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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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20.12.2020 1.291
 
Mit ihren Worten noch im Ohr lag ich später auf meinem Bett. Eigentlich wollte ich mich vor dem Abendessen nur noch ein bisschen ausruhen. Wir wollten an diesem  Abend zusammen ins Dorf fahren und dort Essen gehen.
Aber ich lag jetzt schon eine halbe Stunde da und starrte an die Decke.
Durch die offene Balkontür hörte ich Flo nebenan in sein Zimmer kommen. Kurz darauf hörte ich die Dusche.
Als die Dusche abgestellt wurde, wartete ich noch eine Viertelstunde, dann stand ich auf. Ich trat auf den Balkon und sah rüber zu seiner Seite. Mitten in meine Überlegungen, ob ich wirklich noch mal versuchen sollte, es ihm zu erklären, trat er auf den Balkon. Er hatte nur ein Badetuch um seine Hüften geschlungen. Seine Haare waren nass und standen in alle Richtungen.
Er sah mich für eine Sekunde an, dann drehte er sich um und ging wieder ins Zimmer zurück.
Ich atmete tief ein, dann folgte ich ihm.
Er sah auf als ich sein Zimmer betrat.
„Darf ich es dir erklären?“, begann ich direkt.
„Was?“ Seine Miene war kalt.
„Alles.“
„Du musst dich schon ein bisschen klarer ausdrücken.“
„Okay, ich verstehe, dass du sauer bist, aber ich würde wirklich gerne...“
„Ich bin nicht sauer.“
„Flo, können wir kurz wie Erwachsene miteinander reden?“
„Bitte. Rede.“
„Gut, du willst nicht. Ich habs kapiert.“
Ich drehte mich wieder um und ging zurück.
Eine Sekunde später stand er in meinem Zimmer.
„Ich hab doch gesagt rede!“ Er klang sehr gereizt.
„Aber nicht gemeint, oder?“
„Oah Lena hör auf mit dem Kinderkram. Sag was du sagen wolltest.“
Ich richtete mich auf und holte tief Luft. „Ich wünsche mir nichts mehr, als mutig genug zu sein, uns noch eine Chance zu geben. Du hast recht, es macht keinen Sinn, dass wir nicht zusammen sind. Wir lieben uns, falls du mich noch liebst, nach dem was ich gesagt habe. Aber ich liebe dich definitiv noch. Und das wird sich auch nicht ändern. Aber die Wahrheit ist, dass ich Angst habe, noch mal so verletzt zu werden. Mir ist klar, dass das in deinen Augen albern ist. Paare streiten, sagen Dinge, die sie nicht so meinen, klären das und im Idealfall kommen sie darüber weg. Aber aus irgendeinem Grund, ich weiß nicht wieso, sitzt das, was du gesagt hast, so tief in mir, ich werde es nicht los. Wäre das damals nicht passiert und du würdest heute sowas zu mir sagen, wäre ich immer noch sauer und verletzt, aber ich könnte darüber weg kommen. Aber es ist nun mal zu diesem schlechtesten Zeitpunkt passiert. Ich kann nicht mit dir zusammen sein, weil wir nun mal aneinander knallen mit unseren Dickköpfen. Wenn dir im Streit noch mal sowas raus rutscht, weiß ich nicht, wie ich mich jemals wieder davon erholen könnte.“
„Bullshit!“, sagte er nur.
„Bitte?“
„Bullshit Lena! Das würde ja bedeuten, dass du dich nie wieder mit jemandem streiten könntest. Weil ja der Stachel immer noch da ist und dann wieder tiefer zusticht und du dich nie wieder erholen kannst.“
„Kapierst du es wirklich nicht? Natürlich kann ich mich streiten. Nur nicht mit dir!“
„Noch mehr Bullshit!“
„Wow, ich bin froh dass du so verständnisvoll reagierst. Ich hatte schon befürchtet, meine Gefühle wären dir egal.“, funkelte ich ihn an.
Ich sah ihn schon brodeln, bevor er auf mich zukam und vor mir stehen blieb.
„Ich höre immer nur deine Gefühle. Du hast mich so schlimm verletzt Flo, du hast im Streit so böse Sachen gesagt Flo, ich werde mich nie davon erholen können Flo. Werd mal erwachsen Lena. Ja, Paare streiten sich, immerhin hast du das schon mal erkannt. Und manchmal wird es auch fies. Das passiert nun mal. Aber irgendwann muss es auch gut sein. Wenn du immer noch rum jammerst wegen einer Sache, die ich vor über 2 Jahren gesagt habe, im Streit, und die ich nicht mal so gemeint habe, dann solltest du vielleicht mal zum Psychiater gehen. Das ist nicht normal!“
Ich wollte gerade was sagen, aber er sprach weiter.
