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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
20.12.2020 1.207
 
Vier Tage später landeten wir in München. Wir hatten bis zum Abflug fast jede Minute, Tag und Nacht, miteinander verbracht. An unserem letzten Abend hatte er mich in den Arm genommen und lange festgehalten. „Egal was du sagst Lena, ich lasse dich nicht mehr gehen.“, hatte er dann mit einem Blick in meine Augen gesagt, und ich hatte zum ersten Mal seit ich ihn kannte das Gefühl, dass wir es diesmal schaffen könnten.
Bevor wir in München durch den Zoll gingen, flüsterte Flo mir zu, dass er mich später anrufen würde.
Ich konnte nur noch nicken, dann waren wir durch den Zoll und die Dinge überschlugen sich.
Doron erwartete mich völlig überraschend. Ich hatte nicht gewusst, dass er da sein würde.
Er riss mich in seine Arme, küsste mich, begrüßte kurz die anderen und nahm meine Hand. „Ich hab dich so vermisst.“, sagte er und winkte den anderen zu, während er schon Richtung Ausgang ging und ich ihm verwirrt hinterher lief. Ich konnte noch einen Blick auf Flo werfen, der uns mit steinerner Miene hinterher sah.
Doron und ich fuhren in meine Wohnung. Auf der Fahrt wollte er alles über Mallorca hören. Ich war nur halbherzig bei der Sache, überlegte, wie ich möglichst schonend Schluss machen konnte. Er war immer noch so lieb, wir hatten eine wirklich gute Zeit gehabt und ich liebte ihn auch. Aber meine Gefühle für ihn würden nie an das ran kommen, was ich für Flo empfand.
Florian rief an diesem Tag nicht an, und auch nicht am nächsten. Ich rief ihn an, schrieb ihm Nachrichten, aber er las sie nicht einmal.
Doron blieb nur einen Tag, er wollte mich nur für diese wenigen Stunden sehen und war extra dafür aus Tel Aviv hergekommen.
Ich schaffte es nicht, Schluss zu machen. Dazu hätte ich mich auf etwas anderes konzentrieren müssen als auf den stummen Flo, und meine Gedanken drehten sich nur darum, wieso er sich nicht meldete.
Ich begann mir Sorgen zu machen und erkundigte mich bei Ella, ob sie was von Flo gehört hatte.
„Er ist nach Berlin geflogen.“, sagte sie unsicher.
„Was macht er denn in Berlin?“
„Vielleicht soll er dir das selber sagen, ich weiß es nicht so genau.“
„Ella? Was verschweigst du mir?“ Langsam wurde ich nervös.
„Ich weiß es wirklich nicht. Er hat mit Matthias gesprochen.“
„Ist Matthias in deiner Nähe?“
„Ja...“
„Gib ihn mir mal.“
Kurz darauf hatte ich Matthias am Telefon. Auch er klang nervös.
„Hi Lena.“
„Weißt du wo Flo ist?“, fragte ich sofort.
„Hör mal Lena, ich möchte mich da lieber raus halten.“
„Aus was raus halten?“ Ich merkte selber, wie ich langsam hysterisch wurde und atmete tief ein um mich zu beruhigen.
„Ich weiß nur, dass er in Berlin ist.“
Plötzlich wusste ich, was die beiden mir nicht sagen wollten. Die Erkentnis traf mich wie ein Hammerschlag.
„Er ist bei Becky oder?“
„Das klärst du besser mit ihm.“, meinte Matthias.
„Würde ich ja, aber er ignoriert meine Anrufe und Nachrichten.“ Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme lauter wurde.
„Ich kann ihm ja sagen, dass du versucht hast ihn zu erreichen.“, schlug Matthias vor.“
„Er weiß, dass ich versuche ihn zu erreichen. Er wird ja sein Handy nicht seit Tagen weg gelegt haben.“
Ella kam wieder ans Telefon. „Was war denn los? Habt ihr euch noch gestritten? Es sah doch alles so gut aus.“
„Das dachte ich auch.“, sagte ich schwach.
Aber er meldete sich auch in der nächsten Woche nicht. Und auch in der Woche danach nicht. Ich hörte von Elyas, dass er wieder in München war und an irgendwas arbeitete.
Ich fuhr sogar zu seiner Wohnung, aber er war nicht da oder machte nicht auf.
Nach drei Wochen musste ich akzeptieren, dass er mich nicht mehr sehen wollte. Ich wusste nicht warum. Ich ahnte zwar, dass es damit zu tun haben könnte, dass Doron mich am Flughafen abgeholt hatte, aber das hätten wir schnell aus der Welt schaffen können, wenn er nur mal erreichbar gewesen wäre.

