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Schwaneneltern

Kurzbeschreibung
OneshotHumor, Familie / P12 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael OC (Own Character)
09.12.2020
09.12.2020
1
1.786
9
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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09.12.2020 1.786
 
Hallo meine Lieben,

Dieser Oneshot gründet auf einem Fanart der tollen Val auf Twitter, ihr findet sie hier. Das Fanart widerrum gründet auf der Ineffable Family der wundervollen Oba. Schaut auch dort unbedingt vorbei, ihre Comics und Zeichnungen sind wirklich herzergreifend :). Oba findet ihr hier.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß mit diesem kleinen Oneshot und eine schöne Adventszeit <3!

Lasst mir gerne ein Herzchen, einen Stern und/oder eure Meinung da. Mögt ihr solche Fanart Honorierungen?

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Die Sonne schien schon hell durch die staubigen Vorhänge, als Aziraphale die Augen öffnete. Er blinzelte verwirrt. Er war öfters verwirrt, wenn er geschlafen hatte, weil es so selten passierte und er nie genau wusste, wie viel Zeit eigentlich vergangen war. Doch dieses Mal wusste er außergewöhnlich schnell, wo er war und was er zu tun hatte. Genauso schnell, wie er wusste, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte. Vorsichtig tastete er neben sich, fand jedoch nichts außer der schon erkalteten Matratze. Weder das tiefe Atmen des Dämons, doch das kleine Schnaufen ihrer Tochter war zu hören. Ruckartig setzte er sich auf und sah sich im Zimmer um.

Stimmte etwas nicht? War etwas mit Cherub und Crowley musste schnell handeln? Oder war ihr Baby einfach nur früher aufgewacht und der Dämon hatte sie mitgenommen, um ihm noch etwas Ruhe zu gönnen?

'Durchatmen Aziraphale. Mach dich nicht verrückt... "

Er drückte mit Zeigefinger und Daumen auf die Stelle zwischen seinen Augenbrauen und atmete tief durch.

Die Angst war seit Kurzem wieder ein treuer Begleiter. Hatte er vor der Beinahe-Apokalypse ständig in der Furcht gelebt, jemand könnte heraus finden, was er tatsächlich für seinen 'Erzfeind' Crowley empfand, war dies jetzt durch die ständige Sorge um die kleine Cherub abgelöst worden. Hormone waren überhaupt nichts für ihn hatte er fest gestellt, und doch hätte er nichts geändert. Keine Sekunde, keinen Moment. Nicht die Angst, nicht den Schmerz und vor Allem nicht die Liebe.

Natürlich hatte er schon vorher geliebt, er war schließlich ein Engel. Es lag in seiner Natur. Am Anfang hatte er Gott und seine Kameraden geliebt. Dann Gottes Schöpfung auf Erden. Das war eine unschuldige Liebe gewesen. Rein und so, wie ein Engel nunmal lieben sollte. Später war Crowley in sein Leben getreten und alles hatte sich verändert. Lange hatte er versucht sich einzureden, dass die Liebe zu dem Dämon die gleiche war, wie zu allen anderen Geschöpfen Gottes, doch natürlich war das eine Lüge gewesen. Seine Liebe zu Crowley war anders. Tiefer und brennender. Sie brachte Verlangen und leises Seufzen in unbeobachteten Momenten mit sich. Und schließlich... Ja, schließlich war Cherub geboren worden und hatte alles hinweg gefegt, was er glaubte, über die Liebe zu wissen.

Alle Angst und alle Schmerzen waren vergessen gewesen, als Crowley sie ihm in die Arme legte. Nie würde er diesen Moment vergessen, alle Zeit dieser Erde würde nicht reichen, um ihm dieses Bild zu nehmen. Crowley, dessen goldene Augen voller Tränen waren und seine zitternde Stimme, die nur langsam und wie durch einen dichten Nebel zu ihm drang.

"Es ist ein Mädchen... Oh Gott, Aziraphale, sieh nur...Sie hat Flügel"

Und er hatte sie gesehen. Sie hatte seine blonden Haare und Crowleys Sommersprossen und war wunderschön. Und da war sie plötzlich gewesen, diese neue Art der Liebe. Hatte ihn übermannt und ihm den Atem geraubt. Für sie würde er alles geben. Sterben, töten und die Welt aufgeben. Er hatte seine Tochter in die Arme geschlossen und ihr geschworen, sie niemals alleine zu lassen.

Und jetzt war sie fort.

Er stand schwankend aus dem Bett auf, stolperte fast über ein kleines Püppchen, dass Anathema ihnen zur Geburt der Kleinen geschenkt hatte und schnippte noch im Gehen mit den Fingern, woraufhin er sofort seine Alltagskleidung trug. Die Treppe des Cottages knarrte leise, als er die Stufen hinunter stieg, doch ansonsten war es still. Auch das war ungewöhnlich, seit ein Baby mit in diesem Haus lebte. Normalerweise hörte man immer etwas von ihr, oder einem ihrer Elternteile. Und manchmal war das auch - wie heute Nacht - ein lautes Weinen.

Cherub hatte geweint und geweint und es hatte dem Engel fast körperliche Schmerzen verursacht, ihr nicht helfen zu können. Da sie nicht wussten, was ihr fehlte, hatte sie ihr auch nichts wundern können, was ihr geholfen hätte. Er hatte sich die Haare gerauft, bis die blonden Locken in alle Richtungen abstanden und Crowley hatte ihr seine Lieblings 'Best of Queen' CD vorgespielt, doch nichts hatte geholfen. Gerade als sie glaubten, wahnsinnig zu werden vor Sorge um ihr kleines Baby, hatte Cherub laut gepupst, dann ein kleines zufriedenes Schmatzen von sich gegeben und war eingeschlafen. Einfach so, ohne sich um die völlig fassungslosen Gesichter ihrer Eltern zu kümmern. Sie hatten nach dem ersten Moment beide leise gelacht, die Kleine zwischen sich auf das Bett gelegt und waren erschöpft eingeschlafen. Zumindest Aziraphale.

Hatte Crowley auch geschlafen? Und wo, in Gottes Namen waren die Beiden?

Er lief weiter, betrat die Küche, das Wohnzimmer, dass eher einer Bibliothek glich und Cherubs Kinderzimmer. Nichts.

Letztendlich öffnete er sogar die Tür in den Garten und sah erstaunt auf Crowley, der leise pfeifend seine Rosenhecke beschnitt. Er trug immer noch seine seidene Pyjamahose, hatte sich aber obenherum bereits ein einfaches, dunkles Hemd angezogen. Seine Füße waren nackt, die roten Haare immer noch etwas zerzaust und außerdem... Seltsam.

Auf seinem schmalen Rücken bewegten sich seine großen, schwarzen Flügel mit seinem Bewegungen ein wenig hin und her. Aziraphale wunderte sich ein wenig darüber. Natürlich brauchten sie sich hier auf ihrem Grundstück keine Sorgen um ungewollte Blicke zu machen, doch hatten sie sich erst vor ein paar Tagen gegenseitig bei der Pflege ihrer übernatürlichen Fortsätze geholfen und es gab keinen sichtbaren Grund für Crowleys Verhalten. Vielleicht wollte er einfach nur ein wenig dramatisch sein, dachte Aziraphale bei sich und ging mit großen Schritten auf ihn zu.

"Crowley!" rief er, ohne genau zu wissen, was er im Moment fühlte. Cherub war weiterhin nirgends zu sehen.

Der Dämon sah hoch und lächelte. Er hatte tiefe Ringe unter den Augen, sah aber sehr glücklich aus.

"Wo ist..." fing Aziraphale gerade an, da legte Crowley ihm einen Finger auf den Mund.

"Nicht so laut Engel, du weckst sie noch."

Der Engel sah sich suchend um, konnte Cherub aber immer noch nirgendwo entdecken.

"Wo zum Himmel ist sie denn Crowley?" flüsterte er ihn eindringlich zu. "Ich hab ja fast einen Herzinfarkt bekommen, als ich aufgewacht bin und ihr weg wart."

"Naja, dass hätte dir nicht wirklich geschadet oder?"

"Crowley."

Aziraphales Stimme klang jetzt ein wenig mahnend. Immer wenn Crowley diesen schnippischen Ton anschlug, hatte er entweder etwas ausgefressen, oder war beleidigt wegen irgendwas.

Der Rothaarige sah ein Stück an ihm vorbei und kratzte sich verlegen im Nacken.

"OK, bevor ich dir das sage, musst du mir versprechen nicht sauer zu sein."

Keine Antwort, dafür eine hoch gezogene Augenbraue. Crowley bewunderte kurz Aziraphales Können, trotz geringerer Körpergröße auf ihn hinunter sehen zu können, dann hob er beschwichtigend die Hand.

