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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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23.12.2020 1.237
 
Zum Essen fuhren wir in ein Dorf in der Nähe.
Sophie schob sich eine Gabel Kartoffelpüree in den Mund. „Was machen wir morgen?“, fragte sie kauend.
Flo sah mich an. „Hörst du was?“
Ich war gerade mit meinen Pommes beschäftigt und war irritiert. „Bitte?“
„Ich hab da so ein piepsen gehört. Eventuell gibt’s hier Mäuse.“ Er sah unter den Tisch. „Nee, da ist nichts.“
Sophie hatte ihren Mund leer und sah Florian vorwurfsvoll an. „Papa!“
„Ah. Jetzt höre ich dich. Weißt du, wenn man mit vollem Mund spricht, wird man einfach nicht gehört.“
Sophie überlegte kurz, ob er recht haben könnte, entschied sich dann aber dagegen.
„Immer erzählst du so einen Quatsch.“, beschwerte sie sich, lachte aber dabei.
Flo grinste und Sophie lud sich die nächste Ladung auf die Gabel. Sie war schon auf dem Weg zum Mund, als sie in der Bewegung innehielt. „Was machen wir denn morgen?“
Ich lachte. Sie kapierte schnell.
„Ich habe mir da schon was überlegt, aber das wird eine Überraschung.“
„Gehen wir schwimmen? Der See sieht so schön aus.“, meinte Sophie hoffnungsvoll.
Ich schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, das müssen wir auf das nächste mal verschieben. Wir haben Mai, der See ist noch zu kalt.“
„Ach schade.“, grummelte Sophie. Dann strahlte sie wieder. „Oder gehen wir Fallschirmspringen?“
Flo verschluckte sich fast an seinem Wasser und ich riss ebenfalls die Augen auf.
„Nein.“, lachte er, „Wir gehen auch nicht Fallschirmspringen, wie auch immer du darauf kommst. Ich sag dir nicht, was wir machen, sonst ist es ja keine Überraschung mehr.“
Nach dem Essen gingen wir zu Fuß zurück zum Hotel, und als wir dort ankamen, war Sophie so müde, dass sie im Fahrstuhl fast im stehen einschlief.
Flo nahm sie auf seinen Arm. „Sophie? Du musst uns noch sagen wo du schlafen möchtest.“
„Bei euch.“, murmelte sie an seine Schulter gelehnt mit geschlossenen Augen.
Ich seufzte. „Nimm sie mit zu dir. Ich hole nur noch schnell ihre Schlafsachen und Frederik.“
Zehn Minuten später stand ich vor Flos Tür. Er öffnete und sah mich entschuldigend an. „Sie ist schon eingeschlafen.“
Ich ging an ihm vorbei. Flo hatte eine Suite, die Tür zum Schlafzimmer stand offen.
Ich betrat den Raum und warf einen Blick auf Sophie. Sie hatte sich ins Kissen gekuschelt und schlief bereits tief und fest. Ich legte Frederik in ihren Arm und drehte mich um, um das Schlafzimmer wieder zu verlassen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Flo direkt hinter mir stehen würde und stieß mit ihm zusammen.
Ich verlor mein Gleichgewicht und fiel beinahe rückwärts aufs Bett und damit auf Sophie. Flo packte mich blitzschnell am Handgelenk und schob gleichzeitig seinen Arm um meinen Rücken. Er zog mich zu sich und hielt mich fest.
„Du hättest beinahe unsere Tochter geplättet.“, lächelte er.
Ich stand eingeklemmt zwischen Bett und Flos Umarmung und war für einen Moment zu gebannt, um mich zu bewegen.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, sah er mich mit seinen grünen Augen so intensiv an, dass mir fast schwindelig wurde. Sein Gesicht war so nah, würde einer von uns nur ein paar Zentimeter näher kommen, würden sich unsere Lippen berühren.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren war ich ihm so nahe, und wie schon früher bei einer ähnlichen Gelegenheit, begann meine Mauer zu bröckeln. Wobei man das eigentlich nicht bröckeln nennen konnte, sie stürzte vielmehr in Rekordgeschwindigkeit zusammen.
Ich spürte ein Kribbeln, von dem ich fast vergessen hatte, dass mein Körper so reagieren konnte. Und dann kam die Gänsehaut. Flo bemerkte es, er hielt immer noch mein Handgelenk. Er sah auf meinen Arm, an dem sich die Härchen aufgestellt hatten.
Der Blick mit dem er mich daraufhin ansah, brachte mich zum aufwachen aus meiner Starre.
Ich zog meinen Arm aus seinem Griff, trat einen Schritt zur Seite und brachte so endlich wieder Luft zwischen uns.
„Danke.“, sagte ich, nun mit Sicherheitsabstand. „Ich gehe dann mal besser rüber. Rufst du mich morgen früh an wenn ihr aufgestanden seid?“
Schon war ich auf dem Weg zur Tür. Flo kam mir hinterher. „Lena. Warte mal. Du musst noch nicht gehen.“
Ich drehte mich zu ihm um. „Ich bin auch müde, ich gehe besser schlafen.“
„Okay.... Oder möchtest du vielleicht noch ein Glas Wein trinken?“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein danke Flo. Ich gehe besser jetzt.“
Er machte einen Schritt auf mich zu. „Du reagierst immer noch so auf mich.“, sagte er dann unvermittelt mit nachdenklicher Stimme.
„Gute Nacht Flo.“, sagte ich nur, ging an ihm vorbei und verließ sein Zimmer.
Er konnte nicht wirklich überrascht sein, dass ich immer noch eine Gänsehaut von seinen Berührungen und Blicken bekam. Ich hatte ihm schließlich gesagt, dass ich ihn immer noch liebte und vermutlich ewig lieben würde.
Ich verbrachte eine ziemlich schlaflose Nacht. Ich wünschte mir, ich könnte meine Gefühle für Flo einfach abstellen. So glücklich ich darüber war, dass er jetzt fester Bestandteil in Sophies Leben war, mir war es besser gegangen, als er nicht mehr in meinem Leben war.
Hörte das denn nie auf?