„Wo wir jetzt deine Gefühle analysiert haben, wie wäre es, wenn wir mal über meine Gefühle reden? Deine ganze Gefühlsscheiße geht mir nämlich auf die Nerven. Weißt du was meine Gefühle sind? Mein Gefühl ist: Wir waren ein richtig cooles Paar. Wir haben uns mal gestritten, ja. Aber wir hatten eine geile Zeit. Ich bin gerne mit dir eingeschlafen, noch lieber mit dir aufgewacht. Wir hatten großartigen Sex. Wir haben den selben Humor. Ich habe gerne mit dir gelacht, mit dir geschwiegen, dir was erzählt und dir zugehört. Ich finde wir sind mit der ganzen Situation mit der Sorge um eine eventuelle Schwangerschaft perfekt umgegangen. Das war eine Krise, die wir ohne Streit gemeistert haben. Darauf kommt es nämlich an. Nicht um kleine Alltagsstreitereien. Es geht darum, dass man in wirklich schwierigen Situationen und Krisen gemeinsam eine Lösung findet und füreinander da ist. Und das alles schmeißt du hin, weil du zu viel in meine zugegebenermaßen unsensiblen und unfairen Worte rein interpretierst und nicht darüber weg kommst. Ich bin nur froh, dass du nicht schwanger warst damals. Du kommst nicht mal mit dir selber klar, wie willst du dich denn um ein Kind kümmern? Dem armen Kind ist einiges erspart geblieben. Und mir auch!“
„Ich...“, setzte ich an, aber er unterbrach mich wieder.
„Ich bin dominant, das weiß ich. Aber ich bin auch nicht so dominant, dass ich dich unterdrücke. Ich bin nicht Liam!“
Er hatte sich in Rage geredet und es sah nicht so aus, als wäre er schon fertig. Und tatsächlich fuhr er fort.
„Wenn ich dir zu dominant bin und du lieber mit einem Weichgespülten wie Doron zusammen bist, fein. Kann ich nichts gegen machen. Ich kann dich nicht zwingen, zu erkennen, in was du dich da verrennst. Denn mal ehrlich Lena, der Typ ist jetzt zum wievielten Mal nach Israel abgehauen? Würde er das wirklich machen wenn er dich so liebt und dich ja so glücklich macht? Aber er ist ja lieb und nett und akzeptiert dich so wie du bist. Mit anderen Worten, er kritisiert dich nicht. Wobei du anscheinend den Unterschied nicht kennst. Denn ich akzeptiere dich auch wie du bist, ich liebe dich sogar so wie du bist. Aber trotzdem kann ich kritisieren, dass deine Bude chaotisch ist oder du Sachen isst, die einfach nicht gesund sind. Ich erwarte dann nicht, dass du einen Putzfimmel kriegst oder nur noch Karotten knabberst. Ich weise dich nur auf etwas hin, dass meiner Meinung nach besser laufen könnte. Was du dann damit machst, ist deine Sache. Dein Problem ist, dass du keine Kritik abkannst. Jedenfalls nicht von Menschen, die dir was bedeuten. Oder bist du im Job auch so?“
Ich schwieg und wartete. Er trat näher zu mir.
„Man Lena, siehst du das denn nicht? Wir beide hätten schon vor zwei Jahren einen Schlußstrich ziehen können. Aber wir packen das einfach nicht. Wenn wir uns egal wären, wenn keine Gefühle mehr da wären, wäre hier nichts passiert. Aber wir sind uns nicht egal. Es muss doch einen Grund haben, dass du mit einem Typen zusammen bist, der nicht so wirklich zu fassen ist und ich... naja, auch nicht gerade die idealen Beziehungen haben. Wir beide, das ist nicht vorbei. Egal wie sehr du dir das wünschst.“
„Flo...“, sagte ich, aber er schüttelte den Kopf.
„Ja ich weiß, du willst nicht, oder kannst nicht, oder was auch immer.“ Er seufzte.
„Flo.“, sagte ich mit mehr Nachdruck. „Kannst du mich küssen?“
„Bitte?“
„Küsst du mich jetzt endlich?“, wiederholte ich.
Er machte einen großen Schritt, zog mich in seine Arme und küsste mich. Ich legte meine Arme um seinen Hals und schmiegte mich an ihn.
"Du bist das komplizierteste Wesen das ich kenne.", murmelte er, bevor er mich wieder küsste.
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