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Erzwungenes Glück

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Hermine Granger Severus Snape
09.12.2020
21.04.2021
40
47.156
57
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07.04.2021 1.183
 
„Bereit?“, fragte Severus als sie vor dem Portschlüssel standen, ihre Taschen in den Händen haltend. Hermine atmete einmal kräftig durch.
„Bereit.“, antwortete sie schließlich und schon kurz darauf fühlten beide den ungewohnten Zug in ihrer Bauchnabelgegend. Sie wurden durch die Luft gewirbelt und landeten wenige Zeit später ziemlich unsanft auf dem harten Boden Australiens. Sofort knallte ihnen die Hitze entgegen und beiden wurde schmerzlich klar, dass sie sich dringend umziehen mussten. Hermine hoffte sich schnell an den Weg zum neuen Haus ihrer Eltern zu erinnern, um der brennenden Sonne in den kühlen Räumen des Hauses zu entkommen. Severus reichte ihr seine Hand, um sie auf ihre Beine zu ziehen. Geblendet von dem plötzlich so hellen Licht, das stark im Kontrast zu den Kerkern steht, blinzelte sie der Sonne entgegen, bis sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten. Hermine schaute sich um, an Severus vorbei, und die Umgebung kam ihr tatsächlich bekannt vor. Hier war sie auf jeden Fall schon einmal gewesen.
„Ich glaube wir müssen hier entlang.“, begann Hermine und zog Severus an der Hand mit sich. Dieser war noch nie in seinem Leben so froh gewesen, auf seine Robe verzichtet zu haben, wahrscheinlich wäre er in der Hitze umgekommen. Nach einem, für den Geschmack des Ehepaares viel zu lang dauernden, dreißigminütigen Fußmarsch standen sie vor dem Haus, von dem Hermine vermutete, es sei das Ziel ihrer Suche. Nervös schaute sie auf das Klingelschild. Wilkins.
„Wir sind da.“, flüsterte Hermine nervös. Severus hörte an ihrer Stimme, wie aufgeregt und angespannt sie war. Sanft strich er mit seiner Hand über ihren Rücken, um danach seine Finger mit ihren zu verschränken.
„Du schaffst das. Wir schaffen das.“, ermutigte er Hermine und, er gestand sich ein, auch sich selbst. Er hoffte aus tiefstem Herzen, dass die Sprüche funktionieren würden. Es würde ihm das Herz brechen, Hermine zu enttäuschen. Sie nickte ihm zu. Mit zittrigen Fingern hob sie ihre Hand zur Klingel und drückte auf den Knopf. Sie hörten das dumpfe Geräusch der Klingel durch die Haustür und das leise Öffnen von Türen innerhalb des Hauses. Es fühlte sich für beide an, als würde die Zeit wenig bis gar nicht vergehen. Als sich nach kurzem Warten, was sich für die beiden wie Stunden anfühlte, die Haustür öffnete stand Mrs. Granger, noch Wilkins, im Türrahmen. Severus spürte an Hermines Hand, die er immer noch festhielt, dass sich ihr Zittern verstärkte. Er schaute kurz zu Hermine, die ihm zunickte, als Bestätigung, das richtige Haus gefunden zu haben.
„Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?“, drang die freundliche Stimme der Frau zu den beiden durch. Im Vorfeld hatten sie besprochen, dass Severus die Ausführung der Zaubersprüche übernehmen würde. Hermine atmete noch einmal tief durch, dann zog sie eine Stadtkarte hervor, drehte sich damit zu ihrer Mutter, sodass diese ihren Rücken zu Severus drehen musste, um etwas auf der Karte zu erkennen. Hermine begann nach Wegbeschreibungen zu fragen und stellte sich dabei besonders dämlich, um Severus mehr Zeit für die Sprüche zu ermöglichen. So unauffällig wie möglich richtete er seinen Zauberstab auf Hermines Mutter, während Hermine versuchte diese abzulenken. Er hatte den ersten Spruch gesprochen und wartete ab, ob sich etwas an der Frau vor ihm veränderte. Nichts. Nach ein paar Sekunden versuchte er es mit dem zweiten von drei Zaubersprüchen auf der Liste. Er wurde immer unruhiger, die Angst Hermine zu enttäuschen wuchs von Sekunde zu Sekunde stark an. Jeglicher Zweifel wurde jedoch von ihm geschoben, als er die Stimme von Hermines Mutter hörte.
