seine Gedanken wurden unterbrochen, als Peter Granger das Zimmer betrat.
„Ich wusste gar nicht, dass wir Besuch erwarten. Guten Tag.“, begrüßte er seine Gäste freundlich und reichte ihnen die Hand. Hermine musste sich zusammenreißen, nicht wieder in Tränen auszubrechen, dafür war es noch zu früh.
„Setz dich doch bitte, Liebling.“, forderte Jean ihn auf und machte Severus mit ihrem Blick klar, dass er an die Arbeit gehen sollte. Fasziniert beobachtete Hermines Mutter, wie er seinen Zauberstab zückte.
„Was wird das denn?“, fragte Mr. Granger verwirrt und schaute zu seiner Frau. Er war dabei aufzustehen, um sich und seine Frau im Notfall zu verteidigen, immerhin kannte er die Absichten des schwarzhaarigen Mannes nicht.
„Vertrau mir bitte. Bleib sitzen.“, bat Mrs. Granger ihren Mann und setzte sich neben ihn, um ihn beruhigend an der Schulter zurück auf das Sofa zu drücken. Severus begann rasch mit der Ausführung des Spruches und die Fragezeichen im Gesicht von Peter Granger wurden von Sekunde zu Sekunde sichtbarer. Langsam bahnten sich jedoch Erinnerungen in seinen Kopf, die er versuchte wahrzunehmen. Er war jedoch von der Masse an Informationen und Eindrücken so überfordert, dass er sich voll und ganz auf diese konzentrierte und die Augen schloss, um den Vorgang in seinem Kopf besser wahrnehmen zu können. Nachdem nun einige Sekunden Stille herrschte, öffneten sich seine Augen schlagartig wieder, nur um Hermine in den Arm zu nehmen.
„Hermine.“, hauchte er in ihre Locken und drückte sich fest an sie. Hermine war nun wieder in Tränen ausgebrochen und klammerte sich an ihren Vater.
Nachdem sich alle von der emotionalen Begegnung beruhigt hatten und für Mr. Granger ebenfalls ein kühles Getränk geholt wurde, machten sie sich bereit, um das klärende Gespräch zu führen. Hermine saß nun auf dem Sofa zwischen ihren Eltern, die beide jeweils eine ihrer Hände hielten, und Severus hatte sich auf einen danebenstehenden Sessel gesetzt.
„Zuerst, Dad, das ist Severus Snape, mein Mann.“, erklärte Hermine auch ihrem Vater und sah zu Severus.
„Dein Mann? Bist du nicht noch etwas zu jung zum Heiraten?“, fragte Peter Granger besorgt. Er wollte nur das Beste für seine Tochter und sorgte sich eben um sie, jetzt wo er sie gerade erst zurückhatte. Hermine seufzte, sie wusste, was sie jetzt erklären musste.
„Nun, also ähm… unsere Ehe war nicht ganz freiwillig. Nach dem Krieg wurde ein Gesetz beschlossen, das uns und viele andere dazu verpflichtete zu heiraten, um die Existenz unserer Welt zu sichern. Nichtsdestotrotz liegt uns sehr viel aneinander und wir sind glücklich. Wir sind auf einem sehr guten Weg, würde ich behaupten, auch wenn es anfangs natürlich ein kleiner Schock war.“, erklärte Hermine und wartete auf die Reaktion ihrer Eltern. Die sagten jedoch erst einmal nichts, als müssten sie die Worte ihrer Tochter verarbeiten.
„Entschuldigen Sie bitte meine Unhöflichkeit, aber wie alt sind Sie?“, fragte Peter Granger, seine Augenbrauen waren zusammengekniffen und er schaute nachdenklich.
„Dad!“, unterbrach Hermine ihn ermahnend.
„Ist schon in Ordnung, Hermine. An der Stelle deines Vaters würde ich es auch wissen wollen.“, beruhigte er seine Frau, bevor er sich zu ihrem Vater drehte. „Ich bin 38 Jahre alt.“ Fragen dieser Art hatte Severus bereits erwartet, er war schon überrascht überhaupt noch in diesem Raum zu sitzen. Mr. Granger nickte, er war zwar nicht gerade zufrieden mit der Antwort, aber es hätte auch deutlich schlimmer sein können.
„Was machen Sie beruflich? Können Sie gut für meine Tochter sorgen?“ Hermine wollte gerade wieder dazwischen gehen und ihren Vater ermahnen, jedoch war Severus schneller.
„Ich leite die Schule, die ihre Tochter besucht, um unsere finanzielle Situation brauchen Sie sich also nicht sorgen. Ich möchte außerdem hinzufügen, dass ihre Tochter in keiner Weise von mir abhängig ist. Sie ist finanziell selbst gut aufgestellt, weshalb sie nicht auf mein Geld angewiesen ist. Natürlich hat sie trotzdem jederzeit vollen Zugriff auf mein, unser Geld, da es ihr schließlich niemals an etwas fehlen soll.“, erwiderte Severus ruhig und gelassen. Hermine war überrascht von Severus‘ Ruhe, jeden anderen Menschen hätte er wahrscheinlich schon in Grund und Boden gestampft. Peter Granger nickte, mit dieser Antwort war er wohl zufrieden.
„Das heißt, dass Hermine deine Schülerin ist, Severus?“, fragte nun Jean Granger.
„Das ist korrekt. Ihr ergeben sich durch unsere Ehe allerdings keine Vorteile, sie lernt wie jeder andere Schüler auch. Außerdem ist Hermine die letzte, die solche Privilegien nötig hätte und auch nutzen würde, sie ist die beste Schülerin, die jemals einen Fuß in diese Schule gesetzt hat.“, erklärte Severus immer noch geduldig. Ihre Eltern nickten, etwas Stolz schlich sich ebenfalls auf ihre Gesichter.
Nachdem die Befragung über ihre Ehe ein Ende gefunden hatte, klärten Hermine und Severus ihre Eltern über den Krieg und Voldemort auf und wie es dazu gekommen war, dass Hermine ihnen schließlich die Erinnerungen nahm. Die ein oder andere Träne rollte über die Wangen Hermines Mutter, als sie hörte, dass Hermine bereits in einem Krieg gekämpft hatte und dabei eine der wichtigsten Rollen gespielt hatte. Alles in allem herrschte eine ziemlich bedrückte Stimmung, jeder schien seinen Gedanken nachzuhängen.
Jean Granger unterbrach schließlich die Stille.
„Habt ihr vor zu bleiben? Wir haben oben ein Gästezimmer frei.“ Hoffnung, ihre Tochter länger bei sich haben zu können, war klar in ihrem Gesicht zu erkennen.
„Wir bleiben.“, stimmte Hermine schließlich zu.
„Wenn es Ihnen lieber ist, kann ich natürlich auch abreisen. Es gibt sicherlich Einiges aufzuholen.“, bat Severus an.
„Das Angebot ist wirklich sehr nett von dir, aber du bist jetzt ein Teil der Familie. Außerdem wollen wir unseren Schwiegersohn besser kennenlernen.“, erklärte Jean und warf Severus ein freundliches Lächeln zu. Hermine freute sich wahnsinnig, dass ihre Mutter Severus akzeptierte und ihn sogar in die Familie aufnahm. Mit ihrem Vater würde sie später noch reden und ihm klarmachen, dass Severus ein guter Mann mit den besten Absichten war.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast