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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
4
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.12.2020 1.378
 
Als Flo am nächsten Morgen aus dem Wagen stieg und Elmo fröhlich auf Sophie zuhüpfte, strahlte sie bis über beide Ohren. Ich hatte ihr nicht gesagt, dass Flo kommen würde, falls er es sich anders überlegen würde.
Stattdessen hatten wir die Blumen im Vorgarten gegossen. Jetzt ließ sie aber die Gießkanne fallen und begrüßte Elmo. Dann sah sie Flo an. „Du schon wieder.“
Er lächelte, aber er wirkte sehr nervös. „Ja ich schon wieder.“
„Bist du ein Freund von Mama?“
Flo nickte.
„Cool. Mama hat viele Freunde in Deutschland hat sie mir erzählt. Ich hab jetzt auch einen Freund hier. Er heißt Phil.“
„Ich kenne Phil. Er ist ein toller Freund.“
„Er kommt mich am Wochenende besuchen. Kommst du auch?“
„Mal sehen.“ Flo sah mich an. Dann wandte er sich wieder an Sophie. „Ich wollte mit Elmo ein bisschen wandern. Habt ihr Lust mitzukommen?“
Sophie sah mich an. „Können wir mit gehen?“
Ich nickte. „Ja. Wir müssen nur andere Schuhe anziehen.“
Sophie lief schon ins Haus, Elmo hinter ihr her.
Ich folgte ihnen, Flo wartete draussen.
Eine halbe Stunde tobte Sophie mit Elmo über die Wiesen, während Flo und ich schweigend auf dem Weg liefen. Die Stimmung zwischen uns war sehr angespannt.
Sophie blieb auf einmal stehen.
„Mammi?“
„Ja?“
„Da liegt eine Kuh.“
Ich lachte. „Ja. Ist sie nicht hübsch?“
„Ja. Aber sie hat keinen Zaun.“
Flo lachte. „Die Kühe wohnen im Sommer auf dem Berg. Sie brauchen keinen Zaun.“
„Können wir mal näher gehen?“ Sophie sah Flo an. Er nickte.
„Klar.“
Er hielt ihr seine Hand hin und sie ergriff sie. Mein Herz ging auf bei dem Anblick.
Elmo, der ziemlich besorgt war, dass sein Herrchen und seine neue Freundin auf die gefährliche Kuh zugingen, versteckte sich hinter meinen Beinen, beobachtete aber die Situation ganz genau.
Die Kuh, die immer noch entspannt wiederkäuend im Gras lag, ließ sich von Flo und Sophie streicheln. Flo erklärte ihr, dass sie ganz vorsichtig sein müssen und Sophie befolgte seinen Rat.
Als sie wieder zu mir gelaufen kam, strahlte sie. „Ich habe eine wilde Kuh gestreichelt.“
Ich lachte. „Ja das hast du.“
Von nun an fragte Sophie zu allem Flo, und er hatte auf alles eine Antwort. Ich lief eigentlich nur mit den Beiden mit oder wartete mit Elmo, der nicht gerade der Tapferste war.
Wir kamen an eine Almhütte, wo wir eine Pause machten.
„Darf ich eine Limo Mammi?“
Ich sah meine Tochter an. „Seit wann trinkst du Limo?“
„Wir machen doch Urlaub. Im Urlaub kann man mal eine Ausnahme machen.“
„Okay. Aber eine Ausnahme ist eine Ausnahme. Morgen gibt’s keine Limo.“
„Cola?“
Flo lachte.
„Auch keine Cola.“
„Na gut. Darf ich rutschen gehen?“ Sie blickte sehnsüchtig zum Spielplatz.“
„Ja. Aber so, dass du uns noch sehen kannst okay?“
„Okay.“
Sie lief zum Spielplatz.
Flo nahm einen Schluck von seinem Wasser und sah mich an. „Sie ist großartig Lena.“
„Ja das ist sie.“
„Ich kann nicht glauben, dass ich eine Tochter habe. Aber ich muss sie nur ansehen um zu wissen, dass es stimmt.“
„Sie hat sehr viel von dir. Nicht nur äußerlich.“
„Wieso hast du mir das verschwiegen?“ Er sah mich an.
„Ich habe es dir erklärt.“
„Du wolltest mich nicht zu etwas zwingen was ich nicht wollte. Aber wäre es nicht meine Entscheidung gewesen?“
„Ich war überfordert Flo. Ich wollte nicht, dass du denkst, ich wollte dich mit einem Kind an mich binden, wo du dich doch gegen mich entscheiden hattest.“
Er sah mich an. „Ich habe mich nicht gegen dich entschieden.“
„Aus meiner Sicht hattest du dich gegen mich entschieden.“
Bevor wir darüber streiten konnten, rief Sophie.
„Flo! Kommst du?“
Er stand sofort auf und ging zu ihr. Kurz darauf tobten sie zusammen über den Spielplatz.
Als wir ein paar Stunden später wieder am Haus ankamen, schaffte Sophie gerade noch etwas zu essen und wollte dann ins Bett. Während Flo unten wartete, badete ich sie. Im Nachthemd ging sie noch mal runter. Sie umarmte Flo, gab Elmo einen Kuss und krabbelte in ihr Bett.
„Flo ist nett.“, sagte sie schläfrig.