Ich überlegte die ganze Zeit hin und her, was ich tun sollte. Irgendwann würden Flo und ich uns wieder sehen. Wir hatten immer noch gemeinsame Freunde, es war nur eine Frage der Zeit. Und wie sollte ich ihm dann gegenüber treten? Er hatte mir jetzt schon zum zweiten Mal ohne wirklichen Grund so richtig weh getan. Dass er nicht mit mir sprach, mich sogar komplett ignorierte, tat genauso weh wie damals, als er mich eine Schlampe genannt hatte. Vor allem weil es keinen Grund gab, dass er so sauer auf mich war, und er mir nicht mal die Chance gab, das Ganze klar zu stellen. Ich hatte schließlich nicht gewusst, dass Doron mich am Flughafen abholen würde. Das musste er doch wissen!
Während der ganzen schrecklichen Wochen, in denen ich auf eine Reaktion von Flo wartete, wurde mir immer bewusster, dass ich so nicht weiter machen konnte.
Auch wenn Flo gesagt hatte, dass es mit uns nie vorbei sein würde, hatte er es offensichtlich nicht so gemeint oder es sich anders überlegt.
Das musste ein Ende haben, so ging es nicht weiter!
Die Idee, dass ich zu Doron ziehen könnte, schien auf einmal nicht mehr so schlecht. Sie war nicht fair und auch nicht das, was ich wirklich wollte, aber ich wusste, ich würde nie von Florian wegkommen, wenn ich nicht endlich die Reißleine zog. Nach den Tagen auf Mallorca würde ich nicht mehr zurück können zu nur Freunde.
Nie war mir eine Entscheidung so schwer gefallen. Ich grübelte nächtelang.
Aber dann kündigte ich meinen Job und meine Wohnung, packte das Nötigste ein und flog nach Tel Aviv. Ich informierte meine Eltern darüber, dass ich eine Weile in Israel leben würde, Ella war gerade in Berlin. Ich erzählte ihr am Telefon davon, und sie war alles andere als begeistert.
„Mach das nicht. Flo kriegt sich schon wieder ein und dann klärt ihr alles.“
„Ich warte seit drei Wochen auf ein Lebenszeichen von ihm Ella. Selbst wenn er sich wieder einkriegt, ich kann so nicht mehr weiter machen. Seit Jahren dreht sich mein Leben um Flo, die meiste Zeit davon habe ich versucht, ihn mir aus dem Kopf zu schlagen und die scheiß Gefühle die ich für ihn habe unter Kontrolle zu kriegen. Ich kann das nicht mehr! Ich muss mal raus, ich muss was anderes sehen, einen neuen Job, ein neues Leben. Anders komme ich von ihm nicht los.“
„Und dann? Willst du immer vor ihm davon laufen? Was ist wenn wir heiraten? Wenn wir ein Kind kriegen? Sehe ich dich jetzt nie wieder oder muss ich dafür nach Israel kommen?“
„Ich weiß es doch auch nicht Ella. Aber ich hoffe einfach, wenn nicht mehr die Gefahr besteht, dass wir uns dauernd über den Weg laufen könnten, kann ich mal wieder durchatmen.“
„Und du willst mit Doron zusammen sein, obwohl du Flo liebst?“
„Doron liebe ich auch. Nur anders.“
Sie konnte sagen was sie wollte, sie schaffte es nicht, mich  zu überreden, in Deutschland zu bleiben.

Doron war überrascht, aber er freute sich auch sehr, dass ich mich entschlossen hatte, bei ihm zu bleiben.
Ich hatte in den letzten Woche in München so geheult und gelitten, ich war wild entschlossen, in Tel Aviv mit Doron neu anzufangen.
Aber dazu kam es nicht mehr.
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