Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.12.2020 1.410
 
„Bring den Stock Elmo!“, rief Sophie und warf das Stöckchen ins Wasser. Elmo, der dieses Spiel anscheinend stundenlang spielen konnte, sprang hinterher.
Sophie lachte. „Ob das Wasser kalt ist?“, fragte sie mich und ich zuckte mit dem Schultern. „Am besten steckst du mal deinen Zeh rein, dann weißt du es.“
Sofort zog sie ihre Schuhe aus. Flo tat es ihr gleich. Die beiden wateten durch die Klamm, die an dieser Stelle ruhiger floss als nur ein paar Meter weiter.
„Komm rein Mammi!“, rief Sophie.
Ich zog ebenfalls meine Schuhe aus und folgte den beiden. Wir plantschten ein wenig im Wasser und suchten dann nach besonders schönen Steinen.
„Den nehme ich für Tessa mit, und den hier für Liam.“, sagte sie und zeigte mir 2 Steine.
„Die sind besonders schön, da werden sie sich aber freuen.“
Sophie strahlte. „Jetzt muss ich noch einen für Opa Michael finden.“
Sie suchte den Grund ab.
„Meinst du, mein Vater mag auch Steine?“, sagte sie dann plötzlich.
Ich verschluckte mich und Flo erstarrte.
„Wie kommst du denn da drauf?“
„Naja ich mag Steine, du nicht so.“
„Ich weiß nicht, ob er Steine mag.“, antwortete ich dann.
Sophie war damit zufrieden und suchte weiter nach einem Stein für ihren Opa.
Ich sah Flo nicht an, aber aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, wie sehr ihn ihre Frage berührt hatte.

Den nächsten Tag verbrachten wir auf der Zugspitze, auf der schon Schnee lag. Sophie liebte Schnee und wir machten eine Schneeballschlacht und bauten einen Schneemann.
Abends fragte sie, ob Flo sie mit ins Bett bringen konnte. Flo setzte sich zu ihr ans Bett, deckte sie zu und las ihr eine Geschichte vor. Beim Anblick, wie Flo so liebevoll und sanft mit Sophie umging, zeriss mir fast das Herz.
Als wir wieder im Wohnzimmer waren, sah er mich an.
„Was machen wir, wenn ihr wieder zurück nach Schottland geht? Wann kommt ihr wieder?“, fragte er.
„Ich weiß es nicht. Ich habe keine weiteren Besuche geplant erstmal.“
Seine Stimmung veränderte sich, ohne dass er irgendwas sagte um es mich spüren zu lassen.
„Und dann Lena? Werde ich Sophie wieder sehen?“
Ich rieb meine Hand mit der Stirn und schloss einen Moment die Augen. Dann sah ich ihn an.
„Du bist ihr Vater. Es ist jetzt raus, egal was ich möchte, du hättest ein Recht sie zu sehen.“
„Das hat dich bisher auch nicht interessiert.“
Ich zuckte zusammen.
„Es tut mir leid.“, sagte er. „Es sollte nicht so hart rüber kommen.“
„Ich habe schon zugegeben, dass es ein Fehler war Flo. Ich habe die falsche Entscheidung getroffen, ich hätte sie nicht vor dir verheimlichen sollen. Aber ich habe dir erklärt, warum ich es getan habe. Ja, es war falsch, es tut mir unendlich leid und wenn ich euch zusammen sehe, wünsche ich mir, ich könnte es rückgängig machen. Kann ich aber nicht. Wenn wir das irgendwie hinkriegen wollen und wenn du wirklich Teil ihres Lebens sein willst, dann kannst du es mir nicht jedes Mal vor den Kopf knallen.“
Er biss sich auf die Unterlippe. „Und wie soll das funktionieren? Muss ich nach Edinburgh kommen um sie zu sehen? Darf ich sie in den großen Ferien zu mir holen? Werde ich dann ein Gelegenheits-Dad?“
„Ich habe mir da noch keine Gedanken drüber gemacht. Die Frage hat sich bis jetzt nicht gestellt. Aber wir finden schon einen Weg, wenn du das wirklich willst.“
„Und was ist wenn ich mal anderer Meinung bin was ihre Erziehung angeht? Oder in der Wahl ihrer Schule? Habe ich ein Mitspracherecht?“
Ich sah ihn an.