Ich lächelte. „Das ist er.“
Als ich wieder runter kam, saß Flo auf dem Sofa, Elmo hatte sich neben ihm eingerollt.
„Sorry, er ist es so gewöhnt.“, meinte er. „Ich kann ihn auch runter schicken.“
„Kein Problem. Möchtest du was trinken?“
Er schüttelte den Kopf.
Ich ging in die Küche und kochte eine Kanne Tee. Ich brachte Flo auch eine Tasse mit. „Falls du doch willst.“
Er lächelte steif. „Danke. Hast du Fotos von Sophie als sie kleiner war?“
„Tausende.“
„Kann ich sie sehen?“
Ich holte mein iPad und öffnete die Galerie. Es begann mit Fotos meiner Schwangerschaft.
Meine ersten Schwangerschaftsmonate. Als ich die Fotos sah, verspürte ich wieder die Traurigkeit die ich empfunden hatte damals.
Dann gegen Ende der Schwangerschaft mit Tessa.
Sophie kurz nach der Geburt. In meiner kleinen Wohnung in Edinburgh. Wie sie da auf dem großen Bett lag und auf einer Decke auf dem Balkon.
Am Hafen von Edinburgh.
Ein paar Monate später in meiner neuen Wohnung. Auf Liams Schoß, mit Tessa, mit Liams Eltern.
Es gab kleine Videos von ihren ersten Schritten, im Zoo, auf einem Pony.
Am Strand in Italien mit Leo.
Auf einem Schiff in einem Fjord in Norwegen, wo wir mit Tessa und Brian gewesen waren.
Flo scrollte durch jedes einzelne Foto.
„Sie sieht auf jedem Foto glücklich aus.“, sagte er dann und betrachtete ein Foto von ihr auf dem Schoß eines Weihnachtsmannes.
„Das ist sie. Sie ist fast immer fröhlich.“
„Sie scheint ein gutes Leben zu haben.“
„Ich versuche mein Bestes.“
„Hat sie eine Vaterfigur? Ich meine, eine männliche Konstante in ihrem Leben?“ Er drehte seinen Kopf zu mir und sah mich an.
„Nein. Ich date nicht mehr seit sie auf der Welt ist.“
Er sah mich skeptisch an. „Was soll das heißen? Du datest  niemanden? Nie?“
„Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind Beziehungen ziemlich brüchig, und ich wollte ihr nicht zumuten, sich an jemanden zu gewöhnen und ihn dann zu verlieren, weil die Beziehung auseinander gegangen ist. Sie hat männliche Bezugspersonen, Liam, seinen Vater, Brian, Leo...“
„Du hast in 5 Jahren keinen Freund mehr gehabt?“ Sein Blick war ungläubig.
„Nicht wirklich.“
„Du verzichtest für Sophies Wohl auf dein eigenes Glück?“
„Sie ist mein Glück.“
„Du weißt was ich meine. Du bist Anfang 30, du kannst doch nicht immer alleine bleiben.“
„Vielleicht ändert sich das mal. Aber bisher habe ich niemanden getroffen bei dem es sich lohnen würde, ihn Sophie vorzustellen. Außerdem bin ich nicht alleine.“
Die Wahrheit war, dass ich niemals wieder jemanden so sehr lieben würde wie ihn und mir nicht vorstellen konnte, mich jemals wieder zu verlieben. Aber das sagte ich natürlich nicht.
Sein Handy klingelte und er nahm das Gespräch an. Er hörte einen Moment zu, dann zog er eine Grimasse. „Shit das habe ich total vergessen... Ja ich weiß, tut mir leid... Können wir das nicht nächste Woche machen?... Ich kann morgen noch nicht zuhause sein, ich erkläre dir das alles wenn ich wieder da bin... Es tut mir leid Schatz, es ist was passiert mit dem ich nicht gerechnet habe aber ich werde dir alles genau erklären... Was? Nein natürlich nicht...“ Er lachte. „Oh Gott nein, wie kannst du sowas glauben?... Okay, ich rufe den Architekten morgen an und mache einen neuen Termin... Ja versprochen... Ich liebe dich auch, gute Nacht.“
Als er aufgelegt hatte sah er mich kurz an. „Meine Freundin, ich habe einen Termin verpasst.“
Ich nickte nur. Dass er eine Freundin hatte schockte mich nicht. Ich hatte eher damit gerechnet, dass er inzwischen verheiratet war und vielleicht sogar Kinder hatte.
„Darf ich euch morgen wieder sehen? Ich dachte, vielleicht können wir zur Klamm fahren, das findet Sophie bestimmt spannend.“
Ich nickte wieder.
„Danke.“, sagte er und stand auf. Elmo ebenfalls. Flo ging zur Tür und ich begleitete ihn dahin.
Vor der Tür blieb er stehen und sah mich an. „Ich weiß, dass das alles nicht einfach für dich ist jetzt. Aber ich bin so unglaublich wütend auf dich Lena. Du hast mir Jahre mit meinem Kind gestohlen.“
Ich konnte nichts dazu sagen. Er hatte ja recht.
Er öffnete die Tür und ging hinaus. „Bis morgen!“, sagte er noch, dann stieg er in seinen Wagen und fuhr davon.
Ich lehnte mich gegen die Tür und schloss die Augen.
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