"Ist ja gut. Ich habs die Tage im Fernsehen gesehen und als die Kleine heute Morgen schon wieder anfing sich zu winden, hab ich halt..."

Er drehte sich langsam um und zeigte Aziraphale so die Rückseite seiner Flügel. Der Engel stutzte kurz, dann weiteten sich seine Augen. Für einen kurzen Moment wusste er nicht genau ob er lachen, oder aufgrund der verrückten Idee aufgebracht sein sollte. Er entschied sich für Ersteres, denn Cherub sah äußerst zufrieden aus.

Das kleine Mädchen steckte zwischen Crowleys Flügeln. Die schwarzen Federn schmiegten sich um den kleinen Körper und ließen nur ihr schlafendes Gesicht frei. Die fließenden Bewegungen, die der Dämon bei der Arbeit machte, wiegten ihr Baby sanft und die dichten Daunen hielten sie warm.

"Was bei allen Heiligen soll das denn für eine Sendung gewesen sein, Crowley?" prustete er so leise wie möglich zwischen seinen Händen hervor. Er sah äußerst selten Fernsehen, hatte aber bis jetzt nicht den Eindruck gehabt, dass übernatürliche Elternschaften zur gezeigten Thematik gehörten.

Crowley drehte sich wieder um und verzog beleidigt den Mund.

"Schön, dass du das so lustig findest. Falls du es genau wissen willst, es ging um Schwäne."

"Schwäne?"

Aziraphale klang ungläubig. Normalerweise schaute Crowley eine Mischung aus Trash TV (um sich berieseln zu lassen), biblisch angehauchten Filmen (um sich über deren falsche Fakten lustig zu machen) und blutigen Horror Schinken ("Oh sieh nur, Engel, eine Kettensäge. Ein Klassiker. Mann, was waren die höllischen Kerkermeister froh über diese Erfindung.).

"Ja, Schwäne. Es war eine Doku und ansonsten lief nur noch die Wiederholung von 'My bloody Valentine'...

"Wie reizend."

Crowley überhörte die Spitze und redete schnell weiter.

"Erstens hab ich den schon zu oft gesehen und zweitens war Cherub bei mir."

"Aha, also Schwäne anstatt Blut und Gemetzel. Traumhaft. Und was hat es jetzt mit den Flügeln auf sich?"

"Naja, Schwäne transportieren so ihre Jungen und die Küken sahen äußerst zufrieden aus, also dachte ich..."

"Du dachtest, was bei Vogelküken funktioniert, kann auch für ein Dämonen-Engel-Baby nicht falsch sein."

Der Engel verschränkte die Arme und der Dämon zuckte hilflos mit den Schultern.

"Ja?"

Aziraphale hatte die Frage sehr wohl heraus gehört und warf noch einmal einen Blick auf ihre Tochter, bevor er zurück zu Crowley sah, die Arme sinken ließ und lächelte.

"Sag mir einfach nächstes Mal Bescheid, wenn du sie mitnimmst, ich hab mir Sorgen um Euch gemacht."

Er strich dem Rothaarigen beruhigend über den Oberarm und gab ihm einen festen Kuss. Dann straffte er sich, hob den Kopf und wandte sich zum Gehen.

"Ich gehe jetzt frühstücken. Möchtest du mitkommen, oder soll ich dir später einfach ein paar Brotkrümel vor die Füße werfen?"

Er lächelte breit und Crowley wurde rot.

"Haha. Für mich bitte nur Kaffee."

"Wird erledigt."

Bald hatte sich Crowleys ungewöhnliche Idee bei Beiden eingebürgert und auch Cherub schien mehr als angetan. Manchmal trugen sie sie auch wenn sie wach war auf diese Weise und das kleine Mädchen spielte mit den weißen und schwarzen Federn. Die Schwäne sprachen sie nicht mehr an, doch mussten sie ab da jedes Mal lächeln, wenn sie diesen Tieren begegneten. Welch wundersame Wege es doch gab auf dieser Welt. Und wer weiß, welche sie und ihre Familie noch erwarten würde.

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Anmerkung: Wem es gefallen hat - Ich suche noch jemanden, der Lust hätte, diesen Oneshot ins Englische zu übersetzen. Ich kann zwar Englisch, aber leider nicht gut genug für eine Übersetzung. Wer also Lust hat - schreibt mir gerne eine PN.
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