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Erzwungenes Glück

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Hermine Granger Severus Snape
09.12.2020
05.05.2021
42
49.297
63
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09.12.2020 1.001
 
Wie hatte er denn das jetzt wieder geschafft? Nichts, aber auch wirklich nichts lief in seinem Leben so, wie er es wollte. Eigentlich hätte er sterben sollen, in dieser Nacht als er Voldemort begegnete. Er hatte sich damit angefreundet, endlich dieses trostlose Leben hinter sich zu lassen. Aber das Schicksal hatte andere Pläne für ihn. Ein Jahr war es mittlerweile her, als er den Angriff Naginis wie durch ein Wunder überlebt hatte. Er war in der Krankenstation aufgewacht, hatte weder eine Ahnung wie er dorthin gelangt war, noch wer die tödliche Wunde an seinem Hals soweit geheilt hatte, dass er vorerst außer Lebensgefahr war. Poppy war es nicht gewesen, wie sie immer wieder beteuerte. Viele Wochen hatte er in dem unbequemen Bett liegen müssen, bevor auch die Schäden, die durch das Gift der Schlange gekommen waren, endgültig beseitigt waren. Wenn er ehrlich war, fühlte er sich so lebendig wie noch nie zuvor. Die Last, die ihm auferlegt wurde, als Doppelspion tätig zu sein, fiel von seinen Schultern. Und doch wusste er nicht wirklich etwas mit sich anzufangen. Er beschloss weiter als Lehrer in Hogwarts tätig zu sein. Seinen Posten als Zaubertränkeprofessor wollte er sich nicht nehmen lassen, es war doch seine Leidenschaft Tränke zu brauen, auch wenn er dabei diese inkompetenten Schüler beaufsichtigen musste. Das, und vor allem sein überaus gut ausgestattetes Labor in seinen privaten Räumen, hatten ihn überzeugt zu bleiben.
Er bereute jedoch schnell, nicht seine wenigen Sachen gepackt zu haben und sich irgendwo, weit weg von hier, ein neues Leben aufgebaut zu haben, als er am ersten Tag des neuen Schuljahres den Tagespropheten las. Wie jeden Morgen blätterte er die Zeitung lustlos durch, bis etwas seine Aufmerksamkeit erregte. Ein neues Gesetz. Er musste sich zusammenreißen seinen Kaffee nicht in die Tasse zurück zu spucken, als er las, welch grandiose Idee das Ministerium nun wieder hatte, um die Zauberwelt wieder aufzubauen und zu kräftigen. Ein Heiratsgesetz.

Das Heiratsgesetz
Ab dem heutigen Tage, wird jeder volljährige ledige Zauberer mit einer volljährigen ledigen Hexe verheiratet werden, um das Überleben der Zauberwelt zu sichern. Hierbei wird nicht darauf geachtet, dass Reinblütigkeit bestehen bleibt. Wer versucht, sich dem Gesetz zu entziehen, wird unverzüglich festgenommen. Die folgenden Paare finden sich bitte innerhalb der nächsten zwei Wochen im Ministerium zur Trauung ein. Weitere Informationen werden vor Ort übermittelt.

Harry Potter und Ginevra Weasley
Ronald Weasley und Lavender Brown
Draco Malfoy und Astoria Greengrass

Severus Snape und Hermine Granger

Bitte was? Hatte er sich da gerade verlesen? Er prustete seinen Kaffee auf den Tisch und wurde verdutzt von seinen Kollegen angestarrt. Wortlos reichte er Minerva die Zeitung und beobachtete, wie langsam aber sicher ihre Gesichtszüge entglitten. Er war sich ziemlich sicher, genau zu merken, wann sie die brisanteste Stelle des Artikels gelesen hatte, denn jetzt stand ihr der Mund offen. Wenn es um ihr Löwenbaby ging, war nicht mit ihr zu spaßen. Die Nachricht des neuen Gesetzes breitete sich aus, wie ein Lauffeuer. In der großen Halle wurde es unruhig und es wurde wild getuschelt, bis Severus Snape, der mittlerweile der Leiter der Schule war, weil Albus das vor seinem Tod so verfügt hatte, im Falle Severus würde den Krieg überleben, sich erhob und sich lautstark räusperte. Schlagartig wurde es still in der großen Halle. Obwohl Severus nach dem Krieg nicht mehr allzu gehässig seinen Schülern gegenüber war, hatten doch alle Respekt und viele immer noch Angst vor ihm. Er begann zu sprechen und setzte dabei seine vielleicht am perfektesten gelungene Maske auf, um seine innere Unruhe zu verbergen.
„Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, wurde ab dem heutigen Tage ein neues Gesetz erlassen, welches die Volljährigen unter Ihnen dazu zwingt, sich innerhalb der nächsten zwei Wochen mit festgelegten Partnern zu vermählen. Begeben Sie sich nun bitte unverzüglich in ihre Häuser, wo sie von ihrem Hauslehrer über die entsprechenden Konstellationen und den weiteren Verlauf unterrichtet werden.“  
Mit diesen Worten setzte er sich in Bewegung und verließ fast fluchtartig die große Halle. Lange konnte er seine Maske nicht mehr aufrecht erhalten, denn diese Neuigkeit zerrte selbst an seinen Nerven. Er begab sich in seine Privaträume, stellte frustriert fest, dass es wesentlich zu früh für Alkohol war, legte so nur einen Stillezauber über seine Räume und begann aus vollem Hals zu schreien. Nachdem er sich beruhigt hatte, stellte er fest, dass seine Slytherins wahrscheinlich schon auf ihn warteten. Innerlich schalt er sich dafür, die Schüler in ihre Häuser geschickt zu haben, denn er könnte es jetzt gut vertragen, den ein oder anderen Fluch im Verbotenen Wald abzufeuern. Er machte sich schließlich doch auf den Weg zu seinen Schülern und informierte sie über den weiteren Verlauf der Dinge. Er berichtete, dass für die Paare die an der Schule betroffen waren, speziell Wohnungen angefertigt werden würden, da er sich ziemlich sicher war, dass die neuen Paare einen Haushalt teilen mussten. Als er endlich alle wichtigen Punkte genannt und erklärt und auch ein paar Fragen beantwortet hatte, machte er sich wieder auf den Weg in seine Gemächer. Der Unterricht würde angesichts der Umstände später beginnen. In seiner Wohnung angekommen, stellte Severus fest, dass es bereits fast Mittag war und genehmigte sich ausnahmsweise doch einen Feuerwhiskey. Er müsste jetzt dringend seine Nerven beruhigen. So fing er an nachzudenken. Ihm wurde klar, dass es ihn deutlich schlimmer hätte treffen können. Hermine Granger war sehr intelligent, wenn auch etwas vorlaut, mutig, typisch Gryffindor eben, dachte er und so schlecht sah sie jetzt auch nicht aus, gestand er sich ein. Natürlich würde er ihr das nie sagen. Er bemerkte, dass sie sich in der letzten Zeit deutlich weiterentwickelt hatte, was ihr Äußeres anging. Sie war erwachsen geworden, bekam Rundungen an den Richtigen Stellen und war im Vergleich zu ihrem ersten Schuljahr deutlich gewachsen. Sie hatte das Angebot bekommen, nach dem Krieg ihren Abschluss nachzuholen. Natürlich hatte sie dieses Angebot angenommen, schließlich war sie Hermine Granger. Sie würde jetzt bestimmt schon darüber Bescheid wissen, wen sie heiraten musste und würde heulend in einer Ecke hocken, dachte er. Er ahnte nicht, dass er damit falsch lag.
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