Als ich am nächsten Tag ziemlich gerädert auf Sophie und Flo traf, ließ er sich nichts anmerken von dem, was am Abend zuvor passiert war. Eigentlich war ja auch nichts passiert, nur ich hatte mir mal wieder 1000 Gedanken gemacht.
Flo und Sophie hatten offensichtlich gut geschlafen, beide waren frisch und voller Energie.
Glücklicherweise hatte er keine Wanderung durch die Berge geplant, sondern eine gemütliche Planwagenfahrt. Wir saßen zu dritt hinten und ließen uns von dem Kutscher die Gegend zeigen und erklären. Wir fuhren an Ruinen vorbei, kamen an einen Strand, besuchten eine Bonbon Fabrik und sahen die berühmten schottischen Hochlandrinder.
Sophie war von den ganzen Erlebnissen sehr beeindruckt, stellte abwechselnd Fragen oder ließ die Eindrücke schweigend auf sich wirken.
Nach sechs Stunden auf dem Planwagen kamen wir wieder an unserem Hotel an.
„Jemand Lust auf einen heißen Kakao mit Sahne?“, fragte Flo. Sophie nickte strahlend.
„Geht ihr schon mal vor, ich packe nur schnell unsere Sachen zusammen und komme dann wieder runter.“
„Wollt ihr schon fahren?“
„Es ist schon 16 Uhr, wir haben noch 2 Stunden Fahrt vor uns. Und morgen ist wieder Schule.“
Flo nickte langsam. „Ja ich verstehe.“
Er sah Sophie an. „Ich gehe mal kurz mit hoch und hole deine Sachen aus meinem Zimmer. Können wir dich hier kurz alleine lassen?“
„Klar.“, meinte Sophie.
Flo bestellte einen Kakao für sie und bat die Kellnerin, sie nicht aus den Augen zu lassen. Die Kellnerin nickte eifrig und strahlte Flo an.
Das würde sich auch nie ändern, dachte ich. Wenn er seinen Charme versprühte, kam keine Frau dagegen an.

Ich hatte fast alles zusammen gepackt, als Flo mit Frederik und den Schlafsachen zu mir kam.
„Ich hoffe ich habe nichts übersehen, sie verteilt ihre Habseligkeiten in Blitzgeschwindigkeit im Raum.“
Ich lachte. „Das kann sie wirklich gut.“
Die Sachen die er mir gegeben hatte waren schnell in der Reisetasche verstaut. Ich sah mich noch mal prüfend um.
„Ich glaube, ich habe alles.“, murmelte ich.
Flo wartete an der Tür.
Ich trat zu ihm. „Fertig.“
„Lena?“
„Hm?“
„Danke dass ihr hier wart. Es war schön, mal zusammen was zu machen. Wie eine richtige Familie.“
Ich musste schlucken. „Danke, dass du uns eingeladen hast. Sophie hat es sehr genossen.“
„Und du nicht?“
„Doch, natürlich. Es war schön.“
Er schüttelte leicht den Kopf. „Okay. Freut mich.“, sagte er nur. Anscheinend war er verletzt, obwohl ich nicht genau wusste wieso. Und ich wollte es eigentlich auch nicht wissen.
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