„Hermine?“, fragte sie geschockt, fast ein wenig ungläubig. Sofort brachen beide Frauen in Tränen aus und fielen sich in die Arme.
„Mom“, nuschelte sie schluchzend gegen die Schulter ihrer Mutter, sich an sie klammernd. Mit nun ebenfalls zittrigen Fingern drückte Mrs. Granger den Kopf ihrer Tochter an sich. Severus fühlte sich fehl am Platz, aber Hermine hatte sich gewünscht, dass er bei ihr blieb. Also blieb er und wartete geduldig, bis sich die beiden Frauen voneinander gelöst hatten. Beide Gesichter waren tränenüberströmt. Hermine sammelte sich kurz und atmete tief durch, die Tränen von ihrem Gesicht wischend. Dann schaute sie Severus an. Er fühlte einen kurzen Stich in seinem Herzen, als er die Reste von Hermines Tränen in ihrem Gesicht sah. Ihm wurde aber schnell klar, dass es sich um Freudentränen handelte, als er das strahlende Lächeln seiner Frau sah. Sie schmiss sich nun in seine Arme und drückte sich fest an ihn, sie konnte sich nicht davon abhalten.
„Danke, Sev.“, murmelte sie an seine Brust und löste sich von ihm, seine Hand wieder in ihrer haltend.
„Mom, das ist Severus, mein Mann.“, erklärte sie sofort und schaute ihre Mutter voller Stolz an. Etwas überfordert mit der Situation streckte Severus seine Hand in die Richtung seiner, wie er nun realisierte, Schwiegermutter.
„Guten Tag Mrs. Granger, es ist mir eine Freude Sie kennenzulernen.“, sagte er so höflich, wie es ihm möglich war, brachte sogar ein Lächeln über die Lippen. Er konnte die Überraschung auf dem Gesicht der Frau ihm gegenüber erkennen, Angst stieg in ihm auf. Ihm wurde aber auch bewusst, dass gerade eine große Menge an Informationen auf Jean Granger einströmen musste, also versuchte er so ruhig wie möglich zu bleiben. Wieder fiel eine kleine Last von seinen Schultern, als sie seine Hand ergriff und sie kräftig schüttelte.
„Guten Tag, Severus. Ich darf doch Severus sagen?“, fragte sie, jetzt ebenfalls mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Natürlich, sehr gern.“, stotterte er leicht, noch nie war er so unsicher und gleichzeitig erleichtert in seinem ganzen Leben gewesen.
„Dann nenn mich bitte Jean. Kommt erstmal rein, die Sonne hält ja kein Mensch aus.“, fügte Hermines Mutter hinzu. Es lief viel besser, als er es sich jemals erhofft hatte.
„Ist Dad da?“, fragte Hermine unsicher. In der Freude des Wiedersehens mit ihrer Mutter hatte sie ihren Vater für kurze Zeit vergessen.
„Dein Vater ist noch bei der Arbeit, es dauert noch ein bisschen, bis er nach Hause kommt.“, erklärte Jean und warf Hermine einen entschuldigenden Blick zu. Hermine nickte verstehend.
„Ihr seid bestimmt am verdursten, möchtet ihr etwas trinken?“
„Sehr gerne ein Glas Wasser. Severus?“, erwiderte Hermine. Sie hatte gar nicht gemerkt wie trocken ihr Mund war, bis ihre Mutter es angesprochen hatte.
„Für mich auch, bitte.“, stimmte er zu.
„Setzt euch doch schonmal, wir müssen ja so viel besprechen. Ihr müsst mir unbedingt alles erzählen.“, rief Jean Granger, während sie in die Küche ging, um Getränke für alle zu besorgen. Severus und Hermine setzten sich währenddessen ins Wohnzimmer auf das Sofa. Hermine lehnte sich an Severus.
„Wie geht’s dir? Alles in Ordnung?“, fragte Hermine und streichelte liebevoll über Severus‘ Oberschenkel, während sie sich an ihn lehnte.
„Wie es mir geht? Wie geht es dir ist die Frage.“, erwiderte Severus mit einem leichten Lachen auf den Lippen.
„Mir geht es super, Sev. Ich danke dir von ganzem Herzen dafür, dass du das für mich getan hast.“, sagte Hermine und Severus konnte in ihrer Stimme hören, wie erleichtert und befreit sie war. Sie drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Wange und schaute ihn liebevoll an.
„Danke.“, murmelte sie noch einmal und lehnte sich wieder an seine Schulter.
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