„Du hattest sie bisher für dich alleine, hast alle Entscheidungen alleine getroffen. Könntest du akzeptieren wenn ich anderer Meinung bin?“
„Erstens glaube ich nicht, dass es so viele Punkte gibt, an denen wir anderer Meinung sind. Und wenn doch, kann man darüber reden. Die Frage ist doch viel mehr, wieweit du dich einbringen willst? Willst du wirklich das volle Programm mit regelmäßigen Besuchen, Mitspracherecht in ihrer Ausbildung, Erziehung? Es ist nämlicch so Flo, wenn du einmal in ihrem Leben bist und sie vielleicht sogar irgendwann erfährt wer du bist, kannst du nicht mehr zurück. Du kannst dann nicht sagen, dass es nicht das ist was du dir vorgestellt hast. Oder einen Rückzieher machen, wenn du merkst, wie anstrengend es sein kann. Oder wenn du nochmal Vater wirst, sie hinten an stellen. Sie wird dann immer wissen, dass sie einen Vater hat, der sie nicht wollte. Das muss ich ihr ersparen.“
Er sah mich an und stand dann auf. „Ich werde keinen Rückzieher machen. Die Frage ist eher, ob du es nicht machen wirst.“
„Ich ermögliche dir seit Tagen sie zu sehen, wieso sollte ich dann einen Rückzieher machen?“
„Weil du immer abhaust, wenn es schwierig wird und du nicht mehr weiter weißt Lena. Woher soll ich wissen, dass du nicht wieder abhaust und mein Kind mitnimmst?“
Ich stand ebenfalls auf. Wir standen uns gegenüber und sahen uns feindselig an.
„Wow. Wieso haust du mir nicht gleich eine runter Flo? Das wäre effektiver.“
Ich drehte mich um und ging in die Küche. Ich hatte mir gerade ein Glas Wasser eingegossen, als er in der Küche auftauchte.
„Ich will dich nicht verletzen, aber können wir mal realistisch sein? Du hast eine Neigung dazu abzuhauen, wenn es unbequem wird, stimmt das nicht?“
„Natürlich. Wenn du das sagst, stimmt das schon. Du machst ja anscheinend keine Fehler, die mache immer nur ich.“
Ich ging an ihm vorbei zurück ins Wohnzimmer. Er folgte mir.
„Können wir vielleicht mal miteinander reden, ohne dass du ständig das Zimmer wechselst?“, fragte er gereizt.
„Rede. Ich bin ganz Ohr. Was willst du? Ob du mitentscheiden darfst, willst du wissen? Sie in den Ferien herholen kannst? Ob du nach Schottland kommen musst, um sie zu sehen? Die Antwort ist, ich weiß es nicht! Das alles ist für mich jetzt genauso neu wie für dich, wir müssen sehen wie es sich entwickelt und immer daran denken, was das beste für Sophie ist. Wenigstens darin müssen wir uns einig sein, wenn du mich auch noch so scheiße findest. Darin musst du mit mir zusammen arbeiten.“
„Okay. Ich verstehe deinen Punkt.“ Er ließ sich stöhnend auf das Sofa fallen und schloss die Augen. Elmo kletterte auf seinen Schoß und sah mich vorwurfsvoll an.
Ich lachte trocken auf. Flo öffnete die Augen und sah mich an, dann sah er auf Elmo. Er grinste. „Er hält zu mir, sorry.“
Ich lächelte. „Natürlich tut er das.“
Ich setzte mich neben ihn. „Können wir nicht versuchen, das auf uns zukommen zu lassen? Alles was ich möchte ist, dass du dir bewusst bist, dass eine Entscheidung für die Vaterrolle eine Entscheidung auf Lebenszeit ist. Wenn du das nicht möchtest, dann verstehe ich das. Aber wenn du dich darauf einlässt, dann kannst du nicht mehr zurück. Dann wird sie immer ein Teil deines Lebens sein und sie wird dein Leben verändern. Und das deiner Familie, deiner Freundin, sogar Elmos Leben. Ich rede nicht nur davon, wenn sie dich mal hier besucht oder du sie in Edinburgh. Sie wird älter werden, sie wird dich vielleicht nachts anrufen wenn sie ein Problem hat, wenn du gerade schläfst oder einen schönen Abend mit deiner Freundin hast oder im Dreh steckst. Sie wird dich vielleicht um Geld für ein neues Handy anpumpen wenn ich ihr nichts geben möchte, weil sie im letzten Jahr schon drei Handys geschrottet hat. Sie wird schlechte Noten nach Hause bringen und Entscheidungen treffen, die du nicht gut finden wirst.“
Flo hatte während meiner Ausführungen immer breiter gegrinst. „Ich möchte das alles Lena. Ich möchte ein richtiger Vater sein, nicht nur ein Ab und zu mal Dad. Ich weiß, dass es eine Umstellung wird und dass sie mein Leben auf den Kopf stellen und komplett verändern wird. Ich möchte sie sehen und Unterhalt für sie zahlen. Ich will sie Marie und meinen Eltern und meiner Schwester und meinen Neffen und meinen Freunden vorstellen.“
Ich lächelte. „Okay. Dann schaffen wir das irgendwie.“
Er nahm meine Hand in seine Hände und sah mich einen langen Augenblick an. Dann ließ er sie wieder los und stand auf.
„Ich muss morgen zurück nach München. Ich habe einiges zu tun und kann das nicht länger aufschieben. Aber übermorgen würde ich gerne wieder kommen. Vielleicht können wir mittags mit dem Sessellift auf einen Berg fahren, oben was essen und dann runter laufen?“
„Gerne. Sophie wird sich freuen.“
Er lächelte und ging Richtung Tür. Ich folgte ihm.
„Gute Nacht Lena.“, sagte er und ging.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast